So funktioniert der besoldungsrechner-brandenburg
Der Rechner bildet das Brandenburgische Besoldungsgesetz ab, wie es das BbgBVAnpG 2026 neu gefasst hat. Du gibst Besoldungsgruppe, Stufe, Familienstand, Kinderzahl, Arbeitszeit und Zulagen ein. Der Rechner nimmt das Grundgehalt aus der neuen Besoldungstabelle – gültig rückwirkend ab 1. Januar 2026 – und addiert Familienzuschlag und Zulagen. Das Ergebnis ist dein monatliches Brutto nach neuem Recht.
Vom Brutto gehen ab: Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse (ELStAM), gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Sozialversicherung zahlst du nicht – dafür bist du privat krankenversichert, und der PKV-Beitrag ist individuell. Plane ihn separat ein.
Brandenburger Eigenheiten musst du kennen, sonst verrechnest du dich. Erstens: Die A-Tabelle läufst von Stufe 2 bis Stufe 12 – eine Stufe mehr als in Berlin, anders gestaffelt als in Bayern.
Zweitens: Es gibt keine Dezember-Sonderzahlung wie in Bayern oder Berlin. Die frühere Sonderzahlung ist ins Grundgehalt integriert; stattdessen stockt das Land das Grundgehalt um 21 Euro im Monat auf (Anwärter: 10 Euro).
Diese Aufstockung steckt in deinen Monatsbezügen – du musst sie nicht extra addieren, aber du solltest wissen, dass sie existiert, wenn du Brandenburg mit anderen Ländern vergleichst. Drittens: Der Familienzuschlag wurde 2026 nicht erhöht – er bleibt auf dem alten Niveau, während die Grundgehälter steigen.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Der Landtag hat am 14. Oktober 2026 – einen Monat früher als geplant, einstimmig mit SPD-/CDU-Mehrheit bei Enthaltung von AfD und BSW – das Brandenburgische Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2026 beschlossen. Kern ist die Neufestsetzung aller Grundgehälter rückwirkend zum 1. Januar 2026: plus 7,14 Prozent in A 5 bis plus 17,94 Prozent in A 16, in der B-Besoldung rund 18 Prozent. Das kommt rund 32.200 Beamten, etwa 2.800 Anwärtern und rund 21.100 Versorgungsempfängern zugute. Die Mehrkosten: 430 Millionen Euro noch 2026, 520 Millionen 2027, 611 Millionen 2028.
Warum dieser Sonderweg? Das Bundesverfassungsgericht hat vorgegeben, dass die Beamtenbesoldung amtsangemessen sein muss – Brandenburg setzt als eines der ersten Länder ein entsprechendes Urteil um, statt nur den Tarifabschluss zu übertragen.
Finanzminister Daniel Keller nannte es eine umzusetzende Vorgabe in angespannter Finanzlage. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Zum Vergleich: Beamtenbesoldung beim Bund heranziehen.
Für dich heisst das konkret: Deine Bezüge ab Januar 2026 werden neu berechnet, die Differenz zu den bereits ausgezahlten (alten) Bezügen kommt als Nachzahlung mit der Dezember-Abrechnung 2026. Vorauszahlungen sind nicht geplant – das Geld kommt also auf einen Schlag im Dezember.
Zum 1. März 2027 steigt zusätzlich die Wochenarbeitszeit von 40 auf 41 Stunden, befristet bis Ende Juli 2032 – für Lehrerinnen und Lehrer gibt es Ausnahmen. Eine weitere Besoldungsrunde ist noch nicht beschlossen.
Beispielrechnung
Die folgende Beispielrechnung zeigt, wie der besoldungsrechner-brandenburg Schritt für Schritt vorgeht. Nimm einen Lehrer in Vollzeit, Besoldungsgruppe A 13, Stufe 8, verheiratet, keine Kinder, ohne Zulagen:
- Grundgehalt aus der neuen Tabelle (gültig ab 01.01.2026): 7.853,51 Euro
Familienzuschlag: Stufe 1 (verheiratet) – Betrag aus der Familientabelle, 2026 nicht erhöht
3. Aufstockung: 21,00 Euro monatlich sind bereits in den Tabellenwerten bzw. deinen Bezügen enthalten (kein Extra-Posten)
4.
Monatsbrutto (ohne Familienzuschlag): 7.853,51 Euro
5. Jahresbrutto (ohne Familienzuschlag): 12 × 7.853,51 = 94.242,12 Euro
6.
Sonderzahlung: keine separate Dezemberzahlung – sie ist ins Grundgehalt integriert
7. Nachzahlung Dezember 2026: Die Differenz zwischen neuem und altem Grundgehalt für Januar bis November kommt mit der Dezember-Abrechnung.
Laut Finanzministerium liegt das Plus für A-13-Lehrer bei 882 bis 1.087 Euro im Monat – das sind für elf Monate grob 9.700 bis 12.000 Euro Nachzahlung auf einen Schlag (vor Steuern).
Zum Vergleich mit anderen Ländern: Ein A-13-Lehrer in Stufe 8 verdient in Brandenburg neu 7.853,51 Euro – in Berlin sind es 7.787,30 Euro, in Bayern 7.086,30 Euro, in Bremen 6.986,11 Euro. Brandenburg hat sich damit an die Spitze der Länder gesetzt. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Vom Brutto zum Netto: Abzüge berechnen.
Typische Fehler
- Mit der alten 2024b-Tabelle rechnen: Die Tabelle 2024b (+5,54 %) ist seit dem BbgBVAnpG 2026 Geschichte. Wer mit alten Werten rechnet, unterschätzt sein Brutto um rund 1.000 Euro im Monat.
- Lineare Erhöhung annehmen: Brandenburg hat nicht "x Prozent" draufgeschlagen, sondern die Tabelle neu festgesetzt – die Steigerung ist je Gruppe unterschiedlich (7 bis 18 Prozent).
- Weihnachtsgeld extra addieren: In Brandenburg gibt es keine Dezember-Sonderzahlung – sie ist im Grundgehalt enthalten. Wer 65 Prozent wie in Bayern dazurechnet, verdoppelt.
- 21-Euro-Aufstockung doppelt zählen: Die Aufstockung steckt in den Monatsbezügen; sie ist kein zusätzlicher Posten in der Beispielrechnung.
- Familienzuschlag mit erhöht ansetzen: Der Familienzuschlag wurde 2026 nicht erhöht – nur die Grundgehälter.
- Nachzahlung als "Bonus" versteuern vergessen: Die Dezember-Nachzahlung ist steuerpflichtiger Arbeitslohn und erhöht deine Lohnsteuer im Dezember – plane das ein.
Sonderfälle / Ausnahmen
- Teilzeit: Alle Tabellenwerte gelten für Vollzeit; Teilzeit wird anteilig gekürzt – auch die Nachzahlung fällt entsprechend kleiner aus.
- Anwärter: Eigene Grundbeträge, ebenfalls rückwirkend ab 01.01.2026 erhöht (A 13: 2.160,12 Euro; A 13Z/R 1: 2.201,30 Euro), plus 10 Euro Aufstockung im Monat.
- Versorgungsempfänger: Die neuen Sätze gelten auch für die Versorgung – rund 21.100 Versorgungsempfänger profitieren, ebenfalls mit Nachzahlung.
- 41-Stunden-Woche ab 01.03.2027: Befristet bis 31. Juli 2032; Ausnahmen unter anderem für Lehrerinnen und Lehrer. Rechnerisch entspricht eine Stunde mehr etwa 2,5 Prozent weniger pro Arbeitsstunde.
- W-Besoldung: Professoren erhalten deutlich mehr als bisher (W 2: 10.054,60 Euro; W 3: 11.898,43 Euro) – 2024 gab es zusätzlich 917,34 Euro, jetzt die Neufestsetzung.
- R-Besoldung: Richter und Staatsanwälte (R 1, Stufe 8: 10.023,46 Euro) profitieren ebenfalls von der Neufestsetzung.
- B-Besoldung: Rund 18 Prozent Plus, zum Beispiel B 3 mit 13.512,07 Euro.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Vergleiche das Ergebnis des besoldungsrechner-brandenburg mit deiner Dezember-Abrechnung 2026: Sie enthält zwei Dinge – dein neues (höheres) Monatsbrutto und die Nachzahlung für Januar bis November. Prüfe beide: Stimmt das neue Grundgehalt mit deiner Gruppe und Stufe überein? Ist die Nachzahlung plausibel (Differenz pro Monat × 11)? Bei Unstimmigkeiten wende dich an die Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg (ZBB).
Zweitens: Plane die Steuerwirkung. Die Nachzahlung kommt auf einen Schlag und wird im Dezember voll versteuert – dein Dezember-Netto fällt deshalb relativ zum Brutto niedriger aus als ein normaler Monat.
Lege einen Teil zurück, statt die Nachzahlung als "Weihnachtsgeld" zu verplanen.
Drittens: Denke an 2027. Zum 1. März 2027 steigt deine Wochenarbeitszeit auf 41 Stunden (befristet bis Juli 2032) – bei (zunächst) gleichem Monatsbrutto. Und merke dir: Der Familienzuschlag wurde nicht erhöht; wenn sich dein Familienstand ändert, gelten die alten Sätze.