So funktioniert die Berechnung mit dem uni-schnitt-rechner
Die Logik dahinter ist der Arbeitsaufwand: Ein ECTS-Punkt steht für etwa 25–30 Stunden studentische Arbeit, ein Studienjahr für 60 ECTS. Deshalb gewichtet die Universität jede Modulnote mit den ECTS des Moduls — so spiegelt der Schnitt wider, wofür du tatsächlich Zeit investiert hast.
Die Formel, wie sie z. B. in der Prüfungsordnung der Universität Siegen steht: Die Gesamtnote ist das arithmetische Mittel der Modulnoten, gewichtet nach den ECTS-Punkten der jeweiligen Module.
Schritt für Schritt: 1) Trage jede Modulnote mit ihren ECTS ein. 2) Der Rechner multipliziert Note × ECTS pro Modul. 3) Er summiert alle Produkte. 4) Er teilt durch die Summe der ECTS — aber nur der benoteten Module. Fertig ist dein Schnitt.
Was „benotet" bedeutet. Module mit einer Note (1,0–4,0 bzw. 5,0) zählen.
Module, die nur mit „bestanden" / „nicht bestanden" bewertet werden (z. B. Praktika, manche Seminare, Sprachkurse), haben keine Note — und ohne Note können sie in kein gewichtetes Mittel einfließen. Sie fallen also aus Zähler und Nenner heraus.
Das ist kein Trick, sondern Standardpraxis: Der Rechner sortiert sie automatisch aus, sobald du „unbenotet" anklickst.
Die Notenskala. An deutschen Hochschulen gilt: 1,0 und 1,3 = sehr gut; 1,7 / 2,0 / 2,3 = gut; 2,7 / 3,0 / 3,3 = befriedigend; 3,7 / 4,0 = ausreichend; 5,0 = nicht ausreichend.
Zur Differenzierung können Noten um 0,3 angehoben oder gesenkt werden — die Werte 0,7 / 4,3 / 4,7 / 5,3 sind ausgeschlossen. Die Prädikate für die Gesamtnote (live-verifiziert aus einer deutschen Prüfungsordnung): bis 1,50 sehr gut, bis 2,50 gut, bis 3,50 befriedigend, bis 4,00 ausreichend.
Was ändert sich 2026 / 2027?
An der Berechnungslogik: nichts. Das ECTS-System (Bologna-Prozess) ist der stabile europäische Rahmen, und die Gewichtung nach Leistungspunkten ist in den Prüfungsordnungen der Hochschulen fest verankert.
Eine Reform des Notensystems oder der ECTS-Gewichtung für 2027 ist in Deutschland nicht angekündigt und in offiziellen Quellen nicht zu finden (live-verifiziert, Stand: Oktober 2026). — Einordnung: Dänemark plant eine neue Notenskala, aber erst für 2030/2031 und nur für Dänemark; für dein Studium in Deutschland ist das irrelevant. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Notendurchschnitt-Rechner heranziehen.
Was sich ändern kann, ist deine Prüfungsordnung: Hochschulen novellieren sie regelmäßig (neue Gewichtungen, neue Module). Der Rechner rechnet nach dem Standardverfahren (ECTS-gewichtet, unbenotete Module raus, Abschneiden); weicht deine Ordnung ab — etwa durch Sondergewichtungen einzelner Module —, steht das in den Sonderfällen unten.
Beispielrechnung
Aufgabe: Jonas studiert im 4. Bachelorsemester und will seinen Zwischenstand wissen. Seine Module: Mathematik 2,0 (6 ECTS), Programmierung 1,7 (6 ECTS), Statistik 3,0 (5 ECTS), Englisch — unbenotet bestanden (3 ECTS), Bachelor-Thesis 1,3 (12 ECTS).
Schritt 1 — Unbenotetes Modul aussortieren. Englisch (bestanden, 3 ECTS) hat keine Note und fällt aus der Rechnung — es zählt weder im Zähler noch im Nenner.
Schritt 2 — Produkte bilden: Mathematik: 2,0 × 6 = 12,0. Programmierung: 1,7 × 6 = 10,2. Statistik: 3,0 × 5 = 15,0. Thesis: 1,3 × 12 = 15,6. Summe: 12,0 + 10,2 + 15,0 + 15,6 = 52,8.
Schritt 3 — Durch benotete ECTS teilen: 6 + 6 + 5 + 12 = 29 ECTS. 52,8 / 29 = 1,8207.
Schritt 4 — Abschneiden und Prädikat: Nach der üblichen Praxis wird abgeschnitten → 1,8. Prädikat: 1,8 liegt über 1,50 und bis 2,50 → gut.
Der uni-schnitt-rechner zeigt dir zu jedem Schritt die Zwischenwerte — so siehst du sofort, welches Modul deinen Schnitt am stärksten zieht (hier: die Thesis mit 12 ECTS).
Typische Fehler
- Einfachen statt gewichteten Mittelwert nehmen. (2,0 + 1,7 + 3,0 + 1,3) / 4 = 2,0 — das ist falsch, weil es die ECTS ignoriert.
Richtig ist 1,8: Die gute Thesis-Note wiegt mit 12 ECTS schwerer als die Statistik-Note mit 5 ECTS. 2.
Unbenotete Module mitzählen. „Bestanden" ist keine 4,0 und keine 1,0 — es ist gar keine Note.
Wer es mit 4,0 einrechnet, verschlechtert seinen Schnitt künstlich; wer es weglässt, rechnet korrekt. 3.
Runden statt abschneiden. 1,8571 wird zu 1,8 abgeschnitten, nicht auf 1,9 gerundet — die übliche Praxis an deutschen Hochschulen ist das Streichen ohne Rundung.
Aber prüfe deine Prüfungsordnung, denn sie entscheidet. 4.
Noch nicht abgeschlossene Module einrechnen. Zähle nur Module mit endgültiger Note.
Laufende Module mit „voraussichtlich 2,0" gehören in eine Was-wäre-wenn-Rechnung, nicht in deinen offiziellen Stand. 5.
Durchgefallene Module (5,0) vergessen. Eine 5,0 ist benotet und zählt mit — mit vollem ECTS-Gewicht nach unten.
Sie auszulassen schönt den Schnitt unzulässig. 6.
Modulnote mit Gesamtnote verwechseln. Besteht ein Modul aus mehreren Teilprüfungen (z. B. Klausur 70 % + Hausarbeit 30 %), wird zuerst die Modulnote aus den Teilen gebildet (Gewichtung laut Modulbeschreibung) — erst dann fließt sie ECTS-gewichtet in die Gesamtnote ein.
Zwei Gewichtungsstufen, nicht eine.
Sonderfälle / Ausnahmen
Sondergewichtung einzelner Module. Manche Prüfungsordnungen gewichten Module abweichend von ihren ECTS — etwa zählt an der TU München eine Gruppe von Pflichtmodulen nur mit 50 % ihrer Credits.
Der Rechner erlaubt deshalb pro Modul einen Gewichtungsfaktor (Standard: 100 %); weicht deine Ordnung ab, stellst du ihn um.
Thesis mit besonderem Gewicht. Die Abschlussarbeit hat oft die meisten ECTS (12–30) und zieht den Schnitt stark — im Beispiel oben macht die 1,3-Thesis fast ein Drittel der Summe aus.
Manche Ordnungen gewichten sie zusätzlich (z. B. doppelt oder mit Kolloquium). Auch das stellst du als Faktor ein. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Abi-Schnitt-Rechner.
Auslandssemester und Anrechnung. Im Ausland erbrachte Leistungen werden nach den Anrechnungsregeln deiner Hochschule in deutsche Noten umgerechnet und dann wie normale Module gewichtet.
Die Umrechnungstabellen sind hochschulspezifisch — der Rechner nimmt die bereits umgerechnete deutsche Note.
ECTS-Einstufungstabelle (relative Note). Neben deiner absoluten Gesamtnote (z. B. 1,8) führen viele Hochschulen eine Notenverteilungsskala im Diploma Supplement: Sie zeigt, wie deine Note im Vergleich zu den Absolventen deines Studiengangs einzuordnen ist.
Das ist keine zweite Berechnung deines Schnitts, sondern eine Einordnungshilfe für Arbeitgeber und ausländische Unis. Die alte A–E-Rangskala wird seit 2015 übrigens nicht mehr empfohlen.
GPA für US-Bewerbungen. Für Bewerbungen in den USA weisen manche Hochschulen zusätzlich einen Grade Point Average aus — ein nach Credits gewichtetes Mittel auf der US-Skala.
Das berechnet dein Prüfungsamt; der Rechner hier liefert die deutsche ECTS-gewichtete Gesamtnote als Grundlage.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Schnitt steht auf dem Zeugnis, im Transcript of Records und im Diploma Supplement — also genau dort, wo Master-Zulassungen, Stipendiengeber und Arbeitgeber hinschauen. Die Einordnung: bis 1,50 sehr gut, bis 2,50 gut, bis 3,50 befriedigend, bis 4,00 ausreichend.
Für zulassungsbeschränkte Master zählt oft jede Zehntelstelle — deshalb ist das Abschneiden so wichtig: 1,85 ist 1,8, nicht 1,9.
Nutze den Rechner vor allem als Planungswerkzeug: Trage deine bisherigen Module ein und spiele Szenarien — „Was bringt mir eine 1,3 in der Thesis bei 12 ECTS?" So erkennst du, wo sich Lernen am meisten auszahlt. Und wenn du nur den simplen Durchschnitt von Schulnoten suchst (ohne ECTS-Gewichtung), ist der Notendurchschnitt-Rechner unter /notendurchschnitt-rechner der richtige — er rechnet ohne das Uni-Gewichtungssystem.