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Alltag & Rechner • Geprüfte Rechenlogik 2026/2027

Dispo-rechner: was der Dispo kostet

Dein Konto ist im Minus – und jeden Monat bucht die Bank Zinsen ab, ohne dass du genau weißt, wofür. Der Dispo fühlt sich an wie Guthaben, ist aber einer der teuersten Kredite überhaupt: zweistellige Zinssätze auf Geld, das du oft monatelang nicht zurückzahlst. Der dispo-rechner macht die Kosten sichtbar: Du gibst Überziehungsbetrag, Dispozinssatz und Tage ein und siehst auf den Euro genau, was dich die Überziehung kostet – inklusive des Unterschieds zur noch teureren geduldeten Überziehung. Und er zeigt dir den Ausweg: Was du sparst, wenn du einen dauerhaft genutzten Dispo in einen günstigeren Rahmen- oder Ratenkredit umschuldest.

Interaktiver Dispo-rechner

Offizieller BMF- & Gesetzesstand 2026/2027

Live-Berechnung
Euro
optional
Tage oder Datumsbereich
optional
Berechnungsergebnis
Dispozinsen
2.348,50 €

Exakt ermittelt nach Vorgaben 2026

Detaillierte Aufschlüsselung
Zinsen für geduldete Überziehung 642,80 €
Gesamtkosten der Überziehung 1.705,70 €
Effektiver Belastungssatz 27,4 %
Ergebnis exportieren:

„Modellrechnung nach der Zinsmethode 30/360 – deine Bank rechnet ggf. taggenau ab. Keine Finanzberatung; maßgeblich ist das Preisverzeichnis deiner Bank.

Auf den Punkt: Direkte Antwort

Dispozinsen berechnest du so: Überziehungsbetrag × Zinssatz × Tage / (360 × 100). Bei 2.000 Euro Überziehung, 11 % Dispozins und 30 Tagen sind das 18,33 Euro Zinsen – nach der banküblichen deutschen Zinsmethode 30/360. Typische Dispozinsen liegen bei vielen Banken zwischen etwa 8 und 13 % p. a., für die geduldete Überziehung über den Disporahmen hinaus oft noch höher. Die Bank muss dir den Sollzinssatz und den effektiven Jahreszins im Preisverzeichnis ausweisen – das ist gesetzlich vorgeschrieben. Nutzt du den Dispo dauerhaft, ist fast immer eine Umschuldung in einen Rahmenkredit (oft 5–8 %) oder Ratenkredit die billigere Lösung.

So funktioniert die Berechnung beim dispo-rechner

Der Rechner braucht vier Eingaben: den Überziehungsbetrag (wie tief das Konto im Minus ist), den Dispozinssatz deiner Bank, die Anzahl der Tage der Überziehung und optional den Zinssatz für die geduldete Überziehung. Die Formel lautet: Zinsen = Betrag × Zinssatz × Tage / 36.000.

Die 36.000 kommen aus der Prozentrechnung (× 100) mal der banküblichen Jahrestageszahl 360.

Die deutsche Zinsmethode 30/360 ist bei Dispozinsen Standard: Jeder Monat zählt 30 Tage, das Jahr 360 – unabhängig vom Kalender. Das macht die Rechnung einfach und für alle Kunden gleich.

Manche Banken rechnen taggenau (act/360 oder act/365); der Unterschied beträgt bei kurzen Zeiträumen wenige Cent, bei großen Beträgen über viele Monate wird er spürbar. Der Rechner nutzt 30/360 als Standard und weist die Methode aus.

Wichtig ist die Unterscheidung zweier Überziehungsarten: Innerhalb des Disporahmens (der eingeräumten Kreditlinie) zahlst du den Dispozinssatz. Darüber hinaus – oder ganz ohne eingeräumten Dispo – spricht man von geduldeter Überziehung: Die Bank duldet das Minus, verlangt dafür aber einen deutlich höheren Zinssatz und kann die Duldung jederzeit beenden.

Der Rechner berechnet beide Anteile getrennt, wenn du beide Zinssätze eingibst: Dispozins bis zur Kreditlinie, Überziehungszins für den Rest. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Kredit-Rechner heranziehen.

Was ändert sich 2026 / 2027?

Zum 20. November 2026 greift die EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD2 auch in Deutschland vollständig – beschlossen vom Bundestag im April 2026. Sie verschärft die Regeln für Verbraucherkredite, und das betrifft auch Überziehungskredite: Banken müssen vor der Einräumung und bei wesentlichen Änderungen noch transparenter über Kosten informieren, und die Kreditwürdigkeitsprüfung wird strenger geregelt.

Für dich heißt das: Dispo-Angebote werden vergleichbarer, weil die Kostenangaben einheitlicher werden. Die Zinssätze selbst regelt die Richtlinie nicht – die Bank bleibt frei in der Preissetzung, muss den Preis aber klar ausweisen.

Für 2027 sind darüber hinaus keine beschlossenen Änderungen an den Dispo-Regeln bekannt. Was unverändert gilt: Die Bank muss dir Sollzinssatz und effektiven Jahreszins im Preis- und Leistungsverzeichnis nennen (Preisangabenverordnung) – fordere diese Zahlen aktiv ein, wenn du sie nicht findest.

Beispielrechnung

Konto 2.000 Euro überzogen, Dispozinssatz 11 % p. a., 30 Tage, Methode 30/360:

  • Zinsen: 2.000 × 11 × 30 / 36.000 = 18,33 Euro

Klingt harmlos – aber rechne aufs Jahr hoch: Wer dauerhaft 2.000 Euro im Dispo steht, zahlt bei 11 % rund 220 Euro Zinsen pro Jahr, für Geld, das eigentlich „sein" Konto ist. Jetzt die geduldete Überziehung: 500 Euro über die Kreditlinie hinaus, 15 % Überziehungszins, 60 Tage:

  • Zinsen: 500 × 15 × 60 / 36.000 = 12,50 Euro

Und der Ausweg: Dieselben 2.000 Euro als Rahmenkredit zu 6 % statt 11 % Dispo kosten pro Jahr 120 statt 220 Euro – 100 Euro Ersparnis, bei identischem Verfügungsrahmen. Der dispo-rechner zeigt dir diese Gegenüberstellung, damit du siehst, ob sich der Wechsel für dich lohnt. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Tilgungsplan-Rechner.

Typische Fehler

  1. Dispo als Guthaben missverstehen.

Geld im Dispo ist geliehenes Geld zum zweistelligen Zinssatz – kein „Puffer", den man monatelang nutzt. Wer dauerhaft im Minus ist, finanziert seinen Alltag zum teuersten Satz der Bank.

  1. Den eigenen Dispozinssatz nicht kennen.

Er steht im Preisverzeichnis deiner Bank, nicht auf dem Kontoauszug. Viele zahlen 11–13 %, ohne es zu wissen – ein Blick ins Preisverzeichnis dauert zwei Minuten.

  1. Geduldete Überziehung riskieren.

Über den Disporahmen hinaus wird es nicht nur teurer – die Bank kann die Duldung jederzeit beenden und das Konto sperren. Plane niemals mit Geld jenseits deiner Kreditlinie.

  1. Zinsen auf Zinsen ignorieren.

Werden die Dispozinsen dem Konto belastet, erhöht sich der überzogene Betrag – und die nächsten Zinsen berechnen sich auf die höhere Summe. Die Schuld wächst von allein.

  1. Nur die Monatsrate vergleichen.

„18 Euro im Monat" klingt wenig – 220 Euro im Jahr für 2.000 Euro Kredit sind ein Effektivzins von 11 %. Rechne immer aufs Jahr hoch.

  1. Umschuldung aufschieben.

Jeder Monat im Dispo kostet Geld, das die Umschuldung längst bezahlt hätte. Ein Rahmenkredit ist in der Regel in wenigen Tagen eingerichtet.

Sonderfälle / Ausnahmen

  • Dispo ohne eingeräumte Kreditlinie: Manche Konten haben keinen Dispo – jede Überziehung ist dann sofort geduldete Überziehung zum höchsten Satz. Kläre vorab, ob und in welcher Höhe dir ein Disporahmen eingeräumt ist.
  • Dispo und Schufa: Ein eingeräumter Disporahmen wird der Schufa gemeldet; eine dauerhafte, hohe Ausnutzung kann deine Bonität belasten. Die Umschuldung in einen Ratenkredit verbessert oft den Schufa-Score.
  • Selbstständige und Freiberufler: Der Dispo auf dem Geschäftskonto ist steuerlich anders zu behandeln als der private – Schuldzinsen für betrieblich veranlasste Überziehungen sind Betriebsausgaben. Trenne Geschäfts- und Privatkonto sauber.
  • P-Konto: Auf einem Pfändungsschutzkonto gibt es in der Regel keinen Dispo – und Guthaben über dem Freibetrag (1.587,40 Euro seit 1.7.2026) ist pfändbar. Wer ein P-Konto hat, sollte Überziehungen ohnehin vermeiden.
  • Dispo-Kündigung durch die Bank: Die Bank kann den Disporahmen mit angemessener Frist kürzen oder streichen – etwa bei verschlechterter Bonität. Dann wird das Minus sofort fällig.
  • Minderjährige: Konten von Minderjährigen dürfen nicht überzogen werden – hier gibt es keinen Dispo, jede Überziehung wäre unzulässig.

Was bedeutet das Ergebnis für dich?

Dein Ergebnis ist eine Zahl in Euro – und eine Entscheidungshilfe. Faustregel: Nutzt du den Dispo nur wenige Tage im Monat als Überbrückung bis zum Gehalt, ist er bequem und die Kosten überschaubar.

Stehst du aber dauerhaft oder regelmäßig im Minus, frisst der Dispo dein Geld: 220 Euro Zinsen pro Jahr für 2.000 Euro Kredit sind ein teurer Dauerzustand. Dann rechne den Ausweg durch: Ein Rahmenkredit mit 5–8 % halbiert die Kosten bei gleichem Verfügungsrahmen, ein Ratenkredit mit fester Rate tilgt die Schuld planbar ab.

Der dispo-rechner zeigt dir die Ersparnis beider Varianten – nutze sie als Verhandlungsbasis bei deiner Bank oder beim Wechsel. Und merke dir die wichtigste Zahl: deinen Dispozinssatz aus dem Preisverzeichnis.

Wer ihn kennt, zahlt seltener drauf. Die Rechnung ist eine Modellrechnung – sie ersetzt keine Finanzberatung.

Mathematische Formel-Spezifikation

Exakte Berechnungsvorschrift nach Gesetzesgrundlage

- **Dispozinsen:** Z = B × p × t / 36.000; B = Überziehungsbetrag in Euro, p = Dispozinssatz in % p. a., t = Zinstage. Nenner 36.000 = 100 (Prozent) × 360 (bankübliche Jahrestage, Methode 30/360). - **Geduldete Überziehung:** Für den Anteil über der Kreditlinie: Z_g = max(0, B − Linie) × p_g × t / 36.000; für den Anteil bis zur Linie gilt der Dispozinssatz p. p_g = Zinssatz für geduldete Überziehung. - **Zinstage:** direkte Eingabe oder Datumsbereich (Enddatum − Startdatum in Tagen, 30/360-Konvention als Standard; taggenaue Methode act/365 als Option). - **Jahreskosten-Hochrechnung:** Z_jahr = B × p / 100 (linear, als Orientierungswert kennzeichnen). - **Umschuldungs-Ersparnis:** Ersparnis = B × (p_dispo − p_vergleich) / 100 pro Jahr. - **Pflichtangaben (Anzeige):** Hinweis auf Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank (Sollzins, effektiver Jahreszins, PAngV); CCD2-Transparenzpflichten anwendbar ab 20.11.2026. - **Rundung:** Euro auf 2 Nachkommastellen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Gesetzen und Besonderheiten

1 Wie werden Dispozinsen berechnet?

Mit der Formel Überziehungsbetrag × Zinssatz × Tage / 36.000 – nach der banküblichen deutschen Zinsmethode 30/360 (jeder Monat 30 Tage, das Jahr 360 Tage). Beispiel: 2.000 Euro × 11 % × 30 Tage / 36.000 = 18,33 Euro Zinsen. Manche Banken rechnen taggenau; der Unterschied ist bei kurzen Zeiträumen gering.

2 Wie hoch sind Dispozinsen aktuell?

Das legt jede Bank selbst fest – typische Sätze liegen derzeit bei etwa 8 bis 13 % p. a., für die geduldete Überziehung darüber hinaus oft höher. Deinen persönlichen Satz findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank oder im Onlinebanking unter „Konditionen". Die Bank ist gesetzlich verpflichtet, ihn auszuweisen.

3 Was ist eine geduldete Überziehung?

Eine Überziehung über deinen eingeräumten Disporahmen hinaus – oder ganz ohne Dispo. Die Bank „duldet" das Minus, verlangt dafür aber einen deutlich höheren Zinssatz als den Dispozinssatz und kann die Duldung jederzeit beenden. Sie ist die teuerste und unsicherste Form der Kontoüberziehung.

4 Muss die Bank mich über die Dispozinsen informieren?

Ja. Die Bank muss Sollzinssatz und effektiven Jahreszins im Preis- und Leistungsverzeichnis ausweisen (Preisangabenverordnung). Seit der Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD2 (anwendbar ab 20.11.2026) gelten noch strengere Transparenzpflichten für Überziehungskredite. Fordere die Zahlen aktiv ein, wenn du sie nicht findest.

5 Lohnt es sich, den Dispo umzuschulden?

Bei dauerhafter Nutzung fast immer. Beispiel: 2.000 Euro Dispo zu 11 % kosten 220 Euro Zinsen pro Jahr; als Rahmenkredit zu 6 % nur 120 Euro – 100 Euro Ersparnis bei gleichem Verfügungsrahmen. Ein Ratenkredit tilgt die Schuld zusätzlich planbar ab. Rechne beide Varianten mit deinen tatsächlichen Sätzen durch.

6 Was ist der Unterschied zwischen Dispo und Rahmenkredit?

Beide sind flexible Kreditrahmen auf dem Konto, aber der Rahmenkredit (Abrufkredit) ist ein separates Kreditkonto mit meist deutlich niedrigerem Zinssatz (oft 5–8 %) und wird nicht mit dem Girokonto verrechnet. Der Dispo ist direkt mit dem Girokonto verbunden und teurer (oft 8–13 %). Für dauerhaften Kreditbedarf ist der Rahmenkredit die bessere Wahl.

7 Schadet der Dispo meiner Schufa?

Ein eingeräumter Disporahmen wird der Schufa gemeldet – das ist normal und nicht schädlich. Problematisch wird eine dauerhaft hohe Ausnutzung oder eine gekündigte Überziehung, weil das als Bonitätsrisiko gewertet werden kann. Die Umschuldung in einen Ratenkredit kann den Score verbessern.

8 Kann die Bank meinen Dispo einfach streichen?

Ja, mit angemessener Frist – etwa wenn sich deine Bonität verschlechtert oder die Kontoführung auffällig wird. Dann wird der überzogene Betrag sofort fällig. Deshalb: Verlasse dich nie darauf, dass der Disporahmen dauerhaft in derselben Höhe besteht, und halte einen Plan B bereit.

9 Was passiert, wenn ich die Dispozinsen nicht zahlen kann?

Die Zinsen werden dem Konto belastet und erhöhen den überzogenen Betrag – die Schuld wächst durch den Zinseszinseffekt von allein. Sprich frühzeitig mit deiner Bank über eine Umschuldung oder Stundung, bevor Rücklastschriften und Mahnungen die Lage verschärfen. Schuldnerberatungsstellen helfen kostenlos, wenn du den Überblick verlierst.

Geprüfte Quellen & Rechtsgrundlagen

  • • Preisangabenverordnung (PAngV): Pflicht zur Angabe von Sollzins und effektivem Jahreszins im Preisverzeichnis.
  • • EU-Richtlinie (EU) 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge (CCD2), anwendbar ab 20.11.2026; Umsetzung in Deutschland (Bundestag, April 2026) – Transparenz- und Prüfungspflichten auch für Überziehungskredite.
  • • Bankpraxis: deutsche Zinsmethode 30/360 als Standard für Dispozinsen (Preisverzeichnisse deutscher Banken); typische Dispozinssätze 8–13 % p. a. als beobachtete Marktspanne (Preisverzeichnisse, Stand 2026).
  • • BGB: Regelungen zum Darlehensrecht (§§ 488 ff.), Informationspflichten bei Überziehungsmöglichkeiten.