So funktioniert der IBAN-Rechner
Der Rechner beherrscht zwei Richtungen. In der Berechnungsrichtung gibst du Bankleitzahl (8 Ziffern) und Kontonummer (bis 10 Ziffern) ein.
Das Tool füllt die Kontonummer links mit Nullen auf 10 Stellen auf, setzt den Ländercode DE und die Platzhalter-Prüfziffer "00" davor und berechnet dann die echten Prüfziffern nach ISO 13616. Das Ergebnis ist die 22-stellige deutsche IBAN, formatiert in Viererblöcken.
In der Prüfrichtung gibst du eine komplette IBAN ein — mit oder ohne Leerzeichen, aus beliebigem Land. Der Rechner entfernt Leerzeichen, prüft Länge und Länderformat und wendet das Mod-97-Verfahren an: Die ersten vier Zeichen (Ländercode + Prüfziffer) wandern ans Ende, jeder Buchstabe wird in zwei Ziffern umgewandelt (A=10, B=11, … Z=35), und die entstandene Riesenzahl wird durch 97 dividiert.
Bleibt Rest 1, ist die IBAN formal gültig. Jeder Zwischenschritt wird angezeigt, damit du die Prüfung nachvollziehen oder in Excel nachbauen kannst.
Wichtig zu verstehen: Die Prüfung erkennt Zahlendreher und Tippfehler mit sehr hoher Trefferquote, sie beweist aber nicht, dass das Konto existiert oder dir gehört. Nur deine Bank vergibt verbindliche IBANs — eine selbst berechnete IBAN solltest du vor der ersten Überweisung immer gegen Kontoauszug oder Bankbestätigung prüfen.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Am IBAN-Standard selbst ändert sich nichts: ISO 13616 und das Mod-97-Verfahren sind seit Jahren stabil und gelten unverändert weiter. Was sich 2026 ändert, ist das Umfeld: Seit dem 9. Januar 2025 müssen Banken im Euroraum Echtzeitüberweisungen (SCT Inst) empfangen können, seit 9. Oktober 2025 auch senden — dadurch wird die korrekte IBAN noch wichtiger, weil Instant Payments in Sekunden ausgeführt werden und kaum Zeit für Korrekturen bleibt.
Tippfehler in der IBAN fallen damit schneller und härter auf. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Was dich der Dispokredit wirklich kostet heranziehen.
Ebenfalls relevant: Der Empfängerabgleich (Verification of Payee) ist seit Oktober 2025 für Euro-Überweisungen Pflicht — deine Bank prüft vor der Ausführung, ob Name und IBAN des Empfängers zusammenpassen. Eine formal gültige, aber fremde IBAN wird dadurch häufiger abgefangen.
Der Rechner bleibt davon unberührt: Er prüft die mathematische Gültigkeit, den Namensabgleich übernimmt deine Bank.
Beispielrechnung: IBAN aus BLZ und Kontonummer
Nehmen wir Bankleitzahl 10070000 und Kontonummer 1234567890. Der IBAN-Rechner zeigt Schritt für Schritt:
Schritt 1 — Platzhalter einsetzen: DE00 10070000 1234567890 (Kontonummer ist bereits 10-stellig, kein Auffüllen nötig).
Schritt 2 — Erste vier Zeichen ans Ende: 100700001234567890 DE00.
Schritt 3 — Buchstaben in Zahlen: D=13, E=14, also 100700001234567890131400.
Schritt 4 — Modulo 97: 100700001234567890131400 mod 97 = 4. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Pfändungsschutz auf dem Konto.
Schritt 5 — Prüfziffer: 98 − 4 = 94.
Ergebnis: DE94 10070000 1234567890.
Gegenprobe: DE94 ans Ende stellen, umwandeln und durch 97 teilen ergibt Rest 1 — die IBAN ist formal gültig.
Zweites Beispiel zum Nachrechnen (kürzere Kontonummer): BLZ 21050170, Konto 12345678 wird zu 0012345678 aufgefüllt. Platzhalter: DE00 21050170 0012345678.
Umgestellt und umgewandelt: 210501700012345678131400. Modulo 97 ergibt 30, also Prüfziffer 98 − 30 = 68.
Ergebnis: DE68 2105 0170 0012 3456 78.
Typische Fehler
- Kontonummer nicht auffüllen. Deutsche Kontonummern unter 10 Stellen müssen links mit Nullen ergänzt werden — sonst stimmt die Prüfziffer nicht.
- Alte BLZ verwenden. Nach Fusionen ändern sich Bankleitzahlen; rechne immer mit der aktuellen BLZ von deinem Kontoauszug.
- Prüfziffer raten. Die zwei Ziffern nach dem Ländercode sind kein Zufall — jede Änderung macht die IBAN ungültig.
- Leerzeichen mitkopieren. Die meisten Formulare akzeptieren sie, manche Validierungen stolpern — der Rechner entfernt sie automatisch.
- Gültig mit existent verwechseln. Mod-97-gültig heißt nur "kein Tippfehler", nicht "dieses Konto gehört dem Empfänger".
- BIC weglassen bei Nicht-SEPA. Innerhalb von SEPA reicht die IBAN; für Überweisungen außerhalb Europas brauchst du zusätzlich den BIC (8 oder 11 Zeichen).
Sonderfälle / Ausnahmen
- Ausländische IBANs: Jedes Land hat ein eigenes Format — Österreich 20 Stellen, Frankreich 27, Niederlande 18, Großbritannien 22. Der Rechner kennt die Längen aller SEPA-Staaten und meldet Formatfehler.
- Buchstaben in Kontonummern: In manchen Ländern (z. B. Großbritannien) enthalten Kontodaten Buchstaben — die Umwandlung A=10 bis Z=35 gilt dort genauso.
- Prüfziffern 00, 01 und 99: Diese Werte kommen in echten IBANs nicht vor; der Algorithmus behandelt sie als ungültig.
- Unterkonten: Manche Banken führen intern Unterkonten, die in der offiziellen IBAN anders abgebildet sind — bei Unstimmigkeiten frag deine Bank, statt zu raten.
- Umstellung alter Daten: Wer noch Kontonummern aus der Vor-SEPA-Zeit hat, sollte die IBAN vom Kontoauszug übernehmen statt sie selbst zu berechnen.
- Gemeinschaftskonten: Bei Oder-Konten teilen sich beide Inhaber dieselbe IBAN; die Prüfung unterscheidet nicht, wer von beiden überweist — für Und-Konten gelten die Unterschriftsregeln der Bank.
- IBAN-Diskriminierung: Innerhalb von SEPA darf dir niemand eine ausländische IBAN verweigern (Art. 9 SEPA-Verordnung) — meldet ein Händler "nur deutsche IBAN", ist das unzulässig und du kannst dich bei der BaFin beschweren.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Meldet der Rechner "formal gültig", kannst du die IBAN ins Überweisungsformular übernehmen — bei Erstüberweisungen an neue Empfänger gleichen viele Banken zusätzlich den Empfängernamen ab (Verification of Payee). Lautet das Ergebnis "ungültig", überweise auf keinen Fall: Vergleiche Zeichen für Zeichen mit der Quelle (Rechnung, Vertrag, Kontoauszug) und bitte im Zweifel den Empfänger um Bestätigung.
Wenn der IBAN-Rechner "gültig" meldet und deine Bank trotzdem meckert, liegt es fast immer an einer veralteten BLZ oder einem Unterkonto — ein kurzer Anruf bei deiner Bank klärt das in Minuten. Diese Seite ersetzt keine Bankberatung, aber sie erspart dir die häufigste Fehlerquelle bei Überweisungen: den Tippfehler.