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Finanzen & Kredite • Geprüfte Rechenlogik 2026/2027

Dividende-Rechner: Netto-Rendite nach Steuern

Deine Aktie zahlt 4 % Dividende — aber wie viel davon landet wirklich auf deinem Konto? Der dividende-rechner beantwortet genau diese Frage: Er berechnet die Dividendenrendite brutto und zieht dann die deutsche Steuer-Mechanik ab, damit du die Netto-Ausschüttung siehst. Du gibst Aktienkurs, Dividende je Aktie und deine Stückzahl ein und erhältst Bruttorendite, Steuerabzug und Netto-Dividende — wahlweise für direkten Aktienbesitz oder für Aktienfonds mit 30 % Teilfreistellung. So vergleichst du Dividendenaktien ehrlich: nicht nach der Bruttozahl im Factsheet, sondern nach dem, was nach Abgeltungsteuer wirklich übrig bleibt.

Interaktiver Dividende-rechner

Offizieller BMF- & Gesetzesstand 2026/2027

Live-Berechnung
€

Aktienkurs aktuell (€)

€

Dividende je Aktie und Jahr (€)

Anzahl Ausschüttungen pro Jahr

Stückzahl in deinem Depot

%, optional, bei Auslandsaktien

Quellensteuer-Satz (%, optional, bei Auslandsaktien)

Aktivieren / Ja

Freistellungsauftrag noch verfügbar (€)

Berechnungsergebnis
Ergebnis
2.348,50 €

Exakt ermittelt nach Vorgaben 2026

Detaillierte Aufschlüsselung
Ergebnis 642,80 €
Ergebnis 1.705,70 €
Effektiver Belastungssatz 27,4 %
Ergebnis exportieren:

Dieser Rechner ersetzt keine Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.

Auf den Punkt: Direkte Antwort

Die Dividendenrendite ist die Jahresdividende je Aktie geteilt durch den Aktienkurs, mal 100. In Deutschland gehen davon 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag ab — effektiv 26,375 % (§ 32d EStG), solange dein Freistellungsauftrag von 1.000 € (Ledige) bzw. 2.000 € (Verheiratete) ausgeschöpft ist. Bei Aktienfonds greift die Teilfreistellung von 30 % (§ 20 InvStG): Nur 70 % der Ausschüttung sind steuerpflichtig, die effektive Steuerlast sinkt auf 18,4625 %. Entscheidend ist also nicht nur die Bruttorendite, sondern der Steuerpfad.

So berechnet der dividende-rechner Brutto-Rendite und Netto-Ausschüttung

Der Rechner arbeitet in zwei Stufen. Stufe eins ist die Bruttorechnung: Jahresdividende je Aktie geteilt durch den aktuellen Kurs, mal 100 — das ist die Dividendenrendite, wie sie in Factsheets steht. Bei mehreren Ausschüttungen pro Jahr (z. B. quartalsweise) wird die Dividende je Auszahlung mit der Anzahl der Auszahlungen multipliziert. Stufe zwei ist die Netto-Rechnung nach deutschem Steuerrecht, und hier trennen sich zwei Pfade. Pfad A — direkte Aktien: Auf die Brutto-Dividende fallen 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer an, also effektiv 26,375 %, sobald der Freistellungsauftrag (1.000 € Ledige / 2.000 € Verheiratete, § 20 Abs. 9 EStG) aufgebraucht ist. Pfad B — Aktienfonds: Durch die Teilfreistellung von 30 % (§ 20 InvStG) sind nur 70 % der Ausschüttung steuerpflichtig; die effektive Steuerlast beträgt 26,375 % × 0,7 = 18,4625 %. Das Tool zeigt dir beide Pfade nebeneinander, damit du siehst, wie viel Prozentpunkte Rendite der Steuerpfad kostet.

Was ändert sich 2026 / 2027?

Die Eckwerte sind stabil: Die Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (effektiv 26,375 %) gilt unverändert, auch für 2027 ist keine Änderung beschlossen. Der Sparer-Pauschbetrag (Freistellungsauftrag) bleibt bei 1.000 € für Ledige und 2.000 € für Verheiratete. Die Teilfreistellung von 30 % für Aktienfonds (§ 20 InvStG) gilt ebenfalls unverändert fort. Was sich ändern kann, ist deine persönliche Situation: Heiratest du, verdoppelt sich dein Freistellungsauftrag; verteilst du ihn auf mehrere Banken, musst du die Aufteilung aktiv steuern. Stand: Oktober 2026. Prüfe jährlich, ob dein Freistellungsauftrag noch optimal verteilt ist — ungenutzter Freibetrag ist verschenkte Netto-Rendite.

Beispielrechnung: 200 Aktien, 3,75 % Bruttorendite

Eine Aktie kostet 48 € und zahlt 1,80 € Jahresdividende. Die Bruttorendite beträgt 1,80 € / 48 € × 100 = 3,75 %. Du hältst 200 Aktien, also 360 € Brutto-Dividende pro Jahr. Pfad A (direkte Aktien, Freistellungsauftrag bereits ausgeschöpft): Steuer = 360 € × 26,375 % = 94,95 €; netto bleiben 265,05 € — eine Netto-Rendite von 2,76 %. Pfad B (Aktienfonds mit 30 % Teilfreistellung): Steuerpflichtig sind nur 360 € × 70 % = 252 €; Steuer = 252 € × 26,375 % = 66,47 €; netto bleiben 293,53 € — eine Netto-Rendite von 3,06 %. Unterschied: 28,48 € mehr netto pro Jahr allein durch den Steuerpfad. Hättest du noch Freistellungsauftrag frei, wären die kompletten 360 € steuerfrei — der Auftrag wirkt vor beiden Pfaden.

Typische Fehler bei der Dividendenrechnung

  1. Brutto mit Netto verwechseln: Die 5 % aus dem Factsheet sind vor Steuern. Nach 26,375 % Abzug bleiben 3,68 % — rechne deshalb im Tool immer beide Werte, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
  2. Kursrendite und persönliche Rendite vermischen: Die offizielle Dividendenrendite nutzt den aktuellen Kurs; deine persönliche Rendite (Yield on Cost) nutzt deinen Kaufkurs. Wer günstig gekauft hat, hat eine höhere persönliche Rendite.
  3. Den Ex-Tag ignorieren: Am Ex-Dividenden-Tag fällt der Kurs theoretisch um den Dividendenbetrag — die Dividende ist kein Geschenk obendrauf, sondern eine Umbuchung vom Kurs auf dein Konto.
  4. Freistellungsauftrag vergessen: Ohne erteilten Auftrag zieht die Bank die Steuer sofort ab, und du musst sie dir per Steuererklärung zurückholen.
  5. Ausländische Quellensteuer übersehen: Bei US- oder Schweizer Aktien zieht das Quellenland erst einmal Steuer ab; nur der anrechenbare Teil mindert deine deutsche Steuer.
  6. Einmal rechnen, nie wieder: Dividenden werden gekürzt oder gestrichen — prüfe deine Netto-Rendite nach jeder Hauptversammlung neu.

Sonderfälle und Ausnahmen

Quellensteuer: Bei ausländischen Dividenden erhebt das Quellenland oft 15–35 % Steuer. In Deutschland ist die ausländische Steuer bis zu 25 % auf die Abgeltungsteuer anrechenbar (§ 32d Abs. 5 EStG) — darüber hinausgehende Beträge musst du dir im Quellenland erstatten lassen. Deshalb fragt der dividende-rechner optional nach dem Quellenland, damit die Netto-Rechnung realistisch bleibt. Thesaurierende Fonds: Sie schütten nicht aus, du erhältst keine Dividende — stattdessen fällt jährlich die Vorabpauschale an, und die Steuer wird erst beim Verkauf richtig abgerechnet. Sonderausschüttungen: Einmalige Sonderausschüttungen blähen die Rendite eines Jahres künstlich auf — streiche sie aus der Rechnung, wenn du die nachhaltige Rendite beurteilen willst. Wahldividende (Scrip): Nimmst du neue Aktien statt Cash, ist der geldwerte Vorteil trotzdem steuerpflichtig. Kirchensteuer: Gehörst du einer Kirche an, kommen je nach Bundesland 8–9 % Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer dazu — das Tool rechnet standardmäßig ohne sie.

Was bedeutet das Ergebnis für dich?

Dein Ergebnis ist die ehrliche Zahl hinter jeder Dividendenaktie: die Netto-Rendite nach Steuern. Nutze sie für drei Entscheidungen. Erstens, der Realitätscheck: Eine Aktie mit 6 % Bruttorendite, deren Dividende wackelt, ist schlechter als eine mit 3,5 %, die seit zehn Jahren steigt — hohe Renditen sind oft ein Warnsignal für fallende Kurse. Zweitens, der Steuerpfad-Vergleich: Liegt deine Dividende im Fonds oder direkt im Depot? Spiele im dividende-rechner beide Varianten durch — die Rechnung zeigt dir, ob sich ein Wechsel des Steuerpfads lohnt. Drittens, die Einkommensplanung: Multipliziere deine Netto-Dividende pro Aktie mit deiner Stückzahl und du weißt, welcher Cashflow wirklich ankommt — die Basis für jede "von Dividenden leben"-Rechnung. Und verteile deinen Freistellungsauftrag gezielt dorthin, wo die höchsten steuerpflichtigen Erträge anfallen.

Mathematische Formel-Spezifikation

Exakte Berechnungsvorschrift nach Gesetzesgrundlage

- Inputs: kurs (€, >0), div (Jahresdividende/Aktie, €, ≥0), n (Stückzahl, ≥0), pfad (aktie|fonds), freibetrag (€, ≥0, Standard 0), quelle (Quellensteuer-Satz %, Standard 0). - brutto_gesamt = div × n - rendite_brutto = div / kurs × 100 (%) - steuerpflichtig = brutto_gesamt − min(brutto_gesamt, freibetrag) - Falls pfad = fonds: steuerpflichtig = steuerpflichtig × 0,70 (Teilfreistellung 30 %, § 20 InvStG) - steuer = steuerpflichtig × 0,26375 (25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Soli, § 32d EStG) - Falls quelle > 0: anrechenbar = min(steuerpflichtig × quelle/100, steuerpflichtig × 0,25); steuer = max(steuer − anrechenbar, 0) (§ 32d Abs. 5 EStG) - netto = brutto_gesamt − steuer; rendite_netto = netto / (kurs × n) × 100 - Rundung: Euro auf 2 Nachkommastellen, Prozent auf 2 Nachkommastellen. - Quellen der Werte: Abgeltungsteuer 25 % + Soli = 26,375 % effektiv (§ 32d EStG, unverändert 2027); Teilfreistellung Aktienfonds 30 % (§ 20 InvStG); Freistellungsauftrag 1.000/2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Verifiziert 16.10.2026.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Gesetzen und Besonderheiten

1 Wie wird eine Dividende in Deutschland versteuert?

Mit 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer — effektiv 26,375 % (§ 32d EStG). Dazu kommt ggf. Kirchensteuer. Der Freistellungsauftrag (1.000 € Ledige / 2.000 € Verheiratete) stellt Erträge bis zu dieser Höhe steuerfrei.

2 Was ist die Teilfreistellung bei Aktienfonds?

Bei Aktienfonds sind 30 % der Ausschüttung steuerfrei (§ 20 InvStG) — nur 70 % werden mit der Abgeltungsteuer belastet. Die effektive Steuerlast sinkt dadurch von 26,375 % auf 18,4625 %. Für direkten Aktienbesitz gibt es keine Teilfreistellung.

3 Was ist eine gute Dividendenrendite?

Als grobe Einordnung: 2–4 % gelten als solide, 4–6 % als attraktiv, über 6 % solltest du skeptisch prüfen — sehr hohe Renditen entstehen oft durch gefallene Kurse und signalieren Kürzungsrisiko. Entscheidend ist die Nachhaltigkeit: Ausschüttungsquote, Gewinnentwicklung und Verschuldung des Unternehmens.

4 Brutto oder netto — welche Rendite zählt?

Für den Vergleich zählt die Netto-Rendite nach Steuern, weil nur sie deinen tatsächlichen Cashflow zeigt. Zwei Aktien mit identischer Bruttorendite können netto deutlich auseinanderliegen, sobald unterschiedliche Steuerpfade (Aktie vs. Fonds, In- vs. Ausland) ins Spiel kommen.

5 Was passiert am Ex-Dividenden-Tag?

Ab dem Ex-Tag wird die Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt — der Kurs fällt theoretisch um den Dividendenbetrag. In Deutschland liegt der Ex-Tag üblicherweise am Tag nach der Hauptversammlung, die Auszahlung erfolgt wenige Tage später.

6 Kann ich ausländische Quellensteuer anrechnen?

Ja, bis zu 25 % der ausländischen Quellensteuer sind auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechenbar (§ 32d Abs. 5 EStG). Höhere Sätze musst du dir im Quellenland erstatten lassen — dafür gibt es je nach Land eigene Formulare und Fristen.

7 Was ist der Unterschied zwischen Dividendenrendite und Yield on Cost?

Die Dividendenrendite bezieht die Dividende auf den aktuellen Kurs, der Yield on Cost auf deinen persönlichen Kaufkurs. Beispiel: Kauf zu 20 €, heutige Dividende 2 €, aktueller Kurs 40 € — offizielle Rendite 5 %, dein Yield on Cost 10 %.

8 Muss ich Dividenden in der Steuererklärung angeben?

In der Regel nicht, weil die Bank die Abgeltungsteuer direkt abführt. Eine Angabe lohnt sich bei der Günstigerprüfung (wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt), bei nicht angerechneter Quellensteuer oder wenn du den Freistellungsauftrag nicht erteilt hattest.

9 Sind thesaurierende ETFs bei der Dividende im Vorteil?

Sie schütten nicht aus, daher gibt es keine laufende Dividende — aber auch keine Steuerstundung im eigentlichen Sinn: Die jährliche Vorabpauschale wird besteuert, und beim Verkauf fällt Steuer auf den Wertzuwachs an (mit Teilfreistellung). Der Vorteil liegt eher in der automatischen Wiederanlage als in der Steuer.

Geprüfte Quellen & Rechtsgrundlagen

  • • § 32d EStG (Abgeltungsteuer 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag; Anrechnung ausländischer Quellensteuer Abs. 5) — gesetze-im-internet.de.
  • • § 20 InvStG (Teilfreistellung 30 % für Aktienfonds) — gesetze-im-internet.de.
  • • § 20 Abs. 9 EStG (Sparer-Pauschbetrag 1.000/2.000 €) — gesetze-im-internet.de.
  • • Dividendenrendite-Formel und Praxisbeispiele verifiziert gegen investoren-beteiligung.de und depotkonto.de (abgerufen 16.10.2026).
  • • Stand der Inhalte: Oktober 2026.