So funktioniert die Berechnung
Der Rechner bildet die Rechnung so ab, wie Handwerksbetriebe sie tatsächlich stellen — in vier Bausteinen:
Gesamtkosten = (Stunden × Stundensatz netto × 1,19) + Anfahrt + Material
Baustein 1 — Arbeitszeit: Du gibst die geschätzten Stunden ein und wählst das Gewerk. Der Rechner hinterlegt je Gewerk eine beobachtete Marktspanne (netto) und rechnet mit Unter-, Mittel- und Oberwert — so siehst du sofort die Bandbreite statt einer trügerischen Punktzahl.
Baustein 2 — Mehrwertsteuer: Auf den Nettobetrag kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Viele Angebote nennen nur den Nettostundensatz — der Rechner zeigt dir immer auch den Bruttopreis, damit es keine Überraschung gibt. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Baunebenkosten deines Vorhabens kalkulieren heranziehen.
Baustein 3 — Anfahrt: Die Anfahrtspauschale liegt marktüblich bei 20 bis 50 Euro und wird meist einmal pro Einsatz berechnet, nicht pro Stunde. Bei mehreren Einsätzen multipliziert der Rechner sie entsprechend.
Baustein 4 — Material: Material wird üblicherweise zum Einkaufspreis plus Handlingsaufschlag weiterberechnet. Du gibst den Materialwert aus dem Angebot ein oder schätzt ihn — der Rechner addiert ihn inklusive Mehrwertsteuer.
Das Ergebnis ist eine Kostenspanne von–bis plus eine Aufschlüsselung aller vier Bausteine. So erkennst du auf einen Blick, ob ein Angebot eher am unteren oder oberen Marktrand liegt.
handwerkerkosten-rechner: Stundensätze nach Gewerk im Überblick
Alle folgenden Werte sind beobachtete Marktspannen (netto, ohne Mehrwertsteuer) aus Branchenerhebungen mit Stand März 2026 sowie aktuellen Verbraucherbeobachtungen — es sind keine amtlichen Tarife und keine Festpreise:
| Gewerk | Beobachtete Spanne (netto/Stunde) |
|---|---|
| Maler und Lackierer | 45–65 € |
| Fliesenleger | 45–70 € |
| Tischler / Schreiner | 50–80 € |
| Elektriker / Elektrotechnik | 55–85 € |
| Dachdecker | 55–85 € |
| Sanitär / Heizung / Klima (SHK) | 55–90 € |
| Maurer | 50–70 € |
| Fensterbauer | 55–80 € |
Verbraucherquellen aus dem Herbst 2026 melden für einzelne Gewerke teils höhere Spannen (Elektriker bis 90 Euro, Sanitär bis 95 Euro) — das spiegelt Großstadtpreise und Notdienst-Zuschläge wider, nicht den Bundesdurchschnitt. Auffällig: Für Maler kursieren daneben deutlich niedrigere Werte um 20–35 Euro — hier werden offenbar Hilfsarbeiter-Sätze oder Schwarzmarktpreise vermischt; seriöse Malerbetriebe liegen in der Spanne oben.
Regionale Unterschiede: In Ostdeutschland liegen die Sätze rund 15 Prozent unter Westniveau, in Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt 10 bis 20 Prozent über dem Durchschnitt. Der Rechner berücksichtigt deine Region über einen Korrekturfaktor.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Stand Oktober 2026 gibt es keine amtliche Gebührenordnung für Handwerkerleistungen und damit auch keine "offiziellen" neuen Sätze — die Preise bilden sich am Markt und folgen vor allem Lohn- und Energiekosten. Für 2027 sind keine gesetzlichen Änderungen angekündigt, die die Stundensätze direkt beträfen; die Mehrwertsteuer bleibt bei 19 Prozent.
Was sich bewegt, ist der Markt selbst: Der Fachkräftemangel treibt die Sätze in gefragten Gewerken (SHK, Elektro) weiter nach oben, während einfache Gewerke stabiler bleiben. Unsere hinterlegten Spannen stammen aus Erhebungen mit Stand März 2026 und werden bei neuen Branchendaten aktualisiert — prüfe bei Großaufträgen immer tagesaktuelle Angebote statt dich auf Tabellen zu verlassen.
Ein stabiler Tipp für 2027: Wer außerhalb der Hochsaison (Frühjahr/Sommer) beauftragt, verhandelt oft 10 bis 15 Prozent unter den Spitzenpreisen.
Beispielrechnung
Deine Heizung tropft, der SHK-Betrieb kommt für einen halben Tag. Das Angebot: 6 Stunden à 72,50 Euro netto, Anfahrt 35 Euro, Material (Dichtungen, Kleinteile) 120 Euro netto. So rechnet der Rechner: Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Dachfläche für das Dachdecker-Angebot berechnen.
Arbeitszeit netto: 6 h × 72,50 € = 435,00 €.
Mehrwertsteuer auf Arbeitszeit: 435,00 € × 19 % = 82,65 € → brutto 517,65 €.
Anfahrt: 35,00 € netto + 19 % = 41,65 € brutto.
Material: 120,00 € netto + 19 % = 142,80 € brutto.
Gesamtkosten: 517,65 € + 41,65 € + 142,80 € = 702,10 €.
Der gleiche Auftrag beim unteren Spannenrand (55 Euro netto pro Stunde) käme auf rund 590 Euro, am oberen Rand (90 Euro) auf rund 830 Euro — deshalb zeigt dir der handwerkerkosten-rechner immer die Spanne statt einer einzelnen Zahl. Du siehst auch: Die Mehrwertsteuer allein macht über 110 Euro aus — wer nur den Nettostundensatz vergleicht, unterschätzt die Rechnung um fast ein Fünftel.
Typische Fehler
Stundensatz mit Stundenlohn verwechselt: Von 75 Euro Stundensatz bleiben nach Abzug von Lohnnebenkosten, Werkstatt, Fahrzeugen, Versicherung und Verwaltung oft nur 12 bis 15 Euro als kalkulatorischer Rest — Empörung über "Abzocke" geht deshalb meist an der Realität vorbei.
Netto mit brutto verglichen: Angebot A nennt 65 Euro netto, Angebot B 70 Euro brutto — B ist günstiger (brutto 77,35 vs.
70 Euro). Vergleiche immer Bruttopreise.
- Anfahrt nicht einkalkuliert: Bei einem Ein-Stunden-Auftrag kann die Anfahrt von 40 Euro fast so viel kosten wie die Arbeit selbst.
Frage nach der Pauschale, bevor du beauftragst. 4.
Nur ein Angebot eingeholt: Die Spannen oben zeigen: Zwischen günstigstem und teuerstem seriösen Anbieter liegen 30 bis 50 Prozent. Drei Angebote sind das Minimum.
Stundenabrechnung ohne Kostendach: Bei unklarer Schadenslage (Rohrbruch, Elektrikfehlersuche) vereinbare ein Kostendach oder einen Festpreis — sonst trägt allein du das Risiko ausufernder Stunden.
Materialpreise nicht geprüft: Der Aufschlag aufs Material ist legitim, aber 100 Prozent und mehr sind keine Seltenheit.
Bei teuren Komponenten (Heizungspumpe, Markenarmatur) lohnt der Preisvergleich im Fachhandel.
Sonderfälle / Ausnahmen
- Notdienst und Wochenende: Für Notdienste (Schlüsseldienst, Rohrbruch nachts) gelten Zuschläge von 50 bis 100 Prozent und mehr — hier sind vierstellige Rechnungen keine Seltenheit. Kläre den Preis möglichst vorab telefonisch.
- Kostenvoranschlag vs. Angebot: Ein Kostenvoranschlag ist unverbindlich und darf um 15 bis 20 Prozent überschritten werden — erst dann muss der Betrieb dich informieren. Ein Festpreisangebot dagegen bindet.
- Schwarzarbeit: Dumpingpreise um die Hälfte des Marktniveaus deuten auf Schwarzarbeit hin — ohne Rechnung hast du keine Gewährleistung und keinen Versicherungsschutz. Der scheinbare Schnäppchenpreis ist der teuerste Fehler.
- Eigenleistung und Materialstellung: Du darfst Material selbst beschaffen — der Betrieb kann dann aber die Gewährleistung für dieses Material ausschließen. Schriftlich festhalten.
- Abnahme und Mängel: Nach § 640 BGB nimmst du die Leistung ab — erst danach wird der Werklohn in der Regel fällig. Mängel rügst du schriftlich und setzt eine Nachbesserungsfrist.
- Förderungen: Für energetische Sanierungen (Heizungstausch, Dämmung) gibt es KfW- und BAFA-Förderungen, die deine effektiven Handwerkerkosten deutlich senken — prüfe sie vor der Beauftragung, nicht danach.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist ein Verhandlungsrahmen für das nächste Angebot: Liegt ein Angebot deutlich über der oberen Spanne, die der handwerkerkosten-rechner ausweist, frage nach einer Aufschlüsselung oder hole ein Gegenangebot ein — liegt es weit darunter, prüfe, ob alle Bausteine (Anfahrt, Material, Mehrwertsteuer) enthalten sind. Der nächste konkrete Schritt: Beschreibe deinen Auftrag schriftlich (Fotos, Maße, Wunschtermin) und schicke die gleiche Anfrage an drei Betriebe — vergleichbare Angebote erhältst du nur mit vergleichbarer Anfrage.
Vereinbare bei unklarem Aufwand ein Kostendach und lass dir Stundensatz, Anfahrt und Material getrennt ausweisen. Und ein praktischer Hebel: Frage nach einem Festpreis für klar umrissene Standardaufträge (Wasserhahn wechseln, Steckdose setzen) — oft günstiger als die Stundenabrechnung.
Diese Seite ersetzt keine verbindliche Handwerker-Offerte; maßgeblich ist immer das schriftliche Angebot des Betriebs.