So funktioniert der thg-quote-rechner
So berechnen wir: Der Rechner bildet die gesamte Kette vom Stromverbrauch bis zur Auszahlung in vier Schritten ab.
Schritt 1 — Pauschalwert nach Fahrzeugklasse. Niemand misst deinen tatsächlichen Ladestrom.
Stattdessen ordnet das Umweltbundesamt jeder Fahrzeugklasse einen jährlichen Schätzwert zu (Bundesanzeiger vom 10. August 2023): Pkw der Klasse M1 und zulassungspflichtige E-Motorräder jeweils 2.000 kWh, leichte Nutzfahrzeuge (N1) 3.000 kWh, schwere Nutzfahrzeuge N2 20.600 kWh und N3 33.400 kWh, Busse (M3) 72.000 kWh. Du wählst im Rechner nur deine Klasse — den Rest erledigt die Tabelle.
Schritt 2 — Zertifizierte CO₂-Menge. Die Strommenge wird mit dem Mehrfachfaktor 3 aus der 38.
BImSchV angerechnet und anhand der UBA-Basiswerte (fossiler Referenzwert, Strom-Emissionsfaktor, THG-Minderungsquote des Jahres) in Tonnen CO₂ umgerechnet. Für einen Pkw ergibt das im Quotenjahr 2026 rund 0,746 Tonnen — dieser Wert steckt als voreingestellte Konstante im Rechner und lässt sich bei Bedarf anpassen.
Schritt 3 — Marktpreis und Modell. Die zertifizierte Menge wird zum aktuellen Quotenpreis pro Tonne verkauft.
Danach entscheidet dein gewähltes Modell: Bei der Garantie-Prämie bekommst du einen festen Euro-Betrag, unabhängig vom Markt. Bei der variablen Prämie erhältst du einen Anteil des Verkaufserlöses (üblich sind um die 85 Prozent), oft mit einer garantierten Mindestprämie und einem Deckel nach oben.
Die Express-Prämie zahlt einen etwas niedrigeren Fixbetrag dafür innerhalb weniger Tage aus, statt nach der UBA-Bestätigung.
Schritt 4 — Vergleich. Der Rechner stellt alle drei Modelle mit deinen Werten nebeneinander, damit du siehst, ob sich Warten oder Sofortgeld mehr lohnt. Beachte: Pro Fahrzeug und Quotenjahr ist nur ein Antrag möglich — du musst dich für einen Anbieter und ein Modell entscheiden.
Was ändert sich 2026 und 2027?
Die wichtigste Änderung zuerst: Die THG-Minderungsquote steigt. 2025 lag sie bei 10,6 Prozent, 2026 steigt sie auf 12 Prozent — beschlossen vom Bundestag am 24. April 2026 im Zuge der RED-III-Umsetzung.
2027 steigt sie weiter auf 17,5 Prozent, und der Hochlauf ist bis 2040 (Ziel: 65 Prozent) gesetzlich festgeschrieben. Höhere Quoten bedeuten mehr Nachfrage nach Zertifikaten — das stützt den Quotenpreis und damit deine Prämie.
Zweitens schließt die Reform Schlupflöcher: Die Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe fällt weg, Palmölprodukte (insbesondere POME) werden ab 2027 von der Anrechnung ausgeschlossen, und ab 2027 gibt es verpflichtende Vor-Ort-Kontrollen bei Biokraftstoff-Anlagen. Genau diese Bereinigung hat den Markt nach dem Preisverfall 2024/2025 — zeitweise lagen die Prämien unter 80 Euro — wieder stabilisiert: Im Oktober 2026 zahlen Anbieter fixe Prämien zwischen rund 200 und 415 Euro. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Was kostet dein E-Auto wirklich im Unterhalt? heranziehen.
Was sich nicht ändert: die Mechanik bleibt gleich — einmal pro Jahr pro Fahrzeug, Zertifizierung durch das Umweltbundesamt, Antrag über einen Dienstleister deiner Wahl. Auch die Steuerregel bleibt: Freigrenze 256 Euro nach § 22 Nr. 3 EStG für private Halter.
Für 2027 sind jenseits des Quotenanstiegs keine Änderungen am Antragsverfahren angekündigt; sollte der Gesetzgeber nachsteuern, aktualisieren wir Rechner und Werte.
Beispielrechnung
Du hältst einen reinen Elektro-Pkw (Klasse M1) privat und vergleichst für das Quotenjahr 2026 ein variables Modell mit einem Garantie-Angebot.
Schritt 1: Zertifizierte Menge = 0,746 t CO₂ (Rechenwert 2026 für M1). Schritt 2: Angenommener Marktpreis = 360 € pro Tonne (Beispielwert, nicht garantiert).
Schritt 3: Bruttoerlös = 0,746 × 360 = 268,56 €. Schritt 4: Variables Modell mit 85 Prozent Auszahlungsquote: 268,56 × 0,85 = 228,28 €.
Schritt 5: Vergleich mit dem Garantie-Angebot von 390 € fix: In diesem Szenario schlägt die Garantie-Prämie das variable Modell deutlich — du nimmst die 390 €. Schritt 6: Steuer-Check: 390 € liegen über der Freigrenze von 256 € — der volle Betrag wäre als sonstige Einkünfte zu erklären (Details siehe FAQ).
Die Rechnung zeigt, warum der Modellvergleich der Kern des Rechners ist: Derselbe Marktpreis führt je nach Modell zu völlig unterschiedlichen Auszahlungen.
Typische Fehler
Nicht jedes Jahr neu anmelden. Die Quote gilt immer nur für ein Kalenderjahr. Wer 2025 beantragt hat, bekommt 2026 nicht automatisch Geld — du musst dich jedes Jahr erneut registrieren.
Die Frist verpassen. Der Antrag muss bis zum 15. November des Quotenjahres beim Umweltbundesamt eingereicht sein. Die Dienstleister brauchen davor mehrere Wochen Vorlauf für Prüfung und Einreichung — melde dich also nicht erst im November an.
Plug-in-Hybrid einreichen. Nur reine Batterie-Elektrofahrzeuge sind berechtigt. Plug-in-Hybride, Hybride und Verbrenner werden abgelehnt — auch wenn der Händler etwas anderes angedeutet hat.
Mehrere Anbieter im selben Jahr beauftragen. Pro Fahrzeug und Jahr ist nur ein Antrag möglich. Ein Doppelantrag führt zu Ablehnung und Verzögerung — wechsle den Anbieter erst im Folgejahr.
Express wählen, ohne zu vergleichen. Die Sofortauszahlung klingt verlockend, liegt aber oft 50 bis 150 Euro unter der Garantie-Prämie. Der thg-quote-rechner stellt beide Modelle mit deinen Werten nebeneinander — rechne sie durch, bevor du dich für Tempo entscheidest.
Haltereigenschaft übersehen. Entscheidend ist, wer in der Zulassungsbescheinigung Teil I als Halter steht — nicht, wer das Auto fährt oder bezahlt. Bei Leasing-Fahrzeugen bist in der Regel du der Halter und damit antragsberechtigt.
Sonderfälle / Ausnahmen
Mehrere Fahrzeuge im Haushalt: Jedes Fahrzeug ist separat einreichbar — auch das zweite oder dritte E-Auto der Familie. Die 256-€-Freigrenze gilt allerdings für die Summe aller deiner sonstigen Einkünfte im Jahr, nicht pro Fahrzeug. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Welche Kaufprämien gibt es 2026 für E-Autos?.
Geschäftlich genutzte Fahrzeuge: Wird das E-Auto betrieblich genutzt oder bilanziert, ist die Prämie keine private sonstige Einkunft, sondern Betriebseinnahme — dann greift die 256-€-Freigrenze nicht, und der Betrag ist voll zu versteuern.
E-Motorräder und E-Roller: Zulassungspflichtige E-Motorräder (Klassen L3e-A2/A3 und höher) erhalten denselben Pauschalwert wie Pkw (2.000 kWh) und damit eine vergleichbare Prämie. Zulassungsfreie Kleinfahrzeuge (L1e, L2e, L3e-A1), E-Bikes und Pedelecs sind ausgeschlossen.
Nutzfahrzeuge und Busse: Hier wird es richtig lukrativ — durch die höheren Pauschalwerte (N1: 3.000 kWh, N2: 20.600 kWh, N3: 33.400 kWh, M3: 72.000 kWh) liegen die Prämien je nach Anbieter zwischen rund 500 und über 5.000 Euro pro Fahrzeug und Jahr.
Halterwechsel im laufenden Jahr: Verkauft wird die Quote pro Fahrzeug und Jahr nur einmal. Wechselt der Halter, müssen sich alter und neuer Halter einigen, wer den Antrag stellt — sonst droht die Ablehnung wegen Doppelbeantragung.
Öffentliche Ladesäulen: Das ist ein separater Mechanismus: Betreiber öffentlicher Ladepunkte können ihren Strom selbst anrechnen lassen (Anbieter zahlen dafür aktuell um die 17 Cent pro kWh). Als reiner Fahrzeughalter betrifft dich das nicht — dein Pauschalwert gilt unabhängig davon, wo du lädst.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist eine Schätzung, kein Angebot — der endgültige Betrag hängt vom Quotenpreis am Verkaufstag und den Konditionen deines Anbieters ab. Nutze es so: Liegt die variable Prämie über dem besten Garantie-Angebot, lohnt sich das Warten auf den Markterlös; liegt sie darunter oder brauchst du Planungssicherheit, nimm die Garantie.
Prüfe bei jedem Angebot drei Dinge: Gibt es eine Mindestprämie, gibt es einen Deckel nach oben, und fallen Gebühren bei vorzeitiger Auszahlung an?
Lege dir danach eine jährliche Erinnerung an — zum Beispiel für September — damit du die Anbieter-Frist nie wieder verpasst. Nutze den thg-quote-rechner jedes Jahr neu: Prämien und Marktpreise ändern sich, und ein frischer Vergleich dauert keine zwei Minuten.
Und behalte die Steuer im Blick: Sobald deine sonstigen Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG im Jahr über 256 Euro liegen, gehört die Prämie in die Steuererklärung. Willst du wissen, was dein E-Auto unterm Strich kostet, rechne mit dem Elektroauto-Rechner die Gesamtkosten durch; welche Kaufprämien es aktuell gibt, zeigt dir der E-Auto-Förderung-Rechner.