So funktioniert der innendaemmung-rechner
Du beschreibst zuerst deine Bestandswand: Dicke und Baustoff (oder direkt den bekannten U-Wert). Dann wählst du Dämmstoff und Dämmstärke.
Typische Wärmeleitfähigkeiten: Holzfaser etwa λ = 0,040, Mineralwolle der Wärmeleitgruppe 035 etwa λ = 0,035 – je kleiner der Wert, desto besser dämmt das Material bei gleicher Dicke. Dazu gibst du die zu dämmende Wandfläche und einen Kostenansatz pro Quadratmeter ein; vorbelegt ist die Spanne von 50 bis 210 Euro nach co2online.
Der Rechner ermittelt den U-Wert vorher und nachher, die Dämmstärke, die du für den Zielwert 0,24 brauchst, die Materialmenge, die Kostenspanne und eine qualitative Einschätzung zum Feuchterisiko deines gewählten Systems. So siehst du nicht nur eine Zahl, sondern ob dein Aufbau bauphysikalisch überhaupt sinnvoll ist.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes. Für Bestandsgebäude schreibt § 36 in Verbindung mit Anlage 7 vor: Werden Außenbauteile geändert und sind mehr als zehn Prozent der jeweiligen Bauteilgruppe betroffen, darf die Außenwand höchstens einen U-Wert von 0,24 W/(m²·K) aufweisen.
Die Regelung zielt dabei auf Dämmschichten und Bekleidungen auf der Außenseite sowie die Erneuerung des Außenputzes.
Wichtig für dich: Daraus folgt nicht, dass jede freiwillig angebrachte Innendämmung automatisch auf 0,24 gebracht werden muss. Zusätzliche Anforderungen können sich aber aus Förderbedingungen, dem Mindestwärmeschutz, dem Feuchteschutz oder dem Denkmalschutz ergeben.
Für 2027 ist keine Änderung dieser Vorgaben verkündet.
Beispielrechnung
Bestandswand: 36,5 cm Vollziegel mit λ = 0,80. Der Wärmedurchlasswiderstand der Ziegelschicht beträgt 0,365 ÷ 0,80 = 0,456.
Dazu die Übergangswiderstände innen (0,13) und außen (0,04): R_gesamt = 0,13 + 0,456 + 0,04 = 0,626. Der U-Wert ist der Kehrwert: U = 1 ÷ 0,626 = 1,60 W/(m²·K). Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Außendämmung als Alternative durchrechnen heranziehen.
Jetzt 10 cm Dämmung mit λ = 0,035 (WLG 035): R_Dämmung = 0,10 ÷ 0,035 = 2,857. R_gesamt = 0,626 + 2,857 = 3,483, also U = 1 ÷ 3,483 = 0,29 W/(m²·K) – eine deutliche Verbesserung, aber noch über dem Zielwert 0,24.
Für U = 0,24 brauchst du R_gesamt = 1 ÷ 0,24 = 4,167. Abzüglich Bestand (0,626) bleiben 3,541 für die Dämmung: d = 3,541 × 0,035 = 0,124 m, also rund 13 cm.
Mit 13 cm erreichst du U ≈ 0,23. Dieses Beispiel zeigt, wie der innendaemmung-rechner Schicht für Schicht vom Bestandswert zum Ziel-U-Wert rechnet – und was das in Euro bedeutet: Bei 40 Quadratmetern Wandfläche und 120 Euro pro Quadratmeter liegst du bei 4.800 Euro; mit der co2online-Spanne von 50 bis 210 Euro pro Quadratmeter ergibt sich eine Bandbreite von 2.000 bis 8.400 Euro.
Typische Fehler
Dampfbremse mit Lücken: Bei Mineralwolle oder Holzfaser mit Dampfbremse entscheidet die lückenlose Verlegung – jede undichte Stelle (Steckdose, Rohrdurchführung) wird zur Kondensatfalle.
Luftschichten hinter der Dämmung: Jeder Hohlraum unterbricht den Kapillartransport der Feuchte zur Raumseite.
Der Dämmstoff muss vollflächig mit mineralischem Mörtel verklebt oder angedübelt werden. 3.
Anschlüsse ignorieren: Fensterlaibungen, Heizkörpernischen, Wand- und Deckenanschlüsse sind klassische Wärmebrücken. Ohne Flankendämmung kühlen diese Stellen aus – Schimmelgefahr trotz gedämmter Fläche.
- Nur den U-Wert optimieren: Der beste U-Wert nützt nichts, wenn das System nicht zur Wand und zur Raumnutzung passt.
Feuchteschutz steht bei der Innendämmung immer an erster Stelle. 5.
Zu dünn aus Angst vor Flächenverlust: Jede Dämmstärke kostet Wohnraum – aber eine zu dünne Schicht verfehlt den Zielwert und war trotzdem teuer. 6.
Falscher Untergrund: Unebene, sandende oder feuchte Untergründe müssen vorbereitet werden, sonst entstehen Hohlstellen und die Dämmung hält nicht. 7.
Lüftungsverhalten nicht anpassen: Gedämmte Wände verzeihen weniger. Wer nach der Sanierung lüftet wie früher, riskiert trotz korrekten Aufbaus Feuchteprobleme.
Sonderfälle / Ausnahmen
Denkmalschutz und Fassaden-Tabu: Genau hier spielt die Innendämmung ihre Stärke aus – wenn die Fassade aus gestalterischen oder rechtlichen Gründen nicht verändert werden darf, ist sie oft die einzige Option. Plane dann besonders sorgfältig, weil Fehler von außen nicht korrigierbar sind.
Fachwerk: Hier sind kapillaraktive Systeme (z. B. Holzfaser, Kalziumsilikat) erste Wahl. Eine dampfdichte Schicht, die den Kapillartransport blockiert, kann im Fachwerk mehr schaden als nutzen.
Feuchträume: In Bädern und Küchen mit dauerhaft hoher Luftfeuchte brauchst du entweder dichte Systemaufbauten oder spezielle Dampfbremsbahnen, die zur kapillaren Ableitung der Feuchte fähig sind – immer mit innigem Kontakt zu den angrenzenden Baustoffen.
Schlagregen-exponierte Wände: Dringt regelmäßig Feuchte von außen ein, muss die Abführung des Kondensats an der Außenseite sichergestellt sein. Bei häufigem Feuchteeintrag in exponierten Lagen stößt die Innendämmung an Grenzen – das prüft der Fachmann mit Programmen wie WUFI oder Delphin, nicht mit einer Faustformel. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Wann sich die Innendämmung über Heizkosten trägt.
Ungeheizte Nachbarräume: Grenzt die Wand an unbeheizte Räume, in die feuchtwarme Luft eindringen kann, gelten verschärfte Anforderungen an den Feuchteschutz. Bei Fachwerk, Denkmalschutz oder Schlagregen-Fassaden warnt der innendaemmung-rechner vor Standardlösungen und verweist auf die Feuchteprüfung durch einen Energieberater.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Liegt dein neuer U-Wert bei oder unter 0,24, erfüllst du den Anforderungswert der Anlage 7 – ein gutes Argument auch für Förderanträge. Liegt er darüber, prüfe, ob mehr Dämmstärke oder ein besserer λ-Wert wirtschaftlich sinnvoll sind, statt dich mit einem Kompromiss zu begnügen, der weder Fisch noch Fleisch ist.
Die Kostenspanne ist bewusst ehrlich weit: Teuer werden fast immer die Details – Laibungen, Anschlüsse, Putzarbeiten. Hole dir Handwerkerangebote auf Basis deiner Wandfläche und deines Ziel-U-Werts ein, und lasse bei unsicherem Wandaufbau einen Energieberater den Feuchteschutz prüfen.
Ob sich die Maßnahme über die Heizkostenersparnis trägt, rechnest du anschließend mit dem Amortisationsrechner durch.
Dieser Rechner dient nur der Orientierung und ersetzt keine bauphysikalische Planung durch einen Energieberater oder Architekten.