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Alltag & Rechner • Geprüfte Rechenlogik 2026/2027

Fire-rechner: dein Weg zur finanziellen Freiheit

Du träumst davon, mit 45 oder 50 nicht mehr arbeiten zu müssen — aber du weißt nicht, ob dein Vermögen dafür reicht? Dieser fire-rechner beantwortet die wichtigste Frage der FIRE-Bewegung (Financial Independence, Retire Early) mit einer Zahl statt mit Bauchgefühl: Er rechnet aus deiner Sparquote, deinen Jahresausgaben und deinem heutigen Depotstand aus, in wie vielen Jahren du finanziell unabhängig bist — und welches Vermögen du dafür brauchst.

Interaktiver Fire-rechner

Offizieller BMF- & Gesetzesstand 2026/2027

Live-Berechnung
Jahre

Dein Alter (Jahre); Nettoeinkommen pro Jahr (€); Ausgaben pro Jahr (€); Bereits angespa...

Berechnungsergebnis
Ergebnislabels
2.348,50 €

Exakt ermittelt nach Vorgaben 2026

Detaillierte Aufschlüsselung
Hinweistext unter dem Ergebnis 642,80 €
Netto-Auszahlungsanteil 1.705,70 €
Effektiver Belastungssatz 27,4 %
Ergebnis exportieren:

„Unverbindliche Modellrechnung auf Basis der 4-%-Regel — sie ersetzt keine individuelle Finanzberatung.

Auf den Punkt: Direkte Antwort

Finanziell unabhängig bist du, wenn deine Jahresausgaben dauerhaft aus deinem Vermögen gedeckt werden können. Die Faustregel der FIRE-Bewegung: Jahresausgaben × 25 = deine FI-Zahl (4-%-Regel). Bei 24.000 € Jahresausgaben sind das 600.000 €. Wie schnell du dorthin kommst, hängt fast nur von deiner Sparquote ab — mit 50 % Sparquote dauert es rund 17 Jahre, mit 70 % nur etwa 9 Jahre. Der fire-rechner unten rechnet deinen persönlichen Weg mit Zinseszins exakt durch.

Was ist FIRE? Die 4-%-Regel einfach erklärt

FIRE steht für „Financial Independence, Retire Early" — finanzielle Unabhängigkeit und früherer Ruhestand. Die Idee: Du sparst und investierst einen großen Teil deines Einkommens (oft 50 % und mehr), bis dein Vermögen so groß ist, dass du von den Erträgen leben kannst.

Arbeiten wird dann freiwillig.

Die 4-%-Regel stammt aus der Trinity-Studie (1998): Wer im ersten Ruhestandsjahr 4 % seines Depots entnimmt und die Entnahme danach jährlich an die Inflation anpasst, dessen Geld reichte in den untersuchten US-Zeiträumen mindestens 30 Jahre. Daraus folgt die berühmte Faustformel:

FI-Zahl = Jahresausgaben × 25

Bei 2.000 € Monatsausgaben (24.000 €/Jahr) brauchst du also rechnerisch 600.000 €. Wichtig: Die Studie betrachtete 30 Jahre — wer mit 40 aussteigt, braucht eher 40 bis 50 Jahre.

Viele in der FIRE-Community rechnen deshalb mit 3 bis 3,5 % Entnahmerate, also dem 29- bis 33-Fachen der Jahresausgaben.

So funktioniert die Berechnung mit dem fire-rechner

Der Rechner kombiniert drei Eingaben zu einem Ergebnis:

  1. Deine FI-Zahl: Jahresausgaben ÷ Entnahmerate.

Bei 4 % ist das das 25-Fache deiner Jahresausgaben. 2.

Dein Sparweg: Aus Nettoeinkommen minus Ausgaben ergibt sich deine jährliche Sparleistung; die Sparquote ist der Anteil am Nettoeinkommen. 3.

Die Zeit bis FI: Mit deiner angenommenen realen Jahresrendite (nach Inflation) und deinem heutigen Depotstand löst die Zinseszins-Mathematik auf, nach wie vielen Jahren dein Vermögen die FI-Zahl erreicht. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den sparplan-rechner heranziehen.

Die Formel dahinter (A = heutiges Vermögen, S = jährliche Sparleistung, E = Jahresausgaben, r = Realrendite, w = Entnahmerate):

Jahre = ln((S + r × E ÷ w) ÷ (S + r × A)) ÷ ln(1 + r)

Eine höhere Sparquote verkürzt die Zeit dramatisch, weil sie doppelt wirkt: Du sparst mehr pro Jahr und deine FI-Zahl sinkt, weil du mit weniger Ausgaben auskommst.

Was ändert sich 2026 / 2027?

Für die FIRE-Mathematik selbst gibt es keine Gesetzesänderung — die 4-%-Regel ist keine Rechtsnorm, sondern eine Faustregel. Relevant für deine Planung sind aber diese Rahmenwerte (Stand: Oktober 2026):

  • Grundfreibetrag 12.348 € (2026): Kapitalerträge darüber werden mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag besteuert — deine reale Entnahme nach Steuern ist also kleiner als die Bruttorechnung.
  • BBG Kranken-/Pflegeversicherung 69.750 €/Jahr: Steigst du früh aus, zahlst du deine Krankenversicherung selbst — als freiwilliges GKV-Mitglied oder privat. Diese Kosten gehören in deine Jahresausgaben, sonst lügt die FI-Zahl.
  • Frühstartrente (geplant ab 2027): Der Staat zahlt künftig 10 €/Monat in ein Altersvorsorgedepot für Kinder (Jahrgang 2020 zuerst) — für deine eigenen Kinder ein Baustein, für deine FI-Rechnung irrelevant.
  • Inflation: Die Realrendite-Annahme (z. B. 5 %) ist der ehrlichste Hebel im Rechner — rechne lieber konservativ.

Beispielrechnung

Nehmen wir Lisa, 30 Jahre alt:

  • Nettoeinkommen: 60.000 €/Jahr
  • Jahresausgaben: 24.000 € (Sparquote 60 %)
  • Jährliche Sparleistung: 36.000 €
  • Heutiges Depot: 100.000 €
  • Angenommene Realrendite: 5 % pro Jahr
  • Entnahmerate: 4 %

Schritt 1 — FI-Zahl: 24.000 € ÷ 0,04 = 600.000 €

Schritt 2 — Jahre bis FI: Der fire-rechner setzt in die Formel ein:

Jahre = ln((36.000 + 0,05 × 24.000 ÷ 0,04) ÷ (36.000 + 0,05 × 100.000)) ÷ ln(1,05)
= ln(66.000 ÷ 41.000) ÷ 0,04879
= 0,47606 ÷ 0,04879 ≈ 9,8 Jahre Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer zinseszins-rechner.

Schritt 3 — Ergebnis: Lisa ist mit knapp 40 finanziell unabhängig — vorausgesetzt, sie hält Ausgaben und Sparquote durch und die Märkte liefern im Schnitt 5 % real. Zur Kontrolle: 100.000 € × 1,05^9,8 + 36.000 € × (1,05^9,8 − 1) ÷ 0,05 ≈ 600.000 €. Die Rechnung geht auf.

Zum Vergleich die Sparquote-Tabelle (5 % Realrendite, 4 % Entnahme, Start bei null): 30 % Sparquote → ca. 28 Jahre, 50 % → ca. 17 Jahre, 70 % → ca. 9 Jahre.

Typische Fehler

  1. Brutto statt netto rechnen: Die 4-%-Regel muss deine Ausgaben nach Steuern und nach Krankenversicherung decken — sonst fehlen im Ernstfall 25 % Abgeltungsteuer plus KV-Beitrag.

  2. Nominal- statt Realrendite ansetzen: 7 % nominal klingen gut, nach 2 % Inflation bleiben 5 %.

Der Rechner arbeitet bewusst mit Realrendite. 3.

Die gesetzliche Rente vergessen: Wer mit 40 aussteigt, zahlt kaum noch ein — die spätere gesetzliche Rente schrumpft. Plane sie nicht als Rettung ein.

  1. Sequenzrisiko ignorieren: Crashen die Märkte in den ersten Jahren nach deinem Ausstieg um 30 %, kann dieselbe Entnahmerate dein Depot dauerhaft beschädigen — die Trinity-Studie kennt auch gescheiterte Verläufe.

  2. Zu optimistische Ausgaben: Viele unterschätzen ihre Ausgaben um 20–30 %.

Tracke ein Jahr lang ehrlich, bevor du die FI-Zahl festlegst. 6.

Einmalzahlung als Dauerzustand: Bonus oder Erbschaft im Startvermögen schönen die Rechnung — rechne den Weg auch ohne sie.

Sonderfälle / Ausnahmen

  • COAST FIRE: Du hast genug angespart, dass das Depot ohne weitere Einzahlungen bis zum regulären Rentenalter auf die FI-Zahl anwächst — du musst nur noch deine laufenden Ausgaben verdienen. Ideal für alle, die nicht komplett aufhören wollen.
  • BARISTA FIRE: Du erreichst die FI-Zahl nicht ganz, deckst aber z. B. die Krankenversicherung und einen Teil der Ausgaben mit einem Nebenjob. In Deutschland wegen der KV-Pflicht oft die realistischste Variante.
  • Paare: Zwei Einkommen, eine Wohnung — die Sparquote steigt fast automatisch. Aber: Trennung oder ein Kind verändern die Rechnung komplett. Rechne im Zweifel pro Person.
  • Selbstständige: Unregelmäßiges Einkommen macht die Sparquote schwankend — rechne mit dem Durchschnittsnetto der letzten drei Jahre und lege einen größeren Puffer an.
  • Immobilie: Eine abbezahlte selbstgenutzte Wohnung senkt deine Jahresausgaben (keine Miete) und damit deine FI-Zahl — sie zählt aber nicht als entnehmbares Vermögen.

Was bedeutet das Ergebnis für dich?

Dein Ergebnis besteht aus zwei Zahlen: deine FI-Zahl (das Zielvermögen) und dein FI-Datum (das Jahr, in dem du es erreichst). Nutze beides so:

  • Ist das Datum zu spät? Drehe an der Sparquote, nicht an der Renditeannahme. 5 Prozentpunkte mehr Sparquote bringen mehr als jedes Rendite-Wunschdenken.
  • Ist die FI-Zahl zu hoch? Prüfe deine Ausgaben ehrlich — jeder 100-€-Posten im Monat erhöht die FI-Zahl um 30.000 €.
  • Nächster Schritt: Lege einen automatischen Sparplan an (ETF-Sparplan auf einen breit gestreuten Index) und wiederhole die Rechnung einmal im Jahr mit echten Zahlen.
  • Und vergiss nicht: Finanzielle Unabhängigkeit heißt nicht, nie wieder zu arbeiten — sie heißt, nie wieder arbeiten zu müssen. Viele arbeiten danach weiter, aber zu eigenen Bedingungen.

Stand: Oktober 2026. Alle Berechnungen sind Modellrechnungen mit Annahmen — sie ersetzen keine individuelle Finanzberatung.

Mathematische Formel-Spezifikation

Exakte Berechnungsvorschrift nach Gesetzesgrundlage

- **FI-Zahl** = Jahresausgaben E ÷ Entnahmerate w. Standard: w = 0,04 → FI-Zahl = 25 × E. Quelle: Trinity-Studie (1998), in DE-Rezeption z. B. frinton.de, ing.de. - **Sparquote** = (Nettoeinkommen − Ausgaben) ÷ Nettoeinkommen. - **Jährliche Sparleistung** S = Nettoeinkommen − Ausgaben. - **Jahre bis FI** = ln((S + r × E ÷ w) ÷ (S + r × A)) ÷ ln(1 + r), mit A = Startvermögen, r = reale Jahresrendite (Dezimal). Herleitung: Endwert aus Einmalzahlung A und nachschüssiger Rente S gleich Zielvermögen E ÷ w setzen, nach t auflösen. - **FI-Jahr** = aktuelles Jahr + Jahre bis FI (auf 1 Nachkommastelle runden, Anzeige „ca."). - **Standardannahmen (voreingestellt, änderbar):** r = 5 % real, w = 4 %. - **Referenzwerte Sparquote→Jahre** (5 % real, 4 % Entnahme, A = 0): 30 % → 28,0 J.; 40 % → 21,6 J.; 50 % → 16,6 J.; 60 % → 12,4 J.; 70 % → 8,8 J.; 80 % → 5,6 J. Quelle: theflexcult.com (Savings-Rate-Chart). - **Steuerhinweis (Anzeige, keine Berechnung):** Kapitalerträge: 25 % Abgeltungsteuer + Solidaritätszuschlag; Grundfreibetrag 2026: 12.348 € (reusable verified values).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Gesetzen und Besonderheiten

1 Was ist die 4-Prozent-Regel genau?

Sie besagt, dass du im ersten Jahr deines Ruhestands 4 % deines Vermögens entnehmen und diesen Betrag danach jährlich an die Inflation anpassen kannst, ohne dass das Geld in 30 Jahren ausgeht. Sie stammt aus der Trinity-Studie von 1998 auf Basis historischer US-Marktdaten — eine Faustregel, keine Garantie.

2 Wie berechne ich meine FI-Zahl?

Teile deine Jahresausgaben durch deine Entnahmerate. Bei 4 % entspricht das dem 25-Fachen: 24.000 € Jahresausgaben × 25 = 600.000 €. Bei vorsichtigeren 3 % sind es 800.000 €.

3 Welche Sparquote brauche ich, um mit 40 in Rente zu gehen?

Das hängt von deinem Startalter und Vermögen ab. Grob (5 % Realrendite, Start mit 30 bei null): 50 % Sparquote → ca. 17 Jahre, 60 % → ca. 12 Jahre, 70 % → ca. 9 Jahre. Der Rechner oben ermittelt deinen exakten Wert.

4 Zählt die gesetzliche Rente bei FIRE mit?

Nur wenig, wenn du sehr früh aussteigst: Wer mit 40 aufhört einzuzahlen, bekommt später nur eine kleine gesetzliche Rente. Rechne deine FI-Zahl so, als gäbe es sie nicht — alles, was später kommt, ist Bonus.

5 Muss ich in Deutschland Steuern auf die Entnahme zahlen?

Ja. Kapitalerträge über dem Grundfreibetrag (12.348 € für 2026) werden mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag besteuert. Deine FI-Zahl muss also die Ausgaben nach Steuern decken — plane einen Steuerpuffer ein.

6 Was ist der Unterschied zwischen FIRE und Frugalismus?

Frugalismus ist der Lebensstil (bewusst sparsam leben, hohe Sparquote), FIRE ist das Ziel (finanzielle Unabhängigkeit). Viele FIRE-Anhänger leben frugal, aber man kann das Ziel auch mit hohem Einkommen und normalem Lebensstil erreichen.

7 Was ist COAST FIRE?

Du hast so viel angespart, dass dein Depot durch Zinseszins allein bis zum regulären Rentenalter auf deine FI-Zahl anwächst. Du musst nichts mehr sparen, sondern nur noch deine laufenden Ausgaben verdienen — ein beliebter Zwischenschritt.

8 Ist die 4-%-Regel in Deutschland überhaupt anwendbar?

Als grobe Orientierung ja, aber mit Abstrichen: Die Trinity-Studie nutzte US-Daten und einen 30-Jahres-Horizont. Bei einem Ausstieg mit 40, deutschen Steuern und selbst zu zahlender Krankenversicherung solltest du eher mit 3 bis 3,5 % Entnahmerate kalkulieren.

9 Was ist das größte Risiko bei FIRE?

Das Sequenzrisiko: Fallen die Märkte stark in den ersten Jahren nach deinem Ausstieg, entnimmst du aus einem geschrumpften Depot — das kann den Plan dauerhaft kippen. Gegenmittel: niedrigere Entnahmerate, Cash-Puffer für 1–2 Jahre, flexible Ausgaben.

10 Kann ich den Rechner auch für Teilziele nutzen?

Ja. Setze statt der vollen FI-Zahl z. B. ein Sabbatical-Jahr (1× Jahresausgaben) oder COAST FIRE als Ziel — die Mathematik ist dieselbe, nur die Zielgröße ändert sich.

Geprüfte Quellen & Rechtsgrundlagen

  • • Trinity-Studie (1998), „Retirement Spending: Choosing a Sustainable Withdrawal Rate" — Ursprung der 4-%-Regel.
  • • frinton.de — „Fuck-you-Money: Wie viel Geld brauchst du wirklich?" (25×-Tabelle, Grenzen der Regel).
  • • ing.de — „Frugalismus & FIRE-Trend: früher finanziell frei?" (Ratgeber, Stand 2026).
  • • theflexcult.com — „Savings Rate to Years-to-FIRE Reference Chart" (5 % Realrendite, 4 % Entnahmerate).
  • • timschaefermedia.com — „Frugalismus: Dein realistischer Weg in die Freiheit" (Sparquoten-Praxis, COAST/BARISTA FIRE).
  • • Bundesfinanzministerium — Grundfreibetrag 2026: 12.348 €.