So funktioniert die Berechnung
Der Rechner kennt nur zwei Preisbausteine, weil dein Gastarif auch nur aus zwei besteht. Der Arbeitspreis ist der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde – er liegt bei aktuellen Neukundentarifen um die 13 bis 14 Cent, im Bestand oft darunter oder darüber.
Der Grundpreis ist die jährliche Fixgebühr für Netznutzung, Messstellenbetrieb und Abrechnung, typisch zwischen 100 und 250 Euro im Jahr. Der Rechner multipliziert zuerst deinen Jahresverbrauch mit dem Arbeitspreis und addiert dann den Grundpreis.
Optional zieht er einen Neukundenbonus nur im ersten Jahr ab, damit du Dauerpreis und Lockangebot nicht verwechselst. Das Ergebnis zeigt er als Jahreskosten, als monatlichen Richtwert und als Effektivpreis pro kWh – also deine wahren Kosten je Kilowattstunde inklusive Grundpreis.
Genau dieser Effektivpreis ist die einzige faire Vergleichszahl zwischen Tarifen, weil er beide Bausteine vereint.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Stand: Oktober 2026. Drei Änderungen prägen deine Gaskosten aktuell.
Erstens: Die Gasspeicherumlage ist zum 1. Januar 2026 abgeschafft worden – sie lag zuletzt bei 0,289 Cent pro kWh und belastete einen Vierpersonenhaushalt mit 30 bis 60 Euro im Jahr. Zweitens: Der CO₂-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) bewegt sich 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne, was auf Gas umgerechnet rund 1,40 Cent pro kWh brutto ausmacht.
Drittens gelten als Preis-Snapshots: Die günstigsten von Finanztip empfohlenen Neukundentarife mit zwölf Monaten Preisgarantie kosten am 13. Oktober 2026 genau 13,66 Cent pro kWh, während der Durchschnitt aller Haushaltskunden im ersten Halbjahr 2026 laut Destatis bei 11,58 Cent pro kWh liegt. Unverändert bleiben die Energiesteuer (0,55 Cent/kWh) und die Konzessionsabgabe (0,22 bis 0,93 Cent/kWh in der Grundversorgung).
Für 2027 sind zwei Dinge angekündigt, aber noch nicht final: Der CO₂-Preis wandert in den EU-weiten Emissionshandel ETS-2 mit Auktionspreisen, und ab 1. Oktober 2027 soll eine neue Umlage für eine strategische Gasreserve starten (Gesetzentwurf, noch nicht beschlossen). Beide Werte führt der Rechner deshalb als Platzhalter – verlass dich bei 2027-Prognosen auf aktuelle Anbieterpreise. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Heizkosten-Rechner heranziehen.
Beispielrechnung
Nehmen wir einen typischen Vierpersonenhaushalt im Einfamilienhaus. Der Jahresverbrauch laut letzter Abrechnung: 18.000 kWh.
Der Tarif: 12,0 Cent Arbeitspreis pro kWh und 180 Euro Grundpreis im Jahr. Schritt eins: 18.000 kWh × 0,12 Euro = 2.160 Euro reine Verbrauchskosten.
Schritt zwei: 2.160 Euro + 180 Euro Grundpreis = 2.340 Euro Jahreskosten. Schritt drei: 2.340 Euro ÷ 12 = 195 Euro monatlicher Richtwert für deinen Abschlag.
Schritt vier, der wichtigste: 2.340 Euro ÷ 18.000 kWh = 0,13 Euro, also 13,0 Cent Effektivpreis pro kWh. Tippst du diese drei Werte in den gaskosten-rechner ein, bekommst du genau diese vier Zahlen – und kannst sofort prüfen, ob ein Konkurrenzangebot mit zum Beispiel 11,5 Cent Arbeitspreis, aber 240 Euro Grundpreis wirklich günstiger ist.
In diesem Fall wären es 2.310 Euro, also 30 Euro weniger trotz höherem Grundpreis.
Typische Fehler
Erstens: Nur den Arbeitspreis vergleichen und den Grundpreis ignorieren. Ein Tarif mit 11 Cent Arbeitspreis und 250 Euro Grundpreis kann teurer sein als einer mit 13 Cent und 100 Euro Grundpreis – der Effektivpreis pro kWh entlarvt das.
Zweitens: Den Neukundenbonus als Dauerpreis missverstehen. Boni fließen meist nur im ersten Vertragsjahr; seriöse Preisvergleiche rechnen sie heraus.
Drittens: Den Verbrauch schätzen statt ablesen. Wer den gaskosten-rechner mit einer geratenen Zahl füttert, liegt schnell 20 bis 25 Prozent daneben – nimm den Wert deiner letzten Jahresabrechnung.
Viertens: Preisgarantie mit Festpreis verwechseln. Viele Garantien decken nur Beschaffung und Vertrieb ab, nicht Steuern, Umlagen und Netzentgelte – die können trotzdem steigen.
Fünftens: In der teuren Grundversorgung verharren. Sie ist fast immer der teuerste Tarif deines Anbieters; ein Sondervertrag beim selben oder einem anderen Anbieter spart oft mehrere hundert Euro.
Sechstens: Die Preiserhöhung einfach hinnehmen. Bei jeder Preiserhöhung hast du ein Sonderkündigungsrecht – nutze die Frist für den Wechsel. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Gasverbrauch-Rechner.
Sonderfälle und Ausnahmen
- Umzug oder Anbieterwechsel mitten im Jahr: Der Grundpreis wird taggenau anteilig berechnet, der Verbrauch über die Zählerstände zum Stichtag. Lege beide Stände schriftlich fest.
- Geschätzter Verbrauch: Liest niemand ab, schätzt der Netzbetreiber deinen Verbrauch – oft zu hoch. Widersprich mit einem Foto deines Zählerstands.
- Mieter mit Heizkostenabrechnung: Dein Abrechnungszeitraum muss nicht dem Kalenderjahr entsprechen; rechne anteilig und prüfe, ob die CO₂-Kosten korrekt zwischen dir und dem Vermieter aufgeteilt wurden – seit 2023 trägt der Vermieter je nach Gebäudeeffizienz einen Anteil.
- Gewerbekunden und Sonderverträge: Außerhalb der Grundversorgung beträgt die Konzessionsabgabe nur 0,03 Cent pro kWh; deine Rechnung sieht dadurch anders aus.
- Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung: Dein individueller Verbrauch steckt in der Heizkostenabrechnung; der Rechner hilft dir trotzdem, den Arbeitspreis deines Versorgers zu bewerten.
Den gaskosten-rechner richtig nutzen: was dein Ergebnis bedeutet
Ordne dein Ergebnis zuerst ein: Der Heizspiegel 2026 nennt für ein Einfamilienhaus mit Gasheizung durchschnittliche Heizkosten von 1.930 Euro im Jahr; für eine 70-Quadratmeter-Wohnung waren es 2025 rund 1.170 Euro, für 2026 werden 1.120 Euro prognostiziert. Liegst du deutlich darüber, sind zwei Hebel realistisch: Tarif wechseln oder Verbrauch senken.
Beim Tarifwechsel vergleichst du immer den Effektivpreis pro kWh inklusive Grundpreis und prüfst Vertragslaufzeit, Preisgarantie-Umfang und Kündigungsfrist. Beim Verbrauch helfen die üblichen Stellschrauben: Raumtemperatur um ein Grad senken, Heizkörper entlüften, Stoßlüften statt Kippen.
Diese Seite ersetzt keine individuelle Energieberatung – bei Sanierungsfragen oder einem Heizungstausch sprich mit einem Energieberater oder dem Schornsteinfeger deines Vertrauens.