Was der trockenbau-rechner pro Quadratmeter ansetzt
Die Mengenrechnung im Trockenbau folgt Systemdatenblättern der Hersteller – allen voran Knauf. Der Trockenbaurechner unterscheidet zwei Standardsysteme:
W111 – Metallständerwand, einlagig beplankt (pro m² Wandfläche, ohne Verschnitt):
- Gipskartonplatte 12,5 mm: 2,00 m²
- CW-Profil: 2,00 m
- UW-Profil: 0,70 m
- Schnellbauschrauben TN 25: 29 Stück
- Dübel/Schrauben K 6/35: 1,8 Stück
- Spachtelmasse (Uniflott): 0,50 kg
- Dichtungsband: 1,20 m, Papierbewehrungsstreifen: 2,00 m, Dämmung: 1,00 m²
W112 – Metallständerwand, zweilagig beplankt (pro m² Wandfläche, ohne Verschnitt):
- Gipskartonplatte 12,5 mm: 4,00 m²
- CW-Profil: 2,00 m
- UW-Profil: 0,70 m
- Schnellbauschrauben TN 25: 13 Stück + TN 35: 29 Stück
- Dübel/Schrauben K 6/35: 1,8 Stück
- Spachtelmasse (Uniflott): 0,80 kg
- Dichtungsband: 1,20 m, Papierbewehrungsstreifen: 2,00 m, Dämmung: 1,00 m² Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Abgehängte Decke berechnen heranziehen.
Die Logik dahinter: Die Profile hängen vom Ständerabstand (62,5 cm bei 1250 mm Plattenbreite) und von Wandlänge plus -höhe ab, nicht von der Beplankung – deshalb sind CW und UW bei W111 und W112 identisch. Die Plattenmenge verdoppelt sich bei zweilagiger Beplankung exakt.
Der Rechner multipliziert diese Werte mit deiner Wandfläche, zieht Türöffnungen ab und rechnet Profile in handelsübliche 3-m-Stangen um.
Was ändert sich 2026 / 2027?
An den Verbrauchswerten ändert sich nichts: Die Systemdatenblätter (W111/W112) sind langjährig stabil, und das Plattenformat 2000 × 1250 × 12,5 mm bleibt der Handwerker-Standard. Hersteller aktualisieren ihre technischen Unterlagen laufend, aber die Mengen pro Quadratmeter sind physikalisch begründet (Ständerabstand, Plattenbreite) und damit zeitlos.
Was sich ändern kann: Sortimente einzelner Händler (z. B. nur noch 2600-mm-Platten statt 2000-mm) – dann passt du das Plattenformat im Rechner an. Preise schwanken ohnehin und gehören nicht in diese Rechnung: Sie ist bewusst kostenfrei gehalten.
Beispielrechnung
Wand 4,00 × 2,50 m = 10,00 m², System W112, Plattenformat 2000 × 1250 mm (2,50 m²), Profile als 3-m-Stangen, 7 % Verschnitt:
Platten: 10,00 × 4,00 = 40,00 m² → 40,00 ÷ 2,50 = 16,0 → 16 Platten (plus 1 Reserve = 17). CW-Profile: 10,00 × 2,00 = 20,00 lfm → 20,00 ÷ 3 = 6,67 → 7 Stangen.
UW-Profile: 10,00 × 0,70 = 7,00 lfm → 7,00 ÷ 3 = 2,33 → 3 Stangen. Schrauben: 10 × 13 = 130 × TN 25, 10 × 29 = 290 × TN 35.
Spachtelmasse: 10,00 × 0,80 = 8,00 kg → 2 Säcke à 5 kg (Uniflott). Dämmung: 10,00 × 1,00 = 10,00 m² Mineralwolle.
Dichtungsband: 10,00 × 1,20 = 12,00 lfm.
Mit Türöffnung (0,90 × 2,00 m = 1,80 m²): Wandfläche 10,00 − 1,80 = 8,20 m² → Platten 8,20 × 4,00 ÷ 2,50 = 13,1 → 14 Platten; Profile sinken proportional. Die Türöffnung frisst überproportional Plattenverschnitt (Sturzbereich) – der Rechner schlägt deshalb bei Öffnungen automatisch eine Platte Reserve vor. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Dämmung berechnen.
Vergleich W111 (gleiche Wand, ohne Tür): Platten 10 × 2,00 ÷ 2,50 = 8 Platten – halb so viele, aber auch halb so viel Schallschutz und Stabilität.
Typische Fehler
- W111 und W112 verwechseln: Einlagig bestellen, zweilagig bauen wollen – dann fehlen exakt die Hälfte der Platten und die längeren Schrauben.
- Profile in Metern kaufen: Händler verkaufen 3-m- (oder 4-m-)Stangen; 20 lfm CW sind 7 Stangen, nicht "20 Meter" – und Abschnitte unter 50 cm sind kaum nutzbar.
- Schraubenlänge vergessen: Zweilagig braucht zwei Längen (TN 25 für die erste, TN 35 für die zweite Lage) – wer nur eine Sorte kauft, steht bei der zweiten Lage still.
- Türöffnung nicht abziehen: 1,80 m² weniger Wandfläche sind bei W112 über 7 m² Platten weniger – das ist bares Geld.
- Spachtel zu knapp: Die Fugen zweilagiger Wände brauchen mehr Masse (0,80 statt 0,50 kg/m²); ein Sack zu wenig stoppt die Arbeit für einen Tag.
- Dämmung vergessen: Sie steht nicht auf jedem Einkaufszettel, gehört aber in jede Trennwand – Schallschutz ohne Dämmung ist halb so viel wert.
Sonderfälle / Ausnahmen
- Feuchträume (Bad): Statt Standard-GKB nimmst du imprägnierte Platten (GKBI, grün) – die Verbrauchswerte pro m² bleiben identisch, nur der Plattentyp ändert sich.
- Holzständer statt Metall: Bei Holzunterkonstruktion entfallen CW/UW-Profile; du brauchst Kanthölzer im gleichen Raster (62,5 cm) plus entsprechende Schrauben – die Platten- und Spachtelmengen bleiben gleich.
- Vorsatzschale (einseitig): Nur eine Wandseite beplanken: Plattenmenge halbieren (W111: 1,00 m² pro m²), Profile nach Konstruktion (meist CD/UD-Deckenprofile an der Wand).
- Doppelte Beplankung versetzt: Die zweite Lage wird um eine halbe Plattenbreite versetzt montiert – das ändert nichts an der Menge, aber plane 10 % statt 7 % Verschnitt für die vielen Schnitte.
- Abgehängte Decke: Decken folgen anderen Systemen (CD-Profile, Abhänger, andere Plattenformate) – dafür gibt es die eigene Seite zum Deckenrechner.
- Erhöhter Schallschutz: Für Wände zwischen Schlafzimmer und Bad oder zu Nachbarwohnungen gibt es Systeme mit doppelter Beplankung plus dickerer Dämmung – die Verbrauchswerte pro m² bleiben gleich, nur Dämmdicke und Plattentyp ändern sich.
- Brandschutz (F30): Feuerwiderstandsklassen verlangen spezielle Platten (GKF, rot) und definierte Beplankungsdicken – die Mengenrechnung bleibt identisch, aber die Systemwahl trifft der Brandschutznachweis, nicht der Rechner.
- Installationswände: Für Wände mit vielen Leitungen (Bad, Küche) gibt es Doppelständer-Systeme (z. B. W115) mit zwei getrennten Profilreihen – hier verdoppeln sich die Profilmeter annähernd, die Plattenmenge bleibt wie bei W112.
- Dachschrägenbekleidung: Schrägen werden meist direkt auf Lattung oder mit Justierprofilen beplankt – Profile entfallen teilweise, Platten- und Spachtelmengen pro m² bleiben vergleichbar, aber der Verschnitt steigt wegen der vielen Schrägschnitte auf 10–15 %.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Das Ergebnis ist deine Einkaufsliste für den Baustoffhändler: Platten in Stück, Profile in Stangen, Schrauben in Stück, Spachtel in Säcken. Nimm die Liste mit – und kaufe Platten und Profile aus einer Lieferung, damit alle Stangen gerade und alle Platten aus derselben Produktion sind.
Wenn dir der trockenbau-rechner 16 Platten ausgibt, bestelle 17: Eine Platte geht beim Zuschnitt fast immer drauf, und eine einzelne Platte nachzukaufen kostet dich Anfahrt und Zeit. Hinweis: Diese Mengenberechnung ersetzt keine Beratung durch einen Trockenbauer oder Statiker – etwa bei tragenden Anforderungen, Brandschutz oder Schallschutz-Nachweisen.