So berechnet der volltilgerdarlehen-rechner deine Rate
Bei einer klassischen Baufinanzierung gibst du der Bank einen Tilgungssatz vor – zum Beispiel 2 Prozent – und daraus ergeben sich Rate und Laufzeit. Beim Volltilgerdarlehen läuft die Rechnung rückwärts: Du gibst die Laufzeit bis zur Volltilgung vor, und der Rechner ermittelt daraus die nötige anfängliche Tilgung und deine Monatsrate.
So berechnen wir:
Eingaben: Darlehenssumme, gebundener Sollzins pro Jahr, Laufzeit in Jahren bis zur vollständigen Tilgung.
Monatsrate (Annuität): Rate = Darlehen × Monatszins / (1 − (1 + Monatszins)^−Monate).
Der Monatszins ist der Sollzins geteilt durch 12, die Monatszahl ist die Laufzeit mal 12. 3.
Anfängliche Tilgung: (Jahresrate − Jahreszinsbetrag) / Darlehenssumme. Sie liegt beim Volltilger typischerweise bei 3 bis 5 Prozent – deutlich über den 1 bis 2 Prozent klassischer Finanzierungen.
Zinskosten gesamt: (Monatsrate × Monate) − Darlehenssumme.
Restschuld: immer 0 Euro – das ist per Definition garantiert, solange du die Raten wie vereinbart zahlst.
Wichtig zu verstehen: Weil die Tilgung aus der Laufzeit folgt, kannst du beim Volltilgerdarlehen die Rate nicht beliebig drücken. Passt die errechnete Rate nicht zu deinem Budget, bleibt nur eine längere Laufzeit – oder ein anderes Finanzierungsmodell.
Tilgungsaussetzungen und nachträgliche Tilgungssatzwechsel sind bei den meisten Banken ausgeschlossen; auch Sondertilgungen bieten nicht alle Institute an. Kläre das vor der Unterschrift, nicht danach. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den klassische Baufinanzierung mit Restschuld durchrechnen heranziehen.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Die Mechanik des Volltilgerdarlehens ändert sich nicht – wohl aber das Zinsumfeld, in dem du es abschließt. Aktuelle Richtwerte (Zinsstaffel vom 06.10.2026, Dr.
Klein): 10 Jahre Zinsbindung 4,02 Prozent gebunden (4,12 Prozent effektiv), 15 Jahre 4,18 Prozent (4,28 Prozent effektiv), 20 Jahre 4,26 Prozent (4,36 Prozent effektiv). Je länger die Bindung, desto höher der Sollzins – genau diese Staffel macht den Preis der Zinssicherheit sichtbar: Für 20 Jahre Festzins zahlst du gegenüber 10 Jahren rund 0,24 Prozentpunkte Aufschlag.
Für 2027 sind keine gesetzlichen Änderungen am Volltilgerdarlehen angekündigt (Stand: Oktober 2026). Die Konditionen hängen allein von der Zinsentwicklung ab.
Unverändert gilt dein gesetzlicher Exit: Nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB kannst du jedes Darlehen mit gebundenem Sollzins nach zehn Jahren seit vollständigem Empfang mit sechs Monaten Frist kündigen – ganz ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Das ist dein Notausgang, falls die Zinsen bis dahin deutlich gefallen sind.
Beispielrechnung: 300.000 Euro in 20 Jahren schuldenfrei
Annahmen (Modellrechnung, Stand Oktober 2026): Darlehenssumme 300.000 Euro, Sollzins 4,26 Prozent gebunden (4,36 Prozent effektiv, Zinsstaffel 06.10.2026), Laufzeit 20 Jahre bis zur Volltilgung.
- Monatszins: 0,355 Prozent, Laufzeit: 240 Monate
- Monatliche Rate: 1.859,30 Euro
- Anfängliche Tilgung: 3,18 Prozent
- Zinskosten über 20 Jahre: 146.233 Euro
- Restschuld nach 20 Jahren: 0 Euro
Zum Vergleich das klassische Annuitätendarlehen mit denselben 300.000 Euro, 4,18 Prozent Sollzins und 2 Prozent Anfangstilgung: Die Rate liegt bei nur 1.545 Euro monatlich – aber nach 20 Jahren stehen noch 112.856 Euro Restschuld in den Büchern, und die Zinskosten der ersten 20 Jahre summieren sich auf 183.656 Euro. Unterm Strich sparst du mit dem Volltilger rund 37.400 Euro Zinsen und ersparst dir die Anschlussfinanzierung mit unbekanntem Zins.
Dieselbe Gegenüberstellung führt der volltilgerdarlehen-rechner mit deinen echten Zahlen in Sekunden durch – inklusive vollständigem Tilgungsplan. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Tilgungssätze von 1 bis 5 Prozent vergleichen.
Typische Fehler beim Volltilgerdarlehen
- Rate am heutigen Einkommen bemessen.
1.859 Euro fühlen sich mit 35 anders an als mit 55. Plane Familienzuwachs, Teilzeitphasen oder Jobwechsel ein – die Rate bleibt 20 Jahre gleich hoch.
- Die Zinssicherungs-Prämie ignorieren.
Der lange Festzins kostet einen Aufschlag gegenüber kurzen Bindungen. Vergleiche immer Soll- UND Effektivzins mehrerer Angebote.
- Sondertilgung als selbstverständlich annehmen.
Viele Banken schließen Sondertilgungen beim Volltilger aus oder begrenzen sie stark. Wenn du mit Bonuszahlungen oder einer Erbschaft rechnest, verhandle das vorab.
- Keinen Puffer einplanen.
Hohe Rate plus leerer Notgroschen ist die gefährlichste Kombination. Mindestens drei Monatsraten als Reserve sind Pflicht, nicht Kür.
- Tilgungssatzwechsel für später aufschieben.
Nachträgliche Anpassungen sind beim Volltilger meist vertraglich ausgeschlossen – was du unterschreibst, gilt bis zum Schluss. 6.
Den §-489-Exit vergessen. Nach zehn Jahren plus sechs Monaten Kündigungsfrist kommst du ohne Entschädigung raus.
Lege dir den Stichtag direkt bei Vertragsabschluss in den Kalender.
Sonderfälle und Ausnahmen
- Vorzeitige Kündigung vor Ablauf der zehn Jahre: Möglich bei berechtigtem Interesse (§ 490 Abs. 2 BGB, zum Beispiel Immobilienverkauf) – dann darf die Bank aber eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Rechne vorher nach, ob sich die Ablösung trotz Entschädigung lohnt.
- Kündigung nach § 489 BGB: Nach zehn Jahren seit Darlehensauszahlung plus sechs Monate Kündigungsfrist ist die Kündigung entschädigungsfrei – auch beim Volltilgerdarlehen.
- Kombination mit Förderdarlehen: KfW- oder Landesförderdarlehen lassen sich danebenlegen; sie haben eigene Zinsbindungen und Tilgungsregeln und werden separat getilgt.
- Forward-Darlehen als Alternative: Wer keine Volltilgung stemmen kann, sichert sich mit einem Forward-Darlehen den Anschlusszins Jahre im Voraus – beim echten Volltilger ist das überflüssig, weil es keinen Anschluss gibt.
- Tilgungsaussetzung: In der Regel nicht vorgesehen. Wer flexible Pausen braucht (zum Beispiel wegen Elternzeit), ist mit einem klassischen Annuitätendarlehen plus Sondertilgungsoption besser bedient.
- Erbschaft oder Schenkung während der Laufzeit: Eine außerplanmäßige Vollrückzahlung löst ohne Sondertilgungsrecht eine Vorfälligkeitsentschädigung aus – auch das gehört in die Vorab-Klärung mit der Bank.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Zeigt der Rechner eine Rate, die du auch in schlechten Monaten sicher stemmst – grob nicht mehr als ein Drittel deines Haushaltsnettos –, dann kaufst du dir mit dem Volltilger maximale Planungssicherheit: kein Zinsänderungsrisiko, keine Anschlussverhandlung, ein festes Datum für die Schuldenfreiheit. Liegt die Rate darüber, hast du drei ehrliche Optionen: Laufzeit verlängern (niedrigere Rate, aber höhere Zinskosten), klassische Baufinanzierung mit hoher Anfangstilgung plus Sondertilgungsrechten, oder Kaufpreis/Eigenkapital anpassen.
Passt die Rate nicht zu deinem Budget, verlängere im volltilgerdarlehen-rechner testweise die Laufzeit um zwei oder fünf Jahre und beobachte, wie Rate und Zinskosten reagieren – so findest du den Punkt, an dem Sicherheit und Leistbarkeit zusammenpassen. Hole danach mindestens drei Bankangebote ein und vergleiche Effektivzins, Sondertilgungsrechte und Bereitstellungszinsen, nicht nur die Monatsrate.