So funktioniert die Berechnung mit dem abi-schnitt-rechner
Dein Abitur besteht aus zwei Blöcken, die im Verhältnis 2:1 zählen. Das klingt kompliziert, folgt aber einer klaren Logik.
Block I — deine Kursleistungen (maximal 600 Punkte). Hier fließen deine Schulhalbjahresergebnisse aus der Qualifikationsphase ein — je nach Bundesland 32 bis 40 Kurse.
Jeder Kurs zählt 0 bis 15 Punkte, Kurse auf erhöhtem Anforderungsniveau (Leistungskurse) zählen doppelt. Die Formel normiert alles auf 600 Punkte:
EI = (Summe aller gewichteten Kurspunkte ÷ Anzahl der Wertungen) × 40
Die „Wertungen" sind die Kurse, wobei doppelt gewichtete doppelt zählen. Beispiel: 36 Kurse, davon 8 doppelt → 44 Wertungen. Das Ergebnis wird auf ganze Punkte gerundet (ab ,5 auf). Mindestens 200 Punkte musst du in Block I erreichen.
Block II — deine Abiturprüfungen (maximal 300 Punkte). Im KMK-Standard legst du 4 Prüfungsfächer ab, jedes Ergebnis (0–15 Punkte) zählt vierfach:
EII = (Summe der 4 Prüfungsergebnisse) × 4
Maximal also 5 × 15 × 4 = 300 Punkte; mindestens 100 Punkte sind zum Bestehen nötig. Achtung: Einige Bundesländer prüfen 5 Fächer — dazu mehr unter „Sonderfälle". Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Notendurchschnitt-Rechner heranziehen.
Gesamt und Note. E = EI + EII ergibt 300 bis 900 Punkte; unter 300 ist das Abitur nicht bestanden.
Die Note folgt der KMK-Formel N = 17/3 − E/180, danach wird nach der ersten Nachkommastelle abgeschnitten. 2,577 wird also 2,5 — nicht 2,6.
Die Tabelle in Anlage 4 der KMK-Vereinbarung ordnet jedem Punktebereich die Note zu: 823–900 Punkte → 1,0; 400 Punkte → 3,4; genau 300 Punkte → 4,0.
Punkte sind nicht Noten. Auf dem Zeugnis stehen 0–15 Punkte pro Kurs: 15–13 = sehr gut, 12–10 = gut, 9–7 = befriedigend, 6–4 = ausreichend, 3–1 = mangelhaft, 0 = ungenügend. Erst die Gesamtpunktzahl E wird in die Abiturnote 1,0–4,0 umgerechnet.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Die Berechnungsgrundlage ist die KMK-Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Fassung vom 06.06.2024 — sie ist aktuell gültig, und die Formel N = 17/3 − E/180 sowie die 900-Punkte-Skala gelten unverändert. Für 2027 ist in den offiziellen KMK-Beschlüssen keine Änderung des Punktesystems oder der Umrechnungstabelle vorgesehen (Stand: Oktober 2026).
Was sich je nach Bundesland ändern kann, sind landesspezifische Ausführungsbestimmungen — etwa die Zahl der Prüfungsfächer oder Einbringungsregeln. Prüfe deshalb immer die Abiturverordnung deines Bundeslands, wenn du kurz vor den Prüfungen stehst.
Der Rechner nutzt den KMK-Standard (4 Prüfungsfächer); weicht dein Land ab, steht das unter „Sonderfälle".
Beispielrechnung
Aufgabe: Lena hat 36 Kurse eingebracht, davon 8 doppelt gewichtet. Die Summe ihrer gewichteten Kurspunkte beträgt 440. In den 4 Abiturprüfungen erreicht sie 12, 10, 9 und 8 Punkte. Welcher Schnitt kommt heraus?
Schritt 1 — Block I: Wertungen = 36 Kurse + 8 doppelte = 44. EI = 440 ÷ 44 × 40 = 10 × 40 = 400 Punkte.
Schritt 2 — Block II: Prüfungssumme = 12 + 10 + 9 + 8 = 39. EII = 39 × 4 = 156 Punkte.
Schritt 3 — Gesamt: E = 400 + 156 = 556 Punkte. Das liegt über der Bestehensgrenze von 300 — bestanden.
Schritt 4 — Note: N = 17/3 − 556/180 = 5,6667 − 3,0889 = 2,5778. Nach der ersten Nachkommastelle abgeschnitten: 2,5.
Kontrolle über die Tabelle: 556 liegt im Bereich 553–570 → Note 2,5. Passt. Für eine 2,4 (571–588 Punkte) hätten Lena 15 Punkte mehr gefehlt — zum Beispiel 2 Punkte mehr in zwei Prüfungsfächern (2 × 2 × 4 = 16 Punkte).
Typische Fehler
- Punkte mit der Note verwechseln.
400 Punkte sind nicht „Note 4,0", sondern 3,4. Die 0–15-Skala gilt pro Kurs, die 0–900-Skala für die Gesamtqualifikation — dazwischen liegt die KMK-Umrechnung.
- Runden statt abschneiden.
2,5778 wird zu 2,5 abgeschnitten, nicht auf 2,6 gerundet. Dieser eine Unterschied entscheidet über Zehntel, die beim NC zählen.
- Block I nicht normieren.
Einfach Kurspunkte addieren und durch die Kurszahl teilen ergibt nicht EI — der Faktor 40 und die Doppelgewichtung der Leistungskurse gehören dazu. 4.
Falsche Prüfungsfachzahl. Wer in einem 5-Fächer-Land wohnt und mit 4 Fächern rechnet (oder umgekehrt), bekommt einen falschen Block II.
Prüfe die Regel deines Bundeslands. 5.
Bestehensgrenzen ignorieren. Es zählen drei Hürden: mindestens 200 Punkte in Block I, mindestens 100 in Block II, mindestens 300 gesamt.
Eine davon gerissen — Abitur nicht bestanden, egal wie gut der Rest ist. 6.
Voraussichtliche Noten als fest einplanen. Der Rechner zeigt dir Szenarien („Was wäre bei 10 statt 8 Punkten in Mathe?") — nutze das zur Motivation, aber plane mit realistischen Werten, nicht mit Wunschdenken.
Sonderfälle / Ausnahmen
Fünf statt vier Prüfungsfächer. In einigen Bundesländern (z. B. Hamburg, Niedersachsen) legst du 5 statt 4 Abiturprüfungen ab; Block II wird dann anders gewichtet (dort: Summe × 5 bei 4 Fächern war Hamburg-alt — aktuell je Land geregelt).
Der Rechner nutzt den KMK-Standard mit 4 Fächern; für 5-Fächer-Länder rechne Block II nach deiner Landesverordnung und trage EII als Gesamtwert ein. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Prozent-Rechner.
G8 und G9. Die Umstellung zurück zu G9 ist in fast allen Ländern abgeschlossen oder läuft; am Punktesystem ändert das nichts — die KMK-Skala 0–900 und die Formel gelten für beide Wege identisch.
Fachhochschulreife (schulischer Teil). Wer nach der 11./12. Klasse mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife abgeht, nutzt eine andere Formel: N = 17/3 − E/57 mit eigener Tabelle. Das ist nicht das Abitur — vermische die beiden Systeme nicht.
Nachprüfung und mündliche Prüfung. Weicht ein Prüfungsergebnis stark von der Kursleistung ab, kann eine mündliche Nachprüfung angeordnet werden; das Ergebnis fließt dann anteilig (in der Regel 2:1 schriftlich zu mündlich) in das Prüfungsfachergebnis ein, das du in Block II einträgst.
Unterpunkten. In vielen Ländern darfst du nur begrenzt Kurse unter 5 Punkten einbringen („Unterkurse"). Der Rechner prüft das nicht automatisch — streiche unzulässige Kurse vorher aus deiner Eingabe.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Deine Abiturnote entscheidet über den Zugang zu zulassungsbeschränkten Studiengängen (NC-Fächer): Je näher an 1,0, desto mehr Türen stehen offen. Zulassungsfreie Studiengänge kannst du mit jeder bestandenen Note (bis 4,0) beginnen — dort zählt nur, dass du das Abitur hast.
Nutze den Rechner vor allem als Planungswerkzeug: Trage deine aktuellen Kurspunkte ein und spiele Szenarien durch — „Welche Prüfungsnoten brauche ich für einen Schnitt von 2,0?" So weißt du Monate vorher, wo sich Lernen am meisten auszahlt, statt nach den Prüfungen zu raten.
Wichtig zur Einordnung: Dieser Rechner bildet den KMK-Standard ab. Deine Schule wendet die Verordnung deines Bundeslands an — bei knappen Entscheidungen (knapp über/unter einer Hürde) lass das Ergebnis von deiner Oberstufenkoordination gegenprüfen.
Und falls du nur den simplen Durchschnitt deiner Zeugnisnoten suchst, ist der Notendurchschnitt-Rechner unter /notendurchschnitt-rechner der richtige — er rechnet nicht mit dem Abitur-Punktesystem.