So funktioniert der idealgewicht-rechner
Der Rechner braucht nur zwei Angaben von dir: deine Körpergröße in Zentimetern und dein Geschlecht. Daraus berechnet er vier Idealgewichte – eines pro Formel – und stellt sie nebeneinander.
Jede Formel hat eine eigene Geschichte, und genau die erklärt, warum die Werte auseinandergehen:
- Broca (Paul Broca, 19.
Jahrhundert) – die älteste und in Deutschland bekannteste Formel. Broca definierte zunächst das Normalgewicht ganz einfach:
Broca-Normalgewicht (kg) = Körpergröße (cm) − 100.
Für das „Idealgewicht" wurde die Formel später verschärft – und zwar aus eher ästhetischen als aus medizinischen Gründen (onmeda.de): Frauen ziehen noch einmal 15 % ab, also × 0,85; Männer ziehen 10 % ab, also × 0,9.
Beispiel: Eine 1,70 m große Frau hat ein Broca-Normalgewicht von 70 kg und ein Broca-Idealgewicht von 70 × 0,85 = 59,5 kg. Ein 1,80 m großer Mann: 80 × 0,9 = 72 kg.
- Devine (1974) – entwickelt zur Dosierung von Medikamenten, in der Medizin bis heute im Einsatz.
Die Formel startet bei 5 Fuß (152,4 cm) mit einem Grundgewicht und addiert pro weiterem Zoll (2,54 cm) einen festen Betrag: Männer: 50 kg + 2,3 kg/Zoll; Frauen: 45,5 kg + 2,3 kg/Zoll.
Robinson (1983) – eine Anpassung von Devine an neuere Bevölkerungsdaten, meist etwas niedrigere Werte bei großen Menschen: Männer: 52 kg + 1,9 kg/Zoll; Frauen: 49 kg + 1,7 kg/Zoll.
Miller (1983) – ebenfalls auf neueren Daten basierend: Männer: 56,2 kg + 1,41 kg/Zoll; Frauen: 53,1 kg + 1,36 kg/Zoll.
Alle drei US-Formeln rechnen ursprünglich in Zoll. Der Rechner wandelt deine Zentimeter deshalb zuerst um: Zoll über 5 Fuß = (Größe in cm − 152,4) ÷ 2,54.
Bei 170 cm sind das (170 − 152,4) ÷ 2,54 = 17,6 ÷ 2,54 = 6,93 Zoll. Diese Umrechnung zeigen die meisten deutschen Rechner nicht – hier siehst du sie, weil sie zum Verständnis dazugehört.
Zusätzlich zeigt der Rechner den gesunden Gewichtsbereich an: das Gewicht, das bei deiner Größe einem BMI von 18,5 bis 24,9 entspricht – also dem medizinischen Normalbereich der WHO. Das ist bewusst kein fünftes „Idealgewicht", sondern der Gegenpol: der Bereich, der aus Gesundheitsstudien abgeleitet ist, nicht aus einer Formel.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Beim Idealgewicht ändert sich nichts – und das ist kein Zufall, sondern Prinzip: Die vier Formeln sind mathematische Konventionen ohne gesetzliche oder leitlinienhafte Grundlage, keine davon wurde je von einer Gesundheitsbehörde offiziell übernommen oder aktualisiert. Broca stammt aus dem 19.
Jahrhundert, Devine aus 1974, Robinson und Miller aus 1983 – keine der Formeln wurde seitdem revidiert, und es ist keine Überarbeitung für 2026 oder 2027 angekündigt (Stand: Oktober 2026, live geprüft). Auch der medizinische Referenzbereich – der WHO-BMI-Normalbereich von 18,5 bis 24,9 – ist seit Jahrzehnten unverändert.
Was sich bewegt, ist nur die fachliche Bewertung: Fachseiten wie onmeda.de stufen den Broca-Index inzwischen offen als veraltet ein, weil er ein festes, nur größenabhängiges Gewicht vorgibt und bei sehr kleinen oder sehr großen Menschen systematisch danebenliegt. Diese Seite wird jährlich gegen den WHO-Standard geprüft – Stand: Oktober 2026.
Beispielrechnung
Nehmen wir Lisa, 170 cm groß, weiblich – und rechnen alle vier Formeln Schritt für Schritt vor, damit du siehst, woher die Unterschiede kommen. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den BMI-Rechner: wo du heute stehst heranziehen.
Schritt 1 – Zoll über 5 Fuß berechnen (für die US-Formeln): (170 − 152,4) ÷ 2,54 = 17,6 ÷ 2,54 = 6,93 Zoll.
Schritt 2 – Broca: Normalgewicht = 170 − 100 = 70 kg. Idealgewicht Frau = 70 × 0,85 = 59,5 kg.
Schritt 3 – Devine: 45,5 + 2,3 × 6,93 = 45,5 + 15,94 = 61,4 kg.
Schritt 4 – Robinson: 49 + 1,7 × 6,93 = 49 + 11,78 = 60,8 kg.
Schritt 5 – Miller: 53,1 + 1,36 × 6,93 = 53,1 + 9,42 = 62,5 kg.
Schritt 6 – Gesunder Bereich (BMI 18,5–24,9): 18,5 × 1,70² = 18,5 × 2,89 = 53,5 kg (Untergrenze); 24,9 × 2,89 = 72,0 kg (Obergrenze).
Ergebnis für Lisa: 59,5 / 60,8 / 61,4 / 62,5 kg – vier Formeln, vier Antworten, Spanne 3 kg. Und der medizinisch abgeleitete Bereich liegt bei 53,5 bis 72,0 kg.
Die Lehre daraus: Keine Formel kennt deine Muskeln, deine Knochen, dein Alter oder deine Fettverteilung. Nimm die Werte als grobe Orientierung – und den BMI-Bereich als das, was er ist: die einzige Zahl hier, die auf Gesundheitsdaten basiert.
Die Details zur BMI-Einordnung findest du übrigens beim bmi-rechner.
Und ein zweites Beispiel für die andere Seite: Thomas, 185 cm, männlich. Zoll über 5 Fuß = (185 − 152,4) ÷ 2,54 = 32,6 ÷ 2,54 = 12,83.
Broca: (185 − 100) × 0,9 = 85 × 0,9 = 76,5 kg. Devine: 50 + 2,3 × 12,83 = 50 + 29,51 = 79,5 kg.
Robinson: 52 + 1,9 × 12,83 = 52 + 24,38 = 76,4 kg. Miller: 56,2 + 1,41 × 12,83 = 56,2 + 18,09 = 74,3 kg.
Auch hier: vier Werte, Spanne über 5 kg – bei großen Menschen driften die Formeln noch weiter auseinander.
Typische Fehler
- Eine Formel für die Wahrheit halten.
Der häufigste Fehler: „Mein Idealgewicht sind 61,4 kg – Punkt." Nein. Vier seriöse Formeln liefern vier verschiedene Werte; das Konzept „Idealgewicht" ist eine Konvention, keine Naturkonstante.
Wer eine Formel zur Wahrheit erklärt, hat das Prinzip nicht verstanden.
- Broca bei Extremgrößen anwenden.
Broca funktioniert nur für mittlere Körpergrößen brauchbar. Bei sehr kleinen Menschen fällt das Ergebnis zu niedrig aus, bei sehr großen zu hoch – weil die Formel linear rechnet, der Körper aber nicht linear wächst.
Unter etwa 155 cm und über etwa 195 cm solltest du Broca gar nicht erst ernst nehmen.
- Das Idealgewicht mit Gesundheit verwechseln.
„Ideal" klingt medizinisch, ist es aber nicht: Die Broca-Idealwerte wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eher aus ästhetischen Gründen verschärft.
Gesundheitlich relevant ist der BMI-Normalbereich – der ist breiter und aus Risikodaten abgeleitet.
- Muskeln ignorieren.
Keine der vier Formeln unterscheidet zwischen Muskeln und Fett. Ein durchtrainierter Mensch kann 10 kg über seinem „Idealgewicht" liegen und kerngesund sein – und ein untrainierter Mensch im „Idealbereich" viel ungesundes Bauchfett tragen.
Formeln sehen Körperzusammensetzung nicht.
Alter und Geschlecht der US-Formeln falsch deuten. Devine, Robinson und Miller wurden an US-Bevölkerungsdaten der 70er- und 80er-Jahre kalibriert – nicht an dir. Sie kennen dein Alter nicht und ignorieren, dass sich die Körperzusammensetzung im Laufe des Lebens verschiebt.
Aus dem Idealgewicht eine Diät ableiten.
Diese Seite gibt bewusst keine Abnehmpläne: Ein Abstand zum „Idealgewicht" ist kein medizinischer Befund. Wenn dich dein Gewicht beschäftigt, ist das ärztliche Gespräch der richtige nächste Schritt – nicht eine Crash-Diät aus dem Internet. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer BMI-Kinder-Rechner: Perzentilen für unter 18-Jährige.
Sonderfälle / Ausnahmen
Sehr kleine oder sehr große Menschen: Wie oben erklärt, versagt Broca an den Rändern. Die US-Formeln sind für Größen unter 152,4 cm (5 Fuß) gar nicht definiert – der Rechner gibt dann einen Hinweis statt einer Zahl aus, weil die Formel dort mathematisch keinen Sinn ergibt.
Auch nach oben werden die Werte unsicherer.
Sportler und sehr muskulöse Menschen: Alle vier Formeln überschätzen hier systematisch den „Soll"-Abstand, weil Muskeln schwerer sind als Fett. Für Athleten sind Körperfettmessung oder der Taillenumfang die ehrlicheren Maße – keine Formel dieser Seite.
Ältere Menschen: Mit den Jahren nimmt die Muskelmasse ab und der Fettanteil zu – bei gleichem Gewicht. Die Formeln kennen diesen Effekt nicht. Gerade im höheren Alter sagt das Gewicht allein wenig; Muskelkraft und Bauchumfang sagen mehr.
Schwangere: In der Schwangerschaft ist jede Idealgewicht-Berechnung sinnlos – Gewichtszunahme ist erwünscht und notwendig. Diese Zielgruppe ist von allen vier Formeln ausgenommen.
Kinder und Jugendliche: Die Formeln gelten nur für Erwachsene. Kinder werden nach alters- und geschlechtsspezifischen Perzentilen beurteilt – dafür gibt es den eigenen bmi-kinder-rechner.
Unterschiedliche Herkunft: Die US-Formeln basieren auf US-Bevölkerungsdaten ihrer Zeit. Für andere Bevölkerungsgruppen können sie systematisch danebenliegen – ein weiterer Grund, die Werte als das zu nehmen, was sie sind: grobe Schätzungen.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis hat zwei Teile: die vier Formelwerte und den gesunden Gewichtsbereich. So nutzt du beides richtig: Die vier Formeln geben dir eine Spanne – kein Ziel.
Liegen alle vier Werte nah beieinander (bei mittleren Größen tun sie das meist), hast du eine grobe Orientierung, wo klassische Formeln dich einsortieren. Driften sie auseinander (bei sehr kleinen oder großen Menschen), ist das selbst die Botschaft: Für deine Größe gibt es keine verlässliche Formel.
Der zweite Teil ist der wichtigere: Der gesunde Bereich (BMI 18,5–24,9) sagt dir, wo dein Gewicht aus medizinischer Sicht unauffällig ist. Liegst du darin, gibt es aus Gewichtssicht keinen Handlungsbedarf – egal, was Broca sagt.
Liegst du deutlich darüber oder darunter und beschäftigt dich das, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin: über Lebensstil, über Körperzusammensetzung, über Blutwerte – nicht über eine Zahl aus dem 19. Jahrhundert.
Nimm den idealgewicht-rechner als das, was er ist: einen ehrlichen Formelvergleich, keine medizinische Diagnose. Und wenn du wissen willst, wo du heute stehst statt wo du „sein solltest": Der bmi-rechner ordnet dein aktuelles Gewicht nach WHO-Standard ein.