So funktioniert die Berechnung
So berechnen wir: Der Rechner kombiniert zwei Wege und nimmt den größeren Wert. Weg 1 ist die Physik: Aus der gewünschten Überbrückungszeit, der Heizlast deines Hauses und der nutzbaren Temperaturspreizung rechnet er die zu speichernde Energiemenge und daraus das Wasservolumen – Q = m · c · ΔT, mit c = 4,19 kJ/(kg·K).
Beispiel: 10 kW Heizlast über 3 Stunden bei 30 K Spreizung sind 30 kWh, also rund 860 Liter. Weg 2 sind die bewährten Faustformeln: 50–100 Liter pro kW bei der Wärmepumpe (je nach Taktverhalten und Sperrzeiten des Stromtarifs) und mindestens 55 Liter pro kW Nennleistung beim Scheitholzvergaser.
Bei Holzheizungen kommt die EN-303-5-Logik dazu: Das Volumen muss die Energie einer kompletten Kesselfüllung bei der Abbranddauer aufnehmen können – in der Praxis heißt das 80–100 Liter pro kW, wenn du nur einmal pro Tag nachlegen willst, und 55–80 Liter pro kW bei dreimaligem Nachlegen. Der Rechner zeigt dir alle drei Werte und empfiehlt die größte sinnvolle Größe aus dem marktüblichen Raster (500, 800, 1.000, 1.500, 2.000 Liter).
Was ändert sich 2026 / 2027?
An der Physik ändert sich nichts – Wasser speichert 2027 genauso viel Wärme wie 2026. Geändert haben sich aber die Förderbedingungen, die indirekt die Dimensionierung beeinflussen: Seit dem 21. Juli 2026 gelten in der BEG-Heizungsförderung neue Sätze – 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, gestaffelter Einkommensbonus (10/30/40 %), maximal 80 %, förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit 28.000 €.
Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind entfallen. Ab dem 1. Februar 2027 sinken Klimageschwindigkeitsbonus und Förderhöchstbeträge schrittweise, und ab 2027 ist ein Wertschöpfungsbonus für EU-Wärmepumpen geplant (Quellen: Buderus-Förderübersicht, EnBW-Heizungsgesetz-Übersicht, Stand Oktober 2026).
Für die Speichergröße selbst bleiben die 55 l/kW beim Holzvergaser der maßgebliche Mindestwert. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Fußbodenheizung auslegen heranziehen.
Beispielrechnung mit dem pufferspeicher-rechner
Szenario: Einfamilienhaus, Heizlast 8 kW, Wärmepumpe mit 8 kW Heizleistung, Sperrzeiten des Wärmepumpentarifs 2 × 2 Stunden. Weg 1 – Physik: 8 kW × 4 Stunden = 32 kWh Überbrückung; bei 25 K nutzbarer Spreizung (z. B. 65 °C oben, 40 °C unten) braucht das 32 ÷ (1,163 Wh/l·K × 25 K) ≈ 1.100 Liter.
Weg 2 – Faustformel: 8 kW × 50–100 l/kW = 400–800 Liter. Der Rechner empfiehlt hier 1.000 Liter: Die Physik (Sperrzeit-Überbrückung) dominiert, und 1.000 Liter ist die nächstliegende Standardgröße.
Zweites Szenario: 25-kW-Holzvergaser, einmaliges Nachlegen gewünscht → 25 × 80–100 l/kW = 2.000–2.500 Liter, also 2.000 Liter plus – der BAFA-Mindestwert von 55 l/kW (1.375 Liter) wäre hier zu knapp für den Komfort.
Typische Fehler
Wärmepumpen- und Holzwerte verwechseln: Die 50–100 l/kW der Wärmepumpe reichen beim Holzvergaser nicht – der muss eine ganze Kesselfüllung bei Volllast puffern.
Nur die Nennleistung betrachten: Entscheidend ist das Lastverhalten – ein Holzvergaser verbrennt die Füllung in wenigen Stunden, die Wärmepumpe liefert kontinuierlich.
Temperaturspreizung zu optimistisch ansetzen: Wer mit 40 K rechnet, aber die Heizung nur 25 K nutzbar macht, halbiert die reale Speicherkapazität.
Sperrzeiten vergessen: Bei Wärmepumpentarifen mit Abschaltzeiten muss der Speicher die Sperrzeit überbrücken – sonst wird es kalt.
Zu klein wegen Stellplatz kaufen: Ein 500-Liter-Speicher passt leichter in den Keller, nützt aber nichts, wenn die Physik 1.000 Liter verlangt – lieber Kippmaß prüfen.
Schichtung ignorieren: Ein schlecht eingeschichteter Speicher nutzt sein Volumen nicht – Schichtenspeicher mit Rücklaufschichtrohr und Schichttrennplatte holen mehr aus jedem Liter. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Heizungstausch finanzieren.
Sonderfälle / Ausnahmen
- Hybrid Wärmepumpe + Holzvergaser: Der Holzvergaser bestimmt die Größe – seine Abbrandspitze muss vollständig gepuffert werden, die Wärmepumpe läuft dann bedarfsgerecht nach.
- Solarthermie am Puffer: Solare Erträge brauchen zusätzliches Volumen im oberen Temperaturbereich – sonst stagniert die Anlage im Sommer.
- Frischwasserstation statt Brauchwasserspeicher: Wer Trinkwasser über eine Frischwasserstation erwärmt, braucht keinen separaten Brauchwasserspeicher im Puffer – das spart Volumen.
- Bestandskeller mit niedrigem Kippmaß: Hohe schmale Speicher passen oft nicht durch Treppenhäuser – dann lieber zwei kleinere Speicher in Reihe als einen zu kleinen.
- Niedertemperatur-Heizung (Fußbodenheizung): Kleine Spreizung, aber dafür läuft die Wärmepumpe effizienter – der Rechner berücksichtigt die tatsächliche Spreizung statt eines Standardwerts.
- Nachrüstung im Bestand: Alte Heizkörper brauchen höhere Vorlauftemperaturen und damit größere Spreizung – dafür sinkt das nötige Volumen. Wer gleichzeitig auf Fußbodenheizung umstellt, sollte neu rechnen statt den alten Speicher zu übernehmen.
- Mehrere Erzeuger, ein Speicher: Bei Holz + Solar + Wärmepumpe an einem Puffer bestimmen die größte Abbrandspitze (Holz) und der höchste Temperaturbedarf gemeinsam die Größe – im Zweifel die Anlage vom Fachbetrieb hydraulisch abgleichen lassen.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Mit der Literzahl gehst du zum Heizungsbauer und vergleichst sie mit seinem Angebot – weicht seine Empfehlung stark ab, frag nach seiner Rechenlogik (Abbranddauer? Sperrzeiten?
Spreizung?). Prüfe das Kippmaß für den Transport in den Keller und die Aufstellfläche inklusive Dämmung (ein 1.000-Liter-Speicher misst mit Isolierung schnell 80–100 cm im Durchmesser).
Wenn der pufferspeicher-rechner dir z. B. 1.100 Liter ausgibt, wählst du die 1.000- oder 1.500-Liter-Standardgröße – dazwischen gibt es kaum etwas, und etwas Reserve schadet nie. Und denke an die Förderung: Lass die Anlage von einem Energieberater in der BEG-Förderlogik bestätigen, bevor du beauftragst.