So funktioniert die Berechnung
Die PayPal-Gebühr besteht immer aus zwei Bestandteilen, die du addierst:
Schritt 1: Prozentualer Anteil. 2,49 % des Bruttobetrags im Standardtarif Inland. Bei 100 € sind das 2,49 €. Die Händlerstaffel senkt nur diesen Prozentsatz (1,99 % bzw. 1,49 %), die Festgebühr bleibt.
Schritt 2: Festgebühr. 0,35 € pro Transaktion (Euro) – unabhängig vom Betrag. Sie trifft kleine Beträge überproportional: Bei 5 € sind 0,35 € schon 7 % des Umsatzes.
Formel Empfang: Gebühr = Bruttobetrag × 0,0249 + 0,35 €. Netto = Bruttobetrag − Gebühr. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den marge-rechner heranziehen.
Formel Aufschlag (Netto → Brutto): Brutto = (gewünschtes Netto + 0,35) ÷ (1 − 0,0249). So stellst du sicher, dass nach Abzug exakt dein Zielbetrag übrig bleibt.
Mikrozahlungen: Der Sondertarif 4,99 % + 0,09 € lohnt sich nur unterhalb eines Break-even-Punkts: 0,0249 × B + 0,35 = 0,0499 × B + 0,09 → B = 10,40 €. Unter 10,40 € ist der Mikrotarif günstiger, darüber der Standardtarif.
Beispiel 5 €: Standard 0,47 € Gebühr, Mikrotarif 0,34 €. Beispiel 20 €: Standard 0,85 €, Mikrotarif 1,09 €.
So nutzt du den paypal-gebuehren-rechner
Betrag und Richtung wählen: Gib den Bruttobetrag ein, um Gebühr und Netto zu sehen – oder dein Wunsch-Netto, um den nötigen Rechnungsbetrag zu erhalten.
Tarif und Herkunft wählen: Standard Inland, Händlerstaffel (1,99 % / 1,49 %), Mikrozahlungen, QR-Code oder internationale Zahlung mit Länder-Aufschlag.
Ergebnis lesen: Du siehst Gebühr, Nettobetrag und den effektiven Gebührensatz in Prozent – der zeigt dir, wie stark kleine Beträge durch die Festgebühr belastet werden.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Die hier verwendeten Werte sind ein Snapshot der offiziellen PayPal-Gebührenseite für Deutschland vom 16. Oktober 2026: 2,49 % + 0,35 € Standard Inland, QR-Code-Tarife 1 % + 0,05 € (bis 10 €) bzw. 0,5 % + 0,10 € (ab 10,01 €), internationale Aufschläge +1,99 % (USA/Kanada), +1,29 % (Großbritannien), +2,99 % (alle anderen Märkte), Währungsumrechnung für Geschäftskonten 3 % über dem Basiswechselkurs. PayPal ändert seine Gebühren regelmäßig und ohne lange Vorlaufzeit – die Seite selbst weist darauf hin, die aktuelle Übersicht zu prüfen.
Für 2027 sind derzeit keine Änderungen angekündigt; vor jeder größeren Preiskalkulation lohnt der Blick auf die offizielle Gebührenseite. Neu im Bewusstsein vieler Händler: Seit PayPal den Rechnungskauf mit Ratepay ab November 2026 umstellt (neue Händlerpflichten, Zahlungsziel-Thema), lohnt es sich, die Konditionen aller angebotenen PayPal-Produkte im Blick zu behalten.
Beispielrechnung
Fall 1 – Online-Shop, 100 € Bestellwert, Standard Inland:
Gebühr = 100 × 0,0249 + 0,35 = 2,84 €. Netto = 97,16 €.
Fall 2 – Freelancer will 97 € netto erhalten:
Brutto = (97 + 0,35) ÷ (1 − 0,0249) = 97,35 ÷ 0,9751 = 99,84 €. Du stellst 99,84 € in Rechnung.
Fall 3 – Händler mit 8.000 € Monatsumsatz, 100 € Verkauf:
Staffeltarif 1,99 %: Gebühr = 1,99 + 0,35 = 2,34 €. Netto = 97,66 € – also 0,50 € mehr als im Standardtarif. Bei 80 Transaktionen im Monat sind das 40 € Ersparnis. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer mehrwertsteuer-rechner.
Fall 4 – Kunde aus den USA, 100 €:
Aufschlag USA/Kanada +1,99 %: Gesamtprozentsatz 4,48 %. Gebühr = 4,48 + 0,35 = 4,83 €. Netto = 95,17 €.
Fall 5 – QR-Code-Zahlung im Laden, 8 €:
QR-Tarif bis 10 €: 1 % + 0,05 € = 0,08 + 0,05 = 0,13 € Gebühr. Netto = 7,87 €. Im Standardtarif wären es 0,55 € Gebühr – der QR-Tarif spart hier 0,42 €.
Typische Fehler
- Nur den Prozentsatz rechnen: Die 0,35 € Festgebühr vergessen – bei kleinen Beträgen der größte Posten.
- Brutto und Netto verwechseln: 100 € „erhalten" heißt nicht 100 € in Rechnung stellen; nutze die Aufschlag-Formel.
- Internationale Aufschläge übersehen: Ein US-Kunde kostet dich 1,99 Prozentpunkte extra – bei 1.000 € sind das fast 20 €.
- Mikrotarif blind aktivieren: Über 10,40 € ist der Standardtarif günstiger; der Mikrotarif muss außerdem beantragt werden.
- Währungsaufschlag vergessen: 3 % über dem Basiswechselkurs kommen bei Fremdwährungszahlungen oben drauf.
- Gebühren einfach weiterreichen: Ein pauschaler „PayPal-Aufschlag" am Checkout ist rechtlich heikel (Surcharge-Regeln aus der PSD2-Umsetzung, dazu PayPal-eigene Regeln) – kläre das vorher rechtlich ab, statt es stillschweigend zu tun.
Sonderfälle / Ausnahmen
- Spenden Inland: 2,49 % + 0,35 € wie bei geschäftlichen Transaktionen; nicht aufgeführte PayPal-Spendenaktionen sind gebührenfrei (offizielle Gebührenseite).
- Rechnungskauf mit Ratepay: 2,49 % + Festgebühr – gleicher Satz wie Standard, aber beachte die neuen Händlerpflichten ab November 2026.
- Alternative Zahlungsmethoden / Zahlung ohne PayPal-Konto: ebenfalls 2,49 % + Festgebühr.
- Freunde & Familie: Persönliche Inlandstransaktionen ohne Währungsumrechnung sind kostenlos – aber ohne Käuferschutz, also nicht für Geschäfte nutzen.
- Persönlich international senden: 5 % des Betrags, mindestens 0,99 €, höchstens 3,99 €.
- Auszahlung: aufs Bankkonto kostenlos; auf Debit-/Kreditkarte 1 % (mindestens 0,25 €, höchstens 10 €).
- Steuern: Bei gewerblicher Nutzung sind PayPal-Gebühren Betriebsausgaben und mindern die Steuerlast – Jahresabrechnung bei PayPal anfordern, Details mit dem Steuerberater klären.
- Rückbuchungen: Leitet ein Käufer eine Rückbuchung ein, erstattet PayPal die ursprüngliche Transaktionsgebühr nicht – sie bleibt als Kosten bei dir, zusätzlich zum erstatteten Betrag.
- Währungsempfang: Empfängst du z. B. US-Dollar auf ein Euro-Konto, rechnet PayPal mit dem eigenen Kurs plus 3 % Aufschlag um – der effektive Kurs liegt also spürbar unter dem Marktkurs.
- Mehrere Shops, ein Konto: Die Händlerstaffel gilt pro PayPal-Konto, nicht pro Shop – wer mehrere Projekte bündelt, erreicht die 5.000-€-Schwelle schneller.
- Abo-Zahlungen: Wiederkehrende Zahlungen unterliegen denselben Sätzen wie Einzelzahlungen; es gibt keinen separaten Abo-Tarif.
Der paypal-gebuehren-rechner berücksichtigt alle diese Tarife in der Auswahl – wähle einfach den passenden Fall, statt von Hand umzurechnen.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist die Basis deiner Preiskalkulation: Wenn du weißt, dass von 100 € nur 97,16 € ankommen, kalkulierst du deine Marge mit dem Nettobetrag – nicht mit dem Brutto. Drei Hebel lohnen sich sofort: Erstens, prüfe ab 5.000 € Monatsumsatz die Händlerstaffel – 0,5 Prozentpunkte weniger sind bei 10.000 € Umsatz 50 € im Monat.
Zweitens, nutze im stationären Handel den QR-Code-Tarif statt des Standardtarifs. Drittens, rechne internationale Aufträge mit dem Länder-Aufschlag, bevor du Festpreise fürs Ausland nennst.
Und vergiss die Buchhaltung nicht: Gebührenbelege sammeln, als Betriebsausgaben erfassen. Hinweis: Dieser Rechner ersetzt keine Steuerberatung – bei Zweifeln zur steuerlichen Behandlung frag deinen Steuerberater.
Stand: Oktober 2026.