So funktioniert der Fussbodenheizung-Rechner
Der Rechner arbeitet in vier Stufen: Rohrbedarf, Zuleitung, Heizkreise, Heizlast-Check. Du gibst Räume und Abstände ein – die EN-1264- und Herstellerlogik übernimmt den Rest.
Eingaben. Pro Raum: Fläche in m², Verlegeabstand in cm (Auswahl 10/15/20/25/30 oder Randzone/Aufenthaltszone getrennt), Entfernung zum Heizkreisverteiler in Metern, Heizlast in W/m² (aus Energieausweis oder Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – kein Schätzwert, sondern deine Zahl vom Planer).
Stufe 1: Rohrlänge. Lfm je m² aus der Hersteller-Tabelle (Pipelife): 7,5 cm → 13,33; 10 cm → 10,00; 15 cm → 6,67; 20 cm → 5,00; 25 cm → 4,00; 30 cm → 3,33 m Rohr pro m².
Rohrlänge Raum = Fläche × Tabellenwert. Faustregel zur Kontrolle: Bei 15 cm Abstand brauchst du grob 6,7 m Rohr pro Quadratmeter.
Stufe 2: Zuleitungen. Vom Verteiler zum Raum und zurück: 2 × Entfernung. Diese Meter zählen zur Heizkreislänge dazu – der häufigste Planungsfehler ist, sie zu vergessen und dann mit 130-m-Kreisen dazustehen.
Stufe 3: Heizkreise. Gesamtlänge / 120 m, aufgerundet = Anzahl Heizkreise.
Warnstufen: über 100 m pro Kreis → Hinweis (hydraulisch anspruchsvoll, Abgleich wird kritisch); über 120 m → Fehler (aufteilen!). Jeder Raum bekommt mindestens einen eigenen Heizkreis – so bleibt die Einzelraumregelung möglich.
Stufe 4: Heizlast-Check. Nach EN 1264-2 gilt näherungsweise q = 8,92 × (ϑF,m − ϑi)^1,1: Die Flächenleistung hängt von der mittleren Oberflächentemperatur ab.
Bei ϑi = 20 °C und der Grenze ϑF,m = 29 °C (Aufenthaltsbereich) sind das rund 100 W/m²; im Bad (33 °C bei 24 °C Raumtemperatur) ebenfalls rund 100 W/m²; in der Randzone (35 °C) rund 175 W/m². Liegt deine Heizlast darüber, warnt der Rechner: Dann brauchst du engere Abstände, eine Randzone – oder die Fußbodenheizung allein reicht nicht und es braucht ergänzende Heizflächen.
Was ändert sich 2026 / 2027?
An der Planungs-Mathe ändert sich nichts: Die EN 1264 (Flächenheizungen) ist die stabile, langjährig gültige Normenreihe; die Hersteller-Tabellen für Rohrbedarf und die 120-m-Regel für Heizkreislängen sind unverändert, und für 2027 sind zum Stand Oktober 2026 keine relevanten Änderungen angekündigt. Was sich 2026 im Umfeld verschiebt: Durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) werden Wärmepumpen als Wärmeerzeuger noch wichtiger – und die lieben niedrige Vorlauftemperaturen, also eher engere Verlegeabstände (10–15 cm statt 20 cm).
Das ändert aber nichts an der Rechenlogik, nur an der empfohlenen Eingabe. Der Rechner bleibt ohne Anpassung gültig: Er rechnet Meter und Kreise, keine Förderpolitik. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Rohr liegt? Estrichmenge und Trocknungszeit darüber berechnen heranziehen.
Beispielrechnung
Wohnzimmer: 24 m², Verlegeabstand 15 cm, Entfernung zum Heizkreisverteiler 5 m, Heizlast 60 W/m² (aus der Heizlastberechnung).
Rohrlänge: 24 m² × 6,67 m/m² = 160 m Heizfläche. Zuleitung: 2 × 5 m = 10 m. Gesamt: 170 m Rohr.
Heizkreise: 170 / 120 = 1,42 → 2 Heizkreise à ca. 85 m. Beide liegen unter der 100-m-Warnschwelle – hydraulisch unkritisch, der Abgleich gelingt.
Heizlast-Check: 60 W/m² gegen max. ~100 W/m² (29-°C-Grenze) → passt mit Reserve. Die resultierende mittlere Oberflächentemperatur liegt bei etwa 25–26 °C – angenehm warm, aber unter der 29-°C-Grenze, also keine überhitzten Füße und keine Probleme mit dem Bodenbelag.
Gegenprobe engerer Abstand: Bei 10 cm wären es 240 m + 10 m = 250 m → 3 Heizkreise. Mehr Material, mehr Verteilerabgänge – bei 60 W/m² Heizlast unnötig. Diese Gegenprobe zeigt den eigentlichen Wert des Rechners: Er verhindert Überdimensionierung genauso wie Unterdimensionierung.
Typische Fehler
Die Zuleitungen vergessen. Die Meter vom Verteiler in den Raum und zurück zählen zur Heizkreislänge. Wer nur die Fläche rechnet, plant 110-m-Kreise, die in Wahrheit 130 m lang sind – mit der Folge, dass der Raum nicht warm wird, weil die Pumpe den Druckverlust nicht schafft.
Zu lange Heizkreise.
Über 120 m steigt der Druckverlust so stark, dass der hydraulische Abgleich kaum noch gelingt: Der lange Kreis bekommt zu wenig Wasser, der kurze zu viel. Lieber einen Kreis mehr und einen größeren Verteiler – das ist billiger als ein dauerhaft kalter Raum.
- Einen Heizkreis für zwei Räume.
Zwei Räume an einem Kreis bedeuten: eine Temperatur für beide, keine Einzelraumregelung, und unterschiedliche Bodenbeläge (Fliese vs. Parkett) mit unterschiedlichem Wärmebedarf hängen am selben Strang.
Jeder Raum bekommt seinen eigenen Kreis – Ausnahme nur bei winzigen, gleichartigen Nebenräumen.
Zu weiter Verlegeabstand bei hoher Heizlast. 20 oder 25 cm Abstand bei 80 W/m² Heizlast im Altbau: Die Oberflächentemperatur müsste über 29 °C steigen, um die Leistung zu bringen – das ist weder zulässig noch behaglich. Der Heizlast-Check des Rechners fängt genau das ab.
Keine Randzone an großen Fensterflächen. An bodentiefen Fenstern und Außenwänden fällt kalte Luft ab – ohne enger verlegte Randzone (5–10 cm, ca. 1 m breit) entsteht dort eine Kaltluftwalze, und du sitzt im Zug. Die Randzone kostet wenig Rohr und bringt viel Behaglichkeit.
Heizlast raten statt berechnen.
"Wird schon reichen" ist keine Planungsgrundlage: Die Heizlast nach DIN EN 12831 berücksichtigt Dämmstandard, Fenster und Lüftung. Eine zu niedrig angesetzte Heizlast führt zu kalten Räumen im Januar – eine zu hohe zu überdimensionierten Abständen und unnötigen Kosten. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Verbrauch im Blick: Heizkosten für dein Haus berechnen.
Sonderfälle und Ausnahmen
Sanierung im Bestand (hohe Heizlast): Altbauten mit 100 W/m² und mehr Heizlast sind mit 15–20 cm Abstand oft nicht zu versorgen – hier helfen engere Abstände (10 cm), Randzonen oder ergänzende Heizkörper. Auch der fussbodenheizung-rechner zeigt dir das ehrlich an: Wenn der Heizlast-Check rot wird, ist das keine Rechner-Schwäche, sondern eine Planungs-Aussage.
Nassestrich vs. Trockensystem: Im Neubau kommt das Rohr in den Nassestrich (gute Wärmespeicherung, träger); in der Sanierung oft ein Trockensystem mit Wärmeleitblechen (geringe Aufbauhöhe, schneller).
Die Rohrlängen-Mathe ist identisch – nur die Verlegeabstände sind bei Trockensystemen durch das Raster vorgegeben.
Bad: Höhere Raumtemperatur (24 °C), höhere Oberflächengrenze (33 °C) – und meist wenig freie Fläche (Wanne, Dusche, WC). Rechne nur die tatsächlich beheizbare Fläche und wähle 10 cm Abstand: Das Bad ist der Raum mit der höchsten Leistungsdichte pro freiem Quadratmeter.
Holzboden/Parkett: Der Wärmedurchlasswiderstand des Belags begrenzt die Leistung – Parkett über Fußbodenheizung braucht engere Abstände und niedrigere Oberflächentemperaturen (Herstellerfreigabe beachten, meist max. 27–29 °C).
Gib im Rechner den Belag an, damit die Warnschwelle angepasst wird.
Kühlung im Sommer: Dieselben Rohre können im Sommer kühlen (Flächenkühlung) – dafür gelten eigene Taupunkt-Grenzen, die dieser Rechner nicht abbildet. Das ist Planungs-Sache für den Fachbetrieb.
Elektrische Fußbodenheizung: Heizmatten und Heizkabel folgen einer anderen Logik (Watt pro m² Mattenleistung, keine Heizkreise im wasserseitigen Sinn) – dafür gibt es eine eigene Rechner-Seite.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist die Planungsliste: Rohrlänge pro Raum und gesamt, Anzahl der Heizkreise, Verteilergröße (Anzahl Abgänge) und das Heizlast-Check-Ergebnis mit der zu erwartenden Oberflächentemperatur. So geht es weiter: Material – Heizrohr in der richtigen Dimension (Standard 16×2 oder 17×2 mm, sauerstoffdiffusionsdicht nach DIN 4726), Heizkreisverteiler mit so vielen Abgängen wie Heizkreisen plus Reserve, Randdämmstreifen und Befestigungsmaterial je nach System.
Fachplanung – mit deiner Heizkreis-Aufteilung gehst du zum Heizungsbauer: Er erstellt die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 (falls noch nicht vorhanden), legt die Vorlauftemperatur aus und macht den hydraulischen Abgleich. Bauablauf – nach der Rohrverlegung: Druckprobe, Estrich (Belegreife per CM-Messung und Aufheizprotokoll abwarten!), dann erst der Bodenbelag.
Mit den Zahlen von dieser Seite bestellst du das richtige Rohr in der richtigen Menge – und dein Verteiler hat genug Abgänge für jeden Raum.