So funktioniert der entfernung-rechner
Der Rechner arbeitet in fünf Schritten. Erstens wandelt er beide Ortsnamen in Koordinaten um (Geokodierung). Bei Städten nimmt er deren geografische Mitte — gibst du also „Berlin" ein, rechnet er ab der Stadtmitte, nicht ab deiner Haustür.
Zweitens berechnet er die Luftlinie: die Großkreisentfernung, also die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten auf der Erdkugel, mit der Haversine-Formel und einem Erdradius von 6.371 Kilometern. Drittens ermittelt er die Fahrstrecke aus dem Straßennetz (Routing).
Als Faustformel gilt: Fahrstrecke ≈ Luftlinie × 1,2 bis 1,3 — je nach Topografie und Straßennetz.
Viertens schätzt er die Reisezeit: Fahrstrecke geteilt durch eine realistische Durchschnittsgeschwindigkeit. Unsere Standardannahme: 100 km/h für Autobahn-Etappen, 70 km/h für Landstraßen, 40 km/h innerorts — ohne Pausen, Stau und Tankstopps.
Fünftens berechnet er die CO₂-Menge der Strecke: Fahrstrecke in Kilometern × 140 Gramm pro Kilometer (Annahme für einen durchschnittlichen Pkw) ergibt die Kilogramm CO₂. Auf Wunsch rechnet er alle Werte in Meilen (1 Meile = 1,609344 km) oder Seemeilen (1 Seemeile = 1,852 km) um.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Ehrlich gesagt: an der Geometrie ändert sich nichts. Die Haversine-Formel ist zeitlos — die Erde bleibt eine Kugel, und die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten bleibt die Großkreisentfernung.
Was sich laufend ändert, sind die Datengrundlagen: Straßennetze werden ausgebaut, Baustellen und neue Strecken fließen in die Routingdaten ein, Karten werden genauer.
Für Autofahrer relevant: Ab 29. November 2026 gilt die strengere Abgasnorm Euro 7 zunächst für neu entwickelte Pkw-Typen, ab Ende 2027 dann für alle Neuzulassungen — an deiner Strecke ändert das nichts, aber am Fahrzeug, mit dem du sie fährst. Ein praktischer Nebeneffekt der ständig besseren Daten: Moderne Routingdienste berücksichtigen inzwischen Baustellen, temporäre Sperrungen und sogar tageszeitabhängige Durchschnittsgeschwindigkeiten.
Deine berechnete Fahrstrecke wird dadurch realistischer — aber nie perfekt. Wer regelmäßig dieselbe Strecke fährt, sollte seine eigenen Erfahrungswerte danebenlegen: Der Rechner liefert die Geometrie, du lieferst die Realität.
Und ein Planungshinweis, der nie altert: Kein Rechner kennt den Stau von morgen. Plane bei wichtigen Terminen immer Puffer ein, statt dich auf die reine Rechenzeit zu verlassen.
Stand: Oktober 2026. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Fahrtkosten berechnen: Vollkosten pro Kilometer heranziehen.
Beispielrechnung: Berlin nach München
Nehmen wir die Klassikerstrecke Berlin–München:
- Luftlinie: Aus den Koordinaten beider Stadtmitten ergibt die Haversine-Formel rund 504 km.
- Fahrstrecke: Mit dem Faustfaktor 1,16 (typisch für diese gut ausgebaute Route) → 504 × 1,16 ≈ 585 km.
- Reisezeit: 585 km ÷ 100 km/h = 5,85 Stunden, also etwa 5 Stunden 51 Minuten — ohne Pausen, ohne Stau.
- CO₂: 585 km × 140 g = 81.900 g ≈ 82 kg CO₂ pro Fahrt (Annahme Pkw-Mittelwert).
- In Meilen: 585 km ≈ 364 Meilen.
Du siehst: Wer nur die Luftlinie (504 km) in seine Planung übernimmt, unterschlägt fast 80 Kilometer — und damit rund eine Stunde Fahrzeit.
Typische Fehler
- Luftlinie mit Fahrstrecke verwechseln.
Der häufigste Fehler überhaupt: Die Luftlinie ist fast immer 20 bis 30 Prozent kürzer als das, was du wirklich fährst. 2.
Die falsche Einheit ablesen. Meilen statt Kilometer — plötzlich ist die Strecke „viel kürzer", als sie ist.
Prüfe immer die Einheit. 3.
Stadtmitte mit Startpunkt gleichsetzen. Der Rechner rechnet ab der geografischen Stadtmitte.
Wohnst du am Stadtrand, kommen leicht 10 bis 15 Kilometer dazu. 4.
Reisezeit ohne Pausen planen. Die Rechenzeit kennt keine Tankstopps, keine Pause, keinen Stau.
Rechne pro zwei Stunden Fahrt mindestens 15 Minuten Pause ein. 5.
Bei Ländern die Landesmitte verwenden. „Deutschland" als Ort meint die Landesmitte bei Northeim — nicht deinen Wohnort.
Für echte Planungen immer konkrete Orte eingeben. Genau dafür zeigt dir der entfernung-rechner beide Werte nebeneinander: Luftlinie und Fahrstrecke, damit du nie wieder die falsche Zahl in deine Planung übernimmst.
Sonderfälle und Ausnahmen
Inseln und Fähren: Führt die Route über eine Fähre, enthält die Fahrstrecke die Fährverbindung — die „Fahrzeit" dafür folgt aber anderen Regeln (Abfahrtszeiten, Wartezeiten). Plane Fährstrecken immer separat.
Luftlinie über Meer oder Gebirge: Die Luftlinie sagt nichts über Befahrbarkeit aus. Zwischen zwei Alpenorten können 30 Kilometer Luftlinie vier Stunden Fahrzeit bedeuten.
Seemeilen und Meilen: In der Schifffahrt und Luftfahrt sind Seemeilen Standard, in Großbritannien und den USA Meilen. Der Rechner wandelt alle Einheiten ineinander um.
Mehrdeutige Ortsnamen: Es gibt viele Orte gleichen Namens. Prüfe bei der Eingabe immer das Land und ggf. die Region — sonst rechnest du die Strecke zum falschen Neustadt. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Spritkosten berechnen: nur Kraftstoff pro Strecke.
Sehr kurze Strecken: Unterhalb von etwa einem Kilometer wird die Geokodierung ungenau — für die Wegstrecke zum Bäcker taugt der Rechner nicht, dafür aber für jede Reiseplanung.
Rundreisen und Zwischenstopps: Für Routen mit mehreren Zielen rechne jede Etappe einzeln — die Summe der Luftlinien ist nicht die Luftlinie der Gesamtstrecke.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis besteht aus vier Zahlen: Luftlinie, Fahrstrecke, geschätzte Reisezeit und CO₂-Menge. Die Luftlinie brauchst du für Flugplanungen und grobe Einordnungen („Wie weit ist das eigentlich weg?").
Die Fahrstrecke ist deine Planungsgrundlage für alles, was Räder hat. Die Reisezeit ist eine Schätzung ohne Stau und Pausen — addiere beides ehrlich dazu.
Und die CO₂-Zahl zeigt dir den Klimapreis der Strecke: Bei 82 Kilogramm für Berlin–München wird greifbar, was eine Autofahrt wirklich bedeutet.
Wenn du aus der Strecke Kosten machen willst, rechnet der fahrtkosten-rechner mit den echten Vollkosten pro Kilometer weiter. Geht es dir nur um den Sprit, reicht der spritkosten-rechner.
Der entfernung-rechner selbst bleibt bewusst bei der reinen Distanz — das ist seine Stärke, und genau dafür ist er da.