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Alltag & Rechner • Geprüfte Rechenlogik 2026/2027

Luftfeuchtigkeit-Rechner: Taupunkt berechnen

Dein Hygrometer zeigt 62 Prozent – und du fragst dich, ob das schon Schimmelgefahr bedeutet. Die Prozentzahl allein sagt das nicht: Entscheidend ist, wie viel Wasser die Luft bei deiner Raumtemperatur wirklich trägt und an welcher kalten Stelle es kondensiert. Der luftfeuchtigkeit-rechner nimmt deine zwei Messwerte – Raumtemperatur und relative Feuchte – und berechnet daraus den Taupunkt, die absolute Feuchte in Gramm pro Kubikmeter und den Sättigungsdampfdruck nach der Magnus-Tetens-Formel. Zusätzlich bewertet er dein Ergebnis gegen die Schwellen des Umweltbundesamts (40–60 Prozent ideal, dauerhaft über 65–70 Prozent riskant) und warnt dich, bevor Feuchtigkeit an der Wand sichtbar wird.

Interaktiver Luftfeuchtigkeit-Rechner

Offizieller BMF- & Gesetzesstand 2026/2027

Live-Berechnung
°C

Label 1: Raumlufttemperatur (°C)

%

Label 2: Relative Luftfeuchtigkeit (%)

Berechnungsergebnis
Ergebnis-Label 1
2.348,50 €

Exakt ermittelt nach Vorgaben 2026

Detaillierte Aufschlüsselung
Ergebnis-Label 2 642,80 €
Ergebnis-Label 3 1.705,70 €
Effektiver Belastungssatz 27,4 %
Ergebnis exportieren:

Näherungswerte nach der Magnus-Tetens-Formel (Alduchov & Eskridge). Das Ergebnis ersetzt keine bauphysikalische Beratung und keine Schimmelbegutachtung.

Auf den Punkt: Direkte Antwort

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei deren Unterschreitung Wasserdampf aus der Luft kondensiert – er hängt von Lufttemperatur und relativer Feuchte ab. Bei 20 °C Raumtemperatur und 60 % relativer Feuchte liegt er bei etwa 12,0 °C: Jede Oberfläche unter 12 °C (kalte Außenwand, Fensterlaibung) wird dann feucht. Die absolute Feuchte sagt dir, wie viel Wasser wirklich in der Luft steckt – in diesem Beispiel 10,35 Gramm pro Kubikmeter. Nach dem Umweltbundesamt liegt die ideale Raumluftfeuchte bei 40–60 Prozent; dauerhaft über 65–70 Prozent steigt das Schimmelrisiko deutlich.

So funktioniert der luftfeuchtigkeit-rechner: Magnus-Formel Schritt für Schritt

Du gibst zwei Werte ein: die Lufttemperatur in Grad Celsius und die relative Luftfeuchte in Prozent – genau das, was dein Hygrometer anzeigt. Der Rechner berechnet zuerst den Sättigungsdampfdruck E(T), also den maximal möglichen Wasserdampfdruck bei deiner Temperatur, nach der Magnus-Tetens-Formel: E(T) = 6,112 hPa × e^((17,625 × T) / (243,04 + T)). Die Koeffizienten 17,625 und 243,04 stammen von Alduchov und Eskridge und gelten nach Lawrence (2005) für −40 °C bis +50 °C mit einer Unsicherheit von etwa 0,35 °C – das ist die in der Meteorologie übliche Variante. Eine zweite, fast gleichwertige Variante nutzt 17,62 und 243,12; die Ergebnisse unterscheiden sich nur in der zweiten Nachkommastelle. Aus dem Sättigungsdampfdruck folgt der tatsächliche Dampfdruck e = E(T) × RH / 100. Daraus berechnet der Rechner die absolute Feuchte x = 216,7 × e / (273,15 + T) in Gramm pro Kubikmeter – also die echte Wassermenge in deiner Raumluft. Und den Taupunkt Td = 243,04 × α / (17,625 − α) mit α = ln(RH/100) + (17,625 × T) / (243,04 + T). Zum Schluss vergleicht er deine relative Feuchte mit den UBA-Schwellen und zeigt dir, ob du im grünen Bereich bist oder lüften solltest.

Was ändert sich 2026 / 2027?

An der Physik ändert sich nichts: Die Magnus-Tetens-Formel und die Koeffizienten nach Alduchov und Eskridge sind seit Langem etabliert und gelten unverändert weiter. Auch die Empfehlungen des Umweltbundesamts (40–60 Prozent ideale Raumluftfeuchte, 65–70 Prozent als Dauergrenze, 80 Prozent an der Wand als Schwelle für Sofortmaßnahmen) sind mit Stand Oktober 2026 aktuell. Was sich 2026/2027 für dich ändern kann, ist das Heizen und Lüften selbst: Wer aus Energiespargründen Räume kühler hält, erhöht automatisch die relative Feuchte – bei 16 °C statt 20 °C enthält dieselbe Luftmenge prozentual deutlich mehr Wasser. Beobachte deshalb in wenig geheizten Räumen (Schlafzimmer, Gästezimmer) die Werte besonders. Für 2027 sind keine neuen Grenzwerte angekündigt; der Rechner rechnet mit den hier dokumentierten Konstanten weiter. Stand: Oktober 2026.

Beispielrechnung

Nehmen wir ein Wohnzimmer: Thermometer 20 °C, Hygrometer 60 % relative Feuchte. Schritt eins: Sättigungsdampfdruck E(20) = 6,112 × e^((17,625 × 20) / (243,04 + 20)) = 6,112 × e^(352,5 / 263,04) = 6,112 × 3,819 = 23,34 hPa. Schritt zwei: Dampfdruck e = 23,34 × 0,60 = 14,00 hPa. Schritt drei: absolute Feuchte x = 216,7 × 14,00 / 293,15 = 10,35 g/m³ – so viel Wasser steckt tatsächlich in jedem Kubikmeter deiner Raumluft. Schritt vier: α = ln(0,60) + 352,5 / 263,04 = −0,511 + 1,340 = 0,829. Taupunkt Td = 243,04 × 0,829 / (17,625 − 0,829) = 201,5 / 16,796 ≈ 12,0 °C. Interpretation: Solange alle Oberflächen wärmer als 12 °C sind, kondensiert nichts. Eine ungedämmte Außenwand hinter dem Schrank kann im Winter aber leicht 10–11 °C kalt sein – dann wird sie feucht, lange bevor du etwas siehst. Die relative Feuchte von 60 % liegt noch im UBA-Idealbereich (40–60 %), aber am oberen Rand: einmal täglich stoßlüften hält dich sicher im grünen Bereich. Der luftfeuchtigkeit-rechner speichert keine Daten – du kannst die Rechnung jederzeit mit neuen Messwerten wiederholen und so den Verlauf über Tage vergleichen.

Typische Fehler

Erstens: nur auf die Prozentzahl starren. 60 % bei 20 °C sind harmlos, 60 % bei 15 °C bedeuten deutlich mehr absolute Feuchte und einen höheren Taupunkt – die Temperatur gehört immer dazu. Zweitens: das Hygrometer an die falsche Stelle hängen. Direkt über der Heizung oder am offenen Fenster misst du Fantasiewerte; hänge es in Raummitte auf etwa 1,50 m Höhe, fern von Wärmequellen. Drittens: den Taupunkt mit der Raumtemperatur verwechseln. Der Taupunkt ist immer niedriger als die Lufttemperatur (außer bei 100 % Feuchte) – er beschreibt die kalte Oberfläche, nicht die Luft. Viertens: Dauer-Kipp statt Stoßlüften. Gekippte Fenster kühlen die Wandlaibung aus und heben den Taupunkt an der Wand – mehrmals täglich 5–10 Minuten stoßlüften tauscht die Luft aus, ohne die Wände auszukühlen. Fünftens: die Näherungsformel Td ≈ T − (100 − RH)/5 für bare Münze nehmen. Sie ist eine Schätzung für RH über 50 % und kann um mehrere Grad danebenliegen – für echte Aussagen nutze die Magnus-Formel. Sechstens: Schimmel erst bekämpfen, wenn er sichtbar ist. Schimmel wächst schon bei dauerhaft hoher Feuchte hinter Möbeln und in Ecken, bevor du Flecken siehst – messe lieber früh.

Sonderfälle / Ausnahmen

  • Bad und Küche nach dem Duschen/Kochen: Kurzfristig 80–90 % sind normal – entscheidend ist, dass die Feuchte innerhalb einer Stunde wieder unter 60 % fällt (Tür zu, Fenster auf oder Lüfter an).
  • Schlafzimmer: Zwei Personen geben über Nacht rund 0,5–1 Liter Wasser an die Luft ab – morgens stoßlüften ist hier Pflicht, nicht Kür.
  • Keller: Im Sommer ist Kellerluft oft kühler als die Außenluft – warmfeuchte Außenluft hereinlüften erhöht die Kellerfeuchte, statt sie zu senken. Lüfte Keller im Sommer nur nachts oder früh morgens.
  • Neubau und Sanierung: Baufeuchte treibt die Werte monatelang hoch – hier sind dauerhaft laufende Bautrockner sinnvoller als ständiges Lüften.
  • RH = 100 %: Dann ist der Taupunkt exakt gleich der Lufttemperatur – jede noch so kleine Abkühlung erzeugt Kondensat (beschlagene Scheiben morgens).
  • Sehr trockene Luft unter 30 %: Reizt Schleimhäute und Holz (Parkett, Möbel) – hier hilft gezieltes, kurzes Lüften weniger, eher ein Luftbefeuchter.
  • Höhenlage und Luftdruck: Der Rechner nutzt den Standarddruck; in normalen Wohnlagen (bis ca. 1.000 m) ist der Fehler vernachlässigbar.

Was bedeutet das Ergebnis für dich?

Der Rechner gibt dir drei Zahlen und eine Ampel: Taupunkt, absolute Feuchte und die UBA-Bewertung deiner relativen Feuchte. Miss am besten morgens und abends und trage die Werte in den luftfeuchtigkeit-rechner ein – so erkennst du Trends, bevor die Ampel auf Rot springt. Liegt dein Taupunkt nur 2–3 Grad unter der kältesten Wandtemperatur, bist du in der Gefahrenzone – rücke Möbel 8–10 cm von Außenwänden ab, damit Luft zirkulieren kann, und lüfte mehrmals täglich stoß. Zeigt die Ampel dauerhaft über 65–70 %, prüfe zusätzlich die Wandoberflächentemperatur mit einem Infrarotthermometer: Unterschreitet sie den Taupunkt, kondensiert dort Wasser, auch wenn die Raumluft noch "okay" wirkt. Sinkt die Feuchte nach dem Lüften nicht, liegt oft ein baulicher Mangel vor (Wärmebrücke, fehlende Dämmung) – dann hilft kein Lüftungsplan, sondern eine Fachperson. Die Berechnung ist eine physikalische Näherung und ersetzt keine bauphysikalische Beratung bei konkretem Schimmelverdacht. Nutze das Ergebnis als Frühwarnsystem: regelmäßig messen, bei Warnung handeln, bei Dauerwarnung Fachhilfe holen.

Mathematische Formel-Spezifikation

Exakte Berechnungsvorschrift nach Gesetzesgrundlage

Eingaben: T = Lufttemperatur in °C (Bereich −40 bis +50), RH = relative Feuchte in % (1–100). Konstanten (Magnus-Tetens nach Alduchov & Eskridge, Lawrence 2005): a = 17,625; b = 243,04 °C; E0 = 6,112 hPa; R-Faktor 216,7. Schritt 1: E = 6,112 × exp((17,625 × T) / (243,04 + T)) [hPa] – Sättigungsdampfdruck. Schritt 2: e = E × RH / 100 [hPa] – Dampfdruck. Schritt 3: x = 216,7 × e / (273,15 + T) [g/m³] – absolute Feuchte, auf 2 Dezimalen runden. Schritt 4: alpha = ln(RH / 100) + (17,625 × T) / (243,04 + T); Td = 243,04 × alpha / (17,625 − alpha) [°C] – Taupunkt, auf 1 Dezimale runden. Schritt 5: UBA-Ampel: RH < 40 → "eher trocken"; 40–60 → "ideal"; 60–70 → "beobachten, regelmäßig stoßlüften"; > 70 → "riskant – lüften und Wandtemperaturen prüfen". Quellen aller Konstanten: omnicalculator.de (Alduchov & Eskridge via Lawrence 2005); UBA-Schwellen: Umweltbundesamt (40–60 %, 65–70 %, 80 % Wand).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Gesetzen und Besonderheiten

1 Wie berechnet man den Taupunkt aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit?

Mit der Magnus-Tetens-Formel: Zuerst den Sättigungsdampfdruck E(T) = 6,112 hPa × e^((17,625 × T) / (243,04 + T)), dann α = ln(RH/100) + (17,625 × T) / (243,04 + T) und daraus den Taupunkt Td = 243,04 × α / (17,625 − α). Bei 20 °C und 60 % relativer Feuchte ergibt das etwa 12,0 °C.

2 Was ist der Unterschied zwischen absoluter und relativer Luftfeuchtigkeit?

Die absolute Feuchte misst die echte Wassermenge in Gramm pro Kubikmeter Luft. Die relative Feuchte gibt an, wie viel Prozent der bei der aktuellen Temperatur maximal möglichen Wassermenge (Sättigung) gerade vorhanden sind. Für Schimmel zählt die relative Feuchte an der kalten Oberfläche, für das Lüften die absolute Feuchte.

3 Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sein?

Das Umweltbundesamt empfiehlt 40–60 Prozent relative Feuchte als idealen Bereich. Dauerhaft über 65–70 Prozent steigt das Schimmelrisiko; an der Wandoberfläche gelten 80 Prozent als Schwelle für Sofortmaßnahmen.

4 Ab welcher Luftfeuchtigkeit bildet sich Schimmel?

Es gibt keinen einzelnen Grenzwert, aber die Faustregel lautet: dauerhaft über 60 Prozent kritisch beobachten, dauerhaft über 70 Prozent handeln. Entscheidend ist die Feuchte direkt an der Oberfläche – dort reichen schon 80 Prozent für Schimmelwachstum, selbst wenn die Raumluft nur 60 Prozent zeigt.

5 Warum beschlagen meine Fenster morgens?

Weil die Scheibenoberfläche nachts unter den Taupunkt abkühlt. Beispiel: Bei 20 °C und 60 % Feuchte liegt der Taupunkt bei 12 °C – ist die Scheibe kälter, kondensiert Wasser. Morgendliches Stoßlüften senkt die Feuchte und damit den Taupunkt.

6 Stimmt die Näherungsformel Taupunkt ≈ Temperatur − (100 − Feuchte) / 5?

Nur grob und nur bei relativer Feuchte über 50 Prozent. Sie dient der schnellen Schätzung unterwegs, kann aber mehrere Grad danebenliegen. Für belastbare Werte – etwa vor einer Schimmelbewertung – nutze die Magnus-Tetens-Formel.

7 Warum steigt die relative Feuchte, wenn ich weniger heize?

Kalte Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen. Enthält deine Raumluft 10 Gramm Wasser pro Kubikmeter, sind das bei 20 °C etwa 58 Prozent, bei 16 °C aber schon rund 74 Prozent – die absolute Menge ist gleich, der Prozentwert steigt. Deshalb sind kühlere Räume schimmelanfälliger.

8 Hilft Lüften auch bei Regenwetter?

Ja. Kalte Außenluft – selbst bei 100 Prozent Feuchte – enthält absolut wenig Wasser. Erwärmt sie sich im Raum auf 20 °C, sinkt ihre relative Feuchte auf etwa 40–50 Prozent. Nur bei starkem Regen, Sturm oder wenn drinnen und draußen fast gleich warm sind, solltest du das Lüften kurz aussetzen.

9 Wo hänge ich das Hygrometer am besten auf?

In Raummitte, etwa 1,50 Meter hoch, fern von Heizkörpern, Fenstern und Außenwänden. Dort misst du die Luft, in der du lebst – nicht die warme Luft über der Heizung oder die kalte Luft an der Wand.

10 Was mache ich, wenn die Feuchte trotz Lüften hoch bleibt?

Dann liegt meist ein baulicher Grund vor: Wärmebrücken, fehlende Dämmung oder Baufeuchte. Miss die Wandoberflächentemperatur – unterschreitet sie den Taupunkt, kondensiert dort Wasser. Hole in diesem Fall eine Fachperson für Bauphysik oder Schimmelbewertung hinzu.

Geprüfte Quellen & Rechtsgrundlagen

  • • Omnicalculator, "Relative Luftfeuchtigkeit Rechner" und "Taupunkt-Rechner" – Magnus-Tetens-Formel, Koeffizienten a = 17,625, b = 243,04 °C (Alduchov & Eskridge), Gültigkeit −40 bis +50 °C, Unsicherheit 0,35 °C (Lawrence 2005): https://Www.Omnicalculator.com/de/physik/relative-luftfeuchtigkeit und https://Www.Omnicalculator.com/de/physik/taupunkt-rechner
  • • TLK Energy, "Online Taupunkt berechnen" – Definition Taupunkt, absolute Feuchte: https://tlk-energy.de/tools/taupunkt-berechnen
  • • Umweltbundesamt – Empfehlungen: 40–60 % ideale Raumluftfeuchte, 65–70 % Dauergrenze, 80 % an der Wand als Schwelle für Sofortmaßnahmen (wiedergegeben über Verbraucher- und Fachportale, u. a. smarthome-kompass.de, Stand Oktober 2026): https://www.smarthome-kompass.de/ratgeber/fenster-beschlagen-herbst-schimmel-luftfeuchtigkeit-ab-wann-gefaehrlich
  • • Process Sensing Technologies, "Taupunkt-Rechner" – Sonntag-Formel / British Standard 1339 als Alternativverfahren: https://www.processsensing.com/de-de/humidity-calculator/