So funktioniert der fahrtkosten-rechner
Der Rechner arbeitet nach dem ADAC-Vollkosten-Ansatz mit vier Kostenblöcken. Erstens der Wertverlust: die Differenz zwischen Kaufpreis und Restwert, verteilt auf deine Haltedauer — der mit Abstand größte Posten bei jungen Fahrzeugen.
Zweitens die Fixkosten: Versicherung und Kfz-Steuer, fällig egal ob du fährst oder nicht. Drittens die Werkstattkosten: Wartung, Inspektionen, Reifen, HU.
Viertens die Betriebskosten: Kraftstoff oder Strom, also alles, was mit jedem Kilometer anfällt.
Die Formel ist simpel: Kosten pro Kilometer = (Summe aller vier Blöcke pro Jahr) ÷ Jahresfahrleistung. Der Clou liegt in der Aufteilung: Fixkosten und Wertverlust fallen auch bei null Kilometern an — deshalb zahlen Wenigfahrer pro Kilometer am meisten.
Zum Abgleich zeigt dir der Rechner ADAC-Referenzwerte 2026: Ein Kleinwagen wie der Kia Picanto 1.0 liegt bei 536 Euro pro Monat bzw. 42,9 Cent pro Kilometer (15.000 km/Jahr), ein Kompakt-SUV wie der Ford Kuga bei 846 Euro bzw. 67,7 Cent.
Zwei Steuer-Module ergänzen die Rechnung: die Pendlerpauschale für deinen Arbeitsweg (2026: 0,38 Euro pro Kilometer der einfachen Strecke, ab dem ersten Kilometer) und die Kilometerpauschale für Dienstreisen mit dem eigenen Pkw (0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer, Hin- und Rückweg). Beides sind Werbungskosten bzw. erstattungsfähige Reisekosten — kein Rabatt auf deine Vollkosten, aber bares Geld in der Steuererklärung.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Drei Dinge prägen das Kostenjahr 2026. Erstens die Spritpreise: Laut ADAC-Wochenauswertung vom 14. Oktober 2026 kostet Super E10 im Schnitt 2,151 Euro pro Liter, Diesel 2,247 Euro.
Vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 senkt der Tankrabatt (Energiesteuersenkung) die Preise um 16,7 Cent pro Liter — rechne also mit dem Preis an deiner Tankstelle, nicht mit einem Jahresdurchschnitt.
Zweitens die Pendlerpauschale: Seit 1. Januar 2026 gelten einheitlich 0,38 Euro pro Kilometer ab dem ersten Kilometer — unabhängig vom Verkehrsmittel. Die Dienstreise-Kilometerpauschale bleibt dagegen bei 0,30 Euro pro Kilometer.
Diese 8-Cent-Differenz ist die häufigste Fehlerquelle 2026: Viele übertragen den neuen 0,38er-Satz fälschlich auf Dienstreisen. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Spritkosten berechnen: nur Kraftstoff pro Strecke heranziehen.
2027: Der Tankrabatt läuft zum 31. Dezember 2026 aus — eine Verlängerung ist derzeit nicht angekündigt. Geplant ist, den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 auf 1.430 Euro anzuheben (Stand 15.10.2026); damit wirkt die Pendlerpauschale für mehr Menschen.
Die Entfernungspauschale selbst bleibt bei 0,38 Euro.
Beispielrechnung: Kleinwagen mit 15.000 km im Jahr
Die ADAC Autokostenübersicht Frühjahr/Sommer 2026 listet für den Kia Picanto 1.0 (Basis 15.000 km/Jahr):
- Fixkosten: 111 Euro/Monat
- Werkstattkosten: 59 Euro/Monat
- Betriebskosten: 153 Euro/Monat
- Wertverlust: 212 Euro/Monat
- Gesamt: 536 Euro/Monat = 6.432 Euro/Jahr ÷ 15.000 km = 42,9 Cent/km
Beachte die Reihenfolge: Der Wertverlust (212 Euro) ist der größte Einzelposten — größer als die Spritkosten. Zum Vergleich ein eigenes Zahlenbeispiel: Wertverlust 2.400 Euro/Jahr + Versicherung 800 + Kfz-Steuer 120 + Wartung/Reifen 700 + Sprit 2.258,55 Euro (15.000 km × 7 l/100 km × 2,151 €/l, ADAC 14.10.2026) = 6.278,55 Euro/Jahr ÷ 15.000 km = 41,9 Cent/km.
Zwei verschiedene Wege, ein Ergebnis: Unter 40 Cent pro Kilometer fährt kaum ein Auto mit Vollkosten.
Typische Fehler
- Nur Spritkosten rechnen.
15.000 Kilometer × 7 Liter × 2,151 Euro = 2.258,55 Euro Spritkosten klingen handhabbar — die Vollkosten liegen beim Dreifachen. Für reine Spritkosten gibt es den spritkosten-rechner; wer wissen will, was das Auto kostet, braucht alle vier Blöcke.
- 0,30 mit 0,38 verwechseln.
Pendlerpauschale (Arbeitsweg, einfache Strecke): 0,38 Euro. Dienstreise-Pauschale (Hin- und Rückweg): 0,30 Euro.
Die Verwechslung ist der häufigste Steuerfehler 2026. 3.
Den Wertverlust vergessen. Gerade bei jungen Fahrzeugen frisst er mehr als Sprit und Versicherung zusammen.
Faustregel: Rechne ehrlich mit Kaufpreis minus realistischem Restwert. 4.
Die Jahresfahrleistung schönen. Wer 20.000 Kilometer fährt, aber mit 12.000 rechnet, verteilt Fixkosten und Wertverlust auf zu wenige Kilometer — und wundert sich über das leere Konto.
Der fahrtkosten-rechner verteilt deine Fixkosten deshalb ehrlich auf deine echte Jahresfahrleistung, nicht auf eine Wunschzahl. 5.
Fixkosten als „eh da" abtun. Versicherung und Steuer fallen auch an, wenn das Auto nur steht — pro Kilometer werden sie für Wenigfahrer zum Preistreiber.
- Tankrabatt als Dauerzustand einplanen.
Die 16,7 Cent gelten nur bis 31. Dezember 2026.
Sonderfälle und Ausnahmen
E-Auto: Statt Sprit rechnest du mit Stromkosten (Haushaltsstrom ca. 6,66 Euro/100 km vs. rund 14,64 Euro beim Benziner mit Tankrabatt), die Kfz-Steuer entfällt zehn Jahre, und die THG-Quote bringt eine jährliche Einnahme. Den kompletten Kostenvergleich liefert der elektroauto-rechner, die Förderung der e-auto-foerderung-rechner.
Dienstwagen: Hier gelten nicht deine Vollkosten, sondern die 1-Prozent- bzw. 0,25-Prozent-Regel für den geldwerten Vorteil.
Wenigfahrer vs. Vielfahrer: Bei 8.000 Kilometern im Jahr zahlt der Picanto-Fahrer rechnerisch über 80 Cent pro Kilometer — bei 30.000 Kilometern unter 30 Cent.
Die Kosten pro Kilometer sinken mit jedem zusätzlichen Kilometer, weil sich Fixkosten und Wertverlust auf mehr Kilometer verteilen. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Elektroauto Kostenvergleich: E-Auto vs. Verbrenner.
Leasing: Die Rate ersetzt Wertverlust plus Zinsen in einem Posten — rechne sie als eigenen Block statt den Wertverlust zu schätzen.
Zweitwagen und Oldtimer: Geringe Fahrleistung, aber volle Fixkosten — pro Kilometer oft die teuersten Fahrzeuge im Haushalt.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis sind drei Zahlen: Kosten pro Kilometer, pro Monat und pro Jahr — jeweils aufgeschlüsselt nach den vier Blöcken. Liegt dein Wert deutlich über den ADAC-Referenzen (Kleinwagen ~43 Cent, Kompaktklasse ~60–65 Cent), lohnt sich der Blick in die Blöcke: Meist stecken ein hoher Wertverlust oder eine zu geringe Fahrleistung dahinter.
Der nächste Schritt ist der Vergleich: Was kostet dich der Arbeitsweg nach Steuern? Die Pendlerpauschale (0,38 Euro/km) mindert deine Steuerlast, sobald deine Werbungskosten über 1.230 Euro liegen.
Rechne deine Zahlen einmal im Jahr mit dem fahrtkosten-rechner neu — Spritpreise, Versicherungstarife und Restwerte ändern sich laufend, und nur aktuelle Zahlen ergeben ehrliche Kosten pro Kilometer. Und die ehrliche Alternative: Der fahrrad-pendeln-rechner zeigt dir, was der Rad-Arbeitsweg an Zeit, Kalorien, CO₂ und Steuern bringt.
Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung — für deine Steuererklärung gilt dein Steuerbescheid, im Zweifel hilft ein Steuerberater.