So funktioniert der jobrad-rechner
Der Rechner bildet die steuerliche Mechanik des Dienstrad-Leasings vollständig ab — in fünf Schritten, inklusive der zwei Posten, die andere Rechner weglassen:
Schritt 1: Leasingrate. Du gibst die UVP (brutto, inkl.
MwSt.) deines Wunschrads und die monatliche Leasingrate ein. Typisch sind rund 2,5 Prozent der UVP pro Monat bei 36 Monaten Laufzeit — bei 3.500 € UVP also etwa 87,50 €.
Dieser Betrag wird per Gehaltsumwandlung von deinem Brutto abgezogen.
Schritt 2: Steuerersparnis. Auf die umgewandelten 87,50 € zahlst du keine Lohnsteuer mehr.
Bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von 35 Prozent (typisch für mittlere Einkommen) sparst du 87,50 € × 35 % = 30,63 € Steuern im Monat. Der Rechner arbeitet mit deinem individuellen Grenzsteuersatz — je höher dein Einkommen, desto größer die Steuerersparnis.
Schritt 3: SV-Ersparnis. Auf die Gehaltsumwandlung entfallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge.
Bei einem Arbeitnehmer-Gesamtsatz von rund 20,5 Prozent (Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) sparst du 87,50 € × 20,5 % = 17,94 € im Monat. Beachte: Die Gehaltsumwandlung mindert dein beitragspflichtiges Entgelt — dazu mehr im Abschnitt zur Rente.
Schritt 4: Geldwerter Vorteil — vollständig. Für die Privatnutzung wird der geldwerte Vorteil nach der 0,25-%-Regel versteuert.
Die exakte amtliche Formel (BMF LStH 2025, Anhang 24 IV Nr. 4; § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 6 EStG): gWV = 1 % × auf volle 100 € abgerundetes Viertel der UVP. Bei 3.500 € UVP: 3.500 ÷ 4 = 875 → abgerundet 800 → 1 % = 8,00 € monatlicher geldwerter Vorteil.
Darauf zahlst du Lohnsteuer (8,00 € × 35 % = 2,80 €) — und hier kommt der Posten, den andere Rechner unterschlagen: auch Sozialabgaben (8,00 € × 20,5 % = 1,64 €). Der geldwerte Vorteil ist nämlich nicht nur steuer-, sondern auch sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt.
Schritt 5: Nettobelastung. 87,50 € − 30,63 € − 17,94 € + 2,80 € + 1,64 € = 43,37 € effektive Nettobelastung pro Monat.
Ohne den SV-Anteil auf den geldwerten Vorteil kämen 41,73 € heraus — die Differenz von 1,64 € im Monat bzw. rund 59 € über die Laufzeit ist der „versteckte" Posten der vereinfachten Rechner.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Die gute Nachricht vorweg: Die 0,25-%-Regel für Diensträder ist keine befristete Förderung, sondern dauerhaft im Einkommensteuergesetz verankert (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 6 EStG, konkretisiert im BMF-Schreiben bzw. der Lohnsteuer-Hinweise 2025, Anhang 24 IV Nr. 4). Für 2026 und 2027 sind keine Änderungen an der steuerlichen Bewertung von Diensträdern angekündigt — die Rechenlogik dieses Tools bleibt stabil. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den brutto-netto-rechner heranziehen.
Was sich ändern kann, sind die Rahmenwerte deiner persönlichen Rechnung: Steigt dein Gehalt, steigt dein Grenzsteuersatz — und damit deine Steuerersparnis. Ändern sich die Sozialversicherungssätze oder der Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse, verschiebt sich die SV-Ersparnis.
Der Rechner arbeitet deshalb mit deinen aktuellen Werten statt mit fest verdrahteten Sätzen.
Ein Punkt bleibt dauerhaft relevant: Überlässt dir dein Arbeitgeber das Dienstrad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn — also ohne Gehaltsumwandlung —, ist die Überlassung nach § 3 Nr. 37 EStG komplett steuerfrei. Dann entfällt die gesamte Rechnung oben: kein geldwerter Vorteil, keine Abzüge.
Das ist die beste aller Varianten, kommt aber in der Praxis seltener vor als die Gehaltsumwandlung. Der Update-Hook dieser Seite: Sobald sich BMF-Vorgaben oder die EStG-Regelungen ändern, wird die Formel-Spezifikation angepasst — der Rechenstand ist jeweils datiert.
Beispielrechnung
Das komplette Beispiel: E-Bike mit 3.500 € UVP, Leasingrate 87,50 €/Monat, Laufzeit 36 Monate, Grenzsteuersatz 35 %, SV-Satz 20,5 %.
Monatliche Nettobelastung:
- Leasingrate (Gehaltsumwandlung): −87,50 €
- Steuerersparnis (35 %): +30,63 €
- SV-Ersparnis (20,5 %): +17,94 €
- Steuer auf geldwerten Vorteil (8,00 € × 35 %): −2,80 €
- SV auf geldwerten Vorteil (8,00 € × 20,5 %): −1,64 €
- Effektive Nettobelastung: 43,37 €/Monat
Gesamtbilanz über 36 Monate:
- Nettobelastung gesamt: 43,37 € × 36 = 1.561,32 €
- Übernahmepreis (üblich 18 % der UVP): 3.500 € × 18 % = 630,00 €
- Gesamtkosten: 2.191,32 €
- Barkauf zum Vergleich: 3.500,00 €
- Echte Ersparnis: 1.308,68 € — das sind 37,4 Prozent.
Zum Vergleich die Marketing-Rechnung ohne Übernahmepreis: 1.561,32 € gegen 3.500 € ergäben 55 Prozent „Ersparnis" — aber nur, wenn du das Rad nach drei Jahren zurückgibst statt es zu behalten. Willst du es behalten, ist der Übernahmepreis Teil deiner Kosten.
Und ein Detail zum Übernahmepreis: Das Finanzamt setzt den Restwert nach drei Jahren mit 40 Prozent der UVP an; die Differenz zum üblichen Übernahmepreis von 18 Prozent versteuert der Anbieter meist pauschal mit 30 Prozent nach § 37b EStG — für dich bleibt der Kaufpreis von 18 Prozent.
Typische Fehler
- Den Übernahmepreis vergessen.
Der häufigste Fehler in der Ersparnis-Bilanz. „57 Prozent gespart" klingt gut — gilt aber nur bei Rückgabe.
Wer sein Rad behalten will, muss die rund 18 Prozent UVP in die Rechnung aufnehmen. Der jobrad-rechner zeigt deshalb immer beide Varianten: mit Rückgabe und mit Übernahme.
Die SV auf den geldwerten Vorteil unterschlagen. Fast alle Online-Rechner ziehen vom geldwerten Vorteil nur die Steuer ab. Richtig ist: Der geldwerte Vorteil erhöht auch dein SV-pflichtiges Entgelt. Bei 8,00 € sind das 1,64 € im Monat — klein, aber über 36 Monate fast 60 €.
Mit dem Durchschnittssteuersatz rechnen.
Für die Ersparnis zählt dein Grenzsteuersatz — also der Satz, mit dem der letzte verdiente Euro belastet wird — nicht dein Durchschnittssteuersatz. Bei 40.000 bis 55.000 € Jahresbrutto liegt er typischerweise um die 35 Prozent; bei höherem Einkommen entsprechend höher — und die Ersparnis wächst mit.
Brutto-UVP mit Netto-UVP verwechseln. Die 0,25-%-Regel bezieht sich auf die Brutto-UVP inklusive Mehrwertsteuer. Wer mit dem Nettopreis rechnet, unterschätzt den geldwerten Vorteil.
Arbeitgeberzuschuss nicht einrechnen. Gibt dein Arbeitgeber einen Zuschuss zur Leasingrate oder übernimmt er Versicherung und Service, sinkt deine Nettobelastung direkt um diesen Betrag. Das ist oft der größte Einzelhebel — frag aktiv danach.
S-Pedelec wie ein Fahrrad behandeln.
Schnelle S-Pedelecs bis 45 km/h gelten kraftfahrzeugrechtlich als Kraftfahrzeuge — für sie gilt die 0,25-%-Regel nicht, sondern die 0,5-%-Regelung wie beim Dienstwagen, inklusive Zuschlag für den Arbeitsweg. Ein teurer Irrtum, wenn man ihn erst bei der Abrechnung bemerkt. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer lohnsteuer-rechner.
Sonderfälle / Ausnahmen
Komplett steuerfrei nach § 3 Nr. 37 EStG. Überlässt dir der Arbeitgeber das Dienstrad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn — also als echte Zusatzleistung ohne Gehaltsumwandlung —, ist die private Nutzung vollständig steuerfrei.
Kein geldwerter Vorteil, keine Abzüge, keine Rechnung nötig. Das ist die Königsvariante; in der Praxis dominiert aber die Gehaltsumwandlung.
Kein Arbeitsweg-Zuschlag. Anders als beim Dienstwagen fällt beim Dienstrad kein 0,03-Prozent-Zuschlag für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte an — die Fahrten sind mit dem Monatswert des geldwerten Vorteils abgegolten.
Die Entfernungspauschale kannst du trotzdem in deiner Steuererklärung geltend machen.
Jobwechsel oder Kündigung. Der Leasingvertrag läuft zwischen deinem Arbeitgeber und dem Anbieter; dein Überlassungsvertrag hängt am Arbeitsverhältnis.
Ohne Übernahmeklausel im neuen Arbeitsverhältnis wird bei einem Wechsel häufig die Restsumme fällig — prüfe diese Regelung unbedingt vor Vertragsabschluss. Manche Anbieter erlauben die Vertragsübertragung auf den neuen Arbeitgeber.
Elternzeit und längere Krankheit. Während einer Gehaltsunterbrechung läuft die Gehaltsumwandlung ins Leere — kläre mit Arbeitgeber und Anbieter, wie die Leasingraten in dieser Zeit behandelt werden. Die Verträge sehen dafür meist Sonderregelungen vor.
Selbständige und Gesellschafter-Geschäftsführer. Auch Selbständige können ein Dienstrad nutzen; Gesellschafter-Geschäftsführer sollten die Vereinbarung vorab schriftlich und fremdüblich treffen, um eine verdeckte Gewinnausschüttung zu vermeiden.
Anbieter-Unabhängigkeit. Ob JobRad, Bikeleasing, mein-Dienstrad oder ein anderer Anbieter: Die steuerliche Bewertung folgt aus dem EStG und den BMF-Vorgaben, nicht aus dem Vertragsmodell. Dieser Rechner gilt deshalb für alle Anbieter gleichermaßen.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis besteht aus zwei Zahlen, die du unterschiedlich nutzt. Die monatliche Nettobelastung (im Beispiel 43,37 €) ist deine Budgetzahl: So viel weniger hast du effektiv im Monat zur Verfügung — deutlich weniger als die 87,50 € Leasingrate, weil Steuer und SV den größten Teil auffangen.
Die Gesamtbilanz (im Beispiel 2.191,32 € inklusive Übernahme) ist deine Entscheidungszahl: Vergleiche sie ehrlich mit dem Barkauf — und mit der Alternative, ein günstigeres Rad zu nehmen. Der jobrad-rechner stellt dir beide Zahlen nebeneinander, damit du auf einen Blick siehst, wo du stehst.
Faustregel: Je höher dein Grenzsteuersatz und je höher die UVP, desto größer dein relativer Vorteil.
Zwei langfristige Effekte solltest du kennen. Erstens die Rente: Die Gehaltsumwandlung mindert dein beitragspflichtiges Entgelt.
Bei 85 € monatlicher Umwandlung über 36 Monate entgehen dir rund 0,06 Entgeltpunkte — das entspricht etwa 2,50 € Monatsrente. Kein Drama, aber gut zu wissen.
Zweitens die Versicherung: Leasingräder sind meist über den Anbieter versichert — prüfe, ob Verschleiß und Service inklusive sind oder extra kosten. Und wenn dein Arbeitgeber einen Zuschuss anbietet: Nimm ihn — er senkt deine Nettobelastung Euro für Euro.