So funktioniert der elterngeld-rechner
So berechnen wir deine Schätzung — Schritt für Schritt, wie die Elterngeldstelle denkt:
- Bemessungsnetto ermitteln: Wir nehmen dein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen der zwölf Monate vor der Geburt.
Wichtig: Es zählt das bereinigte Netto — vom Brutto werden pauschale Abzüge für Steuern und Sozialversicherung abgezogen. Einmalzahlungen (Weihnachtsgeld, Boni) und steuerfreie Bestandteile zählen nicht mit; relevant sind nur die laufenden Bezüge — und nur bis 2.770 € monatlich.
- Ersatzrate bestimmen: Zwischen 1.240 € und 2.770 € Einkommensverlust gilt glatt 65 %.
Unter 1.240 € steigt die Rate gleitend: pro 2 € weniger Einkommen plus 0,1 Prozentpunkte, bis 67 % bei 1.000 € — darunter greift der Mindestbetrag von 300 €. Orientierungswerte: 800 € Netto → ca. 77 % → ca. 616 €; 1.100 € → ca. 67 % → ca. 737 €; 1.500 € → 65 % → 975 €; 2.200 € → 65 % → 1.430 €; ab ca. 2.770 € → gedeckelt bei 1.800 €.
- Variante wählen: Basiselterngeld = voller Monatsbetrag für bis zu 12 Monate (Alleinerziehende 14, Paare gemeinsam 14 bei Beteiligung beider).
ElterngeldPlus = halber Betrag für die doppelte Monatszahl (bis zu 24 bzw. 28 Monate bei Beteiligung beider Partner). 4.
Teilzeit einrechnen: Arbeitest du während des Bezugs in Teilzeit, wird nicht dein altes Einkommen ersetzt, sondern die Differenz zwischen Netto vor und nach der Geburt — davon 65 %. Beispiel: 2.200 € vorher, 900 € Teilzeit → Differenz 1.300 € → 845 € Basiselterngeld plus 900 € Lohn = 1.745 € gesamt.
- Boni prüfen: Geschwisterbonus (+10 %, mindestens 75 €) bei weiterem kleinem Kind im Haushalt; Mehrlingszuschlag 300 € je weiterem Kind; Partnerschaftsbonus (4 Monate) bei Teilzeit beider Partner.
Das Ergebnis ist deine geschätzte monatliche Leistung je Variante — die verbindliche Berechnung trifft die Elterngeldstelle deines Bundeslandes.
Basis oder Plus — was lohnt sich?
Die Faustregel aus der Beratungspraxis: Bleibst du komplett zu Hause, ist die Gesamtsumme bei Basis und Plus identisch — Plus streckt sie nur über doppelt so viele Monate. Der Unterschied entsteht bei Teilzeit: Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Kindergeld-Rechner: 259 € pro Kind berechnen heranziehen.
- Ohne Teilzeit: 12 × 1.430 € (Basis) = 17.160 € vs. 24 × 715 € (Plus) = 17.160 € — gleich, nur anders verteilt.
- Mit Teilzeit: Hier kann Plus deutlich gewinnen, weil sich der halbierte Betrag besser mit dem Teilzeitlohn verträgt und die Laufzeit doppelt so lang ist. Faustregel: Liegt dein Teilzeit-Netto etwa bei der Hälfte deines früheren Nettos, holt Plus das Optimum heraus.
- Kombinieren erlaubt: Du musst dich nicht für eine Variante entscheiden — Basis- und Plus-Monate lassen sich mischen. Viele Familien nehmen erst Basis-Monate und wechseln dann zu Plus.
Unser Rechner zeigt dir beide Varianten nebeneinander — triff die Wahl erst, wenn du weißt, ob und wie viel du während des Bezugs arbeiten willst.
Was ändert sich 2026 / 2027?
2026: Die Eckwerte bleiben stabil — 65 % Ersatzrate, 300 € Minimum, 1.800 € Maximum (Basis), 900 € Maximum (Plus). Wichtig und oft übersehen: Seit 2024/2026 gilt die Einkommensgrenze von 175.000 € zu versteuerndem Jahreseinkommen (Paare und Alleinerziehende) — wer darüber liegt, hat keinen Elterngeldanspruch mehr.
Die Grenze wurde in den Vorjahren schrittweise abgesenkt.
2027: Bundesfamilienministerin Prien plant eine Reform — im Gespräch sind mehr Partnermonate für Väter (statt zwei künftig vier bis sieben Monate) und ein Sparbeitrag des Familienressorts von 500 Mio. € für den Bundeshaushalt 2027. Stand Oktober 2026 ist das politische Planung, kein beschlossenes Gesetz: Der Koalitionsvertrag sieht Anreize für mehr Väterbeteiligung vor, ein Gesetzentwurf liegt noch nicht vor.
Plane deine Elternzeit mit den 2026er Regeln.
Fazit für dich: Für Geburten 2026 gilt das bekannte System. Wer 2027 Nachwuchs plant, sollte die Reformdebatte im Auge behalten — besonders die Partnermonate könnten sich ändern.
Beispielrechnung
Maria verdient vor der Geburt 2.200 € netto monatlich, bleibt zunächst zu Hause, arbeitet ab Monat 7 in Teilzeit für 900 €.
Bemessungsnetto: 2.200 € (keine Einmalbezüge) → Ersatzrate 65 %.
Basiselterngeld Monate 1–6: 65 % × 2.200 € = 1.430 € monatlich.
Ab Monat 7 (Teilzeit): Differenz 2.200 € − 900 € = 1.300 € → 65 % × 1.300 € = 845 € Elterngeld + 900 € Lohn = 1.745 € Gesamteinkommen.
Plus-Alternative: 845 € / 2 = 422,50 € monatlich, dafür doppelte Laufzeit — bei Teilzeit über viele Monate oft die bessere Wahl.
Partnermonate: Marias Partner übernimmt 2 Monate → gemeinsam 14 Monate Basiselterngeld statt 12. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Elternzeit-Rechner.
Erkenntnis: Der reine Basis-Betrag (1.430 €) sieht gut aus — aber sobald Teilzeit ins Spiel kommt, frisst die Differenzmethode einen Teil auf. Genau dafür lohnt der Variantenvergleich.
Spiele im elterngeld-rechner verschiedene Teilzeit-Szenarien durch, bevor du die Aufteilung im Antrag festlegst.
Typische Fehler
- Mit dem Kontoauszugs-Netto gerechnet: Die Elterngeldstelle nutzt das bereinigte Netto mit pauschalen Abzügen — dein tatsächliches Netto auf dem Konto ist höher als die Bemessungsgrundlage.
Wer mit dem Kontowert plant, überschätzt sein Elterngeld. 2.
Boni und Weihnachtsgeld eingerechnet: Einmalbezüge zählen nicht mit — nur laufende Bezüge. Wer sein Jahresbrutto durch 12 teilt, rechnet falsch.
Antragsfrist verpasst: Elterngeld gibt es rückwirkend nur für 3 Monate — stelle den Antrag spätestens im dritten Lebensmonat deines Kindes.
Partnermonate verschenkt: Nimmt nur ein Elternteil Elterngeld, gibt es maximal 12 statt 14 Monate — zwei Monate Geld liegen auf der Straße.
Teilzeit-Falle bei Basis: Wer in Teilzeit arbeitet und Basiselterngeld bezieht, verliert überproportional — die Differenzmethode bestraft das klassische Modell.
Prüfe Plus. 6.
Einkommensgrenze ignoriert: Paare mit über 175.000 € zu versteuerndem Jahreseinkommen gehen leer aus — das betrifft mehr Gutverdiener, als viele denken.
Sonderfälle / Ausnahmen
- Selbständige: Bemessungsgrundlage ist der Durchschnitt der letzten abgeschlossenen Veranlagungszeiträume (in der Regel zwei Jahre) — nicht die letzten zwölf Monate. Plane mit deinem Steuerbescheid.
- Minijob vor der Geburt: Auch geringfügige Beschäftigung zählt als Erwerbseinkommen — wer nur einen Minijob hatte, bekommt mehr als den Mindestbetrag von 300 €.
- Kein Einkommen vor der Geburt: Studierende, Auszubildende oder Hausfrauen/-männer ohne Erwerbseinkommen erhalten den Mindestbetrag von 300 € (Basis) bzw. 150 € (Plus).
- Mehrlinge: Zusätzlich 300 € pro weiterem Kind — bei Zwillingen also 300 € obendrauf, bei Drillingen 600 €.
- Geschwisterbonus: Lebt ein weiteres Kind unter drei Jahren (oder zwei weitere unter sechs) im Haushalt, steigt das Elterngeld um 10 %, mindestens 75 € monatlich.
- Auslandsbezug: Wer in Deutschland wohnt und arbeitet, aber Grenzgänger ist (oder umgekehrt), sollte die Zuständigkeit früh mit der Elterngeldstelle klären — EU-Koordination ist einzelfallabhängig.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis zeigt deinen geschätzten Monatsbetrag für Basis und Plus — und die Gesamtsumme über die Laufzeit. So geht es weiter:
- Antrag stellen: Zuständig ist die Elterngeldstelle deines Bundeslandes (oft beim Versorgungsamt oder der Kreisverwaltung). Spätestens im dritten Lebensmonat beantragen — rückwirkend gibt es nur 3 Monate.
- Variante festlegen: Du kannst Basis- und Plus-Monate kombinieren und die Aufteilung nachträglich in Grenzen ändern — nutze die Flexibilität, statt dich zu früh festzulegen. Ein zweiter Lauf im elterngeld-rechner nach dem ersten Gehaltsgespräch über Teilzeit lohnt sich fast immer.
- Partner einbinden: Zwei Partnermonate sichern euch zwei zusätzliche Monatsbeträge — das ist der höchste „Stundenlohn" im ganzen System.
- Anschluss planen: Nach dem Elterngeld läuft das Kindergeld (259 €/Monat 2026) weiter — plane den Übergang in dein Haushaltsbudget ein.
Stand: Oktober 2026. Dieser Rechner ersetzt keine Rechts- oder Sozialleistungsberatung — die verbindliche Berechnung trifft die Elterngeldstelle.