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Alltag & Rechner • Geprüfte Rechenlogik 2026/2027

QTc-Rechner: korrigiertes QT-Intervall berechnen

Auf deinem EKG-Befund steht eine QT-Zeit — aber erst die herzfrequenz-korrigierte Variante (QTc) zeigt, ob der Wert im normalen Bereich liegt. Der qtc-rechner berechnet dein QTc nach den zwei etablierten Formeln von Bazett und Fridericia und ordnet das Ergebnis anhand klinischer Grenzwerte ein. Du brauchst nur die gemessene QT-Zeit und die Herzfrequenz (oder das RR-Intervall) aus deinem Befund — den Rest erledigt der Rechner in Sekunden. Stand: Oktober 2026.

Interaktiver QTc-Rechner

Offizieller BMF- & Gesetzesstand 2026/2027

Live-Berechnung

QT-Zeit (ms) (Platzhalter: z. B. 400); Eingabe-Umschalter: Herzfrequenz (Schläge/min) /...

Berechnungsergebnis
Berechnungsergebnis
2.348,50 €

Exakt ermittelt nach Vorgaben 2026

Detaillierte Aufschlüsselung
Steuer- / Abgabenanteil 642,80 €
Nettobetrag 1.705,70 €
Effektiver Belastungssatz 27,4 %
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Nur zur Orientierung — ersetzt keine ärztliche Beratung.

Auf den Punkt: Direkte Antwort

Das QTc ist die auf eine Herzfrequenz von 60 Schlägen pro Minute normierte QT-Zeit. Die zwei gängigen Formeln lauten: Bazett: QTc = QT ÷ √RR, und Fridericia: QTc = QT ÷ ∛RR — jeweils mit QT und RR in Sekunden. Als verlängert gelten Werte über 450 ms bei Männern und über 460 ms bei Frauen; ab 500 ms steigt das Risiko für gefährliche Rhythmusstörungen (Torsades de pointes) deutlich an. Wichtig: Dieser Rechner dient nur zur Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung — ein EKG deutet immer ein Arzt.

So funktioniert die Berechnung – der qtc-rechner im Detail

Die QT-Zeit hängt von der Herzfrequenz ab: Je schneller das Herz schlägt, desto kürzer ist das QT-Intervall. Um Werte vergleichbar zu machen, normieren beide Formeln auf eine Frequenz von 60 pro Minute.

Du gibst die QT-Zeit in Millisekunden ein (typischer Messwert aus dem EKG, z. B. 400 ms) und entweder die Herzfrequenz oder direkt das RR-Intervall — also den Abstand zweier R-Zacken — in Sekunden. Der Rechner bestimmt daraus zuerst das RR-Intervall (RR = 60 ÷ Herzfrequenz), rechnet dann beide Formeln parallel und gibt beide QTc-Werte in Millisekunden aus.

Bazett teilt durch die Quadratwurzel aus RR, Fridericia durch die dritte Wurzel. Bei genau 60 Schlägen pro Minute (RR = 1,0 s) liefern beide Formeln denselben Wert wie die gemessene QT-Zeit — je weiter die Frequenz davon abweicht, desto stärker unterscheiden sich die Ergebnisse.

Genau dieser Unterschied ist der Grund, warum der Rechner beide Formeln zeigt statt nur eine.

Was ändert sich 2026 / 2027?

An den Formeln ändert sich nichts: Bazett publizierte seine Formel 1920, Fridericia im selben Jahr — beide gehören seit über einem Jahrhundert zum kardiologischen Standardwerkzeug. Auch die klinischen Grenzwerte sind stabil und an keine Gesetzgebung gebunden; Referenz bleiben die ESC-Leitlinien zu ventrikulären Arrhythmien und die klinische Praxis.

Für 2027 sind keine Änderungen an Formeln oder Grenzwerten bekannt oder absehbar. Der Abschnitt bleibt als Update-Haken bestehen: Sollten Fachgesellschaften ihre Empfehlungen anpassen, werden sie hier ergänzt. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Blutdruck-Rechner heranziehen.

Beispielrechnung: QT 400 ms bei 75 Schlägen pro Minute

Nehmen wir einen EKG-Befund mit QT = 400 ms und einer Herzfrequenz von 75/min. Schritt eins: Wandle die QT-Zeit in Sekunden um — 400 ms = 0,400 s.

Schritt zwei: Bestimme das RR-Intervall — RR = 60 ÷ 75 = 0,800 s. Schritt drei: Bazett — QTc = 0,400 ÷ √0,800.

Die Wurzel aus 0,8 ist 0,8944, also 0,400 ÷ 0,8944 = 0,4472 s = 447 ms. Schritt vier: Fridericia — QTc = 0,400 ÷ ∛0,800.

Die dritte Wurzel aus 0,8 ist 0,9283, also 0,400 ÷ 0,9283 = 0,4309 s = 431 ms. Dieses Beispiel rechnet der qtc-rechner automatisch für deine Werte nach.

Einordnung für einen Mann: Bazett 447 ms liegt im grenzwertigen Bereich (431–450 ms), Fridericia 431 ms gerade noch im normalen Bereich (≤ 430 ms gilt als normal, 431–450 als grenzwertig). Das Beispiel zeigt zweierlei: Erstens können beide Formeln zu leicht unterschiedlichen Bewertungen führen, zweitens liegen die Werte nahe beieinander, solange die Herzfrequenz nicht extrem ist.

Typische Fehler

Erstens: Millisekunden und Sekunden werden vermischt. In die Formeln gehören QT und RR in Sekunden — 400 ms sind 0,400 s, nicht 400.

Zweitens: Das RR-Intervall wird in Millisekunden in die Wurzel gesteckt. Auch hier gilt: erst in Sekunden umrechnen (800 ms = 0,800 s).

Drittens: Bazett wird bei sehr hoher oder sehr niedriger Herzfrequenz blind vertraut. Die Formel überschätzt das QTc bei schnellem Puls und unterschätzt es bei langsamem — bei extremen Frequenzen ist Fridericia die stabilere Wahl.

Viertens: Das QT wird falsch abgelesen. Das Intervall reicht vom Beginn der Q-Zacke bis zum Ende der T-Welle; gerade das T-Wellen-Ende ist bei flachen T-Wellen schwer zu bestimmen und die häufigste Messfehlerquelle.

Fünftens: Ein einzelner Wert wird überinterpretiert. Das QTc schwankt über den Tag, zwischen Ableitungen und Geräten — eine Zahl allein ist keine Diagnose.

Sechstens: Einflussfaktoren werden ausgeblendet. Elektrolytverschiebungen, viele Medikamente und Vorerkrankungen können das QT verändern — deshalb gehört jeder auffällige Wert in ärztliche Hände, nicht in die Selbstdeutung.

Sonderfälle / Ausnahmen

Bei Vorhofflimmern schwankt das RR-Intervall von Schlag zu Schlag — hier mittelt man über mehrere Intervalle, statt einen einzelnen Herzschlag zu nehmen. Bei Schrittmacherträgern und Schenkelblockbildern ist das QT oft technisch verlängert; die Standardformeln und -grenzwerte gelten dann nur eingeschränkt und die Deutung gehört zum Kardiologen.

Für Kinder gelten eigene Referenzbereiche — dieser Rechner bildet die Erwachsenen-Grenzwerte ab, bei Kindern ist der Kinderkardiologe zuständig. Auch ein verkürztes QT-Intervall kann klinisch relevant sein; auch dafür gilt: keine Selbstdiagnose, sondern ärztliche Abklärung.

Und bei Sportlern mit sehr niedrigem Ruhepuls unterschätzt Bazett systematisch — ein Grund mehr, beide Formeln zu vergleichen und das Ergebnis ärztlich einordnen zu lassen. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Herzfrequenz-Rechner.

Was bedeutet das Ergebnis für dich?

Der Rechner ordnet dein QTc in drei Bereiche ein: normal (bis 430 ms bei Männern, bis 450 ms bei Frauen), grenzwertig (431–450 bzw. 451–470 ms) und verlängert (über 450 bzw. über 460 ms) — die in klinischen Übersichtsarbeiten gängigen Schwellen. Werte ab 500 ms gelten als besonders auffällig: Mit jeder 10-ms-Zunahme steigt das Risiko für Torsades de pointes, eine gefährliche Kammer­rhythmusstörung, um etwa 5 bis 7 %.

Der qtc-rechner zeigt dir beide Formelwerte nebeneinander, damit du siehst, wie robust die Einordnung ist. Was er nicht kann: eine Diagnose stellen.

Ein grenzwertiger oder verlängerter Wert ist ein Anlass für ein Arztgespräch — nicht für Panik und nicht für eigenmächtige Medikamentenentscheidungen. Nimm deinen EKG-Ausdruck zum Termin mit; dort lässt sich klären, ob und was zu tun ist.

Als Ergänzung zur Herz-Kreislauf-Einordnung verlinken wir den Blutdruck-Rechner.

Mathematische Formel-Spezifikation

Exakte Berechnungsvorschrift nach Gesetzesgrundlage

Eingaben: qt_ms ∈ [200, 700]; entweder hf ∈ [30, 200] (Schläge/min) oder rr_s ∈ [0,3, 2,0] direkt; geschlecht ∈ {m, w} (nur für Einordnung). Ableitung: falls hf gegeben: rr_s = 60 / hf. qt_s = qt_ms / 1000. Formeln: qtc_bazett_ms = qt_s / sqrt(rr_s) × 1000 (Bazett 1920); qtc_fridericia_ms = qt_s / cbrt(rr_s) × 1000 (Fridericia 1920). Einordnung (Schwellen aus klinischen Übersichtsarbeiten, gelabelt): m: ≤ 430 normal; 431–450 grenzwertig; > 450 verlängert. w: ≤ 450 normal; 451–470 grenzwertig; > 460 verlängert. Unabhängig vom Geschlecht: ≥ 500 stark auffällig. Beispiel-Kontrollwerte (Pflicht-Testfall): qt_ms = 400, hf = 75 → rr_s = 0,8 → Bazett 447 ms, Fridericia 431 ms. Annahmen (gelabelt): A1 Sinusrhythmus mit stabilem RR (bei Vorhofflimmern Mittelwert über ≥ 5 Intervalle — im UI als Hinweis); A2 Erwachsenen-Grenzwerte; A3 Rundung auf ganze Millisekunden; A4 keine Diagnose-Ausgabe, nur Kategorien. Quellen der Formeln: Bazett H.C., Heart 1920; Fridericia L.S., Acta Med Scand 1920; Schwellen: the-hospitalist.org (klinische Übersicht), Medscape (Klassifikation normal/grenzwertig/auffällig), ICH E14 (EMA).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Gesetzen und Besonderheiten

1 Was ist das QTc-Intervall?

Das QTc ist die um die Herzfrequenz korrigierte QT-Zeit aus dem EKG. Das QT-Intervall misst die elektrische Erregungs- und Erholungsphase der Herzkammern; weil es von der Herzfrequenz abhängt, wird es rechnerisch auf 60 Schläge pro Minute normiert — das Ergebnis heißt QTc ("c" für corrected).

2 Welche Formel ist besser: Bazett oder Fridericia?

Bazett (QT ÷ √RR) ist der klinische Standard und am weitesten verbreitet. Fridericia (QT ÷ ∛RR) ist bei sehr hoher oder sehr niedriger Herzfrequenz stabiler, weil Bazett dort über- bzw. unterschätzt. Deshalb zeigt dieser Rechner beide Werte — liegen sie in derselben Kategorie, ist die Einordnung robust.

3 Was ist ein normaler QTc-Wert?

In klinischen Übersichtsarbeiten gelten als normal bis 430 ms bei Männern und bis 450 ms bei Frauen, als grenzwertig 431–450 bzw. 451–470 ms und als verlängert über 450 bzw. über 460 ms. Ab 500 ms gilt der Wert als besonders auffällig. Einzelne EKG-Geräte und Labore nutzen leicht abweichende Grenzen — maßgeblich ist immer die ärztliche Deutung deines Befunds.

4 Warum liefern Bazett und Fridericia unterschiedliche Werte?

Beide normieren auf 60/min, aber mit unterschiedlich starken Korrekturen: Bazett korrigiert mit der Quadratwurzel aggressiver als Fridericia mit der dritten Wurzel. Bei 60/min sind beide identisch; je weiter deine Frequenz davon entfernt ist, desto größer die Differenz.

5 Kann ich die QT-Zeit selbst aus dem EKG ablesen?

Bei Standard-EKG-Papier (25 mm/s) entspricht 1 mm genau 40 ms. Du zählst die Millimeter vom Beginn der Q-Zacke bis zum Ende der T-Welle und multiplizierst mit 40. Das T-Wellen-Ende ist allerdings die größte Fehlerquelle — verlass dich im Zweifel auf den maschinellen Messwert deines Befunds.

6 Was bedeutet ein verlängertes QTc?

Allgemein gesprochen: Die elektrische Erholungsphase des Herzens dauert länger als üblich. Dahinter kann eine angeborene Veranlagung (Long-QT-Syndrom) oder eine erworbene Ursache stecken, etwa Elektrolytverschiebungen oder Medikamente. Ob Handlungsbedarf besteht, entscheidet ausschließlich ein Arzt — ein verlängerter Wert ist ein Abklärungsanlass, keine Diagnose.

7 Welche Faktoren können das QT-Intervall beeinflussen?

Unter anderem der Elektrolythaushalt (Kalium, Magnesium, Kalzium), verschiedene Medikamente, Herzerkrankungen und die Herzfrequenz selbst. Das ist keine Einladung zur Selbstanalyse: Sprich Auffälligkeiten und alle Fragen zu Medikamenten immer mit deinem Arzt — dieser Rechner gibt keine Medikamentenberatung.

8 Ist ein einzelner hoher Wert schon gefährlich?

Nicht unbedingt. Das QTc schwankt über den Tag, zwischen den Ableitungen und je nach Messmethode. Ein einzelner grenzwertiger Wert aus einer Berechnung ist kein Notfall, aber ein Grund, ihn beim nächsten Arzttermin anzusprechen — besonders wenn er deutlich über 500 ms liegt oder Beschwerden auftreten.

9 Gilt der Rechner auch für Kinder?

Nur eingeschränkt. Für Kinder gelten eigene, altersabhängige Referenzbereiche, die dieser Rechner nicht abbildet. Bei Kindern gehört die EKG-Deutung immer in kinderkardiologische Hände.

10 Ersetzt der Rechner das Gespräch mit meinem Arzt?

Nein, eindeutig nicht. Der Rechner rechnet Formeln nach und ordnet Werte grob ein — er ersetzt keine ärztliche Beratung und stellt keine Diagnose. Nimm deine Werte und deinen EKG-Ausdruck mit zum Arzt und kläre dort, was sie für dich bedeuten.

Geprüfte Quellen & Rechtsgrundlagen

  • • Bazett H. C., "An analysis of the time-relations of electrocardiograms", Heart 1920: Formel QTc = QT / √RR.
  • • Fridericia L. S., Acta Medica Scandinavica 1920: Formel QTc = QT / ∛RR.
  • • the-hospitalist.org, "What are Common Pitfalls in Measuring the QTc": verlängert >450 ms (Männer) / >460 ms (Frauen), >500 ms kritisch, +10 ms ≈ +5–7 % Torsades-Risiko (https://www.the-hospitalist.org/hospitalist/article/35250/clinical-guidelines/what-are-common-pitfalls-in-measuring-the-qtc-in-hospitalized-adult-patients/).
  • • Medscape, QTc Prolongation and Risk of Sudden Cardiac Death: Klassifikation normal ≤430/≤450, grenzwertig 431–450/451–470, auffällig >450/>470 ms.
  • • EMA, ICH Guideline E14/S7B Q&A: Outlier-Kategorien >450 / >480 / >500 ms.
  • • ESC Guidelines for the Management of Ventricular Arrhythmias (2022): Referenzrahmen für Long-QT-Bewertung.
  • • Wikipedia, "QT interval": Formelübersicht Bazett/Fridericia/Framingham (https://en.wikipedia.org/wiki/QT_interval).