So funktioniert der innentueren-rechner
Der Rechner arbeitet in drei logischen Schritten, genau wie ein Tischler beim Aufmaß. Erstens: Du gibst an, welche Räume dein Grundriss hat — Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, Gäste-WC, Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Abstellraum, Flur.
Der Rechner legt für jeden begehbaren Raum eine Tür an. Der Flur selbst bekommt keine Tür, wohl aber die Räume, die von ihm abgehen.
Zweitens: Jeder Raumtyp erhält ein empfohlenes Normmaß. Bäder und Gäste-WCs bekommen schmale Blätter (610 oder 735 mm), Wohn- und Schlafräume die Standardbreite 860 mm, barrierefreie Durchgänge 985 mm.
Die Höhe beträgt fast immer 1985 mm; 2110 mm ist die hohe Variante für Neubauten mit großzügigen Raumhöhen. Drittens: Aus deiner Wandstärke ermittelt der Rechner die Zarge.
Standard-Teleskopzargen decken Wandstärken von 100 bis 160 mm ab, Sonderzargen gehen bis 310 mm. Ergebnis ist eine komplette Türliste: Anzahl, Maß je Raum, Zargentyp und DIN-Anschlag als Merkposten für die Bestellung.
Welche Normmaße gelten nach DIN 18101?
Die DIN 18101 regelt die Türblattgrößen für den Wohnungsbau, die DIN 18100 die zugehörigen Maueröffnungen. Die vier Standardbreiten lauten 610, 735, 860 und 985 mm, die Standardhöhen 1985 und 2110 mm.
In der Praxis dominieren zwei Kombinationen: 735 × 1985 mm für Nebenräume und 860 × 1985 mm für Wohnräume. Das Bestellmaß, das du dem Händler nennst, ist das Türblattmaß — also zum Beispiel "860er Tür".
Die Maueröffnung, also das Loch in der Wand, ist größer: Sie liegt in der Breite 25 mm über dem Türblatt (für eine 860er Tür also 885 mm) und in der Höhe 20 mm darüber (für 1985 mm Türblatt also 2005 mm). Diese Zugabe braucht der Monteur für Zarge, Schaum und lotrechtes Ausrichten.
Miss deshalb immer die Maueröffnung und rechne aufs Türblatt zurück — nie umgekehrt. Wer nur das alte Türblatt misst, bestellt bei verzogenen Altbauwänden schnell ein Blatt, das nicht in die Zarge passt. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Fliesen-Rechner heranziehen.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Für Innentüren ändert sich 2026 an den Normen nichts: DIN 18100, DIN 18101 und DIN 18111 gelten unverändert, die Standardmaße 610 bis 985 mm bleiben stabil. Relevant ist nur ein Trend, kein Gesetz: Neubauten planen seit einigen Jahren häufiger die hohe Variante 2110 mm statt 1985 mm, weil Raumhöhen von 2,60 m und mehr üblich geworden sind.
Auch die Barrierefreiheit nach DIN 18040 gewinnt an Gewicht — sie fordert 900 mm lichte Durchgangsbreite, was praktisch einem 985er Türblatt entspricht. Wer 2026 neu baut, sollte deshalb prüfen, ob nicht gleich das breitere Maß sinnvoll ist: Nachrüsten ist teurer als direkt richtig planen.
Der Rechner arbeitet mit dem aktuellen Normstand von Oktober 2026.
Beispielrechnung
Nehmen wir eine 3-Zimmer-Wohnung mit 85 m²: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche, Bad, Gäste-WC, Abstellraum, Flur. Schritt eins: Türen zählen.
Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche, Bad, Gäste-WC und Abstellraum bekommen je eine Tür — das sind 7 Innentüren. Der Flur bekommt keine, die Wohnungseingangstür zählt separat als achte Tür.
Schritt zwei: Maße zuordnen. Wohnzimmer, Schlafzimmer und Kinderzimmer: 860 × 1985 mm (3 Stück).
Küche: 860 × 1985 mm (1 Stück). Bad: 735 × 1985 mm, Gäste-WC: 610 × 1985 mm, Abstellraum: 735 × 1985 mm.
Schritt drei: Maueröffnungen prüfen. Für die 860er Blätter brauchst du 885 mm breite und 2005 mm hohe Öffnungen (4 Stück), für die 735er 760 × 2005 mm (2 Stück), für die 610er 635 × 2005 mm (1 Stück).
Schritt vier: Zarge. Bei 140 mm Wandstärke (typisch für nichttragende Innenwände mit Putz) passt eine Standard-Teleskopzarge.
Ergebnis: 7 Innentüren in drei Maßgruppen plus 1 Wohnungseingangstür — eine Liste, mit der du direkt Angebote einholen kannst.
Typische Fehler
Erstens: Türblatt statt Maueröffnung messen. Das Blatt ist immer kleiner als die Öffnung; wer das Blattmaß als Bestellmaß angibt, bekommt eine Tür, die in der Zarge klappert oder gar nicht passt.
Zweitens: die Wandstärke vergessen. Ohne sie kannst du keine Zarge bestellen — miss die komplette Wand inklusive Putz oder Fliesen an drei Stellen und nimm den größten Wert.
Drittens: DIN-Anschlag verwechseln. Stehst du vor der geschlossenen Tür und siehst die Bänder rechts, ist es DIN rechts.
Falsch bestellter Anschlag heißt: Tür öffnet in die falsche Richtung oder gegen Möbel. Viertens: Bad zu breit planen.
Ein 860er Blatt im kleinen Bad frisst Schwenkfläche; 610 oder 735 mm reichen und lassen mehr Stellfläche. Fünftens: die Abstellkammer vergessen.
Sie steht nicht auf jeder Grundriss-Skizze, braucht aber trotzdem eine Tür — der häufigste Zählfehler. Sechstens: Höhe ignorieren.
Altbauten haben oft 1985 mm, Neubauten zunehmend 2110 mm; gemischte Bestellung ohne Prüfung führt zu sichtbaren Höhenversätzen im Flur. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Fußbodenheizung-Rechner.
Sonderfälle / Ausnahmen
- Altbau mit krummen Wänden: Maueröffnungen sind selten exakt rechtwinklig. Miss Breite oben, mittig und unten und nimm das kleinste Maß; bei der Wandstärke nimm das größte. Liegt die Öffnung mehr als 20 mm neben dem Normmaß, wird es ein Sondermaß — rechne dann mit Aufpreis und längerer Lieferzeit.
- Barrierefreies Bauen: DIN 18040 verlangt 900 mm lichte Breite. Das erreichst du praktisch nur mit einem 985er Türblatt; plane außerdem schwellenlose Übergänge ein.
- Doppelflügelige Türen: Für breite Durchgänge (Wohn-/Essbereich) gibt es 2-flügelige Elemente; die Maueröffnung liegt dann zwischen 1225 und 2010 mm. Der Rechner zählt sie als eine Position mit zwei Blättern.
- Schiebetüren: Sie brauchen keine Schwenkfläche, aber Platz an der Wand oder eine Einbaukassette. Das Türblattmaß bleibt gleich, die Zarge entfällt bzw. wird durch ein Schiebetürsystem ersetzt.
- Feuchträume: Für Bäder ohne Fenster empfehlen Hersteller feuchteresistente Blätter; das Maß bleibt Standard, das Material nicht.
- Denkmalschutz: Hier gelten oft historische Maße jenseits der DIN 18101 — Aufmaß durch den Fachbetrieb ist Pflicht.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Deine Türliste ist die Grundlage für alles Weitere: Angebote einholen, Budget grob einordnen, Lieferzeiten klären. Der innentueren-rechner gibt dir die Stückliste, mit der du bei zwei bis drei Händlern oder Tischlern direkt ein Gesamtangebot für Blätter, Zargen, Drücker und Montage einholen kannst — die Liste verhindert, dass Positionen vergessen werden.
Prüfe vor der Bestellung jede Maueröffnung mit dem Zollstock nach (kleinstes Breitenmaß zählt) und lege den DIN-Anschlag pro Tür schriftlich fest. Bestelle Zargen erst, wenn die endgültige Wandstärke nach Putz und Fliesen feststeht.
Stand: Oktober 2026. Diese Berechnung ist eine Planungshilfe und ersetzt keine Fachplanung durch Tischler oder Architekt.