So funktioniert der anhaengelast-rechner
So berechnen wir: Der Rechner prüft dein Gespann in fünf Schritten — alle Werte nimmst du aus deiner Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein).
Schritt 1 — Gebremste Anhängelast (O.1). Das tatsächliche Gewicht deines Anhängers (Achslast plus Stützlast) darf O.1 nicht überschreiten.
Zusätzlich gilt die gesetzliche Obergrenze: Bei Pkw darf die gezogene Anhängelast die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeugs (Feld F.1) nicht überschreiten, und das tatsächliche Anhängergewicht nie mehr als 3.500 kg betragen (§ 42 Abs. 1 StVZO).
Schritt 2 — Ungebremste Anhängelast (O.2). Hier gilt die Formel aus § 42 Abs. 2 StVZO: maximal die Hälfte des um 75 kg erhöhten Leergewichts (Feld G), und nie mehr als 750 kg.
Beispiel: Leergewicht 1.420 kg → (1.420 + 75) / 2 = 747,5 kg → maßgeblich sind 747,5 kg, weil sie unter 750 kg liegen. Der eingetragene O.2-Wert darf diese Grenze nicht überschreiten — tut er es doch, gilt der kleinere Wert.
Schritt 3 — Stützlast (Feld 13). Die Stützlast ist das Gewicht, das die Anhängerdeichsel auf die Kupplung drückt.
Es gilt der kleinere Wert aus zwei Angaben: der Stützlast deines Autos (Feld 13) und der Stützlast der Anhängerkupplung (Typenschild). Typische Pkw-Werte liegen bei 50 bis 100 kg.
Schritt 4 — Führerschein-Check. Hier zählt die zulässige Gesamtmasse (zGM), nicht das tatsächliche Gewicht: Klasse B reicht, wenn der Anhänger höchstens 750 kg zGM hat — oder wenn er schwerer ist, aber Auto (F.1) plus Anhänger (zGM) zusammen höchstens 3.500 kg ergeben.
Reicht das nicht, prüft der Rechner B96 (Kombination bis 4.250 kg) und BE (Anhänger bis 3.500 kg zGM).
Schritt 5 — Tempo-100-Check. Ohne Tempo-100-Plakette gilt für Gespanne auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen 80 km/h.
Mit Plakette sind 100 km/h erlaubt, wenn die zulässige Gesamtmasse des Anhängers höchstens das X-Fache der Leermasse deines Autos beträgt: X = 0,3 (ungebremst), 0,8 (gebremst ohne Schwingungsdämpfer), 1,0 (Wohnanhänger mit Bremse, Dämpfern und Stabilisierungskupplung), 1,1 bzw. 1,2 bei Nutzanhängern mit entsprechender Ausstattung. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Was kostet Überladung? Bußgeld und Punkte prüfen heranziehen.
Was ändert sich 2026 und 2027?
An den Anhängelast-Regeln des § 42 StVZO ändert sich 2026 nichts — die Vorschrift gilt in ihrer bewährten Form weiter, und auch die Tempo-100-Regelung (9. Ausnahme-Verordnung zur StVO) bleibt unverändert.
Für 2027 sind derzeit keine Änderungen bei Anhängelasten, Stützlast oder den Fahrerlaubnisklassen B/B96/BE angekündigt. Was sich laufend ändert, sind die eingetragenen Werte neuer Fahrzeuge: Bei vielen aktuellen Modellen — auch Elektroautos — fallen O.1 und O.2 je nach Motorisierung und Getriebe sehr unterschiedlich aus, ein Blick in die eigenen Papiere lohnt sich also bei jedem Fahrzeugwechsel.
Sollte der Gesetzgeber die Vorschriften anfassen, aktualisieren wir Rechner und Grenzwerte.
Beispielrechnung
Beispiel-Fahrzeugdaten (Mittelklasse-Kombi, aus der Zulassungsbescheinigung Teil I): O.1 (gebremst) = 1.400 kg, O.2 (ungebremst) = 640 kg, F.1 (zulässige Gesamtmasse) = 1.930 kg, G (Leermasse) = 1.420 kg, Stützlast (Feld 13) = 75 kg. Dazu ein gebremster Wohnwagen: zulässige Gesamtmasse 1.300 kg, tatsächliches Gewicht beladen 1.250 kg, Deichsellast 65 kg.
Schritt 1 — Gebremst: 1.250 kg ≤ 1.400 kg (O.1) ✓; 1.250 kg ≤ 1.930 kg (zGM des Autos) ✓; 1.250 kg ≤ 3.500 kg ✓. Schritt 2 — Ungebremst: entfällt, der Wohnwagen ist gebremst. (Zur Kontrolle: (1.420 + 75) / 2 = 747,5 kg wäre die gesetzliche Obergrenze.)
Schritt 3 — Stützlast: 65 kg ≤ 75 kg (Feld 13) ✓ — vorausgesetzt, die Kupplung trägt mindestens 65 kg.
Schritt 4 — Führerschein: 1.300 kg > 750 kg, also Summenregel: 1.930 + 1.300 = 3.230 kg ≤ 3.500 kg → Klasse B reicht ✓ (knapp — 270 kg Reserve). Schritt 5 — Tempo 100: 1.300 kg ≤ 1,0 × 1.420 kg = 1.420 kg ✓ — mit Stabilisierungskupplung und Plakette sind 100 km/h drin.
Ergebnis: Das Gespann passt in allen fünf Prüfungen — mit Klasse B und Tempo-100-Plakette.
Typische Fehler
- Tatsächliches Gewicht mit zulässigem Gewicht verwechseln.
Für die Anhängelast zählt das tatsächliche Gewicht des Anhängers (wie schwer er wirklich ist), für den Führerschein dagegen die zulässige Gesamtmasse (was er wiegen dürfte). Der anhaengelast-rechner prüft deshalb beides getrennt — verlass dich nie auf nur einen der beiden Werte.
Die Stützlast doppelt zählen oder ignorieren. Die Stützlast gehört zum Anhängergewicht dazu (Achslast plus Stützlast = tatsächliches Gesamtgewicht) und drückt gleichzeitig auf die Kupplung. Wer sie vergisst, überschreitet schnell eine der beiden Grenzen.
Nur die Fahrzeug-Stützlast prüfen. Es gilt immer der kleinere Wert aus Auto (Feld 13) und Anhängerkupplung (Typenschild). Eine 75-kg-Kupplung am 50-kg-Auto nützt nichts — und umgekehrt.
O.2 mit "750 kg" gleichsetzen. Die 750 kg sind nur die absolute Obergrenze. Bei leichteren Autos ist (Leermasse + 75) / 2 kleiner — im Beispiel oben 747,5 kg. Der eingetragene O.2-Wert ist maßgeblich, solange er unter der gesetzlichen Grenze liegt.
B-Führerschein mit tatsächlichem Gewicht rechtfertigen. "Der Wohnwagen wiegt ja nur 1.100 kg" hilft nicht, wenn seine zulässige Gesamtmasse 1.600 kg beträgt und die Summe über 3.500 kg liegt — dann ist B96 oder BE fällig.
Tempo 100 ohne Plakette fahren. Die 100 km/h gelten nur mit amtlich bestätigter Tempo-100-Plakette am Anhängerheck — und nur auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen. Ohne Plakette sind 80 km/h das Limit, innerorts 50 km/h.
Sonderfälle / Ausnahmen
Geländewagen: Als Geländefahrzeuge anerkannte Pkw dürfen das 1,5-Fache ihrer zulässigen Gesamtmasse ziehen (§ 42 Abs. 1 Nr. 2 StVZO) — maximal aber 3.500 kg tatsächliches Anhängergewicht. Das erklärt, warum manche SUVs deutlich mehr eingetragen haben als vergleichbare Limousinen. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Spritkosten fürs Gespann berechnen.
Motorräder: Hinter Krafträdern dürfen ungebremste Anhänger nur mitgeführt werden, wenn das Motorrad eine Allradbremse hat und der Anhänger einachsig ist. Die gebremsten Werte sind bei Motorrädern entsprechend klein — prüfe O.1 in den Papieren.
Anhängelast erhöhen lassen: Reicht O.1 nicht, gibt es zwei Wege: eine Herstellerfreigabe für eine höhere Anhängelast (oft an Bedingungen wie maximal 8 Prozent Steigung geknüpft) oder eine Einzelabnahme beim TÜV mit Gutachten. Beides wird in die Papiere eingetragen — ohne Eintragung gilt der alte Wert.
Abschleppen: Das Abschleppen betriebsunfähiger Fahrzeuge fällt nicht unter die Anhängelast-Vorschriften (§ 42 Abs. 2a StVZO) — dafür gelten eigene Regeln.
E-Autos: Die eingetragenen Anhängelasten streuen bei Elektroautos stark — manche Modelle dürfen über 1.500 kg ziehen, andere nur wenige Hundert Kilo. Verlass dich nie auf Prospektwerte anderer Motorisierungen: Entscheidend ist, was in deiner Zulassungsbescheinigung Teil I steht.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist eine Fünf-Punkte-Prüfung: Passt alles, kannst du losfahren — melde nur noch die Tempo-100-Plakette an, wenn du sie nutzen willst (amtliche Bestätigung einholen, Plakette ans Heck). Führe den anhaengelast-rechner vor jedem Fahrzeug- oder Anhängerwechsel erneut aus — die Werte stehen in jeder Zulassungsbescheinigung Teil I, aber sie unterscheiden sich von Auto zu Auto.
Fällt eine Prüfung rot aus, hast du drei Stellschrauben: leichterer oder kleinerer Anhänger, höhere eingetragene Anhängelast per Gutachten, oder die passende Fahrerlaubnis (B96 ist eine eintägige Schulung ohne Prüfung, BE eine vollwertige Erweiterung).
Bedenke auch die Folgen einer Überladung: Sie ist eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld und Punkten — Details stehen im Bußgeld-Rechner — und kann im Schadensfall den Versicherungsschutz gefährden. Was das Gespann an Sprit kostet, rechnet dir der Fahrtkosten-Rechner aus.