So funktioniert der Quadratmeter-Rechner
Der Rechner hat drei Modi – wähle je nach Vorhaben:
Modus 1 – Bodenfläche (Standard): Du gibst Länge und Breite ein, wahlweise in Metern oder Zentimetern. Das Tool rechnet automatisch um und zeigt die Fläche in m².
Für L-förmige oder verwinkelte Räume fügst du einfach mehrere Teilrechtecke hinzu – der Rechner addiert sie zur Gesamtfläche. Beispiel: Rechteck 1 mit 4 m × 3 m = 12 m² plus Rechteck 2 mit 2 m × 2 m = 4 m² ergibt 16 m².
Modus 2 – Wandfläche (Streichen & Tapezieren): Hier gibst du Raumlänge, Raumbreite und Raumhöhe ein. Das Tool berechnet die Wandfläche als Raumumfang × Höhe und zieht Fenster- und Türflächen ab, die du separat eingibst.
Beispiel: 4,5 m × 3,6 m Zimmer bei 2,5 m Höhe = 40,5 m² Wandfläche brutto, minus Tür (ca. 2 m²) und Fenster (ca. 2–3 m²).
Modus 3 – Wohnfläche nach WoFlV: Für Miet- und Kaufverträge. Zusätzlich zur Grundfläche gibst du Dachschrägen (Höhenzonen), Balkon/Terrasse und Treppenflächen an – das Tool wendet die gesetzlichen Faktoren an: unter 1 m Höhe = 0 %, 1–2 m Höhe = 50 %, volle Höhe = 100 %, Balkon/Terrasse = 25–50 % (üblich 25 %).
In allen Modi zeigt das Ergebnis zusätzlich die Umrechnung in cm², Ar und Hektar – praktisch für Grundstücke.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) vom 25. November 2003 gilt unverändert – eine Live-Prüfung im Oktober 2026 ergab keine Änderung und keine angekündigte Novelle für 2027. Die Anrechnungsregeln (Höhenzonen, Balkonfaktor) bleiben also stabil. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Wandfarbe-Rechner heranziehen.
Was sich für dich trotzdem ändern kann: Die Mietpreisbremse und regionale Mieterschutzverordnungen (zum Beispiel Bayerns Mieterschutzverordnung, neu gefasst zum 1. Januar 2026) machen die korrekte Wohnfläche wichtiger denn je – die ortsübliche Vergleichsmiete wird als Quadratmeterwert ermittelt. Der Quadratmeter-Rechner bildet die WoFlV-Regeln im WoFlV-Modus exakt ab, inklusive der üblichen 25-Prozent-Anrechnung für Balkone.
Für Renovierungen ändert sich nichts: Länge × Breite bleibt Länge × Breite.
Beispielrechnung
Beispiel 1 – Zimmerboden: Dein Wohnzimmer misst 4,50 m × 3,20 m.
Fläche = 4,50 × 3,20 = 14,40 m².
Für Laminat planst du 10 % Verschnitt ein: 14,40 × 1,10 = 15,84 m² zu kaufen. Bei Paketen à 2,5 m² sind das 7 Pakete (17,50 m²) – der Rest ist Reserve für spätere Reparaturen.
Beispiel 2 – Zentimeter-Falle: Du misst 350 cm × 280 cm.
350 × 280 = 98.000 cm². Durch 10.000 teilen: 9,80 m². Wer die Zentimeter direkt als Meter liest (3,50 × 2,80 wäre richtig, 350 × 280 als „Quadratmeter" wäre falsch), verrechnet sich um den Faktor 10.000 – der häufigste Fehler überhaupt.
Beispiel 3 – Wandfläche streichen: Zimmer 4,5 m × 3,2 m, Raumhöhe 2,5 m, eine Tür (0,9 m × 2,0 m = 1,8 m²), ein Fenster (1,5 m × 1,2 m = 1,8 m²).
Wandfläche brutto = 2 × (4,5 + 3,2) × 2,5 = 38,5 m². Minus 3,6 m² Öffnungen = 34,9 m² zu streichende Fläche. Wie viel Farbe das bedeutet, rechnet dir der Wandfarbe-Rechner aus – dort gibst du die Quadratmeter ein und erhältst die Literzahl.
Beispiel 4 – WoFlV: Dachgeschosswohnung, Grundfläche 60 m², davon 10 m² mit Höhe zwischen 1 und 2 m, Balkon 8 m².
Anrechenbar: 50 m² voll + 10 m² × 50 % = 5 m² + Balkon 8 m² × 25 % = 2 m² → 57 m² Wohnfläche nach WoFlV. Die geometrische Fläche (68 m²) ist also deutlich größer als die rechtliche Wohnfläche (57 m²).
Typische Fehler
- Zentimeter nicht umrechnen: 350 cm × 280 cm sind 9,8 m², nicht 98.000 „Quadratmeter".
Immer durch 10.000 teilen oder vorher in Meter umrechnen. 2.
Meter in Quadratmeter „umrechnen" wollen: Geht nicht – Meter ist eine Länge, Quadratmeter eine Fläche. Erst Länge × Breite ergibt m².
- Geometrische Fläche mit Wohnfläche verwechseln: Die WoFlV-Faktoren (Dachschräge, Balkon) gelten nur für die rechtliche Wohnfläche.
Für Bodenbelag zählt die volle geometrische Fläche. 4.
L-Räume in einem Stück messen: Die längste mal die breiteste Stelle überschätzt die Fläche. Immer in Teilrechtecke zerlegen und addieren – oder das umschließende Rechteck minus fehlende Ecke rechnen.
Fenster und Türen vergessen: Bei Wandflächen machen Öffnungen schnell 3–5 m² aus – das ist bei Farbe und Tapete bares Geld.
Keinen Verschnitt einplanen: Je nach Verlegemuster brauchst du 5–10 % mehr Bodenbelag (diagonale Verlegung eher 10 %).
Die reine Fläche reicht nie.
Sonderfälle / Ausnahmen
Dachschrägen: Miss die Zonen getrennt: Wo die Decke über 2 m hoch ist, zählt die Fläche voll; zwischen 1 und 2 m zur Hälfte; unter 1 m gar nicht. Ein Laser-Entfernungsmesser mit Höhenfunktion erspart das Bücken. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Fliesen-Rechner.
Balkon und Terrasse: Üblich sind 25 % Anrechnung, bei hochwertigem Ausbau bis 50 % – maßgeblich ist, was im Mietvertrag steht. Für deinen Grillplatz zählt natürlich die volle Fläche.
Treppen und Absätze: Flächen unter Treppen zählen zur Wohnfläche, sobald die lichte Höhe über 1 m liegt (seit der WoFlV 2004). Darunter liegende Abstellflächen nicht.
Runde und dreieckige Flächen: Erker, runde Wintergärten oder dreieckige Nischen berechnest du mit den Spezialformeln (Kreis: π · r², Dreieck: Grundseite × Höhe / 2) und addierst sie dazu – die passenden Rechner findest du bei den verlinkten Formen.
Grundstücke: Hier sind Ar (1 a = 100 m²) und Hektar (1 ha = 10.000 m²) die üblichen Einheiten – der Rechner gibt sie automatisch mit aus.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Das Ergebnis ist dein Ausgangspunkt für drei Entscheidungen: Erstens, die Materialmenge – nimm die geometrische Fläche, addiere den Verschnitt (5–10 % je nach Belag) und runde auf ganze Pakete oder Eimer auf. Die Belag-Rechner für Fliesen, Laminat und Parkett rechnen dir das bis zur Paketanzahl herunter.
Zweitens, die Kostenkontrolle – Quadratmeterpreis × Fläche ergibt deinen Budgetrahmen, zum Beispiel für Angebote von Handwerkern. Drittens, die Vertragsprüfung – vergleiche die WoFlV-Wohnfläche mit der Angabe im Miet- oder Kaufvertrag; Abweichungen über 10 % sind ein Grund, nachzufragen.
Der Quadratmeter-Rechner liefert dir die Fläche – was du daraus machst, bestimmen die verlinkten Spezialrechner: Farbe, Bodenbeläge und Raumvolumen (in Arbeit) bauen alle auf deiner Quadratmeterzahl auf.