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Alltag & Rechner • Geprüfte Rechenlogik 2026/2027

Festgeld-rechner: Zinsertrag im Blick

Du hast einen größeren Betrag übrig – und willst ihn sicher parken, ohne dass die Inflation alles auffrisst. Festgeld klingt einfach: Geld fest anlegen, Zinsen kassieren. Doch dann kommen die Fragen: 12 oder 24 Monate? Warum zahlt die Bank für zwei Jahre weniger als für ein Jahr? Und was bleibt nach Steuern wirklich übrig? Der festgeld-rechner beantwortet das sauber: Du gibst Anlagebetrag, Zinssatz, Laufzeit und Zinsgutschrift ein und siehst Zinsertrag, Effektivzins und den Steuerabzug – wahlweise mit und ohne Freistellungsauftrag. So vergleichst du Angebote nicht nach dem Werbezins, sondern nach dem, was am Ende auf deinem Konto landet.

Interaktiver Festgeld-rechner

Offizieller BMF- & Gesetzesstand 2026/2027

Live-Berechnung
Euro
Monate oder Jahre
Euro, optional

noch freier Pauschbetrag (Euro, optional)

Berechnungsergebnis
Zinsertrag vor Steuern
2.348,50 €

Exakt ermittelt nach Vorgaben 2026

Detaillierte Aufschlüsselung
Effektivzins 642,80 €
Steuerabzug 1.705,70 €
Effektiver Belastungssatz 27,4 %
Ergebnis exportieren:

„Modellrechnung vor Steuern bzw. mit pauschalem Steuerabzug – keine Anlageberatung. Marktzinsen ändern sich laufend; vergleiche aktuelle Angebote.

Auf den Punkt: Direkte Antwort

Festgeldzinsen berechnest du so: Anlagebetrag × Zinssatz × Laufzeit in Jahren. 25.000 Euro zu 3,00 % über 18 Monate bringen 1.125 Euro Zinsen vor Steuern. Bei Laufzeiten über einem Jahr kommt es auf die Zinsgutschrift an: Schreibt die Bank die Zinsen jährlich gut und verzinst sie mit, entsteht ein Zinseszinseffekt – bei 20.000 Euro zu 3,2 % über fünf Jahre sind das 211,46 Euro extra gegenüber der endfälligen Gutschrift. Auf die Zinsen fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an (26,375 %), solange der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro für Paare) ausgeschöpft ist – mit Freistellungsauftrag bleiben die Zinsen bis zu dieser Grenze steuerfrei. Einlagen sind pro Bank und Person bis 100.000 Euro über die EU-Einlagensicherung geschützt.

So funktioniert die Berechnung beim festgeld-rechner

Die Grundformel ist simpel: Zinsen = Anlagebetrag × Zinssatz × Laufzeit. Die Laufzeit wird als Jahresanteil ausgedrückt – 18 Monate sind 1,5 Jahre, 90 Tage sind 90/360 = 0,25 Jahre.

Dabei rechnen die meisten Banken nach der deutschen Zinsmethode 30/360: Jeder Monat zählt 30 Tage, das Jahr 360. Manche Banken rechnen taggenau nach Kalendertagen (act/365 oder act/360) – der Unterschied ist klein, aber messbar: 15.000 Euro zu 2,90 % über 92 Tage bringen taggenau 109,64 Euro statt 108,75 Euro nach 30/360.

Der spannende Teil beginnt bei Laufzeiten über zwölf Monaten: die Zinsgutschrift. Zahlt die Bank die Zinsen erst am Laufzeitende, gibt es keinen Zinseszins – die Formel bleibt linear.

Schreibt sie die Zinsen dagegen jährlich (oder vierteljährlich) gut und verzinst den neuen Saldo mit, wächst dein Geld exponentiell. Der Rechner fragt deshalb das Gutschrift-Intervall ab: Bei „jährlich" rechnet er mit Zinseszins, bei „endfällig" ohne.

Der Unterschied ist kein Kleingeld, wie die Beispielrechnung zeigt.

Dazu kommt die Laufzeit-Zinsstaffel: Banken zahlen nicht für jede Laufzeit denselben Satz. Aktuell (Oktober 2026) liegt die Spitze bei etwa 3,27 % für zwölf Monate, während längere Laufzeiten oft niedrigere Sätze bieten – die Zinskurve ist invers, weil die Banken mit sinkenden Leitzinsen rechnen.

Der Rechner zeigt dir deshalb den Effektivzins pro Laufzeit, damit du siehst, ob sich die Bindung über zwei oder drei Jahre wirklich lohnt. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Zinseszins-Rechner heranziehen.

Was ändert sich 2026 / 2027?

Der steuerliche Rahmen bleibt 2026 stabil: Abgeltungsteuer 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag (26,375 % effektiv), Sparerpauschbetrag 1.000 Euro bzw. 2.000 Euro für Paare – unverändert, auch für 2027 ist nach aktuellem Stand keine Änderung beschlossen. Was sich laufend ändert, sind die Marktzinsen: Die EZB-Zinspolitik bewegt die Festgeldkonditionen; die in Vergleichsportalen genannten Spitzenzinsen (Anfang Oktober 2026 z. B. 3,27 % für ein Jahr, Durchschnittszins über alle Banken rund 2,28 %) sind Momentaufnahmen.

Der Rechner arbeitet mit dem von dir eingegebenen Zinssatz – vergleiche vor Abschluss immer aktuelle Angebote. Neu geregelt ist nichts an der Einlagensicherung: 100.000 Euro pro Person und Bank (EU-weit) gelten weiter.

Beispielrechnung

Anlage: 25.000 Euro, 3,00 % p. a., 18 Monate Laufzeit, jährliche Zinsgutschrift (hier ohne praktische Wirkung, da unter zwei Jahren), Zinsmethode 30/360.

  • Zinsertrag: 25.000 × 0,03 × 1,5 = 1.125 Euro
  • Steuer ohne Freistellungsauftrag: 1.125 × 26,375 % = 296,72 Euro
  • Netto-Zinsertrag: 1.125 − 296,72 = 828,28 Euro
  • Mit Freistellungsauftrag (Pauschbetrag noch frei): 1.125 Euro bleiben vollständig steuerfrei

Jetzt der Zinseszins-Hebel über fünf Jahre: 20.000 Euro zu 3,2 % p. a.

  • Mit jährlicher Gutschrift und Wiederverzinsung: 20.000 × 1,032^5 − 20.000 = 3.411,46 Euro
  • Mit endfälliger Gutschrift (linear): 20.000 × 0,032 × 5 = 3.200 Euro
  • Unterschied: 211,46 Euro – allein durch das Gutschrift-Timing

Der festgeld-rechner zeigt dir beide Varianten nebeneinander, damit du beim Angebotsvergleich auf die Gutschrift-Klausel achtest statt nur auf den Nominalzins. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Kapitalertragsteuer-Rechner.

Typische Fehler

  1. Nur auf den Nominalzins schauen.

3,27 % mit endfälliger Gutschrift können weniger bringen als 3,20 % mit jährlicher Gutschrift über mehrere Jahre. Vergleiche den Effektivzins, nicht den Werbezins.

  1. Längste Laufzeit = bester Zins glauben.

Bei inverser Zinskurve zahlen Banken für 24 oder 36 Monate weniger als für 12. Prüfe die Staffel und überlege, ob du nach einem Jahr nicht besser neu anlegst.

  1. Freistellungsauftrag vergessen.

Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank automatisch 26,375 % ab – auch wenn dein Pauschbetrag noch frei wäre. Verteile deine 1.000 Euro (2.000 Euro für Paare) per Freistellungsauftrag auf deine Banken.

  1. Einlagensicherung ignorieren.

Über 100.000 Euro pro Bank und Person ist im Ernstfall nicht EU-gesichert. Größere Beträge auf mehrere Institute verteilen.

  1. Vorzeitige Verfügbarkeit annehmen.

Festgeld ist während der Laufzeit grundsätzlich nicht verfügbar – wer doch kündigt, zahlt meist empfindliche Zinsabschläge oder verliert den Zinsanspruch ganz. Lege nur Geld fest an, das du sicher nicht brauchst.

  1. Automatische Verlängerung übersehen.

Viele Banken prolongieren zum dann aktuellen (oft schlechteren) Zins, wenn du nicht kündigst. Notiere das Laufzeitende und vergleiche neu.

Sonderfälle / Ausnahmen

  • Treppenstrategie (Laddering): Statt 60.000 Euro auf einmal für drei Jahre anzulegen, staffelst du z. B. je 20.000 Euro auf 1, 2 und 3 Jahre. Der festgeld-rechner bildet jede Tranche als eigene Anlage ab, sodass du die Staffel vergleichen kannst. Jedes Jahr wird eine Tranche frei – du bleibst flexibel und nimmst steigende Zinsen mit.
  • Ausländische Banken: EU-Banken bieten oft höhere Zinsen; die Einlagensicherung des jeweiligen Landes (EU-weit mindestens 100.000 Euro) gilt. Die Zinsen sind in Deutschland steuerpflichtig und müssen in der Steuererklärung angegeben werden, wenn keine deutsche Abgeltungsteuer einbehalten wurde.
  • Festgeld für Kinder: Auch Minderjährige haben einen eigenen Sparerpauschbetrag – ein Freistellungsauftrag für das Kinderdepot spart Steuern. Rechtlich gehört das Geld dem Kind.
  • Kündigung aus wichtigem Grund: In Härtefällen (z. B. schwere Krankheit) lassen manche Banken eine vorzeitige Auflösung zu – meist gegen Zinsabschlag. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
  • Festgeld vs. Tagesgeld: Tagesgeld ist täglich verfügbar, zahlt aber meist weniger und der Zins ist variabel. Faustregel: Notgroschen aufs Tagesgeld, planbares Geld mit festem Horizont aufs Festgeld.
  • Zinszahlung und Steuerjahr: Werden Zinsen erst am Laufzeitende gutgeschrieben, fallen sie steuerlich in dieses Jahr – bei mehrjährigen Laufzeiten kann das den Pauschbetrag eines Jahres sprengen. Jährliche Gutschrift verteilt die Steuerlast.

Was bedeutet das Ergebnis für dich?

Dein Ergebnis besteht aus Zinsertrag, Effektivzins und Nettoertrag nach Steuern. Der Effektivzins ist deine Vergleichszahl zwischen Angeboten – er berücksichtigt Laufzeit, Gutschrift-Timing und Zinseszins.

Der Nettoertrag sagt dir, was wirklich auf deinem Konto landet. Nutze das Ergebnis so: Liegt der Effektivzins einer 24-Monats-Anlage unter dem einer 12-Monats-Anlage, nimm die kürzere und lege neu an.

Und prüfe vor Abschluss drei Dinge: Ist die Einlagensicherung ausreichend (Betrag ≤ 100.000 Euro pro Bank)? Ist dein Freistellungsauftrag verteilt?

Brauchst du das Geld während der Laufzeit wirklich nicht? Wenn alle drei Fragen mit Ja beantwortet sind, ist das Angebot solide.

Die Rechnung ist eine Modellrechnung vor individuellen Steuerbesonderheiten – sie ersetzt keine Anlageberatung.

Mathematische Formel-Spezifikation

Exakte Berechnungsvorschrift nach Gesetzesgrundlage

- **Einfache Zinsen (Laufzeit ≤ 1 Jahr oder endfällige Gutschrift):** Z = K × p × t; K = Anlagebetrag, p = Zinssatz p. a. (dezimal), t = Laufzeit in Jahren (Monate/12 bzw. Tage/360 bei 30/360, kalendertage/365 bzw. /360 bei taggenauer Methode). - **Mit Zinseszins (jährliche Gutschrift, n Jahre):** Z = K × (1 + p)^n − K; bei vierteljährlicher Gutschrift: Z = K × (1 + p/4)^(4n) − K. - **Effektivzins:** p_eff = ((K + Z) / K)^(1/t) − 1, annualisiert über die Gesamtlaufzeit t in Jahren. - **Steuerabzug (Anzeige):** Steuer = max(0, Z − Freibetrag_rest) × 26,375 % (§ 32d EStG: 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag); Freibetrag_rest = noch freier Anteil des Sparerpauschbetrags 1.000 / 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG), per Freistellungsauftrag. - **Einlagensicherung:** 100.000 Euro pro Einleger und Bank (EU-Richtlinie 2014/49/EU, deutsches EinSiG) – als Hinweis, keine Berechnung. - **Rundung:** Euro auf 2 Nachkommastellen, Prozent auf 3 Nachkommastellen beim Effektivzins.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Gesetzen und Besonderheiten

1 Wie berechnet man Festgeldzinsen?

Mit der Formel Anlagebetrag × Zinssatz × Laufzeit in Jahren. Für 15.000 Euro zu 2,60 % über 6 Monate: 15.000 × 0,026 × 0,5 = 195 Euro. Bei mehrjährigem Festgeld mit jährlicher Zinsgutschrift kommt der Zinseszins dazu: Anlagebetrag × (1 + Zinssatz)^Jahre − Anlagebetrag.

2 Wie viel Zinsen bringen 10.000 Euro Festgeld für ein Jahr?

Bei 3,00 % sind es 300 Euro vor Steuern. Mit Freistellungsauftrag bleiben sie steuerfrei, solange dein Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro für Paare) nicht anderweitig verbraucht ist. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank 26,375 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag ab – dann bleiben 221 Euro übrig.

3 Rechnet der Festgeldrechner mit oder ohne Steuern?

Unser Rechner zeigt beides: den Zinsertrag vor Steuern und den Nettoertrag nach Abzug von 26,375 % (Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag) – wahlweise mit angerechnetem Freistellungsauftrag. Kirchensteuer wird nicht automatisch berücksichtigt; sie mindert den Nettoertrag zusätzlich, falls du kirchensteuerpflichtig bist.

4 Gibt es beim Festgeld einen Zinseszinseffekt?

Nur wenn die Bank die Zinsen während der Laufzeit gutschreibt und mitverzinst – etwa jährlich oder vierteljährlich. Bei Festgeld bis zwölf Monate werden Zinsen meist erst am Ende gezahlt, dann gibt es keinen Zinseszins. Bei 20.000 Euro zu 3,2 % über fünf Jahre macht der Zinseszins 211,46 Euro aus.

5 Welche Laufzeit ist beim Festgeld die beste?

Das hängt von der Zinsstaffel ab: Aktuell zahlen viele Banken für zwölf Monate mehr als für 24 oder 36 Monate. Vergleiche den Effektivzins pro Laufzeit statt der Monatszahl. Als Faustregel: Wähle die kürzeste Laufzeit, die deinen Plan abdeckt – und lege Geld, das du länger nicht brauchst, in Tranchen (Treppenstrategie) an.

6 Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?

Grundsätzlich nein – Festgeld ist während der Laufzeit gebunden. In Härtefällen lassen manche Banken eine Auflösung gegen Zinsabschlag zu, einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Lege deshalb nur Geld fest an, das du während der Laufzeit sicher nicht benötigst, und halte einen Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto.

7 Wie sicher ist mein Geld beim Festgeld?

Einlagen sind pro Person und Bank bis 100.000 Euro über die gesetzliche EU-Einlagensicherung geschützt – auch bei Banken aus anderen EU-Ländern. Beträge darüber solltest du auf mehrere Institute verteilen. Darüber hinaus sichern viele Banken über freiwillige Einlagensicherungsfonds höhere Beträge ab.

8 Festgeld oder Tagesgeld – was lohnt sich mehr?

Festgeld zahlt meist höhere, garantierte Zinsen für die vereinbarte Laufzeit, ist aber gebunden. Tagesgeld ist täglich verfügbar, der Zins ist variabel und meist niedriger. Die sinnvolle Aufteilung: Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) aufs Tagesgeld, planbares Geld mit festem Zeithorizont aufs Festgeld.

9 Muss ich Festgeldzinsen in der Steuererklärung angeben?

Bei deutschen Banken mit Freistellungsauftrag oder automatischem Steuerabzug meist nicht – die Abgeltungsteuer ist abgegolten. Bei ausländischen Banken ohne deutschen Steuerabzug musst du die Zinsen in der Anlage KAP erklären. Prüfe in deiner Steuerbescheinigung, ob alles korrekt erfasst wurde.

Geprüfte Quellen & Rechtsgrundlagen

  • • Gesetze im Internet: § 32d EStG (Abgeltungsteuer 25 %), § 20 Abs. 9 EStG (Sparerpauschbetrag 1.000/2.000 Euro); Einlagensicherungsgesetz (EinSiG, 100.000 Euro).
  • • EU-Richtlinie 2014/49/EU über Einlagensicherungssysteme (100.000 Euro Deckungssumme).
  • • Markt-Momentaufnahme Oktober 2026 (Vergleichsportale): Spitzenzins ca. 3,27 % für 12 Monate, Durchschnittszins ca. 2,28 % – als volatile Marktwerte gekennzeichnet, keine Festschreibung.
  • • Deutsche Zinsmethoden: 30/360 (kaufmännisch) vs. taggenaue Berechnung – bankübliche Praxis.