So funktioniert der notendurchschnitt-rechner
Du trägst deine Noten ein – je eine Zeile pro Fach, Klausur oder Modul – und gibst pro Zeile eine Gewichtung an (Standard: 1). Der Rechner multipliziert jede Note mit ihrer Gewichtung, summiert alles und teilt durch die Summe der Gewichtungen.
Die zwei Formeln:
Ohne Gewichtung (alle Noten zählen gleich): Schnitt = Σ Noten ÷ n. Beispiel: Deutsch 2, Mathe 3, Englisch 2, Bio 4 → (2+3+2+4) ÷ 4 = 11 ÷ 4 = 2,75.
Mit Gewichtung (Klausuren, Hauptfächer, ECTS): Schnitt = Σ (Note × Gewichtung) ÷ Σ Gewichtungen. Beispiel: Mathe 2,0 (×2), Bio 3,0 (×1), Deutsch 2,5 (×1,5) → (4,0 + 3,0 + 3,75) ÷ 4,5 = 10,75 ÷ 4,5 = 2,39 → 2,4.
Zwei Notensysteme, ein Prinzip:
Schule (1–6): Die KMK-Notendefinitionen (Beschluss vom 3. Oktober 1968, Hamburger Abkommen) gelten bundesweit: 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend (Bestehensgrenze), 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend. In der Mittelstufe zählen schriftliche Leistungen häufig doppelt gegenüber mündlichen – das bildest du über die Gewichtung ab (schriftlich ×2, mündlich ×1).
Uni (1,0–5,0): 1,0–1,5 sehr gut, 1,6–2,5 gut, 2,6–3,5 befriedigend, 3,6–4,0 ausreichend, 5,0 nicht bestanden. Gewichtet wird mit ECTS-Leistungspunkten statt frei wählbarer Faktoren: Bachelornote = Σ (Modulnote × ECTS) ÷ Σ benotete ECTS.
Unbenotete Module bringen zwar Leistungspunkte, fließen aber nicht in den Schnitt ein.
Wichtig: Dieser Rechner arbeitet mit dem allgemeinen Notendurchschnitt. Das Abitur folgt dem 0–15-Punkte-System mit eigenen Blockregeln – dafür ist der Abi-Schnitt-Rechner zuständig (in Arbeit).
Was ändert sich 2026 / 2027?
Die Notenskalen sind stabil: Die KMK-Notendefinitionen von 1968 gelten unverändert, das Uni-System 1,0–5,0 ebenfalls. Für 2027 ist keine Reform der Notenskalen beschlossen oder angekündigt (Stand: Oktober 2026).
Was es gibt, ist eine laufende Debatte: Der Deutsche Philologenverband forderte im Oktober 2026 fachbezogene Mindestanforderungen für das Abitur und kritisierte unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe zwischen Schularten – das ist eine verbandspolitische Forderung, kein beschlossenes Gesetz, und betrifft die Abiturnote, nicht die allgemeine Schnittberechnung auf dieser Seite. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den abi-schnitt-rechner heranziehen.
Ebenfalls stabil: Die ECTS-Gewichtungslogik an Hochschulen und die Praxis, nach der ersten Nachkommastelle abzuschneiden statt zu runden, sind in den Prüfungsordnungen verankert und ändern sich nicht jährlich. Falls eine Hochschule ihre Rundungsregel ändert, steht das in ihrer Prüfungsordnung – diese Seite aktualisieren wir nur bei belegten Änderungen.
Beispielrechnung
Nehmen wir Lisa, 10. Klasse. Ihre Noten im Halbjahr: Mathe-Klausuren 2 und 3 (schriftlich, zählen doppelt), Mathe mündlich 2 (einfach), Deutsch 3 (einfach), Englisch 2 (einfach), Bio 4 (einfach).
Schritt 1: Gewichtungen festlegen. Schriftlich ×2, mündlich ×1. Mathe: zwei Klausurnoten je ×2, mündliche Note ×1.
Schritt 2: Gewichtete Summe. Mathe: (2×2) + (3×2) + (2×1) = 4 + 6 + 2 = 12. Deutsch: 3×1 = 3. Englisch: 2×1 = 2. Bio: 4×1 = 4. Summe = 12 + 3 + 2 + 4 = 21.
Schritt 3: Summe der Gewichtungen. Mathe: 2+2+1 = 5. Deutsch, Englisch, Bio: je 1. Gesamt = 5 + 1 + 1 + 1 = 8.
Schritt 4: Teilen. 21 ÷ 8 = 2,625 → 2,6 (eine Nachkommastelle, kaufmännisch gerundet).
Gegenprobe ohne Gewichtung (zum Vergleich): (2+3+2+3+2+4) ÷ 6 = 16 ÷ 6 = 2,67 → 2,7. Die doppelte Klausurgewichtung verbessert Lisas Schnitt um 0,1 – bei knappen NC-Grenzen kann genau das entscheiden.
Uni-Variante: Drei Module je 6 ECTS: 1,3 / 2,0 / 2,7 → (7,8 + 12,0 + 16,2) ÷ 18 = 36 ÷ 18 = 2,0. Wäre das Ergebnis 2,35, würde die Uni daraus 2,3 machen (abschneiden, nicht runden) – siehe „Typische Fehler".
Typische Fehler
Fehler 1: Zu früh runden. Runde erst das Endergebnis, nie Zwischenschritte. Wer Fachschnitte einzeln rundet und dann mittelt, verschiebt das Ergebnis um bis zu 0,1 – bei NC-Grenzen (z. B. 2,3 vs. 2,4) kann das über Zulassung oder Absage entscheiden.
Fehler 2: Runden mit Abschneiden verwechseln (Uni). In den meisten Prüfungsordnungen wird nach der ersten Nachkommastelle abgeschnitten, nicht gerundet: Aus 1,56 wird 1,5 (sehr gut), nicht 1,6.
Das ist kein Fehler der Hochschule, sondern Regel – prüfe deine Prüfungsordnung, bevor du dich über die Note wunderst.
Fehler 3: Kopfnoten einrechnen. Arbeits- und Sozialverhalten (Kopfnoten) stehen zwar auf dem Zeugnis, gehören aber nicht in den Fach- oder Gesamtschnitt. Der Rechner fragt sie deshalb gar nicht erst ab.
Fehler 4: Unbenotete Module mitzählen (Uni). Ein Modul mit „bestanden" (ohne Note) bringt ECTS-Punkte, aber keinen Notenwert – es darf weder im Zähler noch im Nenner auftauchen. Nur benotete Module zählen.
Fehler 5: Falsche Gewichtung annehmen. „Klausur zählt doppelt" gilt nicht überall: Manche Schulen gewichten 1:1, andere 2:1, manche rechnen erst Fachschnitte und mitteln dann die Fächer.
Die Gewichtungsregel steht in der Schulordnung bzw. wird von der Lehrkraft festgelegt – im Zweifel nachfragen statt raten.
Fehler 6: Abitur-Punkte wie Schulnoten mitteln. Das 0–15-Punkte-System der Oberstufe folgt eigenen Umrechnungs- und Blockregeln (Block I/II) – ein simpler Mittelwert der Punkte ist nicht der Abischnitt.
Dafür ist der Abi-Schnitt-Rechner da (in Arbeit); hier bitte keine Punktwerte eintragen. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer bafoeg-rechner.
Sonderfälle / Ausnahmen
Nachkommastellen bei Schulnoten: Viele Schulen geben Noten mit Tendenz (+/−) oder als 2,3 / 1,7 an. Der Rechner akzeptiert Dezimalnoten – die Formel bleibt identisch. Entscheidend ist nur, welche Rundungsregel deine Schule am Ende anwendet.
ECTS-Sonderfälle: Manche Prüfungsordnungen streichen die schlechteste Note („Streichnote") oder gewichten die Bachelorarbeit stärker (z. B. doppelt). Solche Sonderregeln bildet der Rechner über die Gewichtung ab: Bachelorarbeit einfach mit Faktor 2 eintragen, gestrichene Module weglassen.
Auslandsnoten: Ausländische Notensysteme (z. B. GPA, französische 20-Punkte-Skala) lassen sich nicht 1:1 umrechnen. Hochschulen nutzen dafür Umrechnungstabellen (z. B. die modifizierte bayerische Formel) – das ist ein eigener Vorgang und kein Fall für diesen Rechner.
Wiederholungsprüfungen: Zählt der Zweitversuch, ersetzt er in der Regel den Erstversuch (nicht: beide mitteln). Trage nur die Note ein, die laut Prüfungsordnung gewertet wird.
Nicht bestandene Leistungen: Eine 5,0 an der Uni oder 5/6 in der Schule zählt im Schnitt mit – sie verschwindet nicht, nur weil das Modul wiederholt wird. Erst die Wiederholungsnote ersetzt sie (siehe oben).
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Der Schul-Schnitt (z. B. 2,6) ist deine Bewerbungszahl: für Ausbildungsplätze, für die Oberstufenwahl und später als Teil der Abiturnote. Liegt dein Schnitt nah an einer NC-Grenze, rechne mit dem notendurchschnitt-rechner verschiedene Szenarien durch („Was wenn die nächste Klausur eine 2 wird?") – so erkennst du, welche Note wirklich etwas bewegt.
Die Bachelornote (z. B. 2,0) entscheidet über Masterzulassung und oft über die erste Bewerbungsrunde im Job. Weil Unis meist abschneiden statt runden, lohnt sich der Blick auf die zweite Nachkommastelle: 2,35 → 2,3 ist ein geschenkter Zehntel gegenüber kaufmännischer Rundung – aber nur, wenn du die Regel deiner Prüfungsordnung kennst.
Der gewichtete Schnitt zeigt dir außerdem, wo sich Anstrengung lohnt: Eine doppelt gewichtete Klausur verbessert den Schnitt doppelt so stark wie eine mündliche Note. Setze deine Lernzeit dort ein, wo das Gewicht am größten ist.
Der notendurchschnitt-rechner ersetzt keine Studienberatung – aber er gibt dir die exakte Zahl, mit der du in Beratungsgespräche, Bewerbungen und Zielvereinbarungen gehst. Für das Abitur mit 0–15 Punkten und Blockregeln nutzt du den Abi-Schnitt-Rechner (in Arbeit).