DeutschlandRechner Fintech & Steuern 2026
Finanzen & Kredite • Geprüfte Rechenlogik 2026/2027

Zins-Rechner: einfache Zinsrechnung

Wie viel Zinsen bringen 10.000 € in zwei Jahren – und was kostet ein Kredit für 90 Tage? Genau solche Fragen beantwortet der zins-rechner: Er rechnet mit der einfachen Zinsformel, also ohne Zinseszins, und zeigt dir für Jahre, Monate und einzelne Tage, wie viel Zinsen ein Kapital bei einem gegebenen Zinssatz erzeugt. Dazu lernst du die drei Zählmethoden für Zinstage kennen, mit denen Banken und Gerichte arbeiten – damit du jede Zinsangabe selbst nachrechnen kannst.

Interaktiver Zins-rechner

Offizieller BMF- & Gesetzesstand 2026/2027

Live-Berechnung

Was soll berechnet werden? Zinsen, Kapital, Zinssatz oder Laufzeit.

€

Der Betrag, auf den Zinsen berechnet werden.

% p. a.

Der Jahreszinssatz in Prozent.

Auswahl: Deutsche Zinsmethode 30/360 oder Act/Act (tagegenau).

Berechnungsergebnis
Zinsertrag / Zinsbetrag
2.348,50 €

Exakt ermittelt nach Vorgaben 2026

Detaillierte Aufschlüsselung
Endkapital inklusive Zinsen 642,80 €
Effektiver Zinssatz 1.705,70 €
Effektiver Belastungssatz 27,4 %
Ergebnis exportieren:

Unverbindliche Orientierungsberechnung nach aktuellem BMF-Standard. Ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.

Auf den Punkt: Direkte Antwort

Zinsen berechnest du mit der Formel Z = K · p · t / 100: Kapital mal Zinssatz in Prozent mal Zeit in Jahren, geteilt durch 100. Für Monate teilst du zusätzlich durch 12, für Tage durch 360 (deutsche kaufmännische Methode) oder 365 – je nach vereinbarter Zählmethode. Beispiel: 10.000 € zu 3 % für 2 Jahre ergeben 10.000 × 3 × 2 / 100 = 600 € Zinsen.

So funktioniert die Berechnung

Die einfache Verzinsung ist linear: Die Zinsen wachsen proportional zu Kapital, Zinssatz und Zeit. Die Grundformel lautet:

Z = K · p · t / 100

Dabei ist Z der Zinsbetrag, K das Kapital, p der Zinssatz in Prozent und t die Zeit in Jahren. Die Formel lässt sich nach jeder Größe umstellen:

  • Kapital gesucht: K = Z · 100 / (p · t)
  • Zinssatz gesucht: p = Z · 100 / (K · t)
  • Zeit gesucht: t = Z · 100 / (K · p)

Für Monatszinsen ersetzt du t durch Monate/12: Z = K · p · Monate / (100 · 12). Für Tageszinsen rechnest du Z = K · p · Tage / (100 · 360) nach der deutschen Methode (jeder Monat 30 Tage, das Jahr 360 Tage).

Daneben gibt es zwei weitere Methoden: act/360 (tatsächliche Tage geteilt durch 360) und act/365 (tatsächliche Tage geteilt durch 365). Die Unterschiede sind pro Tag klein, summieren sich über lange Zeiträume aber spürbar – bei 100.000 € und 5 % macht der Methodenwechsel pro Jahr rund 140 € aus. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Zinseszins-Rechner: Zinsen auf Zinsen berechnen heranziehen.

Was ändert sich 2026 / 2027?

An der Zinsformel ändert sich nie etwas – wohl aber an den Zinssätzen, mit denen du rechnest. Der gesetzliche Zinssatz nach § 246 BGB liegt unverändert bei 4 % pro Jahr.

Wichtig für alle, die Verzugszinsen berechnen: Der Basiszinssatz nach § 247 BGB beträgt seit dem 1. Juli 2026 1,52 % (Deutsche Bundesbank). Daraus ergeben sich Verzugszinsen von 6,52 % gegenüber Verbrauchern (Basiszinssatz + 5 Prozentpunkte, § 288 Abs. 1 BGB) und 10,52 % im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen (Basiszinssatz + 9 Prozentpunkte, § 288 Abs. 2 BGB).

Die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagensatz im September 2026 auf 2,50 % angehoben, was Spar- und Kreditzinsen tendenziell nach oben zieht. Für 2027 sind keine Änderungen der gesetzlichen Zinssätze angekündigt – der nächste Anpassungstermin des Basiszinssatzes ist der 1. Januar 2027.

Beispielrechnung

Beispiel 1 – Jahreszinsen: Du legst 10.000 € zu 3 % für 2 Jahre an. Z = 10.000 × 3 × 2 / 100 = 600 €. Dein Guthaben wächst linear auf 10.600 € – ohne Zinseszins, denn die 600 € werden bei einfacher Verzinsung nicht wieder verzinst.

Beispiel 2 – Tageszinsen (deutsche Methode): Ein Kredit von 10.000 € zu 5 % läuft 90 Tage. Z = 10.000 × 5 × 90 / (100 × 360) = 125 €. Nach act/365 wären es 10.000 × 5 × 90 / (100 × 365) = 123,29 € – die deutsche 360-Tage-Methode ergibt also etwas höhere Tageszinsen.

Beispiel 3 – Zinssatz gesucht: Du zahlst für 8.000 € über 6 Monate 120 € Zinsen. p = 120 × 100 / (8.000 × 0,5) = 3 %. Der effektive Jahreszins deines Kredits liegt damit bei 3 % – solange keine weiteren Gebühren anfallen. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Tagesgeldzinsen vergleichen.

Typische Fehler

  1. Zinseszins mit einfacher Verzinsung verwechseln.

Die Formel Z = K·p·t/100 rechnet linear. Sobald Zinsen dem Kapital zugeschlagen und mitverzinst werden, brauchst du den Zinseszinsrechner – die Ergebnisse liegen deutlich höher.

  1. Falsche Tagesbasis.

Im kaufmännischen Rechnen und bei vielen Bankprodukten gilt 30/360, nicht 365. Wer mit 365 Tagen rechnet, obwohl der Vertrag 360 vorsieht, unterschätzt die Zinsen.

  1. Prozent und Prozentpunkte verwechseln.

Ein Anstieg von 3 % auf 4 % ist ein Prozentpunkt, aber relativ ein Plus von 33 %. Bei Zinsvergleichen immer klar benennen, was gemeint ist.

  1. Nominal- und Effektivzins gleichsetzen.

Die Zinsformel liefert den Nominalzins. Gebühren, Disagio oder Zinseszinseffekte stecken im Effektivzins – der ist bei Krediten der ehrliche Vergleichsmaßstab.

  1. Steuern vergessen.

Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer von effektiv 26,375 % (nach Freistellungsauftrag von 1.000 € bzw. 2.000 € bei Zusammenveranlagung). Die Bruttozinsen aus dem Rechner sind nicht das, was auf dem Konto ankommt.

  1. Zeit in der falschen Einheit.

Die Formel erwartet Jahre. Sechs Monate sind t = 0,5, nicht t = 6 – ein klassischer Fehler, der das Ergebnis verzwölffacht.

Ein zins-rechner im Netz nimmt dir die Umrechnung ab, aber beim Nachrechnen per Hand ist das die häufigste Falle.

Sonderfälle / Ausnahmen

  • Gesetzliche Zinsen (§ 246 BGB): Ist kein Zinssatz vereinbart und das Gesetz ordnet eine Verzinsung an, gelten 4 % pro Jahr – „vier vom Hundert", wie es im Gesetz heißt.
  • Verzugszinsen (§ 288 BGB): Bei Zahlungsverzug schuldet der Schuldner zusätzlich Verzugszinsen: 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz gegenüber Verbrauchern, 9 Prozentpunkte gegenüber Unternehmen. Seit 1. Juli 2026 sind das 6,52 % bzw. 10,52 %.
  • Zinseszins-Verbot (§ 248 BGB): Eine im Voraus getroffene Vereinbarung, dass fällige Zinsen wieder Zinsen tragen, ist grundsätzlich nichtig. Ausnahmen gelten unter anderem für Darlehen und Kontokorrentverhältnisse – deshalb darf deine Bank beim Dispokredit sehr wohl Zinseszins berechnen.
  • Bankarbeitstage: Zinsen laufen oft nur an Bankarbeitstagen; Wochenenden und Feiertage zählen bei manchen Produkten nicht mit. Prüfe die Vertragsbedingungen, wenn es auf einzelne Tage ankommt.
  • Staffelzinsen und variable Sätze: Ändert sich der Zinssatz während der Laufzeit, rechnest du jeden Abschnitt einzeln und addierst die Teilbeträge.
  • Negative Zinsen: In der Negativzinsphase zahlten Sparer zeitweise Strafzinsen auf Guthaben. Die Formel funktioniert auch mit negativem p – das Vorzeichen kehrt sich einfach um, und aus dem Ertrag wird eine Belastung.

Was bedeutet das Ergebnis für dich? (zins-rechner im Alltag)

Dein Ergebnis ist der reine Zinsbetrag – nicht mehr und nicht weniger. Nutze es, um Angebote zu prüfen: Passt die Zinsgutschrift deiner Bank zur Formel?

Ist der Dispozins deines Kontos wirklich so hoch, wie er sich anfühlt? Bei Krediten vergleiche immer den Effektivzins, nicht das Rechenergebnis der simplen Formel.

Und wenn du Zinsen für einen Zeitraum mit Zinseszinseffekt betrachtest – etwa ein mehrjähriges Festgeld mit Wiederanlage –, wechsle zum Zinseszinsrechner, denn die lineare Formel unterschätzt dann den Ertrag. Die Berechnung ersetzt keine Anlageberatung: Sie zeigt die Mathematik, nicht ob sich ein Angebot für dich lohnt.

Mathematische Formel-Spezifikation

Exakte Berechnungsvorschrift nach Gesetzesgrundlage

``` Eingaben: K = Anfangskapital (€) p = Zinssatz p. a. in Prozent t = Laufzeit modus = {jahre, monate, tage} methode = {deutsch_30_360, act_360, act_act} Formeln: 1. Zinsen nach Jahren: Z = K × (p / 100) × t_jahre 2. Zinsen nach Monaten (Deutsche Methode 30/360): Z = K × (p / 100) × (m / 12) 3. Zinsen nach Tagen: - Deutsche Zinsmethode (30/360): Z = K × (p / 100) × (tage / 360) - Eurozinsmethode (Act/360): Z = K × (p / 100) × (tage_genau / 360) - Exakte Methode (Act/Act): Z = K × (p / 100) × (tage_genau / 365_oder_366) 4. Endkapital: K_end = K + Z 5. Auflösung nach gesuchten Größen: - Gesuchtes Kapital: K = Z / ((p / 100) × (t / basis)) - Gesuchter Zinssatz: p = (Z / (K × (t / basis))) × 100 - Gesuchte Laufzeit: t = (Z / (K × (p / 100))) × basis ``` **Prüfwerte (Testvektoren):** - Kapital $K = 10.000\text{ €}$, Zinssatz $p = 3{,}5\text{ \%}$, Laufzeit $t = 3\text{ Jahre}$: $Z = 10.000 \times 0{,}035 \times 3 = 1.050\text{ €}$ → $K_{end} = 11.050\text{ €}$. - Kapital $K = 5.000\text{ €}$, Zinssatz $p = 4{,}0\text{ \%}$, Laufzeit $t = 90\text{ Tage}$ (30/360): $Z = 5.000 \times 0{,}04 \times (90 / 360) = 50\text{ €}$.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Gesetzen und Besonderheiten

1 Wie lautet die Zinsformel?

Z = K · p · t / 100. Z ist der Zinsbetrag, K das Kapital, p der Zinssatz in Prozent und t die Zeit in Jahren. Für Monate teilst du durch 12, für Tage durch 360 (deutsche Methode) oder 365.

2 Wie berechnet man Tageszinsen?

Mit Z = K · p · Tage / (100 · 360) nach der deutschen kaufmännischen Methode (jeder Monat 30 Tage). Alternativ gibt es act/360 und act/365 mit den tatsächlichen Kalendertagen. Beispiel: 10.000 € zu 5 % für 90 Tage ergeben nach 30/360 genau 125 € Zinsen.

3 Was ist der Unterschied zwischen Zins und Zinseszins?

Bei einfacher Verzinsung werden nur die Zinsen auf das Anfangskapital berechnet – linear. Beim Zinseszins werden gutgeschriebene Zinsen dem Kapital zugeschlagen und in der Folge mitverzinst – das Wachstum ist exponentiell und langfristig deutlich höher.

4 Wie stellt man die Zinsformel um?

Nach dem Kapital: K = Z · 100 / (p · t). Nach dem Zinssatz: p = Z · 100 / (K · t). Nach der Zeit: t = Z · 100 / (K · p). Alle Umstellungen folgen derselben Logik: Was gesucht ist, steht allein auf einer Seite.

5 Rechnet man mit 360 oder 365 Tagen?

Das hängt vom Vertrag ab. Im deutschen kaufmännischen Rechnen und bei vielen Bankprodukten gilt die 30/360-Methode (12 Monate à 30 Tage). Daneben existieren act/360 und act/365 mit echten Kalendertagen. Die Methoden unterscheiden sich pro Jahr um den Faktor 365/360, also rund 1,4 %.

6 Wie hoch sind die gesetzlichen Verzugszinsen 2026?

Seit 1. Juli 2026 beträgt der Basiszinssatz 1,52 %. Daraus ergeben sich 6,52 % Verzugszinsen gegenüber Verbrauchern (§ 288 Abs. 1 BGB: Basiszinssatz + 5 Prozentpunkte) und 10,52 % zwischen Unternehmen (§ 288 Abs. 2 BGB: + 9 Prozentpunkte).

7 Was besagt § 246 BGB?

§ 246 BGB legt den gesetzlichen Zinssatz fest: Ist eine Verzinsung gesetzlich angeordnet oder vereinbart, ohne dass die Höhe bestimmt ist, gelten 4 % pro Jahr.

8 Warum ist mein tatsächlicher Zinsertrag niedriger als berechnet?

Weil der Rechner Bruttozinsen vor Steuern zeigt. Auf Kapitalerträge fallen 26,375 % Abgeltungsteuer an (nach Abzug des Freistellungsauftrags von 1.000 € bzw. 2.000 €). Dazu kommen bei manchen Produkten Gebühren – und die Inflation frisst real weitere Kaufkraft.

9 Kann ein zins-rechner auch einen Kredit mit Tilgung berechnen?

Nein – dafür ist er nicht gebaut. Die einfache Zinsformel kennt keine Tilgung und keine Raten. Für Ratenkredite mit Tilgungsanteil nutze den Kredit-Rechner; für Guthaben mit Wiederanlage den Zinseszinsrechner.

Geprüfte Quellen & Rechtsgrundlagen

  • • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) – § 246 (Gesetzlicher Zinssatz), § 247 (Basiszinssatz), § 288 (Verzugszinsen) – gesetze-im-internet.de/bgb/
  • • Deutsche Bundesbank – Zinsberechnungsmethoden im Bankensektor und Basiszinssatz nach § 247 BGB
  • • Kreditwesengesetz (KWG) und Preisangabenverordnung (PAngV) – Vorgaben zur Angabe von Sollzins und effektivem Jahreszins