So berechnet der besoldungsrechner-schleswig-holstein deine Bezüge
Der Rechner folgt dem Besoldungsgesetz Schleswig-Holstein (SHBesG) Schritt für Schritt. Zuerst wählst du deine Besoldungsordnung und Gruppe: A 6 bis A 16 für den allgemeinen Dienst — beachte, dass die erste Erfahrungsstufe seit Dezember 2022 entfallen ist — dazu B 1 bis B 11 für Spitzenämter, W 1 bis W 3 für Professoren sowie R 1 bis R 8 für Richter und Staatsanwälte.
Danach bestimmst du deine Erfahrungsstufe; in SH steigst du im Zwei-, Drei- oder Vier-Jahres-Rhythmus auf.
Im zweiten Schritt addiert der Rechner den Familienzuschlag. Die Stufe 1 liegt 2026 bei 176,24 Euro monatlich, für das zweite berücksichtigungsfähige Kind erhöht sich der Zuschlag um 199,85 Euro, für das dritte und jedes weitere Kind um 516,48 Euro.
Darüber hinaus kennt Schleswig-Holstein den Familienergänzungszuschlag — eine familienbezogene Komponente, die 2026 um 15 bis 25 Prozent angehoben wurde und kinderreiche Familien gezielt stärkt.
Drittens kommen Zulagen hinzu, etwa für Polizei, Justiz oder den Dienst zu ungünstigen Zeiten. Aus Grundgehalt, Familienzuschlag und Zulagen ergibt sich die Bruttobesoldung.
Erst danach zieht der Rechner die Abzüge ab: Lohnsteuer nach deiner ELStAM-Steuerklasse, gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sowie deinen Beitrag zur privaten Krankenversicherung. Als Beamter zahlst du keine Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung — dafür finanzierst du deine Krankenabsicherung über Beihilfe und PKV selbst.
Was ändert sich 2026 in Schleswig-Holstein?
Schleswig-Holstein hatte zwei Aufgaben gleichzeitig: das Tarifergebnis der Länder übertragen und die Besoldung verfassungsgemäß reparieren. Das Bundesverfassungsgericht hatte entschieden, dass Berlin seine Beamten jahrelang zu schlecht bezahlt hatte — auch die SH-Besoldung stand auf dem Prüfstand.
Anders als anderswo mussten die Betroffenen dafür nicht jahrelang Musterwidersprüche einreichen; das Land hat die Reparatur von sich aus auf Schiene gebracht. Das Ergebnis sind drei Stufen: Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Brutto-Netto-Rechner heranziehen.
Stufe 1 wirkt rückwirkend zum 1. Januar 2025: plus 3,2 Prozent, mindestens rund 125 Euro, in den Gruppen A 6 bis A 15; in den höheren Gruppen (ab A 16 sowie B und R) fällt die Steigerung mit bis zu 4,58 Prozent prozentual höher aus, um das Abstandsgebot zu wahren. Stufe 2 gilt ab dem 1. Januar 2026: plus 4,0 Prozent für alle Besoldungsgruppen.
Stufe 3 folgt zum 1. Januar 2027 mit plus 3,8 Prozent.
Der Landtag hat das Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz Mitte September 2026 beschlossen. Die Auszahlung samt Nachzahlung erfolgt mit den November-Bezügen — die Nachzahlung deckt den Zeitraum Januar 2025 bis Oktober 2026 ab und erreicht in der Spitze 18.374,46 Euro brutto (Beispiel B 9).
Für A 13, Stufe 6 beträgt die Beispiel-Nachzahlung 5.938,62 Euro. Auch die Anwärterbezüge steigen in drei Schritten um insgesamt 150 Euro monatlich: plus 60 Euro rückwirkend ab April 2026, plus 60 Euro ab März 2027, plus 30 Euro ab Januar 2028.
Beispielrechnung: A 13, Stufe 6
Nehmen wir einen ledigen Studienrat in A 13, Erfahrungsstufe 6, Steuerklasse I, Vollzeit, ohne Zulagen. Schritt für Schritt mit den Tabellenwerten (gültig ab 1. Januar 2026):
- Grundgehalt A 13, Stufe 6 = 5.707,27 Euro.
- Familienzuschlag: ledig, keine Kinder = 0,00 Euro.
- Zulagen: keine in diesem Beispiel.
- Bruttobesoldung = 5.707,27 Euro.
Von diesem Brutto zieht der Rechner die Lohnsteuer nach Steuerklasse I ab (Einkommensteuertarif), dazu den Solidaritätszuschlag, sofern die Freigrenze überschritten wird, und die Kirchensteuer bei Kirchensteuerpflicht. Deinen PKV-Beitrag gibst du selbst ein — der Rechner subtrahiert ihn vom Netto nach Steuern und zeigt dir den Betrag, der dir nach allen Abzügen tatsächlich zur Verfügung steht.
Und die Nachzahlung? Für genau diese Konstellation (A 13, Stufe 6, Vollzeit, durchgehender Anspruch) weist die Beispielrechnung des Landes 5.938,62 Euro brutto Nachzahlung für Januar 2025 bis Oktober 2026 aus.
Sie kommt mit den November-Bezügen als Einmalbetrag — zusätzlich zum laufenden Gehalt. Beachte: Die Nachzahlung unterliegt im Zuflussmonat der Lohnsteuer; sie ist rückständige Besoldung, kein steuerfreier Bonus.
Der besoldungsrechner-schleswig-holstein kann die Nachzahlung optional als Einmalbetrag ausweisen. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Lohnsteuer-Rechner.
Typische Fehler
- Nur die 4 Prozent gesehen: Wer nur die Stufe 2026 betrachtet, unterschlägt die rückwirkende 2025er-Stufe und die 2027er-Stufe.
Dein Gesamtplus über drei Jahre ist deutlich größer als 4 Prozent. 2.
Nachzahlung für einen Bonus gehalten: Der Einmalbetrag im November ist rückständige Besoldung für bis zu 22 Monate — kein Weihnachtsgeld und kein Grund für Jubelkäufe ohne Steuerblick. 3.
Alte Stufe 1 gesucht: Seit Dezember 2022 gibt es in der Besoldungsordnung A keine erste Erfahrungsstufe mehr. Wer in alten Tabellen nach „Stufe 1" sucht, ordnet sich falsch ein.
- Familienergänzungszuschlag übersehen: Diese SH-spezifische Komponente wurde 2026 um 15 bis 25 Prozent erhöht.
Familien mit mehreren Kindern sollten prüfen, ob sie korrekt berücksichtigt ist. 5. November-Abrechnung nicht kontrolliert: Bei einer 22-monatigen Nachzahlung sind Abrechnungsfehler wahrscheinlicher als sonst.
Vergleiche den Einmalbetrag mit der Beispielrechnung deiner Gruppe.
Sonderfälle und Ausnahmen
Teilzeit: Das Grundgehalt wird anteilig gekürzt; familienbezogene Zuschläge werden in der Regel ungekürzt gezahlt — prüfe deine Abrechnung. Anwärter: Sie erhalten Anwärtergrundbeträge, die in drei Schritten um insgesamt 150 Euro monatlich steigen (60/60/30 Euro); Erfahrungsstufen gelten nicht.
Richter und Staatsanwälte (R-Besoldung): R 1 läuft über elf Stufen (Endstufe 11: 8.377,73 Euro), R 3 bis R 8 kennen feste Beträge ohne Stufen. Professoren (W-Besoldung): W 1 bis W 3 sind feste Grundgehälter (W 3: 8.435,04 Euro), dazu individuelle Leistungsbezüge.
Elternzeit: Der Stufenaufstieg läuft weiter, obwohl keine Besoldung fließt. Beurlaubung ohne Bezüge: Anspruch und Stufenaufstieg pausieren.
Versorgungsempfänger: Die Anpassung gilt auch für Versorgungsbezüge — Pensionäre erhalten die Nachzahlung ebenfalls. Kirchensteuer: In SH beträgt sie 9 Prozent der Lohnsteuer.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist der Ausgangspunkt für drei Prüfungen. Erstens: die November-Abrechnung.
Wenn die Nachzahlung kommt, vergleiche den Einmalbetrag mit der Beispielrechnung deiner Besoldungsgruppe und Stufe — bei 22 Monaten Rückwirkung lohnt sich die Kontrolle besonders. Lege die Differenz zum Vorjahr daneben: Dein laufendes Monatsbrutto ab November enthält bereits die Stufen 2025 und 2026.
Zweitens: die Steuerwirkung. Die Nachzahlung erhöht dein zu versteuerndes Einkommen im Zuflussjahr spürbar — bei Steuerklasse I und höheren Gruppen kann das den Grenzsteuersatz des Monats betreffen; ein Steuerberater kann prüfen, ob eine Verteilung sinnvoll wäre.
Drittens: die Perspektive 2027. Mit plus 3,8 Prozent zum 1. Januar 2027 steht die nächste Stufe bereits fest — rechne sie bei langfristigen Entscheidungen wie Immobilienfinanzierungen mit ein.
Und wenn dein Ergebnis von der Erwartung abweicht: Prüfe zuerst Erfahrungsstufe, Arbeitszeitanteil und Familienzuschlag, bevor du die Tabelle verdächtigst.