So funktioniert die Berechnung beim etf-sparplan-rechner
Der Rechner simuliert deinen Sparplan Jahr für Jahr. Zuerst addiert er alle Einzahlungen: monatliche Sparrate mal zwölf mal Jahre, plus ein eventuelles Startkapital.
Dann verzinst er das wachsende Kapital mit deiner Renditeannahme abzüglich der TER – denn die Fondskosten werden dem Fondsvermögen laufend entnommen und schmälern damit genau wie eine niedrigere Rendite den Zinseszinseffekt. Wählst du eine Sparplan-Dynamik (zum Beispiel plus 3 % Sparrate pro Jahr), erhöht der Rechner deine Rate jedes Jahr entsprechend und rechnet den Effekt sauber mit.
Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Kostenbegriffen: Die TER (Total Expense Ratio) ist die offiziell ausgewiesene Gesamtkostenquote deines ETF, zum Beispiel 0,20 % bei einem MSCI-World-ETF. Die Tracking-Differenz ist dagegen die tatsächliche Abweichung der Fondsrendite von der Indexrendite – sie enthält neben der TER auch Wertpapierleiheerträge, Steuern auf Dividenden und Transaktionskosten.
In der Praxis weicht die Tracking-Differenz von der TER oft um einige Hundertstel Prozentpunkte ab, mal nach oben, mal nach unten. Deshalb ist die TER eine gute, aber nicht perfekte Näherung: Ein ETF mit 0,20 % TER erwirtschaftet nicht automatisch exakt 0,20 % weniger als sein Index.
Bei thesaurierenden ETFs berücksichtigt der Rechner außerdem die Vorabpauschale: Für thesaurierte Erträge fällt jedes Jahr eine kleine Steuerzahlung an, die sich am Basiszins orientiert (3,20 % für das Anlagejahr 2026 laut BMF-Schreiben). Details dazu gehören in den Vorabpauschale-Rechner; hier genügt zu wissen, dass thesaurierende ETFs keinen Steueraufschub „für lau" bieten. Für vertiefende Berechnungen können Sie direkt den Zinseszins-Rechner heranziehen.
Was ändert sich 2026 / 2027?
2026 bleibt der steuerliche Rahmen stabil: Abgeltungsteuer 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf (26,375 % effektiv), Sparerpauschbetrag 1.000 Euro (2.000 Euro für Paare), 30 % Teilfreistellung für Aktienfonds – alles unverändert. Der Basiszins für die Vorabpauschale liegt für 2026 bei 3,20 % und ist damit spürbar höher als 2025 (2,53 %); bei thesaurierenden ETFs fällt die jährliche Vorabpauschale 2026 also höher aus.
Für 2027 ist der Basiszins noch nicht bekannt – er wird erst Anfang Januar 2027 veröffentlicht. Nach aktuellem Stand (Oktober 2026) ist keine Änderung der Abgeltungsteuer für 2027 beschlossen; politische Reformdebatten zum Kapitalertragsteuersatz laufen, sind aber noch keine beschlossene Sache – Details pflegen wir im Steuerreform-Rechner, sobald etwas feststeht.
Beispielrechnung
Sparplan: 250 Euro monatlich, kein Startkapital, 25 Jahre Laufzeit, 6 % Jahresrendite nach Kosten, monatliche Ausführung zum Monatsende. Vereinfachte Jahresrechnung: 3.000 Euro Einzahlungen pro Jahr wachsen mit 6 % p. a.
- Einzahlungen gesamt: 250 × 12 × 25 = 75.000 Euro
- Endkapital: 3.000 × ((1,06^25 − 1) / 0,06) = 164.593,54 Euro
- Wertzuwachs: 164.593,54 − 75.000 = 89.593,54 Euro
Der Rechner rechnet bei monatlicher Gutschrift noch genauer (jede Rate verzinst sich ab ihrem Einzahlungsmonat), das Ergebnis liegt in derselben Größenordnung. Jetzt der Kosteneffekt: Nimm denselben Sparplan mit 200 Euro monatlich über 30 Jahre, einmal mit 7 % und einmal mit 6,8 % Nettorendite – also 0,20 % TER-Differenz.
Bei 7 % landest du bei 226.705,89 Euro, bei 6,8 % bei 218.709,50 Euro. Dieselben Einzahlungen, derselbe Index – allein 0,20 % Kostenunterschied kosten dich 7.996,39 Euro Endkapital.
Das ist der Grund, warum die TER-Frage beim ETF-Sparplan keine Nebensache ist. Zur optimalen Gesamtplanung empfiehlt sich ergänzend unser praktischer Vorabpauschale-Rechner.
Typische Fehler
- Mit Bruttorendite rechnen, netto ausgeben.
Wer 7 % einsetzt, aber 0,20 % TER ignoriert, überschätzt sein Endkapital über 30 Jahre um mehrere Tausend Euro. Zieh die Kosten immer von der Renditeannahme ab.
- Fantasiierendite statt Bandbreite.
„10 % p. a., weil der Markt das mal geschafft hat" – langfristige Sparplan-Auswertungen zeigen: Der Schnitt über 20 Jahre liegt bei 8,6 %, aber es gab auch 20-Jahre-Fenster mit nur 2,2 %. Rechne mit 5 bis 7 % als Basis und prüfe daneben ein pessimistisches Szenario.
- Thesaurierer = steuerfrei glauben.
Die Vorabpauschale besteuert thesaurierte Erträge jährlich; sie mindert deine Liquidität, auch wenn du nichts verkaufst. 4.
Ordergebühren vergessen. Ein Euro Ausführungsgebühr pro Sparplanrate klingt nach nichts – bei 25 Euro Sparrate sind das 4 % Kosten pro Ausführung.
Nutze kostenlose Sparplanausführungen. 5.
Rhythmus ignorieren. Monatlich, vierteljährlich oder jährlich – der Unterschied im Endkapital ist klein, aber der Rechner muss den gewählten Rhythmus abbilden, sonst lügt die Zahl.
- Einmalzahlung und Sparplan vermischen.
Ein Startkapital von 10.000 Euro verzinst sich vom ersten Tag an; Sparraten erst ab Einzahlung. Beides in einen Topf zu werfen verzerrt die Rendite.
Sonderfälle / Ausnahmen
- Sparplan-Dynamik: Erhöhst du die Rate jährlich um 3 %, steigen Endkapital und Einzahlungen überproportional – der etf-sparplan-rechner bildet das ab. Realistisch ist die Dynamik nur, wenn dein Einkommen mitwächst.
- Sparplan pausieren: Pausen kosten dich den Zinseszins auf die ausgefallenen Raten. Drei Jahre Pause zu Beginn eines 30-Jahre-Plans wirken stärker als drei Jahre am Ende.
- Wechsel des ETF: Verkaufst du Anteile, um in einen billigeren ETF umzuschichten, werden die Gewinne steuerpflichtig – der Steuereffekt frisst den Kostenvorteil oft für Jahre auf. Rechne den Break-even vorher.
- Freibetrag und Verrechnung: Gewinne aus dem Sparplan lassen sich mit Verlusten aus anderen Aktiengeschäften verrechnen (Verlustverrechnungstopf). Der Rechner zeigt die Bruttorechnung; deine Bank rechnet mit deinem persönlichen Freistellungsauftrag.
- Gemeinschaftsdepot: Bei Paaren verdoppelt sich der Sparerpauschbetrag nicht automatisch pro Person im Gemeinschaftsdepot – die Aufteilung folgt dem Freistellungsauftrag.
- Sparplan im Alter: Wer kurz vor der Rente steht, sollte die Aktienquote senken; ein ETF-Sparplan mit 100 % Aktien ist kein Altersvorsorgeprodukt für die letzten fünf Jahre.
Was bedeutet das Ergebnis für dich?
Dein Ergebnis besteht aus drei Zahlen: Einzahlungen, Wertzuwachs, Endkapital – plus der TER-Schadenssumme. Lies sie so: Die Einzahlungen sind der Teil, den du kontrollierst (Sparrate, Disziplin, Dauer).
Der Wertzuwachs ist der unsichere Teil (Renditeannahme!). Die TER-Summe ist der Teil, den du sofort und sicher beeinflussen kannst – durch die Wahl eines günstigen ETF.
Konkret: Liegt dein Ergebnis unter deinem Sparziel, erhöhe zuerst die Sparrate oder die Laufzeit, nicht die Renditeannahme. Der etf-sparplan-rechner ist dafür da, genau diese Stellschrauben durchzuspielen, bevor du dich festlegst.
Und denke daran: Das Ergebnis ist eine Modellrechnung mit deinen Annahmen, keine Prognose – es ersetzt keine Anlageberatung.