So funktioniert der taschengeld-rechner
Du gibst das Alter deines Kindes ein — optional auch, ob es Geschwister gibt. Der Rechner ordnet das Alter der DJI-Altersgruppe zu und zeigt dir drei Dinge: die empfohlene Betragsspanne, den passenden Auszahlungsrhythmus (wöchentlich oder monatlich) und die Hochrechnung auf Monat und Jahr.
Bei mehreren Kindern rechnet er jede Altersgruppe einzeln — denn ein Siebenjähriger und eine Dreizehnjährige bekommen nicht denselben Betrag, und genau das ist auch richtig so.
Die Tabelle dahinter ist die Empfehlung des Deutschen Jugendinstituts, die in mehrjährigen Abständen an die Preisentwicklung angepasst wird und auf die sich Jugendämter in ganz Deutschland berufen. Weil verschiedene Stellen leicht unterschiedliche Spannen veröffentlichen — etwa 6–9 Jahre mit 1–3 € wöchentlich oder 14–15 Jahre mit 26–39 € monatlich — zeigt der Rechner bewusst eine Spanne: Innerhalb des Korridors wählst du den Betrag, der zu deinem Familieneinkommen passt.
Weniger als die Spanne ist kein Versagen — entscheidend ist, dass du regelmäßig und verlässlich zahlst, damit dein Kind planen und einteilen lernen kann.
Was ändert sich 2026 / 2027?
Beim Taschengeld gibt es keine Jahreswerte wie bei Steuern oder Sozialleistungen — die DJI-Empfehlung ist zeitlos und wird nur in mehrjährigen Abständen angepasst. Für 2026 gilt die aktuelle Tabelle unverändert; eine Neufassung für 2027 ist nicht angekündigt.
Ein rechtlicher Wert hat sich 2026 allerdings geändert, den du kennen solltest, falls dein Kind in einer Jugendhilfeeinrichtung lebt: Der Barbetrag nach § 39 Abs. 2 SGB VIII — das "Taschengeld" in der Heimerziehung — beträgt für junge Volljährige seit dem 1. Januar 2026 monatlich 152,01 € (27 % des Regelbedarfs der Stufe 1 von 563 €). Das ist ein rechtlicher Anspruch im Rahmen der Jugendhilfe und etwas anderes als das freiwillige Taschengeld zu Hause — verwechsle die beiden nicht.
Beispielrechnung
Beispiel 1: Deine Tochter ist 11 Jahre alt. Die DJI-Spanne für 10–11 Jahre: 15–25 € monatlich.
Du wählst 20 € — die Mitte des Korridors, passend zu eurem Budget. Hochrechnung: 20 € × 12 = 240 € im Jahr.
Auszahlungsrhythmus: monatlich, immer am selben Tag — etwa am Ersten. So lernt sie, einen festen Betrag über mehrere Wochen einzuteilen.
Beispiel 2: Du hast zwei Kinder — einen Sohn (7) und eine Tochter (13). Für den Siebenjährigen gilt: 2–3 € wöchentlich, du wählst 2,50 € — das sind rechnerisch etwa 10–11 € im Monat, aber die wöchentliche Auszahlung ist entscheidend: Ein Siebenjähriger kann einen Monat noch nicht überblicken.
Für die Dreizehnjährige gilt: 20–30 € monatlich, du wählst 25 €. Gesamt also rund 35 € im Monat für beide — und keines der Kinder bekommt "einfach gleich viel", sondern das, was zu seinem Alter passt.
Erkläre das den Kindern offen: Mit dem Alter wächst auch die Verantwortung fürs eigene Geld. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Kindergeld berechnen heranziehen.
Typische Fehler
Unregelmäßig oder "wenn gerade Geld da ist" zahlen. Taschengeld wirkt nur, wenn es verlässlich kommt — wie ein kleines Gehalt. Unregelmäßigkeit lehrt: Geld ist Zufall. Fester Tag, fester Betrag, keine Diskussion.
Taschengeld als Strafe streichen. Wer bei schlechten Noten oder Ungehorsam das Taschengeld kürzt, macht Geld zum Druckmittel — und zerstört genau die Planbarkeit, die es lehren soll. Trenne Erziehungskonflikte vom Taschengeld; für Verfehlungen gibt es andere Konsequenzen.
Alles über das Taschengeld laufen lassen. Ab etwa 14 Jahren empfiehlt sich zusätzlich zum Taschengeld ein Budgetgeld — etwa für Kleidung, Fahrkarten oder Kosmetik. Wer alles aus dem Taschengeld bestreiten muss, kann nichts mehr frei entscheiden — und genau darum geht es.
Geschwister stur gleich behandeln.
"Gerecht" heißt beim Taschengeld nicht "gleich viel", sondern "altersgerecht". Ein Vierzehnjähriger mit 40 € und eine Achtjährige mit 3 € pro Woche — das ist fair, weil es dem Alter folgt.
Erkläre die Staffel, dann akzeptieren Kinder sie meist.
Sich an Nachbarskindern orientieren. Was andere Familien zahlen, sagt nichts über dein Budget. Die DJI-Spanne ist bewusst ein Korridor — das untere Ende ist genauso legitim wie das obere, wenn es zu eurem Einkommen passt.
Keinen Überblick geben. Gerade am Anfang hilft ein einfaches Glas oder eine Spardose mit zwei Fächern (Ausgeben/Sparen) mehr als jede Erklärung. Sichtbarkeit schlägt Theorie.
Sonderfälle / Ausnahmen
Getrennt lebende Eltern: Zahlt nur ein Elternteil Taschengeld oder beide? Es gibt keine Regel — aber eine Absprache.
Am fairsten: Ein Elternteil übernimmt das Taschengeld nach der Tabelle, der andere beteiligt sich an größeren Wünschen oder dem Budgetgeld. Doppelt nach Tabelle von beiden Seiten führt schnell zu Ungleichgewicht und Neid.
Was darf mein Kind allein kaufen? (§ 812 BGB): Der "Taschengeldparagraph" besagt: Minderjährige zwischen 7 und 18 können mit eigenen Mitteln und mit Einwilligung der Eltern wirksam einkaufen — der Kauf wird wirksam, sobald sie vollständig mit ihrem eigenen Geld bezahlt haben. Taschengeld ist also nicht nur pädagogisch, sondern auch rechtlich das eigene Geld des Kindes. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Ausbildungsvergütung berechnen.
Wenig Geld in der Familie: Die untere Spannenhälfte oder sogar darunter ist in Ordnung. Wichtiger als die Höhe sind Regelmäßigkeit und ein offener Umgang: "Bei uns ist gerade weniger da, aber deine 2 € am Freitag kommen sicher." Kinder verstehen mehr, als Erwachsene oft denken.
Nebenjob: Ab 13 sind leichte Tätigkeiten erlaubt, ab 15 Ferienjobs. Ein Nebenverdienst ersetzt das Taschengeld nicht — er ergänzt es. Streiche das Taschengeld nicht, nur weil dein Kind dazuverdient; sonst bestrafst du Eigeninitiative.
Taschengeld in der Heimerziehung: Hier gilt der Barbetrag nach § 39 Abs. 2 SGB VIII — 2026 zum Beispiel 152,01 € monatlich für junge Volljährige in Schleswig-Holstein. Das ist ein festgesetzter Anspruch, kein Erziehungskorridor.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Das Ergebnis ist eine Zahl, hinter der du stehen kannst — nicht mehr und nicht weniger. Wähle innerhalb der Spanne den Betrag, der zu eurem Familieneinkommen passt, lege einen festen Zahltag fest und halte ihn ein.
Erkläre deinem Kind in einem Satz die Regel: "Das ist dein Geld, du entscheidest — aber wenn es weg ist, ist es weg bis zum nächsten Zahltag." Diese eine Regel lehrt mehr über Geld als jede Belehrung.
Ab etwa 14 Jahren denke an das Budgetgeld für Kleidung und Alltagsausgaben — getrennt vom freien Taschengeld, mit klarer Absprache, was dazugehört. Und überprüfe die Höhe einmal im Jahr, zum Beispiel zum Geburtstag: Passt die Altersgruppe noch?
Reicht die Spanne noch für das, was dein Kind in seinem Alltag braucht? Taschengeld ist kein Vertrag, sondern ein wachsendes Übungsfeld — es darf mit deinem Kind mitwachsen.