So funktioniert der geburtstermin-rechner
Der Rechner kennt fünf Wege zum Termin — du wählst, was zu deiner Situation passt:
Standard-Naegele (28-Tage-Zyklus). Ausgangspunkt ist der erste Tag deiner letzten Periode, nicht der Eisprung und nicht der positive Test. Rechne: + 7 Tage, − 3 Monate, + 1 Jahr. Dahinter steckt schlicht: 280 Tage Schwangerschaftsdauer, kalendarisch umgerechnet.
Erweiterte Naegele (eigene Zykluslänge).
Die Standardregel nimmt einen 28-Tage-Zyklus an, weil der Eisprung dann etwa am 14. Tag stattfindet.
Ist dein Zyklus regelmäßig länger oder kürzer, verschiebt sich der Eisprung — und mit ihm der Termin. Formel: ET = Standard-Ergebnis + (deine Zykluslänge − 28) Tage.
Bei 32 Tagen kommen 4 Tage dazu, bei 26 Tagen werden 2 abgezogen.
Konzeptionsmethode. Kennst du den Zeugungstag genau, lautet die Formel: Zeugungsdatum − 3 Monate − 7 Tage + 1 Jahr. Sie ist etwas genauer als die Periodenrechnung, weil sie den unsicheren Eisprungzeitpunkt umgeht.
Ultraschall-Korrektur. Die genaueste Methode (±3 Tage): Zwischen der 8. und der 12. Schwangerschaftswoche vermisst die Ärztin den Embryo und korrigiert den Termin gegebenenfalls. Danach gilt der Ultraschall-Termin — er ersetzt die Periodenrechnung. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den In welcher Schwangerschaftswoche bin ich gerade? heranziehen.
Künstliche Befruchtung (IVF/ICSI).
Hier ist der Empfängniszeitpunkt dokumentiert. Der Rechner arbeitet rückwärts: Vom Transferdatum zieht er Embryonenalter plus 14 Tage ab und erhält einen fiktiven Zyklusbeginn, ab dem die 280 Tage laufen. (Annahme: 14 Tage bis zum Eisprung — Standardannahme der Geburtshilfe.)
Was ändert sich 2026 / 2027?
An der Naegele-Regel ändert sich nichts — sie ist seit rund 200 Jahren stabil. Was sich ändert, ist der Rahmen, in den dein Termin fällt:
Elterngeld-Reform (Entwurf, Stand Oktober 2026: nicht beschlossen). Das Familienministerium plant, das Basiselterngeld von 14 auf 12 Monate zu verkürzen — mit je drei fest reservierten Monaten pro Elternteil und sechs frei verteilbaren Monaten (3-3-6-Modell).
Die Beträge sollen steigen: Mindestbetrag von 300 auf 330 Euro, Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Laut Entwurf soll das für Geburten ab dem 1. November 2027 gelten.
Wichtig: Beschlossen ist noch nichts — plane vorerst nach geltendem Recht: 65 Prozent Lohnersatz, 300 bis 1.800 Euro monatlich, bis zu 14 Monate, Einkommensgrenze 175.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen (seit 1. April 2025).
Kindergeld ohne Antrag. Der Bundesrat hat grünes Licht gegeben: Ab dem 1. Januar 2027 wird das Kindergeld automatisch ausgezahlt, ohne dass du einen Antrag stellen musst — zunächst für Neugeborene von Eltern mit älteren Kindern, später auch für Erstgeborene.
Ab 2028 steigt das Kindergeld von 259 auf 272 Euro.
Dein ET als Planungsanker. Sechs Wochen vor dem errechneten Termin beginnt die Mutterschutzfrist (§ 3 MuSchG) — der ET aus diesem Rechner ist also auch der Startschuss für deine Meldung beim Arbeitgeber.
Die Fristen rechnet dir der mutterschutz-rechner exakt aus. Stand: Oktober 2026.
Beispielrechnung: Letzte Periode am 10. Januar 2026
Schritt für Schritt nach Naegele:
- + 7 Tage: 10. Januar 2026 → 17. Januar 2026
- − 3 Monate: 17. Januar 2026 → 17. Oktober 2025
- + 1 Jahr: 17. Oktober 2025 → 17. Oktober 2026
Probe über die Tageszählung: Vom 10. Januar bis zum 17. Oktober 2026 sind es exakt 280 Tage (21 + 28 + 31 + 30 + 31 + 30 + 31 + 31 + 30 + 17). Passt.
Zweites Beispiel — 32-Tage-Zyklus: Gleiche Periode, aber dein Zyklus dauert regelmäßig 32 Tage. Dann kommen 4 Tage dazu (32 − 28): 21. Oktober 2026.
Vier Tage klingen nach wenig — bei der Planung von Mutterschutz und Betreuung machen sie einen spürbaren Unterschied. Der geburtstermin-rechner zeigt dir neben dem ET auch deine aktuelle Schwangerschaftswoche an; für das laufende Wochen-Tracking ist der geplante ssw-rechner zuständig.
Typische Fehler
- Eisprung oder Testdatum als Start nehmen.
Die Rechnung beginnt am ersten Tag der letzten Periode — nicht am Eisprung, nicht am Tag des positiven Tests. Wer hier falsch startet, liegt schnell zwei Wochen daneben.
- Die Zykluslänge vergessen.
Bei einem 32-Tage-Zyklus ohne Korrektur rechnest du den Termin vier Tage zu früh — und wunderst dich über die „Überschreitung". 3.
Direkt nach dem Absetzen der Pille rechnen. Nach hormoneller Verhütung oder in der Stillzeit sind die Zyklen oft unregelmäßig — dann ist die Periodenrechnung besonders unsicher und der Ultraschall-Termin zählt.
- Den ET als Garantie lesen.
Nur etwa 4 Prozent aller Babys kommen exakt am errechneten Tag; 90 Prozent kommen bis zu zwei Wochen früher oder später (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung). 5.
Die Ultraschall-Korrektur ignorieren. Wird der Termin in der 8. bis 12.
Woche per Ultraschall korrigiert, gilt der neue Wert — die Periodenrechnung ist dann überholt. 6.
Schwangerschaftswochen falsch zählen. Die Zählung beginnt mit der Periode, also etwa zwei Wochen vor der Befruchtung — „SSW 12+4" heißt nicht, dass du seit 12 Wochen schwanger bist.
Sonderfälle und Ausnahmen
Unregelmäßige Zyklen, Stillzeit, Pille danach: Die Naegele-Regel braucht einen einigermaßen regelmäßigen Zyklus als Fundament. Schwankt deiner stark, liefere die Periodenangabe trotzdem — der Rechner markiert das Ergebnis als unsicher und verweist auf die Ultraschallmessung. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Mutterschutzfristen aus deinem ET berechnen.
Zwillinge und Mehrlinge: Die Formel ist dieselbe, aber die Statistik eine andere: Etwa 50 Prozent der Zwillinge werden in der 36. Schwangerschaftswoche geboren (Deutsches Ärzteblatt).
Mehrlingsschwangerschaften gelten als Risikoschwangerschaften und werden individuell betreut — der errechnete Termin ist hier nur ein grober Anhaltspunkt.
Frühgeburt: Als Frühgeburt gilt jede Geburt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (Deutsches Ärzteblatt). Praktisch wichtig: Bei Früh- und Mehrlingsgeburten verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Entbindung auf zwölf Wochen (§ 3 MuSchG).
Überschreitung des Termins: Kommt das Baby nicht, beginnt ab der vollendeten 42. Schwangerschaftswoche die Übertragung — davor besprich das weitere Vorgehen eng mit deiner Hebamme oder Ärztin, die das Kind per Ultraschall und CTG überwachen.
Künstliche Befruchtung: Siehe Methode 5 oben — mit dokumentiertem Transferdatum ist das die präziseste aller Rechnungen (±1 Tag).
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist kein Liefertermin, sondern ein Planungsfenster: Rechne mit plus/minus zwei Wochen um den ET. Konkret heißt das:
- Mutterpass und Vorsorge: Alle Vorsorgetermine hängen an der Schwangerschaftswoche, die sich aus dem ET ableitet. Der Mutterpass deiner Praxis bleibt maßgeblich — der Rechner ist die Orientierung dazwischen.
- Mutterschutz: Sechs Wochen vor dem ET beginnt die Schutzfrist, acht Wochen nach der Entbindung endet sie (bei Früh-/Mehrlingsgeburten zwölf). Der mutterschutz-rechner rechnet dir die exakten Daten aus deinem ET aus.
- Arbeitgeber informieren: Spätestens wenn die Schutzfrist naht, braucht dein Arbeitgeber den voraussichtlichen Entbindungstermin — am besten per ärztlichem Zeugnis.
- Elternzeit und Elterngeld planen: Aus dem ET leitest du ab, wann Elternzeit und Elterngeldbezug starten. Der elterngeld-rechner und der kindergeld-rechner rechnen mit deinen Zahlen weiter.
- Hebamme und Klinik: Viele Hebammen und Kliniken sind Monate im Voraus ausgebucht — melde dich an, sobald der Termin steht, nicht erst wenn er naht. Die Rechnung des geburtstermin-rechners ist dafür genau der richtige Startpunkt: ein verlässlicher Anker in einer Zeit, in der sich sonst alles verschiebt.