So funktioniert der ssw-rechner
Der Rechner kennt zwei Wege zu deiner SSW – du nimmst den, dessen Datum du sicher weißt.
Weg 1 – ab dem ersten Tag der letzten Periode: Der Rechner zählt die Tage von diesem Datum bis heute, teilt durch 7 und gibt dir volle Wochen plus Resttage aus. Beispiel: 87 vergangene Tage → 12 volle Wochen, Rest 3 → SSW 12+3.
Ist deine Zykluslänge länger oder kürzer als 28 Tage, wendet er die erweiterte Naegele-Regel an: Die Differenz zu 28 Tagen wird auf den Entbindungstermin addiert oder abgezogen. Bei 32 Tagen Zyklus liegt der Termin also 4 Tage später als bei 28 Tagen.
Genau deshalb ermittelt der ssw-rechner bei diesem Weg zusätzlich deinen voraussichtlichen Entbindungstermin: 280 Tage ab Periodenbeginn, korrigiert um deine Zykluslänge.
Weg 2 – ab dem Entbindungstermin: Kennst du deinen Termin bereits – etwa aus dem Mutterpass, wo ihn deine Ärztin per Ultraschall festgelegt hat –, zieht der Rechner 280 Tage ab und erhält so den rechnerischen Periodenbeginn. Von dort zählt er wie in Weg 1 bis heute.
Das ist praktisch, wenn du den ersten Tag deiner letzten Periode nicht mehr genau weißt.
Warum überhaupt ab der Periode zählen, wenn die Befruchtung doch erst zwei Wochen später stattfindet? Ganz einfach: Den Periodenbeginn kennst du (meistens), den Befruchtungszeitpunkt fast nie.
Die Medizin hat sich deshalb auf diesen gemeinsamen Startpunkt geeinigt – die tatsächliche Schwangerschaft (ab Befruchtung) dauert im Schnitt 266 Tage, also 38 Wochen. Diese zwei Wochen Differenz musst du nicht selbst umrechnen; alle Tabellen, der Mutterpass und dieser Rechner sprechen dieselbe Sprache.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Die SSW-Berechnung ist medizinischer Standard, kein Gesetz – und dieser Standard ist seit Jahrzehnten unverändert: 280 Tage ab dem ersten Tag der letzten Periode, Naegele-Regel, Trimester-Einteilung. Auch die Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit den drei Basis-Ultraschalluntersuchungen (9.–12., 19.–22. und 29.–32.
SSW) gelten unverändert, ebenso das Mutterschutzgesetz: 6 Wochen Schutzfrist vor und 8 Wochen nach der Geburt, bei Früh- und Mehrlingsgeburten 12 Wochen nach der Geburt. Bis Oktober 2026 ist keine Änderung dieser Regelungen in Kraft getreten und für 2027 keine angekündigt – das haben wir vor Veröffentlichung dieser Seite live geprüft.
Falls sich Richtlinien oder Fristen ändern, wird diese Seite im Rahmen der jährlichen Prüfung aktualisiert – Stand: Oktober 2026.
Beispielrechnung
Nehmen wir Sara: Erster Tag der letzten Periode war der 1. Januar 2026, Zykluslänge 28 Tage. Stichtag für die Beispielrechnung ist der 1. September 2026. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Geburtstermin-Rechner: Stichtag berechnen heranziehen.
Schritt 1 – Entbindungstermin: 1. Januar 2026 + 280 Tage. Nachgezählt: Januar 30 + Februar 28 + März 31 + April 30 + Mai 31 + Juni 30 + Juli 31 + August 31 = 242 Tage bis 1. September; weiter September 30 + Oktober 8 = 38 Tage; 242 + 38 = 280.
Entbindungstermin: 8. Oktober 2026. (Die Naegele-Merkregel – 1.1. + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr – liefert dasselbe Datum.)
Schritt 2 – aktuelle SSW: Vom 1. Januar bis 1. September sind 242 Tage vergangen. 242 ÷ 7 = 34 volle Wochen, Rest 4 Tage → SSW 34+4.
Schritt 3 – Einordnung: SSW 34+4 liegt im 3. Trimester (Woche 28 bis Geburt) und im 9. Schwangerschaftsmonat (Woche 33–36). Bis zum Termin sind es noch 38 Tage.
Schritt 4 – Meilensteine aus dem Ergebnis abgeleitet: Der dritte Basis-Ultraschall (29.–32. SSW) liegt bereits hinter Sara.
Ihr Mutterschutz begann 6 Wochen vor dem Termin, also am 27. August 2026 – sie ist bereits mittendrin. Als Nächstes stehen die engmaschigeren Vorsorgetermine im dritten Trimester an.
Typische Fehler
Ab der Befruchtung zählen. Der häufigste Denkfehler: „Ich weiß, wann es passiert ist, also rechne ich ab da." Dann bist du zwei Wochen „zu jung" unterwegs – und alle Termine (Ultraschall, Mutterschutz) verschieben sich. Die Medizin zählt ab der letzten Periode. Punkt.
Die Zykluslänge ignorieren. Bei 28 Tagen passt die Standardrechnung. Bei 35 Tagen liegt dein Termin aber eine volle Woche später – und ohne Korrektur hältst du dich für überfällig, obwohl alles normal ist. Trag deine echte Zykluslänge ein.
Die SSW-Schreibweise falsch lesen. 12+3 heißt nicht „12. Woche, Tag 3", sondern: 12 volle Wochen sind vorbei, du befindest dich in der 13. Woche. Das Plus trennt Vergangenes von Laufendem.
Den Entbindungstermin als Garantie sehen. Nur etwa 3–4 % der Kinder kommen genau am errechneten Termin zur Welt. Termingerecht ist alles zwischen 37+0 und 41+6 – der Termin ist ein statistischer Mittelwert, kein Liefertermin.
Trimestergrenzen verwechseln.
Es gibt zwei gängige Einteilungen; die in Deutschland übliche lautet: 1. Trimester Woche 1–13, 2.
Trimester Woche 14–27, 3. Trimester Woche 28 bis Geburt.
Manche Ratgeber zählen das erste Trimester nur bis Woche 12 – lass dich davon nicht irritieren.
Sonderfälle / Ausnahmen
Unregelmäßiger Zyklus: Schwankt deine Zykluslänge stark oder liegt sie außerhalb von etwa 21 bis 35 Tagen, wird die Rechnung ungenau. Dann zählt vor allem die Ultraschall-Datierung im ersten Trimester – sie ist der verlässlichste Anker, und deine Ärztin trägt den daraus ermittelten Termin in den Mutterpass ein. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Mutterschutz-Rechner: deine Schutzfristen.
Künstliche Befruchtung (IVF/ICSI): Hier ist der Befruchtungszeitpunkt bekannt – gerechnet wird ab dem Tag der Punktion bzw. des Transfers, zuzüglich der zwei Wochen, die die Standardzählung „voraus" ist. Gib in diesem Fall am besten direkt den ärztlich festgelegten Termin ein.
Zwillinge und Mehrlinge: Die SSW-Berechnung ist identisch – aber Mehrlinge kommen im Schnitt früher (häufig um die 37. Woche). Der errechnete Termin bleibt trotzdem die Rechengrundlage für alle Fristen.
Übertragung (über 42+0): Ab 42 vollendeten Wochen spricht man von Übertragung. Schon ab einigen Tagen über dem Termin wird engmaschiger überwacht (CTG, Fruchtwasserkontrolle); etwa zwei Wochen nach dem Termin wird in der Regel die Einleitung besprochen.
Unbekannter Periodenbeginn: Kommt vor – etwa bei sehr unregelmäßigem Zyklus oder nach Absetzen der Pille. Auch hier löst die Ultraschalluntersuchung das Problem: Die Größe des Embryos verrät das Alter auf wenige Tage genau.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist mehr als eine Zahl – es ist dein Fahrplan. Der ssw-rechner leitet aus deiner SSW direkt ab, in welchem Trimester du bist und welche Meilensteine als Nächstes anstehen: Im ersten Trimester (bis Woche 13) der erste Basis-Ultraschall (9.–12.
Woche) und das Ende der sogenannten kritischen Phase mit Woche 12. Im zweiten Trimester (14–27) der zweite Ultraschall (19.–22.
Woche) – oft der, bei dem das Geschlecht erkennbar wird. Im dritten Trimester (ab 28) der dritte Ultraschall (29.–32.
Woche) und immer engere Vorsorgeabstände.
Zwei Termine solltest du aus deiner SSW direkt ableiten: Beginn des Mutterschutzes – 6 Wochen vor deinem Entbindungstermin – und den Arbeitgeber informieren, sobald du von der Schwangerschaft weißt (das verlangt das Mutterschutzgesetz; eine Erinnerung an den Mutterschutzbeginn folgt vier Wochen vorher). Für alles rund um Fristen und Leistungen gibt es eigene Rechner: den mutterschutz-rechner für deine genauen Schutzfristen und den mutterschaftsgeld-rechner für die finanzielle Seite.
Und das Wichtigste zum Schluss: Deine Ärztin oder dein Arzt bestätigt jede SSW per Ultraschall und hält sie im Mutterpass fest – der Rechner orientiert, die Praxis entscheidet.