So funktioniert die Berechnung beim elektroauto-rechner
Der Rechner vergleicht sechs Kostenblöcke pro Jahr: Energiekosten, Wartung, Kfz-Steuer, Versicherung, Wertverlust und – optional – Anschaffungsdifferenz. Die Energiekosten sind der Kern: Beim E-Auto zählt nicht der reine Fahrverbrauch, sondern was aus der Steckdose kommt – also Verbrauch plus Ladeverluste von rund 10 bis 15 Prozent (Annahme, branchenüblicher Wert: Beim AC-Laden gehen durch Umwandlung und Temperierung etwa ein Zehntel verloren).
Beim Verbrenner ist die Rechnung direkt: Normverbrauch mal Literpreis.
Der Strompreis ist deine größte Stellschraube: An der eigenen Wallbox zahlst du den Haushaltsstromtarif (BDEW-Durchschnitt August 2026: 37,0 Cent/kWh für Neukunden; Finanztip-Barometer 13. Oktober 2026: 35,60 Cent/kWh in günstigen Tarifen mit Preisgarantie). An öffentlichen Säulen werden 50 bis 70 Cent/kWh fällig – damit schmilzt der Kostenvorteil deutlich.
Der Spritpreis kommt aus deinen Eingaben; als Orientierung: ADAC-Mittelwerte vom 14. Oktober 2026 waren 2,151 Euro/l Super E10 und 2,247 Euro/l Diesel.
Wartung liegt beim E-Auto typischerweise rund 40 bis 50 Prozent unter dem Verbrenner (Annahme aus Branchenvergleichen: kein Ölwechsel, keine Abgasanlage, weniger Bremsverschleiß durch Rekuperation – dafür teurere Reifen durch höheres Gewicht). Die Kfz-Steuer ist beim reinen E-Auto bis 31. Dezember 2030 befreit (§ 3d KraftStG); der Verbrenner zahlt nach Hubraum und CO₂.
Bei der Versicherung gibt es keine Pauschale: E-Autos sind in manchen Typklassen teurer eingestuft, in anderen nicht – vergleiche individuell.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Die Strompreise sind 2026 leicht gesunken: Der BDEW meldet für August 2026 einen Neukunden-Durchschnitt von 37,0 Cent/kWh (minus 1,7 Cent Netzentgelte durch den Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten). Für 2027 sinkt dieser Zuschuss von 6,5 auf 5,525 Milliarden Euro – die Übertragungsnetzentgelte steigen um 0,68 Cent netto, was bei Haushalten voraussichtlich mit rund 0,24 Cent brutto ankommt.
Ob die im Oktober 2026 vom Kanzler angekündigte Senkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestmaß kommt, ist offen (Finanzierungsvorbehalt).
Auf der Kraftstoffseite hat der Bundestag am 15. Oktober 2026 die Fortführung des CO₂-Preiskorridors von 55 bis 65 Euro je Tonne für 2027 beschlossen: Kein sprunghafter Anstieg der Spritpreise zum Jahreswechsel; der bisherige CO₂-Aufschlag von knapp 20 Cent pro Liter bleibt bestehen (bei 65 Euro/t rechnerisch bis zu 18,6 Cent/l Benzin inkl. MwSt.).
Ein für 2027 angekündigter Spritpreisdeckel ist Stand September 2026 noch in Gesprächen und nicht beschlossen. Unverändert: Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos bis 31. Dezember 2030, 0,25-%-Dienstwagenregelung, und keine neue Kaufprämie – der Umweltbonus ist seit 18. Dezember 2023 Geschichte.
Förderdetails pflegen wir auf der Förder-Seite, THG-Erlöse auf der THG-Seite.
Beispielrechnung: 15.000 Kilometer im Jahr
Annahmen: 15.000 km Jahresfahrleistung, Laden zu Hause zum BDEW-Tarif, Kompaktklasse. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Spritkosten-Rechner heranziehen.
E-Auto: Verbrauch 18 kWh/100 km (typischer Durchschnittswert), Ladeverluste 10 Prozent, Strompreis 37 Cent/kWh.
- 100-km-Kosten: 18 × 1,10 × 0,37 = 7,33 Euro
- Energiekosten/Jahr: 7,33 × 150 = 1.098,90 Euro
- Wartung (Annahme): 320 Euro/Jahr
- Kfz-Steuer: 0 Euro (befreit bis 31.12.2030)
- Summe: 1.418,90 Euro/Jahr
Benziner: Verbrauch 6,5 l/100 km, Super E10 2,151 Euro/l (ADAC 14.10.2026).
- 100-km-Kosten: 6,5 × 2,151 = 13,98 Euro
- Energiekosten/Jahr: 13,98 × 150 = 2.097,22 Euro
- Wartung (Annahme): 640 Euro/Jahr
- Kfz-Steuer (Beispiel 1,5 l, 130 g CO₂/km): 15 × 2,00 + (130 − 95) × 2,00 = 100 Euro/Jahr
- Summe: 2.837,22 Euro/Jahr
Differenz: 1.418,32 Euro pro Jahr zugunsten des E-Autos – bei diesem Fahrprofil und Heimladen. Der größte Brocken sind die Energiekosten (998 Euro), dazu kommen Wartung (320 Euro) und Steuer (100 Euro).
Nicht enthalten: Anschaffungsdifferenz, Versicherung und Wertverlust – die rechnet der Rechner als optionale Blöcke dazu, weil sie vom konkreten Modell abhängen.
Typische Fehler
Nur den Kaufpreis vergleichen. Der Verbrenner ist in der Anschaffung oft 6.000 bis 15.000 Euro günstiger – aber die Rechnung entscheidet sich im Betrieb.
Über fünf bis acht Jahre Haltedauer holen Energie-, Wartungs- und Steuervorteile den Mehrpreis je nach Fahrleistung ganz oder teilweise auf. Wer nur Schilderpreise vergleicht, vergleicht die falsche Zahl.
Mit dem falschen Strompreis rechnen. Der Denkfehler: 30 Cent im Kopf, aber in der Realität öffentlich laden für 50 bis 70 Cent.
Ohne Wallbox oder günstigen Ladetarif steigen die Energiekosten um 40 bis 90 Prozent – dann schmilzt der Vorteil gegenüber dem Benziner auf einen Bruchteil. Trag deinen echten Ladetarif ein, nicht den Wunschpreis.
Ladeverluste vergessen. Zwischen Zähler und Akku gehen rund 10 bis 15 Prozent verloren. Wer nur mit dem Bordcomputer-Verbrauch rechnet, unterschätzt seine Stromkosten um genau diesen Anteil – bei 18 kWh/100 km sind das fast 2 kWh pro 100 km, die du zahlst, aber nie „verfährst".
Winter ignorieren. Heizung, kalter Akku und Winterreifen treiben den Stromverbrauch deutlich nach oben – 20 bis 30 Prozent Mehrverbrauch im Winter sind keine Seltenheit (witterungsabhängig).
Der Benziner kennt diesen Effekt kaum. Rechne mit einem Jahresmischwert, nicht mit dem Sommerprospekt.
Eingerechnete Förderung, die es nicht gibt. Der Umweltbonus ist seit Dezember 2023 gestoppt; wer noch mit 4.500 Euro Prämie kalkuliert, rechnet mit Phantomgeld.
Aktuelle Förderprogramme – regional, arbeitgeberseitig oder Herstelleraktionen – prüfe auf der Förder-Seite und trage nur ein, was schriftlich zugesagt ist.
Wertverlust und Batterie ausblenden. E-Auto-Restwerte schwanken stärker als früher, und die Batterie ist die teuerste Komponente.
Seriöse Hersteller geben branchenüblich rund 8 Jahre oder 160.000 km Garantie auf den Akku – das ist dein Sicherheitsnetz, aber kein Wertversprechen. Für die TCO rechne den Wertverlust beider Antriebe als eigenen Block.
Sonderfälle / Ausnahmen
Laternenparker ohne Wallbox: Du lädst ausschließlich öffentlich für 50 bis 70 Cent/kWh. Dann kostet das Beispiel-E-Auto statt 7,33 eher 11 bis 14 Euro pro 100 km – der Vorteil gegenüber dem Benziner (13,98 Euro) schrumpft auf fast null.
Für Laternenparker entscheiden Arbeitgeber-Laden, günstige Ladeabos oder der Verbrenner. Trag dein echtes Ladeprofil in den elektroauto-rechner ein, nicht das Wunschprofil. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Kfz-Steuer-Rechner.
PV-Überschussladen: Mit eigener Photovoltaik lädst du zeitweise für die entgangene Einspeisevergütung statt für 37 Cent – der 100-km-Preis kann auf 2 bis 3 Euro fallen. Umgekehrt zählt nur der Überschuss, den du sonst nicht nutzen würdest; Vollkostenrechnung mit Anlagenkosten ist ehrlicher als „Strom für lau".
Dienstwagen: Für E-Dienstwagen gilt die 0,25-%-Regelung bei der Privatnutzung (statt 1 Prozent) – ein massiver Steuervorteil, der die private TCO-Rechnung übertrumpft. Details gehören in die Steuerberatung; im Rechner ist das ein eigener Modus.
Vielfahrer vs. Wenigfahrer: Die Faustformel lautet: Je mehr Kilometer, desto schneller gewinnt das E-Auto – weil der Energiekostenvorteil pro Kilometer wirkt.
Bei 8.000 km im Jahr und teurem öffentlichen Laden kann der Verbrenner vorne liegen; bei 25.000 km und Wallbox ist das E-Auto kaum zu schlagen. Der Rechner zeigt dir deine persönliche Gewinnschwelle in Kilometern.
Anhänger und Langstrecke: Hohe Dauerlast (Anhänger, Wohnwagen) vervielfacht den Stromverbrauch, und Schnellladen unterwegs kostet DC-Tarife um 65 Cent/kWh. Wer regelmäßig weit fährt oder zieht, rechnet diese Szenarien als eigenen Block – der Alltagsmix schönt sonst.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis besteht aus drei Zahlen: Die 100-km-Kosten zeigen dir den Alltagspreis beider Antriebe – das ist die Zahl, die du an jeder Tank- und Ladesäule wiedererkennst. Die Jahreskosten mit deiner Fahrleistung zeigen dir, was wirklich aus deinem Budget fließt.
Die Differenz zeigt dir, wie viele Jahre der Anschaffungsmehrpreis zum Amortisieren braucht – oder ob er sich gar nicht amortisiert.
Darum zeigt dir der elektroauto-rechner neben den Energiekosten immer Wartung und Steuer: Erst wenn du siehst, dass aus 998 Euro Energiedifferenz mit Wartung und Steuer 1.418 Euro Jahresdifferenz werden, wird die Entscheidung rund. Nächste Schritte: Prüfe deinen echten Ladetarif (Wallbox möglich?
Arbeitgeber-Laden?); vergleiche die Versicherung für deine konkreten Modelle (Typklassen 2027 werden neu eingestuft); und für die beiden Spezialthemen – THG-Quote als Zusatzertrag und aktuelle Förderprogramme – nutze die verlinkten Spezialseiten statt sie hier zu schätzen.