So funktioniert die Berechnung im kw-ps-rechner
Der Rechner nutzt die beiden exakten Umrechnungsfaktoren: 1 kW = 1,35962 PS und 1 PS = 0,73549875 kW. Du gibst einen Wert in Kilowatt oder Pferdestärken ein, der Rechner multipliziert mit dem passenden Faktor und zeigt das Ergebnis – gerundet auf zwei Nachkommastellen, weil mehr Stellen im Alltag nichts bringen.
Die Faktoren sind keine Schätzwerte, sondern folgen aus der Definition der Pferdestärke: Nach DIN 66036 ist 1 PS die Leistung, um 75 Kilogramm in einer Sekunde einen Meter hoch zu heben. Daraus ergibt sich rechnerisch 1 PS = 0,73549875 kW exakt, der Kehrwert 1,35962 ist die gerundete Form von 1,359621617.
Wichtig ist die Richtung: Der kW-Wert wird immer hochmultipliziert (mal 1,35962), der PS-Wert immer heruntermultipliziert (mal 0,73549875). Beide Zahlen beschreiben exakt dieselbe Leistung – es ist nur eine andere Einheit, wie Meter und Fuß bei der Länge.
Die Pferdestärke geht auf den schottischen Ingenieur James Watt zurück, der Ende des 18. Jahrhunderts die Leistung seiner Dampfmaschinen mit Pferden vergleichbar machen wollte.
Das Kilowatt kam erst mit dem Internationalen Einheitensystem: Seit 1978 ist es in der EU die offizielle Einheit für die Motorleistung. Auf dem Papier hat es die PS längst abgelöst – im Kopf der meisten Autofahrer nicht.
Was ändert sich 2026 / 2027?
An der Umrechnung selbst ändert sich nichts – die Faktoren sind physikalische Konstanten, keine Gesetzeswerte. Auch für 2027 ist keine Änderung der amtlichen Leistungseinheit geplant oder beschlossen: In der Zulassungsbescheinigung Teil I bleibt das Kilowatt die maßgebliche Angabe.
Was sich im Umfeld tut: Reine Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, bleiben bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035 (§ 3d KraftStG). Und seit dem 1. Januar 2026 gibt es wieder eine bundesweite Kauf- und Leasingförderung für neue E-Autos – Basisförderung 3.000 Euro, mit Einkommens- und Kinderkomponente bis zu 6.000 Euro.
Für deine Umrechnung ändert das nichts, aber es erklärt, warum gerade jetzt so viele E-Auto-Prospekte mit zwei verschiedenen kW-Zahlen arbeiten – dazu mehr unter „Sonderfälle".
Beispielrechnung
Nehmen wir einen Kompaktwagen mit 110 kW aus dem Fahrzeugschein. Schritt für Schritt: Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Elektroauto-Rechner heranziehen.
- Formel: PS = kW × 1,35962
- Einsetzen: 110 × 1,35962 = 149,5582
- Ergebnis: 149,56 PS, also rund 150 PS
Und zurück, zum Beispiel für eine Versicherungsangabe in PS: 150 PS in kW:
- Formel: kW = PS × 0,73549875
- Einsetzen: 150 × 0,73549875 = 110,3248
- Ergebnis: 110,32 kW
Die gängigsten Werte im Überblick (gerundet auf eine Nachkommastelle):
| kW | PS | Typisches Beispiel |
|---|---|---|
| 50 kW | 68,0 PS | Kleinwagen, Stadtauto |
| 75 kW | 102,0 PS | Kompaktklasse Basis |
| 100 kW | 136,0 PS | Häufiger Basiswert |
| 110 kW | 149,6 PS | Golf-Klasse, 1.5 TSI |
| 150 kW | 203,9 PS | Mittelklasse 2.0 |
| 200 kW | 271,9 PS | Sportliche Modelle |
Typische Fehler
PS und HP verwechseln. Die britische Horsepower (HP) ist nicht dasselbe wie die deutsche Pferdestärke: 1 HP = 1,01387 PS. Wer amerikanische oder britische Datenblätter umrechnet, liegt mit dem PS-Faktor leicht daneben. Für deutsche Papiere und Anzeigen gilt immer PS, nicht HP.
Zu früh runden. Wer mit 1,36 statt 1,35962 rechnet, macht bei 400 kW schon fast einen halben PS Fehler – egal im Alltag, aber ärgerlich, wenn du exakte Papierwerte vergleichst. Der Rechner arbeitet intern mit dem vollen Faktor und rundet erst das Ergebnis.
kW mit kWh verwechseln. Kilowatt ist Leistung (wie schnell), Kilowattstunden sind Energie (wie viel) – beim E-Auto also Motorleistung vs. Akkukapazität. Die Umrechnung kW ↔ PS hat mit der Akkugröße nichts zu tun.
Die falsche E-Auto-Zahl umrechnen. Prospekte nennen die Spitzenleistung, im Fahrzeugschein steht die Dauerleistung – rechnest du die Werbezahl um, vergleichst du Äpfel mit Birnen. Nimm für Papier- und Versicherungsvergleiche immer den Wert aus der Zulassungsbescheinigung.
Denken, mehr PS bedeute automatisch mehr Steuer. Bei Verbrennern richtet sich die Kfz-Steuer nach Hubraum und CO₂-Ausstoß, nicht nach der Leistung.
Die kW-Zahl ist trotzdem wichtig: Versicherer stufen Tarife unter anderem nach der Leistung ein, und Behörden arbeiten ausschließlich mit kW.
Sonderfälle / Ausnahmen
E-Auto: Dauerleistung vs. Spitzenleistung.
Das ist der wichtigste Sonderfall überhaupt. In der Zulassungsbescheinigung Teil I steht bei Elektroautos die Dauerleistung – die Leistung, die das Auto über 30 Minuten abgeben kann (gemessen nach der UNECE-Regelung Nr. 85).
Hersteller werben dagegen mit der Spitzenleistung, also dem kurzen Boost beim Beschleunigen. Deshalb stehen im Prospekt oft doppelt so hohe kW-Werte wie im Fahrzeugschein – beide Angaben sind korrekt, sie messen nur Unterschiedliches.
Bei Verbrennern gibt es dieses Problem nicht: Dort steht im Fahrzeugschein die Spitzenleistung, weil ein warmer Verbrennungsmotor sie dauerhaft halten kann. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Kfz-Steuer-Rechner.
Motorradführerschein A2. Die Klasse A2 begrenzt die Motorleistung auf 35 kW (etwa 47,6 PS). Hier ist die exakte Umrechnung kein Zahlenspiel, sondern Zulassungsvoraussetzung – ein Bike mit 36 kW darfst du mit A2 nicht fahren, egal wie viele PS das „gefühlt" sind.
Historische PS-Angaben. In alten Papieren und Prospekten findest du gelegentlich die SAE-PS (amerikanische Norm), die anders gemessen wurde als die DIN-PS. Für Fahrzeuge vor den 1970er-Jahren sind umgerechnete Werte deshalb nur Näherungen.
kW in anderen Ländern. Innerhalb der EU ist das Kilowatt überall die amtliche Einheit. In Großbritannien und den USA dominiert HP in der Werbung – beim Import also aufpassen, welche Einheit das Datenblatt meint.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis ist eine Übersetzungsleistung: Es macht die amtliche kW-Zahl aus deinen Papieren für deinen Kopf lesbar – oder umgekehrt die PS-Zahl aus einer Anzeige für Versicherung und Behörde vergleichbar. Darum zeigt dir der kw-ps-rechner neben dem Ergebnis immer die exakte Formel: So siehst du auf einen Blick, ob zum Beispiel die 150 PS aus der Anzeige wirklich den 110 kW in deinem Fahrzeugschein entsprechen.
Praktisch heißt das: Beim Autokauf vergleichst du Angebote über die umgerechnete Zahl – 110 kW und 150 PS sind dasselbe Auto. Bei der Versicherung meldest du die kW-Zahl aus der Zulassungsbescheinigung Teil I (Feld P.2), nicht die Werbe-PS aus dem Prospekt.
Und beim E-Auto merkst du dir den Unterschied zwischen Dauer- und Spitzenleistung, bevor du dich über „fehlende" kW im Fahrzeugschein wunderst. Willst du danach wissen, was das Auto im Unterhalt kostet, rechnet der Elektroauto-Rechner mit Verbrauch und Strompreis weiter – und die Steuerfrage beantwortet der Kfz-Steuer-Rechner.