So funktioniert die Berechnung – der pkv-gkv-rechner im Detail
Der Rechner bildet zwei völlig verschiedene Beitragslogiken ab. Auf der GKV-Seite ist alles einkommensabhängig: Er nimmt dein monatliches Brutto, deckelt es an der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 5.812,50 € im Monat) und wendet darauf 14,6 % allgemeinen Beitragssatz plus den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 % an — zusammen 17,5 %.
Dazu kommt die Pflegeversicherung: 3,6 % für Eltern, 4,2 % für Kinderlose ab 23 Jahren (jeweils mit Abschlägen ab dem zweiten Kind unter 25). Als Angestellter trägst du jeweils die Hälfte, nur den Kinderlosenzuschlag zahlst du allein.
Auf der PKV-Seite gibst du einen Beispieltarif ein — der Rechner halbiert ihn nicht willkürlich, sondern wendet die echte Zuschussregel an: Dein Arbeitgeber zahlt die Hälfte deines tatsächlichen PKV-Beitrags, höchstens aber 508,59 € im Monat (2026, Krankenanteil), plus höchstens 104,63 € für die private Pflege. Den Rest trägst du selbst.
So stehen am Ende zwei ehrliche Monatszahlen nebeneinander: dein Arbeitnehmeranteil in der GKV gegen deinen Eigenanteil in der PKV.
Was ändert sich 2026 / 2027?
2026 gelten: Beitragsbemessungsgrenze 69.750 € im Jahr (5.812,50 €/Monat), Versicherungspflichtgrenze 77.400 € im Jahr (6.450 €/Monat), allgemeiner Beitragssatz 14,6 %, durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 % (festgelegt vom BMG), Pflege 3,6 % bzw. 4,2 % für Kinderlose. Für 2027 ist eine deutliche Anhebung der Jahresarbeitsentgeltgrenze auf 84.150 € im Jahr angekündigt (plus Bestandsschutzgrenze von 80.550 € für bereits privat Versicherte) — Stand des Gesetzgebungsverfahrens im Oktober 2026, noch nicht final beschlossen.
Ebenfalls noch im Verfahren: das Pflegeneuordnungsgesetz, dessen Regierungsentwurf den Kinderlosenzuschlag um 0,3 Punkte auf 4,5 % anheben würde (noch nicht verabschiedet). Die FinanzKommission Gesundheit prognostiziert bis 2030 einen Zusatzbeitrag von 4,7 % — das ist eine Prognose, kein Beschluss.
Der Rechner arbeitet mit den beschlossenen 2026er Werten; sobald 2027er Werte rechtskräftig sind, werden sie hier aktualisiert. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Krankenkassenbeitrags-Rechner heranziehen.
Beispielrechnung: 6.000 € brutto, 35 Jahre, kinderlos
Annahmen: Angestellte, 35 Jahre alt, kinderlos, nicht in Sachsen, Beispiel-PKV-Tarif 620 € plus private Pflege 120 € im Monat. GKV-Seite: Beitragspflichtig sind 5.812,50 € (BBG).
Krankenversicherung: 5.812,50 × 17,5 % = 1.017,19 € gesamt, dein Arbeitnehmeranteil die Hälfte = 508,59 €. Pflegeversicherung: 5.812,50 × 4,2 % = 244,13 €, dein Anteil 2,4 % = 139,50 € (Arbeitgeber 1,8 % = 104,63 €).
Dein GKV-Monatsanteil: 508,59 + 139,50 = 648,09 €. Dieses Beispiel rechnet der pkv-gkv-rechner übrigens automatisch nach, sobald du deine Zahlen eingibst.
PKV-Seite: Gesamt 740 €. Arbeitgeberzuschuss Kranken: die Hälfte von 620 € = 310 € (unter dem Deckel von 508,59 €).
Zuschuss Pflege: die Hälfte von 120 € = 60 € (unter dem Deckel von 104,63 €). Dein PKV-Eigenanteil: 740 − 370 = 370 € im Monat.
Ergebnis heute: 370 € gegen 648,09 € — ein Unterschied von rund 278 € monatlich zugunsten der PKV. Aber: Der PKV-Beitrag steigt mit dem Alter, jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag, und der Weg zurück in die GKV ist eng begrenzt.
Typische Fehler
Erstens: Es wird nur der heutige Monatsbeitrag verglichen, nicht der Lebenszyklus. Die PKV startet oft günstig und steigt mit dem Alter — die GKV bleibt prozentual stabil.
Zweitens: Die Familienversicherung wird vergessen. In der GKV sind Kinder und nicht erwerbstätige Partner beitragsfrei mitversichert; in der PKV zahlt jede Person einen eigenen Beitrag.
Drittens: Der Arbeitgeberzuschuss wird mit der GKV-Hälfte verwechselt. In der PKV zahlt der Arbeitgeber höchstens die Hälfte deines tatsächlichen Beitrags, gedeckelt bei 508,59 € — nicht automatisch die Hälfte des GKV-Höchstbeitrags.
Viertens: Die "3-Jahres-Regel" geistert weiter durch Foren. Sie gilt seit 2011 nicht mehr; maßgeblich ist, dass dein regelmäßiges Jahresentgelt die Grenze in einem Jahr überschreitet und voraussichtlich auch im Folgejahr darüber liegt.
Fünftens: Die Rückkehr in die GKV wird als selbstverständlich angenommen. Sie gelingt nur in engen Grenzen — etwa bei Versicherungspflicht durch sinkendes Einkommen vor Vollendung des 55.
Lebensjahres. Sechstens: Der Zusatzbeitrag wird als fix betrachtet.
Er ist kassenindividuell und steigt im Schnitt — rechne nicht mit den 2,9 % als Dauerwert.
Sonderfälle / Ausnahmen
Selbstständige, Freiberufler und Beamte können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern — die Versicherungspflichtgrenze gilt nur für Arbeitnehmer. Wer mit über 55 Jahren in der PKV ist, kommt praktisch nicht mehr in die GKV zurück; genau dafür gibt es den Basistarif nach § 152 VAG als Auffanglösung: Annahmezwang ohne Gesundheitsprüfung, Leistungen auf GKV-Niveau, Beitrag gedeckelt auf den GKV-Höchstbeitrag von 1.017,19 € im Monat (2026, plus private Pflege).
In Sachsen gelten bei der Pflegeversicherung abweichende Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile — der Rechner berücksichtigt das über eine Länderauswahl. Für freiwillig GKV-Versicherte mit hohem Einkommen gelten dieselben Sätze bis zur BBG; Details dazu liefert der freiwillige-krankenversicherung-rechner.
Und: Wer bereits privat versichert ist, kann innerhalb seiner Versicherung nach § 204 VVG in einen günstigeren Tarif wechseln — oft die bessere Alternative zum Basistarif. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Rechner für freiwillige Krankenversicherung.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Der Vergleich zeigt dir eine Momentaufnahme: Was kostet dich jedes System heute im Monat aus eigener Tasche? Für junge, gesunde Gutverdiener ohne Kinder schlägt das Pendel oft zur PKV aus, für Familien mit Kindern fast immer zur GKV — wegen der beitragsfreien Familienversicherung.
Aber triff die Entscheidung nicht am Monatsbeitrag allein: Frage dich, ob du die steigenden PKV-Beiträge im Alter tragen kannst und willst, ob Familienplanung ansteht und wie wichtig dir die Rückkehroption ist. Der pkv-gkv-rechner gibt dir die Zahlenbasis dafür — die Lebensentscheidung bleibt deine.
Diese Seite vergleicht Beitragslogiken, sie empfiehlt keine Tarife und ersetzt keine Versicherungsberatung; für deine persönliche Situation sprich mit einem unabhängigen Berater.