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Alltag & Rechner • Geprüfte Rechenlogik 2026/2027

**Waermepumpe-rechner: Leistung, JAZ & Bivalenzpunkt**

Du planst eine Wärmepumpe und fragst dich, wie groß sie sein muss – und was sie an Strom frisst? Der waermepumpe-rechner beantwortet beides in einer Rechnung: Er ermittelt die nötige Heizleistung in Kilowatt, schätzt die Jahresarbeitszahl (JAZ) aus deiner Wärmequelle und Vorlauftemperatur und zeigt, ab welchem Bivalenzpunkt ein Heizstab zuheizen muss. Du bekommst Auslegungsleistung, Jahresstrombedarf und Heizstabanteil – plus die aktuelle BEG-Förderung als Einordnung.

Interaktiver Waermepumpe-rechner

Offizieller BMF- & Gesetzesstand 2026/2027

Live-Berechnung
kW

Hilfetext: Aus Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Unbekannt? Nutze unseren Heizlast-...

m²

Auswahl: Einfamilienhaus / Mehrfamilienhaus

Auswahl: Außenluft / Erdsonde / Grundwasser

Auswahl: 35 / 45 / 55

°C

Standard: −5, einstellbar von −15 bis +5

kWh

optional, Standard: aus Heizlast geschätzt

Standard: 32

Berechnungsergebnis
Auslegungsleistung
2.348,50 €

Exakt ermittelt nach Vorgaben 2026

Detaillierte Aufschlüsselung
Geschätzte Jahresarbeitszahl 642,80 €
Jahresstrombedarf 1.705,70 €
Effektiver Belastungssatz 27,4 %
Ergebnis exportieren:

„Planungshilfe, keine Fachplanung. Förderangaben ohne Gewähr – maßgeblich sind die KfW-Bedingungen zum Antragszeitpunkt. Ersetzt keine Beratung durch einen Fachbetrieb.

Auf den Punkt: Direkte Antwort

Die richtige Wärmepumpengröße folgt aus deiner Heizlast in Kilowatt plus einem Zuschlag für Warmwasser – als Richtwert 2 Watt pro Quadratmeter Energiebezugsfläche im Einfamilienhaus und 3 Watt pro Quadratmeter im Mehrfamilienhaus. Die Jahresarbeitszahl sagt dir, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden: In der Praxis meist 3,0 bis 4,5, je nach Wärmequelle und Vorlauftemperatur. Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unterhalb derer ein elektrischer Heizstab zuheizt; je tiefer er liegt, desto seltener läuft der teure Direktstrom. Mit dem waermepumpe-rechner oben rechnest du alle drei Größen aus deinen eigenen Angaben aus.

So funktioniert die Berechnung

Der Rechner arbeitet in vier Schritten – „So berechnen wir":

Schritt 1: Auslegungsleistung in kW. Ausgangspunkt ist die Heizlast deines Gebäudes in Kilowatt.

Kennst du sie nicht, hilft dir der Heizlast-Rechner weiter; grob gilt: Ein saniertes Einfamilienhaus braucht oft 30–60 W/m², ein unsanierter Altbau deutlich mehr. Dazu addiert der Rechner den Warmwasser-Zuschlag: 2 W/m² Energiebezugsfläche im Einfamilienhaus, 3 W/m² im Mehrfamilienhaus (Richtwerte aus dem Schweizer WP-System-Modul für die Dimensionierung).

Die Summe ist die Leistung, die deine Wärmepumpe im Auslegungsfall liefern muss.

Schritt 2: Jahresarbeitszahl schätzen. Die JAZ ist das Verhältnis von gelieferter Wärmemenge zu verbrauchtem Strom über ein ganzes Jahr.

Sie hängt vor allem von zwei Dingen ab: der Wärmequelle und der Vorlauftemperatur. Typische Praxisspannen: Luft/Wasser-Wärmepumpen erreichen etwa 3,0, Erdwärmepumpen mit Sonde 3,5 bis 4,0 und Grundwasser-Wärmepumpen 4,0 bis 5,0 (Energieinstitut Vorarlberg).

Wichtig: Der COP aus dem Datenblatt ist ein Laborwert nach EN 14511 bei festen Prüfpunkten – die JAZ ist das, was in deinem Haus über das Jahr wirklich ankommt, und sie liegt fast immer unter dem Prospekt-COP.

Schritt 3: Strombedarf und Wärmepreis. Jahresstrombedarf = Jahreswärmebedarf geteilt durch JAZ.

Bei 14.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,5 sind das 4.000 kWh Strom. Dein effektiver Wärmepreis = Strompreis geteilt durch JAZ: Bei 32 Cent Strompreis und JAZ 3,5 zahlst du gut 9 Cent pro Kilowattstunde Wärme – das ist die Zahl, mit der du Gas oder Öl ehrlich vergleichen kannst. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Heizlast berechnen heranziehen.

Schritt 4: Bivalenzpunkt und Heizstabanteil. Unterhalb des Bivalenzpunkts schafft die Wärmepumpe die nötige Leistung oder Temperatur nicht mehr allein, dann heizt ein elektrischer Heizstab zu (Betriebsweise „monoenergetisch").

Je höher deine nötige Vorlauftemperatur, desto früher – also bei milderen Außentemperaturen – ist dieser Punkt erreicht. Der Rechner schätzt daraus den Heizstabanteil an der Jahresarbeit: Er ist der teuerste Strom im ganzen System, weil der Heizstab mit JAZ 1,0 arbeitet.

Was ändert sich 2026 / 2027?

BEG-Förderung seit 21. Juli 2026: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde neu aufgestellt. Aktuell gelten: 30 % Grundförderung auf den Heizungstausch im Bestand, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus für selbstnutzende Eigentümer beim Ersatz einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alten Gas- bzw. Biomasseheizung, dazu ein gestaffelter Einkommensbonus von bis zu 40 %.

Insgesamt sind maximal 80 % der förderfähigen Kosten drin, der Kostendeckel liegt bei 28.000 Euro für die erste Wohneinheit (KfW-Programm 458).

Ab 1. Februar 2027 sinkt die Förderung schrittweise: Der Klimageschwindigkeitsbonus fällt halbjährlich um 4 Prozentpunkte (12 % → 8 % → 4 % → 0 % ab 1. August 2028), und der Förderhöchstbetrag sinkt halbjährlich um 750 Euro (27.250 € → 26.500 € → 25.750 € → 25.000 €, bis 22.000 € Ende 2030). Ab dem ersten Quartal 2027 kommt ein Wertschöpfungsbonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen dazu – für Geräte von außerhalb der EU sinkt die Grundförderung gleichzeitig auf 15 %.

Grün-zu-Grün wird ab 2027 stark gekürzt: Wer eine bestehende Wärmepumpe-, Pellet- oder Stückholzheizung ersetzen will, bekommt ab 2027 nur noch Förderung, wenn die Altanlage vor dem 1. Januar 2008 eingebaut wurde – und dann werden nur 25 % der Gesamtkosten als förderfähige Ausgaben angesetzt. Seit dem 21. Juli 2026 entfallen außerdem der Effizienzbonus für Wärmepumpen und der Emissionsminderungszuschlag ersatzlos.

GEG bleibt: Die 65-%-EE-Pflicht des Gebäudeenergiegesetzes für neue Heizungen gilt weiter – umso wichtiger ist eine saubere Auslegung, weil die Wärmepumpe die Hauptlast tragen muss.

Beispielrechnung

Ein Einfamilienhaus, 140 m² Energiebezugsfläche, Luft/Wasser-Wärmepumpe, Vorlauftemperatur 35 °C (Fußbodenheizung):

  1. Heizlast laut Heizlast-Rechner: 6,5 kW (Annahme).

  2. Warmwasser-Zuschlag: 140 m² × 2 W/m² = 280 W ≈ 0,3 kW.

  3. Auslegungsleistung: 6,5 + 0,3 = 6,8 kW → gewählt wird das nächstgrößere Modell, also 7 kW.

  4. Jahreswärmebedarf (Heizung + Warmwasser): 13.000 kWh (Annahme).

  5. JAZ: 3,5 (Annahme, Mitte der Praxisspanne für Luft/Wasser bei niedriger Vorlauftemperatur).

  6. Strombedarf: 13.000 / 3,5 = 3.714 kWh pro Jahr.

  7. Stromkosten bei 32 ct/kWh (Annahme): 3.714 × 0,32 € = 1.189 € pro Jahr.

Effektiver Wärmepreis: 0,32 / 3,5 = 9,1 ct/kWh. 8.

Bivalenzpunkt −5 °C (Annahme): Heizstabanteil grob 4 % der Jahresarbeit ≈ 520 kWh Direktstrom. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Heizkosten vergleichen.

Ergebnis: 7 kW Geräteleistung, rund 3.700 kWh Strom im Jahr, knapp 1.190 € Stromkosten – vor Förderung und ohne Wartung.

Typische Fehler

  1. COP mit JAZ verwechseln.

Der Prospekt-COP gilt für einen Prüfpunkt im Labor (EN 14511). Was deine Stromrechnung bestimmt, ist die JAZ über das ganze Jahr – inklusive Abtauzyklen, Warmwasser und Heizstab.

  1. Vorlauftemperatur zu hoch ansetzen.

Jede unnötig hohe Vorlauftemperatur drückt die JAZ. 55 °C statt 35 °C können aus einer guten Anlage eine mittelmäßige machen – der Temperaturhub zwischen Quelle und Heizkreis ist der größte Effizienzhebel überhaupt.

  1. Überdimensionieren („lieber zu groß").

Eine zu große Wärmepumpe taktet – sie schaltet ständig ein und aus, das verschleißt den Verdichter und senkt die JAZ. Richtig ist: knapp über der Auslegungsleistung bleiben.

  1. Warmwasser vergessen.

Warmwasser macht je nach Haushalt 10–20 % des Wärmebedarfs aus. Wer nur die Heizlast rechnet, dimensioniert zu klein.

  1. Bivalenzpunkt zu hoch einstellen.

Ein zu früh einsetzender Heizstab frisst mit JAZ 1,0 den Effizienzvorteil auf. Der Punkt gehört so tief wie möglich – so hoch wie nötig.

  1. Förderung zu spät beantragen.

Bei der KfW muss der Antrag vor Vorhabenbeginn gestellt werden – also vor der Beauftragung. Wer erst unterschreibt und dann beantragt, geht leer aus.

Sonderfälle / Ausnahmen

  • Altbau mit Heizkörpern: Bei nötigen Vorlauftemperaturen von 55–65 °C sinkt die JAZ einer Luft/Wasser-Pumpe deutlich. Optionen: größere Heizkörper oder Gebläsekonvektoren für niedrigere Vorlauftemperaturen, bivalente Lösung oder Erdwärme als Quelle.
  • Reine Brauchwasser-Wärmepumpe: Wird separat ausgelegt – hier zählen nur Personenanzahl und Zapfprofil, nicht die Heizlast. Dafür gibt es eigene Rechnerlogik.
  • Hybridanlage (Wärmepumpe + Gas): Der Bivalenzpunkt wird zum Umschaltpunkt zwischen den Erzeugern. Die Auslegung folgt dann wirtschaftlichen statt rein technischen Kriterien.
  • Sehr kalte Regionen: Die Norm-Außentemperatur deines Standorts bestimmt den Auslegungsfall. Moderne Luft/Wasser-Geräte arbeiten monoenergetisch bis etwa −10 °C, darunter hilft nur der Heizstab oder ein zweiter Erzeuger.
  • Mehrfamilienhaus: Warmwasser-Zuschlag 3 W/m², oft Kaskaden aus mehreren Geräten und getrennte Betrachtung von Heizung und Warmwasser.
  • PV-Anlage auf dem Dach: Eigenverbrauch verbessert die Wirtschaftlichkeit spürbar, ändert aber nichts an der kW-Auslegung – die richtet sich nach dem kältesten Tag, nicht nach der Sonne.

Was der waermepumpe-rechner dir sagt – und was nicht

Der Rechner liefert dir eine belastbare Planungsgröße: die Auslegungsleistung in kW, den geschätzten Jahresstrombedarf, den effektiven Wärmepreis und eine Einordnung des Heizstabanteils. Damit kannst du Angebote vergleichen, die Förderhöhe abschätzen und erkennst sofort, ob ein angebotenes Gerät grob über- oder unterdimensioniert ist.

Was er nicht ersetzt: die finale Auslegung durch den Fachbetrieb. Dazu gehören die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831, der hydraulische Abgleich, die Prüfung der Schallimmissionen beim Außengerät und die Dimensionierung von Pufferspeicher und Warmwasserbereitung.

Nutze das Ergebnis als Gesprächsgrundlage – und stelle den KfW-Förderantrag, bevor du einen Auftrag unterschreibst. Für die Gebäudeseite der Rechnung hilft dir der Heizlast-Rechner, für den Kostenvergleich der Heizkosten-Rechner.

Mathematische Formel-Spezifikation

Exakte Berechnungsvorschrift nach Gesetzesgrundlage

**Eingaben (alle Pflicht außer Jahreswärmebedarf):** - heizlast_kw (2–100), energiebezugsflaeche_m2, gebaeudetyp (EFH/MFH), waermequelle (luft/erdsonde/grundwasser), vorlauftemperatur_c (35/45/55), bivalenzpunkt_c (−15…+5, Standard −5), strompreis_ct_kwh (Standard 32), jahreswaermebedarf_kwh (optional) **Formeln:** 1. WW-Zuschlag: `ww_kw = energiebezugsflaeche_m2 × 0,002` (EFH) bzw. `× 0,003` (MFH) — Quelle: Richtwerte WP-System-Modul Schweiz (2 W/m² EFH, 3 W/m² MFH, bezogen auf Energiebezugsfläche). 2. Auslegungsleistung: `p_kw = heizlast_kw + ww_kw`, gerundet auf 0,5 kW; Empfehlung: nächstgrößeres Marktmodell. 3. JAZ-Schätzung: Spannenmitte der verifizierten Praxiswerte (Energieinstitut Vorarlberg), einstellbar: Luft 3,0 (Spanne ~2,8–3,5) / Erdsonde 3,75 (3,5–4,0) / Grundwasser 4,5 (4,0–5,0). Hinweis: COP nach EN 14511 ist Laborwert, kein Ersatz. 4. Strombedarf: `strom_kwh = jahreswaermebedarf_kwh / jaz`. Falls kein Jahreswärmebedarf eingegeben: `jahreswaermebedarf_kwh = p_kw × 1.800` (Vollbenutzungsstunden, Annahme, als solche kennzeichnen). 5. Wärmepreis: `waermepreis_ct = strompreis_ct_kwh / jaz`. 6. Heizstabanteil (heuristische Schätzung, als solche kennzeichnen): `heizstab_pct = clamp((bivalenzpunkt_c + 10) × 1,0, 1, 15)` — je höher der Bivalenzpunkt, desto größer der Direktstromanteil. Kein Normwert; Ausgabe mit Hinweis „grobe Schätzung". 7. BEG-Richtwert: `foerderung = min(p_kw × kosten_pro_kw_annahme, 28.000) × satz` mit satz = 0,30 + 0,16 (falls fossiler Tausch) + einkommensbonus (0–0,40), gedeckelt auf 0,80. Ab Antragsdatum ≥ 01.02.2027: Klimabonus und Kostendeckel nach Degressionsstufen (siehe Abschnitt 7) staffeln; Q1-2027-Wertschöpfungsbonus 15 % für EU-Geräte berücksichtigen. **Rundung/Ausgabe:** kW auf 1 Dezimale, kWh ganzzahlig, Euro ganzzahlig.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Gesetzen und Besonderheiten

1 Welche Leistung braucht eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?

Das hängt von Dämmstandard und Größe ab, nicht von einer Faustformel. Ein saniertes Einfamilienhaus mit 140 m² liegt oft bei 6–9 kW Auslegungsleistung, ein unsanierter Altbau gleicher Größe schnell bei 12–16 kW. Rechne oben mit deiner Heizlast plus Warmwasser-Zuschlag – das Ergebnis ist deutlich verlässlicher als jede kW-pro-m²-Tabelle.

2 Was bedeutet die Jahresarbeitszahl (JAZ)?

Die JAZ ist das Verhältnis von gelieferter Wärme zu verbrauchtem Strom über ein ganzes Jahr. Eine JAZ von 3,5 heißt: Aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme – zwei Drittel bis drei Viertel der Energie kommen also gratis aus der Umwelt (Luft, Erde oder Grundwasser). Je höher die JAZ, desto niedriger deine Stromrechnung.

3 Was ist der Bivalenzpunkt?

Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unterhalb derer die Wärmepumpe den Wärmebedarf nicht mehr allein deckt und ein elektrischer Heizstab zuheizt. Beispiel: Bei einem Bivalenzpunkt von −5 °C läuft alles darüber allein über die Wärmepumpe, darunter hilft der Heizstab. Der waermepumpe-rechner nutzt den von dir eingestellten Bivalenzpunkt, um den Heizstabanteil an der Jahresarbeit zu schätzen – je tiefer der Punkt, desto weniger teurer Direktstrom.

4 COP oder JAZ – was zählt für mich?

Für deine Stromrechnung zählt die JAZ. Der COP ist ein Laborwert nach EN 14511 bei einem festen Betriebspunkt – gut zum Vergleichen von Geräten, aber er ignoriert Abtauzyklen, Teillast und Warmwasserbereitung. Die JAZ misst das ganze Jahr im echten Betrieb. Ein Gerät mit tollem COP, aber falscher Auslegung, verliert in der Praxis gegen ein schlechteres Gerät mit sauberer Planung.

5 Welche Vorlauftemperatur braucht eine Wärmepumpe?

So niedrig wie möglich. Mit Fußbodenheizung sind 30–35 °C ideal, mit großzügig dimensionierten Heizkörpern 40–45 °C, mit alten kleinen Heizkörpern 55 °C und mehr. Der Zusammenhang ist direkt: Je größer der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Heizkreis, desto schlechter die JAZ. Die Vorlauftemperatur ist deshalb die wichtigste Eingabe im Rechner nach der Heizlast.

6 Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau mit Heizkörpern?

Oft ja, aber nicht blind. Entscheidend ist die nötige Vorlauftemperatur: Schaffst du mit größeren Heizkörpern oder einem hydraulischen Abgleich 50 °C oder weniger, arbeitet auch eine Luft/Wasser-Pumpe wirtschaftlich. Bei 65–70 °C wird es eng – dann sind Erdwärme, eine bivalente Lösung oder erst die Dämmung die ehrlichere Antwort. Das GEG mit seiner 65-%-EE-Pflicht lässt dir beim Heizungstausch ohnehin kaum eine Alternative.

7 Was heißt monoenergetisch?

Monoenergetisch heißt: ein Energieträger (Strom), zwei Erzeuger – die Wärmepumpe plus ein elektrischer Heizstab für die Spitzenlast unterhalb des Bivalenzpunkts. Das ist die Standard-Betriebsweise im Einfamilienhaus. Davon zu unterscheiden: monovalent (nur die Wärmepumpe, ohne Heizstab) und bivalent (zwei Energieträger, z. B. Wärmepumpe plus Gas).

8 Wie viel Förderung bekomme ich 2026 und 2027 für eine Wärmepumpe?

Für Anträge bis 31. Januar 2027: 30 % Grundförderung, dazu 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Ersatz einer alten fossilen Heizung und bis zu 40 % Einkommensbonus – maximal 80 % von höchstens 28.000 Euro förderfähigen Kosten. Ab 1. Februar 2027 sinken Klimabonus (halbjährlich −4 Prozentpunkte) und Kostendeckel (halbjährlich −750 Euro) schrittweise; ab dem 1. Quartal 2027 gibt es 15 % Wertschöpfungsbonus für in der EU gefertigte Geräte.

9 Ersetzt der Rechner den Heizungsbauer?

Nein. Der Rechner gibt dir eine solide Planungsgröße für Leistung, Strombedarf und Förderung – damit gehst du vorbereitet ins Gespräch und erkennst schlechte Angebote. Die verbindliche Auslegung mit raumweiser Heizlast nach DIN EN 12831, hydraulischem Abgleich und Schallnachweis bleibt Handwerk. Nutze das Ergebnis als Checkliste für das Fachgespräch, nicht als Ersatz dafür.

Stand: Oktober 2026. Hinweis: Dieser Rechner ersetzt keine Beratung durch einen Fachbetrieb oder Energieberater; alle Werte sind Planungshilfen auf Basis öffentlich verfügbarer Richtwerte und Förderbedingungen.

Geprüfte Quellen & Rechtsgrundlagen

  • • KfW – Bundesförderung für effiziente Gebäude, Programm 458 (Heizungsförderung): Fördersätze, Boni, Kostendeckel 28.000 €, Antrag vor Vorhabenbeginn.
  • • BMWK / Gesetze im Internet – Gebäudeenergiegesetz (GEG): 65-%-EE-Pflicht für neue Heizungen.
  • • DIN EN 12831 – Verfahren zur Berechnung der Heizlast von Gebäuden.
  • • EN 14511 – Leistungsprüfung von Wärmepumpen (COP-Prüfstand).
  • • WP-System-Modul Schweiz – Dimensionierung Warmwasser: zusätzlicher Wärmeerzeugerleistungsbedarf 2 W/m² (EFH) / 3 W/m² (MFH) bezogen auf die Energiebezugsfläche.
  • • Energieinstitut Vorarlberg – typische Jahresarbeitszahlen: Luft ~3, Erdsonde 3,5–4, Grundwasser 4–5.
  • • Stadt Waiblingen, Merkblatt Wärmepumpe – Definition der Jahresarbeitszahl (Nutzwärme zu Strom über ein Jahr).
  • • EnBW (Heizungsgesetz 2026, Stand Oktober 2026), EWE (Wärmepumpenkosten & BEG), Elektropraktiker (Stichtag 01.02.2027), Energie-Experten.org und SmartHome-Kompass – BEG-Degression ab 01.02.2027 (Klimabonus −4 PP halbjährlich, Kostendeckel −750 € halbjährlich, Wertschöpfungsbonus 15 % EU-Geräte ab Q1 2027, Grün-zu-Grün-Kürzung); verifiziert am 16.10.2026.