So liest du die Brutto-Netto-Tabelle
Die Tabelle hat zwei Achsen: links dein Bruttolohn im Monat, oben deine Steuerklasse. Im Kreuzungspunkt steht dein Netto. So gehst du vor:
- Zeile finden: Suche links den Bruttowert, der deinem Monatsbrutto am nächsten kommt.
Steht dein Gehalt zwischen zwei Zeilen, hilft die Interpolations-Regel aus den Beispielen unten. 2.
Spalte wählen: Steuerklasse I (ledig), III (verheiratet, Besserverdiener) oder V (verheiratet, Geringverdiener). Die Klassen II, IV und VI sind nicht abgebildet – für sie nutze den interaktiven Rechner.
- Wert ablesen und prüfen: Vergleiche den Tabellenwert mit der Annahmen-Box unter der Tabelle.
Stimmt eine Annahme nicht (z. B. Kirchensteuer, Kinder, anderer Zusatzbeitrag), weicht dein echtes Netto ab – die Checkliste sagt dir, in welche Richtung.
| Brutto / Monat | Netto SK I | Netto SK III | Netto SK V |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | 1.477 € | 1.577 € | 1.211 € |
| 2.500 € | 1.769 € | 1.971 € | 1.487 € |
| 2.800 € | 1.941 € | 2.195 € | – |
| 3.000 € | 2.054 € | 2.327 € | 1.756 € |
| 3.200 € | 2.167 € | 2.457 € | – |
| 3.500 € | 2.333 € | 2.645 € | 2.018 € |
| 4.000 € | 2.606 € | 2.946 € | 2.274 € |
| 4.500 € | 2.871 € | 3.241 € | 2.523 € |
| 5.000 € | 3.130 € | 3.533 € | 2.766 € |
| 6.000 € | 3.642 € | 4.120 € | 3.244 € |
Annahmen der Tabelle: Steuerklasse I: ledig, kinderlos. Steuerklasse III: verheiratet, Alleinverdiener, mit Kind.
Steuerklasse V: kinderlos. Alle Spalten: keine Kirchensteuer, gesetzlich krankenversichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag (2,9 %), sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, Werte gerundet. (Quellen und Methodik: siehe Abschnitte 10 und 12.)
Was ändert sich 2026 – und was kommt 2027?
2026 gilt: Die Tabellenwerte beruhen auf dem Lohnsteuertarif 2026 (§ 32a EStG) mit einem Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr sowie den Sozialrechengrößen 2026: Renten- und Arbeitslosenversicherung bis 101.400 Euro im Jahr (8.450 Euro/Monat), Kranken- und Pflegeversicherung bis 69.750 Euro im Jahr (5.812,50 Euro/Monat), durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 %. Gegenüber 2025 wirken vor allem zwei Effekte: Der angepasste Steuertarif entlastet leicht, die gestiegenen Beitragsbemessungsgrenzen belasten Gutverdiener etwas stärker.
2027 kommt (angekündigt, Stand Oktober 2026): Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen erneut – Kranken-/Pflegeversicherung auf 6.375 Euro im Monat, Renten-/Arbeitslosenversicherung auf 8.850 Euro im Monat. Diese Seite wird mit den finalen 2027er-Werten aktualisiert, sobald sie beschlossen sind; bis dahin rechne bei Gehältern über 5.800 Euro mit leicht sinkendem Netto-Anteil. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Brutto-Netto-Rechner: dein exaktes Netto berechnen heranziehen.
Ablese-Beispiele: drei Gehälter, drei Steuerklassen
Die Brutto-Netto-Tabelle ist in festen Schritten aufgebaut – diese drei Beispiele zeigen, wie du sie in der Praxis nutzt, inklusive eines Werts zwischen den Zeilen:
Beispiel 1 – 3.500 Euro, Steuerklasse I: Zeile 3.500 Euro, Spalte SK I → 2.333 Euro netto. Abgaben: 1.167 Euro, das entspricht einer Abgabenquote von 33,3 %. Ein Drittel deines Bruttos geht an Staat und Sozialkassen.
Beispiel 2 – 4.000 Euro, Steuerklasse III: Zeile 4.000 Euro, Spalte SK III → 2.946 Euro netto. Der Vergleich mit Spalte I (2.606 Euro) zeigt den Splitting-Vorteil in Euro: +340 Euro im Monat gegenüber Klasse I – ein starkes Argument in der Gehaltsverhandlung als verheirateter Alleinverdiener.
Beispiel 3 – 3.750 Euro, Steuerklasse I (zwischen den Zeilen): Dein Gehalt liegt mittig zwischen 3.500 (2.333 Euro) und 4.000 (2.606 Euro). Lineare Interpolation: 2.333 + 0,5 × (2.606 − 2.333) = 2.469,50 Euro – rechne mit rund 2.470 Euro netto.
Hinweis: Wegen der Steuerprogression ist die echte Kurve leicht gekrümmt; die lineare Schätzung liegt in der Praxis wenige Euro daneben – für eine exakte Zahl nutze den interaktiven Rechner.
Typische Fehler beim Ablesen
- Falsche Spalte.
Klasse III und V gehören zusammen (Ehepaar-Splitting) – wer als Lediger in Spalte III liest, überschätzt sein Netto um mehrere hundert Euro. 2.
Brutto pro Jahr statt pro Monat. Die Tabelle zeigt Monatswerte.
Dein Jahresbrutto musst du erst durch 12 teilen. 3.
Kirchensteuer vergessen. Bist du kirchensteuerpflichtig, fehlen dir 8–9 % der Lohnsteuer im Tabellenwert – je nach Gehalt 20 bis 80 Euro im Monat.
- Kinder nicht berücksichtigt.
Die Tabelle rechnet kinderlos (außer Spalte III). Mit Kindern sinken Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag leicht – dein echtes Netto liegt etwas höher.
- Zusatzbeitrag der eigenen Kasse.
Die Tabelle nutzt den Durchschnitt von 2,9 %. Verlangt deine Kasse 3,5 %, zahlst du bei 3.000 Euro brutto 9 Euro mehr im Monat als abgelesen.
- Weihnachtsgeld mit einrechnen.
Die Tabelle gilt für den laufenden Monatslohn. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld werden anders versteuert und stehen nicht in der Tabelle.
Sonderfälle: Wenn dein Lohnzettel abweicht
Dein Lohnzettel zeigt weniger als die Tabelle. Die häufigsten Gründe: Kirchensteuer (nicht in der Tabelle), höherer Kassen-Zusatzbeitrag, Steuerklasse VI (Zweitjob), oder vermögenswirksame Leistungen und Entgeltumwandlung, die dein Brutto erst mindern.
Gehe die Annahmen-Box Punkt für Punkt durch – in neun von zehn Fällen steckt die Abweichung dort.
Dein Lohnzettel zeigt mehr. Möglich bei: Kindern (Freibeträge senken die Steuer), Steuerklasse II (Alleinerziehende mit Entlastungsbetrag – nicht in der Tabelle) oder privater Krankenversicherung statt gesetzlicher. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Lohnsteuer nach Steuerklasse im Detail.
Sachsen-Sonderregel. In Sachsen zahlen Arbeitnehmer in der Pflegeversicherung einen Prozentpunkt mehr als im Rest Deutschlands – kinderlose Sachsen lesen deshalb in Wahrheit einige Euro weniger ab, als die Tabelle zeigt.
Minijob und Midijob. Bis 603 Euro (Minijob) und im Übergangsbereich bis 2.000 Euro (Midijob) gelten reduzierte Abgaben – die Tabelle beginnt bewusst erst bei 2.000 Euro, wo die regulären Sätze greifen.
Jahressonderzahlungen. Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden als sonstige Bezüge anders versteuert als der Monatslohn – sie stehen nicht in der Tabelle und lassen sich nicht einfach durch 12 teilen.
Was bedeutet die Tabelle für deine Gehaltsverhandlung?
Die Tabelle ist ein Verhandlungsinstrument: Sie übersetzt jedes Brutto-Angebot sofort in Netto. Drei Anwendungen: Erstens, vergleiche Angebote fair – 3.500 Euro in Klasse V (2.018 Euro netto) sind weniger wert als 3.200 Euro in Klasse I (2.167 Euro).
Zweitens, nutze die Klassen-Differenz: Der Wechsel von V nach III beim Ehepartner bringt bei 4.000 Euro brutto 672 Euro mehr netto im Monat (2.946 − 2.274) – oft mehr als eine Gehaltserhöhung. Drittens, erkenne die Abgabenquote: Ab etwa 4.000 Euro brutto geht über ein Drittel an Abgaben – ein starkes Argument für steuerfreie Arbeitgeberleistungen (z. B. Jobticket, betriebliche Altersvorsorge) statt einer reinen Brutto-Erhöhung.